12 Methodik der energetischen Bewertung im iSFP
Stand: Oktober 2026iSFP-Handbuch
Die Ermittlung der energetischen Kennwerte des Gebäudes erfolgt entsprechend den Berechnungsmethoden und den Standardparametern gemäß der DIN V 18599, des GModG, der BEG sowie der Liste der technischen FAQ der EBW und BEG. Der iSFP nimmt dabei keinen Einfluss auf die Bilanzierungsvorschriften, sondern beschränkt sich auf die Nutzung der Bilanzierungswerte und -ergebnisse zum Zweck der Darstellung und Beratung.
Die Schnittstelle zur Erstellung des iSFP definiert und beschreibt die Methodik zur Berechnung und Bewertung der einzelnen im iSFP verwendeten Kennwerte. Softwarehersteller, die die Schnittstelle in ihre Bilanzierungssoftware integriert haben, müssen die iSFP-konforme Aufbereitung der Daten sicherstellen. Damit soll erreicht werden, dass die Ergebnisse der Bilanzierung mit den Aussagen im iSFP korrelieren.
12.1 Gesamtbewertung des Gebäudes
Die energetische Qualität des gesamten Gebäudes wird anhand des spezifischen Primärenergiebedarfs nach GModG Abschnitt 3 § 20 unter Beachtung der Maßgaben nach § 20 Absatz 3 bis 6 sowie §§ 22 bis 30 bewertet. Die energetische Bewertung erfolgt auf Bedarfsebene, damit das Gebäude unter Standardrandbedingungen objektiv eingestuft werden kann.
Für diese Darstellung werden sieben Farbklassen genutzt, die unterschiedlichen Werten zugeordnet sind. Die Klassengrenzen ergeben sich entsprechend Tabelle 2.
⚠️ Wichtig
Das individuelle Nutzungsverhalten ist für die energetische Bewertung nicht relevant. Innerhalb des iSFP und der Umsetzungshilfe werden nur die Energiekosten auf Verbrauchsbasis abgebildet (siehe hierzu Kapitel 7.3.9 und Kapitel 7.3.10).
Die dargestellten grünen Farbklassen im iSFP stimmen weitestgehend mit den BEG-Effizienzhaus-Klassen überein. In Einzelfällen ist es jedoch möglich, dass die Effizienzhaus-Klasse von dieser Tabelle abweicht. Grund dafür ist, dass das Referenzgebäudeverfahren keine eindeutige Zuordnung zum spezifischen Primärenergiebedarf ermöglicht. Wird infolge eines Maßnahmenpakets ein Effizienzhaus-Standard erreicht, so wird dieser auf der Fahrplanseite automatisch über die Software gesondert ausgewiesen.
🔔 Hinweis
Eine Ausnahme bildet die Kennzeichnung des Effizienzhauses Denkmal. Hier obliegt es Ihnen als Energieberaterin oder Energieberater, alle Kriterien zu prüfen und einzuschätzen, ob die Anforderungen für das Effizienzhaus Denkmal erfüllt werden. Sind die Voraussetzungen für die Förderfähigkeit erfüllt, müssen Sie in der Bilanzierungssoftware den Button für das Effizienzhaus Denkmal explizit anklicken.
12.2 Bewertung der Komponenten des Gebäudes
Um den Hauseigentümerinnen und -eigentümern einen Überblick über den energetischen Zustand einzelner Bereiche der Gebäudehülle und der Anlagentechnik zu vermitteln, wird das Gebäude in acht Komponenten eingeteilt, die jeweils einen Anteil an der energetischen Gesamtqualität des Gebäudes haben.
Die Tabelle 3 zeigt die Zuordnung der Komponenten zu den Kategorien. Die Symbole der Kategorie „Qualitätssicherung“ werden nur in der Umsetzungshilfe verwendet und signalisieren dort die gestiegenen allgemeinen Anforderungen, deren Erfüllung bei der Sanierung sichergestellt werden muss.
Jede Komponente erhält im iSFP ein Piktogramm. Um die unterschiedlichen energetischen Zustände abbilden zu können, wurde für jede Komponente ein Farbschema auf Basis energetischer Kennwerte entwickelt. Die Zuordnung der verschiedenen Farbklassen zu den Kennwerten wird in den Kapiteln 12.2.1 – Bewertung der Gebäudehülle und 12.2.2 – Bewertung der Anlagentechnik detaillierter ausgeführt. Die dort in den Tabellen genannten Kennwerte dienen als Klassengrenzen.
Zusätzlich wird die Einbindung von erneuerbaren Energien mit zwei eigenen Overlay-Icons gekennzeichnet (siehe auch Kapitel 6.4 – Berücksichtigung von erneuerbaren Energien und Kapitel 6.5 – Bewertung von gebäudenaher Photovoltaik).
Die Piktogramme erscheinen in den iSFP-Dokumenten für die Hauseigentümerinnen und -eigentümer an drei Stellen: jeweils einmal auf den Seiten, die den energetischen Istzustand und den Zielzustand visualisieren, und ein weiteres Mal bei den Maßnahmenbeschreibungen der Umsetzungshilfe, wo der voraussichtliche energetische Zustand der jeweiligen Komponente nach der Sanierung detailliert dargestellt ist.
