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6 Erfassung des energetischen Istzustands

Stand: Oktober 2026

iSFP-Handbuch

6.1 Bilanzierung des Istzustands

Die Eingabe der für den Istzustand erforderlichen Projekt- und Bilanzdaten sowie die Bewertung der Gebäudehülle und der Anlagentechnik erfolgen in der Bilanzierungssoftware. Die Bilanzierungssoftware mit integrierter Schnittstelle zur iSFP-Druckapplikation übernimmt die Zusammenstellung, Gruppierung und Bewertung der einzelnen Werte entsprechend der iSFP-Bewertungsmethodik für den Istzustand.

Siehe auch Kapitel 9.1 – Erstellung der Dokumente des iSFP.

6.2 Gesamtbewertung des Gebäudes

Die Gesamtbewertung des Gebäudes bildet den Ausgangspunkt für die Erstellung des iSFP.

Die energetische Qualität des gesamten Gebäudes wird auch im iSFP anhand des spezifischen Primärenergiebedarfs nach GModG Abschnitt 3 § 20 unter Beachtung der Maßgaben nach § 20 Absatz 3 bis 6 sowie der §§ 22 bis 30 bewertet. Hierfür ist die normative Bilanzierung innerhalb der Bilanzierungssoftware erforderlich. Die Darstellung des Primärenergiebedarfs erfolgt im Sinne einer leichten Verständlichkeit visuell durch die Einordnung und Darstellung des Ergebnisses in den festgelegten Farbklassen.

Detaillierte Erläuterungen dazu und die Tabelle mit den Klassengrenzen finden Sie in Kapitel 12.1 – Gesamtbewertung des Gebäudes.

Für die Bilanzierung des Primärenergiebedarfs sind alle Gegebenheiten der Gebäudehülle sowie der Anlagentechnik zugrunde zu legen. Das gilt insbesondere für die Ermittlung der Flächen und Volumen. Bauteile und Anlagentechnik müssen detailliert erfasst und später im iSFP beschrieben werden. Beachten Sie bereits hier die Liste der technischen FAQ der BEG. Den Link zu der Liste der technischen FAQ der BEG finden Sie auf dieser Webseite des BMWE.

⚠️ Wichtig

Die energetische Bewertung im iSFP erfolgt unabhängig vom individuellen Nutzungsverhalten der Bewohnerinnen und Bewohner. Grundlage der Bewertung sind standardisierte Randbedingungen, damit die energetische Qualität des Gebäudes sowie die Wirkung der vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen objektiv und vergleichbar dargestellt werden können. Das Nutzungsverhalten wird innerhalb des iSFP und der Umsetzungshilfe nur zur Berechnung der Energiekosten berücksichtigt. Die Energiekosten werden auf Verbrauchsbasis abgebildet (siehe hierzu Kapitel 7.3.9 – Verbrauchsbereinigung und 7.3.10 – Berechnung der Energiekosten).

Um den Eigentümerinnen und Eigentümern die Einordnung der energetischen Qualität des Gebäudes und ihrer Entwicklung durch die Maßnahmenpakete zu ermöglichen, finden sich die Farben im Dokument „Mein Sanierungsfahrplan“ auf der Fahrplanseite wieder. Ebenso werden die Farben in der Umrandung des Gebäude-Piktogramms auf den Seiten „Ihr Haus heute – energetischer Istzustand“ und „Ihr Haus in Zukunft – energetischer Zielzustand“ wiedergegeben. Die Farben dienen darüber hinaus im Dokument „Umsetzungshilfe für meine Maßnahmen“ als Farbleitsystem in den Piktogrammen und Linien der Maßnahmenpakete.

🔍 Exkurs

Energieausweisklassen

Die Energieeffizienzklassen im Energieausweis reichen von A+ bis H und zeigen den jährlichen Endenergiebedarf eines Gebäudes an.

Um im iSFP keine weitere Klassifizierung anhand von Buchstaben oder Zahlenwerten zu etablieren, die die Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer womöglich verwirren würde, werden alle Bewertungen und Effizienzklassen im iSFP nur farbig, ohne Kennwerte und Buchstaben, dargestellt. Die im Istzustand und in den Maßnahmenpaketen erreichte Energieausweisklasse ist der technischen Dokumentation (Projekt- und Gebäudedaten) in der Umsetzungshilfe zu entnehmen.