Der Grundgedanke des visuellen Bewertungssystems besteht darin, dass die Farbe des Piktogramms einer Komponente deren energetischem Kennwert entspricht. Die beste Komponentenklasse (dunkelgrün) wird für den auf absehbare Zeit effizientesten Standard vergeben, beispielsweise Effizienzhaus-40- oder Passivhaus-taugliche Bauteile. Bei den Komponentenklassen steht die zweite Stufe für die technischen Mindestanforderungen der BEG EM-Förderung (außer bei den Lüftungsanlagen). In der dritten Stufe sind die Anforderungen des GModG an sanierte Bauteile und die Anlagentechnik einsortiert. Die weiteren Klassen stehen zur Verfügung, um die verschiedenen Baualtersklassen und Teilsanierungen unterscheiden zu können.
12.2.1 Bewertung der Gebäudehülle
Zur energetischen Bewertung der Gebäudehülle werden die einzelnen Bauteile der Gebäudehülle den folgenden vier Komponenten zugeordnet:
- Wände, inklusive Kellerwände
- Dach, oberer Gebäudeabschluss
- Fenster, inklusive Dachflächenfenster und Außentüren
- Boden, unterer Gebäudeabschluss
Da innerhalb der Komponenten verschiedene Einzelbauteile mit unterschiedlichen Anforderungswerten zusammengefasst sind, kann dies zu einer Verzerrung der Ergebnisse zu Ungunsten einer Komponente führen. Deshalb wurde der iSFP-Korrekturfaktor fKSFP eingeführt.
Der Korrekturfaktor ist notwendig, weil für die unterschiedlichen Bauteile innerhalb des GModG unterschiedliche Anforderungen an den Wärmedurchgangskoeffizienten festgelegt sind, im iSFP allerdings für diese verschiedenen Bauteile der gleiche Bewertungsmaßstab (Klassengrenze, Farbklasse) definiert ist. In der Praxis würde ohne die Einführung des Korrekturfaktors zum Beispiel eine Kellerwand gegen Erdreich trotz des erreichten GModG-Anforderungswertes von 0,30 W/(m²·K) nur in die gelbe Klasse eingeordnet werden. Damit das nicht vorkommt und die Bewertung der Komponente nicht verzerrt wird, sorgt der festgelegte Korrekturfaktor für die Einstufung der Kellerwand in die unterste grüne Klasse, die das Erreichen der GModG-Anforderungen signalisiert. Die methodische Aufbereitung der Kennwerte erfolgt automatisch innerhalb der Bilanzierungssoftware.
🔔 Hinweis
Der Korrekturfaktor dient lediglich der Anpassung des GModG-Anforderungswertes der Bauteile an die Klassengrenze der Sanierungskomponente. Er ist nicht mit dem Temperaturkorrekturfaktor zur Ermittlung der Transmissionswärmeverluste innerhalb der Bilanzierung gleichzusetzen.
Die Bewertung der Komponenten erfolgt im iSFP auf Grundlage der Anforderungen von GModG und BEG EM an Einzelbauteile. Die Darstellung des energetischen Zustands erfolgt anhand der mittleren U-Werte der Komponente. Entsprechend der jeweiligen Komponente dienen bestimmte Kennwerte dabei als Grenzwerte für die verschiedenen Farbklassen. Für die Komponenten der Gebäudehülle stehen insgesamt sieben Farbklassen zur Verfügung.
🔔 Hinweis
Der für die Bewertung herangezogene mittlere U-Wert der Komponente ist nicht mit dem mittleren U-Wert der Bauteile vergleichbar. Der mittlere U-Wert der Komponente dient ausschließlich der Einordnung in die Farbklassen der Komponente. Innerhalb der technischen Dokumentation zum iSFP werden die einzelnen Bauteile und die dazugehörigen U-Werte detailliert ausgegeben.
Komponenten Wände, Dach und Boden
Für die nach Tabelle 4 zusammengefassten opaken Bauteile werden jeweils die mittleren U-Werte als Bewertungskriterium für die Einstufung in die Effizienzklassen verwendet. Die mittleren U-Werte ergeben sich aus den Bilanzierungswerten der Bauteilflächen und der ermittelten Wärmedurchgangskoeffizienten und werden wie folgt gebildet:
Beispiel
Berechnung des mittleren U-Werts Sanierungskomponente Wand
Wenn von einer Fassade nur
- 25 m2 gedämmt sind Ugedämmt = 0,20 W/(m2·K) und
- 75 m2 ungedämmt Uungedämmt = 1,0 W/(m2·K),
kann der Mittelwert wie folgt berechnet werden:
Der iSFP-Korrekturfaktor beträgt nach Tabelle 4 für Wände gegen Außenluft 1,00. Damit erfolgt die Einstufung der Komponente Wände in die zweitschlechteste Klasse und die Grafik würde rot dargestellt.