Fahrplanseite

6.3 Bewertung der Komponenten des Gebäudes

Um bei den Hauseigentümerinnen und -eigentümern ein besseres Verständnis für die Zusammenhänge und Wechselwirkungen im Gebäude zu schaffen, werden einzelne Bau- und Anlagenteile im iSFP zu sogenannten Komponenten zusammengefasst. Jede Komponente wird im iSFP mit einem Piktogramm veranschaulicht.

Zur Darstellung der unterschiedlichen energetischen Zustände wurde für jede Komponente ein Farbschema auf Basis energetischer Kennwerte entwickelt. Auch hier gilt für die Bewertung: Die beste Effizienzklasse ist dunkelgrün, die schlechteste Klasse dunkelrot dargestellt. Zur Bewertung jeder Sanierungskomponente stehen mehrere Farbabstufungen zur Verfügung.

Die Komponenten-Piktogramme weisen somit die Eigentümerinnen und -eigentümer auf energetische Schwachstellen hin und zeigen gleichzeitig die Ansätze für eine energetische Sanierung auf. Sie werden im iSFP zur Darstellung des Istzustands und des Zielzustands verwendet. Auf den Übersichtsseiten der Maßnahmenpakete werden sie zur Darstellung der verbesserten energetischen Qualität durch die Sanierungsmaßnahme genutzt.

Die Berechnung der Kennwerte für die Bewertung der einzelnen Komponenten erfolgt innerhalb der Bilanzierungssoftware. Hier werden Detailergebnisse aus der Gebäude- und Anlagenbewertung entsprechend der iSFP-Bewertungsmethodik für die Übergabe an die iSFP-Druckapplikation zusammengestellt und aufbereitet.

Details zur Bewertungsmethodik finden Sie in Kapitel 12.2 – Bewertung der Komponenten des Gebäudes.

6.3.1 Bewertung der Gebäudehülle

Zur energetischen Bewertung der Gebäudehülle werden die einzelnen Bauteile der Gebäudehülle den folgenden vier Komponenten zugeordnet:

  • Wände, inklusive Kellerwände
  • Dach, oberer Gebäudeabschluss
  • Fenster, inklusive Dachflächenfenster und Außentüren
  • Boden, unterer Gebäudeabschluss

Die energetische Qualität der Komponenten wird aus den in der Bilanz berechneten Bauteilflächen und U-Werten bestimmt. Zu beachten ist dabei, dass es sich hier nicht um den gemittelten U-Wert des Bauteils, sondern den mittleren U-Wert der Sanierungskomponente handelt. Dieser wird für die Einordnung der Komponente in die Farbklasse verwendet. Details zur Bewertung und Einstufung der Bauteilkomponenten finden Sie in Kapitel 12.2.1 –Bewertung der Gebäudehülle.

Die U-Werte der einzelnen Bauteile werden nachvollziehbar und detailliert in der technischen Dokumentation ausgegeben. Neben dem U-Wert der Bauteile sind die Bauteile auch im Aufbau (Material, Schichtdicken) zu beschreiben. Achten Sie hier auf die Übereinstimmung.

6.3.2 Bewertung der Anlagentechnik

Die Anlagentechnik wird anlog zur Gebäudehülle in Komponenten eingeteilt und energetisch getrennt bewertet nach:

  • Heizung: Effizienz der Wärmeerzeugung
  • Warmwasser: Effizienz der Warmwasserbereitung
  • Wärmeverteilung: Effizienz der Speicherung, Verteilung und Übergabe von Wärme und Warmwasser
  • Lüftung: Effizienz der Lüftungsart

Die fett gedruckten Begriffe dienen als Bezeichnung der jeweiligen Sanierungskomponente in der Kategorie Anlagentechnik.

Die Bilanzierungssoftware nutzt zur Ermittlung der Komponenteneffizienz Zwischenergebnisse der Anlagenbewertung und ermittelt daraus spezielle, für den iSFP festgelegte Aufwandszahlen. Diese werden genutzt, um die Effizienz der einzelnen Komponenten in die dazugehörigen Farbklassen einzustufen.

Die Aufwandszahlen im iSFP zur Bestimmung der Komponenteneffizienz entsprechen nicht den normativen Anlagenaufwandszahlen. Details zur Bestimmung und Bewertung der Komponenteneffizienz finden Sie in Kapitel 12.2.2 – Bewertung der Anlagentechnik.

Bei der Bilanzierung ist auf die detaillierte Erfassung und Bewertung der Anlagentechnik zu achten. Im iSFP ist die Anlagentechnik detailliert zu beschreiben.

Um eine realistische Einschätzung der Ökobilanz zu erhalten, sind auch Deckungsanteile für erneuerbare Energien innerhalb der Bilanzierung zu beachten. Die Nutzung erneuerbarer Energien beeinflusst im iSFP die Darstellung der Piktogramme der entsprechenden Komponenten (siehe Kapitel 6.4 – Berücksichtigung von erneuerbaren Energien und 6.5 – Bewertung von gebäudenaher Photovoltaik).

6.4 Berücksichtigung von erneuerbaren Energien

Die Nutzung erneuerbarer Energien für die Raumheizung oder Warmwasserbereitung wird in die Bewertung der Anlagenkomponenten einbezogen. So sorgt ein Anteil erneuerbarer Energien für die Verbesserung der Erzeugereffizienz. Das führt wiederum zu einer besseren Einstufung der Komponente in die zugeordneten Farbklassen.

Um die Nutzung erneuerbarer Energien präsenter darzustellen bzw. stärker hervorzuheben, wurde ein zusätzliches Overlay-Icon entwickelt. Dieses Icon wird dem Piktogramm der Komponente zugeordnet, in deren Bereich der erneuerbare Energieträger eingesetzt wird. 

Das Overlay-Icon bezieht sich auf erneuerbare Energien, die direkt in der Gebäudebilanz berücksichtigt wurden. Das sind insbesondere Solarthermie, Biomasse (Holz), Umweltwärme (mit Wärmepumpen) sowie Nah- und Fernwärme in Verbindung mit erneuerbaren Anteilen. Photovoltaik-Anlagen fallen nicht in diese Kategorie, sondern werden mit einem eigenen Overlay-Icon bewertet.

Das Overlay-Icon wird im iSFP dargestellt, wenn innerhalb der Bilanzierung ein Anteil an erneuerbaren Energien berücksichtigt wurde. Dabei wird unterschieden, ob erneuerbare Energien nur für die Brauchwassererwärmung oder nur für die Beheizung oder für beides genutzt werden.

Die Overlay-Icons erscheinen in den iSFP-Dokumenten für die Hauseigentümerinnen und -eigentümer auf der Seite, die den energetischen Zielzustand darstellt.

Overlay-Icons für den Einsatz von erneuerbaren Energien bei Warmwasser und Heizung
„Ihr Haus in Zukunft – energetischer Zielzustand“

6.5 Bewertung von gebäudenaher Photovoltaik

Photovoltaik-Anlagen werden im iSFP mit einem eigenen Overlay-Icon dargestellt. Es erscheint auf der Seite „Ihr Haus heute – energetischer Istzustand“ und/oder auf der Seite „Ihr Haus in Zukunft – energetischer Zielzustand“ oberhalb des Gebäude-Piktogramms.

Das Overlay-Icon besagt, dass im jeweiligen Gebäudezustand eine PV-Anlage am Gebäude vorhanden ist und klimaneutral Strom erzeugt wird. Wenn dies bei dem Gebäude im Ist- oder Zielzustand der Fall ist, können Sie das Overlay-Icon in der iSFP-Druckapplikation aktivieren. Der Anteil von selbst genutztem Strom kann in der Bilanzierung gemäß GModG § 23 berücksichtigt werden.

Wenn in dem Gebäude eine Photovoltaik-Anlage genutzt wird oder im künftigen Zielzustand vorgesehen ist, können die erwirtschafteten oder zu erwartenden Erlöse unterhalb der Kostentabelle in der technischen Dokumentation der Umsetzungshilfe angegeben werden (siehe Kapitel 7.3 – Kostenbetrachtung).

Overlay-Icon für Photovoltaik-Anlagen
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