🔔 Hinweis
Die U-Werte der einzelnen Bauteile werden mit den Übergangswiderständen gemäß GModG Abschnitt 3 § 20 Abs. 6 berechnet. Wärmebrückenzuschläge werden für die Bestimmung der mittleren U-Werte nicht berücksichtigt. Die Berücksichtigung der Wärmebrückenzuschläge innerhalb der Bilanzierung bleibt davon unberührt.
Komponente Fenster (inklusive Dachflächenfenster und Außentüren)
Fenster werden nach dem Wärmedurchgangskoeffizienten der gesamten Konstruktion aus Glas, Glasrandverbund und Rahmen (UW) bewertet (siehe Tabelle 5). Diese Bewertungsmethode entspricht den Anforderungen von GModG und BEG. Für eine Einordnung in die effizienteste Farbklasse muss zusätzlich ein Maximalverhältnis von U-Wert der Verglasung (Ug) zu Gesamtenergiedurchlassgrad (g) der Verglasung nachgewiesen werden.
Die solaren Gewinne über transparente Bauteile werden genauso wie die Verluste in der Gesamtenergiebilanz berücksichtigt. Ohne die Berücksichtigung des Maximalverhältnisses von U-Wert der Verglasung (Ug) zu Gesamtenergiedurchlassgrad (g) der Verglasung bestünde bei sehr gut dämmenden Fenstern die Gefahr, dass die solaren Wärmegewinne so weit reduziert würden, dass sie einen ungünstigen Einfluss auf die Gesamtbilanz hätten.
Der mittlere U-Wert der Fenster ergibt sich aus den Bilanzierungswerten der Fensterflächen und der ermittelten Wärmedurchgangskoeffizienten.
12.2.2 Bewertung der Anlagentechnik
Die Anlagentechnik wird anlog zur Gebäudehülle in Komponenten eingeteilt und energetisch getrennt bewertet nach:
- Heizung: Effizienz der Wärmeerzeugung
- Warmwasser: Effizienz der Warmwasserbereitung
- Wärmeverteilung: Effizienz der Speicherung, Verteilung und Übergabe von Wärme und Warmwasser
- Lüftung: Effizienz der Lüftungsart
Die an erster Stelle genannten Anlagenbestandteile dienen als Bezeichnung der jeweiligen Sanierungskomponente in der Kategorie Anlagentechnik. Im iSFP wird jeder Komponente ein eigenes Piktogramm zugeordnet, das die Farbe entsprechend der zugeordneten iSFP-Klassengrenze erhält. Auch hier gilt für die Bewertung: Die beste Effizienzklasse ist dunkelgrün, die schlechteste Klasse dunkelrot dargestellt. Insgesamt stehen zur Bewertung jeder Anlagenkomponente acht bzw. neun Farben zur Verfügung. Die Berechnung der Kennwerte für die Bewertung der einzelnen Komponenten der Anlagentechnik erfolgt innerhalb Ihrer Bilanzierungssoftware. Zum besseren Verständnis wird die Bewertung aber im Folgenden erklärt.
Effizienz der Erzeugung allgemein
Das bestehende Energielabel für Heizungen zielt darauf ab, den energetischen Zustand vorhandener Heizkessel einzuordnen und gegebenenfalls bei den Hauseigentümerinnen und -eigentümern einen Impuls zum Heizungsaustausch auszulösen. Es eignet sich aber aus den folgenden Gründen nicht für den Einsatz im iSFP:
- Das Heizungslabel existiert nur für den Raumheizungsanteil, nicht für die Warmwasserbereitung.
- Verschiedene Heizungstypen wie beispielsweise Wärmenetze sind von dem Bewertungssystem nicht bzw. noch nicht erfasst.
- Der iSFP verfolgt das langfristige Ziel, einen Beitrag zur Erreichung der bundesweiten Klimaschutzziele zu leisten: Bis 2045 soll in Deutschland Netto-Treibhausgasneutralität erreicht werden (Bundesklimaschutzgesetz). Mit dem Bestandslabel kann ein moderner Kessel mit einem hohen Anteil fossiler Energieträger zwar die Labelklasse A erreichen, womit das Bestandslabel geeignet ist, heutige Kessel zu kategorisieren. Die Langfristperspektive des iSFP erfordert aber die Herangehensweise über die im Folgenden beschriebene Effizienzzahl.
Um die Effizienz der Wärmeerzeuger angemessen beurteilen zu können, erfolgt die Bewertung deshalb mithilfe der dimensionslosen Effizienzzahl eg,p. Sie ist eine speziell für den iSFP entwickelte Vergleichsgröße auf Basis der berechneten Bilanzwerte. Sie dokumentiert die Effizienz der Wärmeerzeugung inklusive aller Erzeugerkombinationen unter Berücksichtigung der Deckungsanteile und der Hilfsenergie.
Die Effizienzzahl eg,p gibt an, wie viele Kilowattstunden Primärenergie dem Wärmeerzeuger zugeführt werden müssen, damit dieser eine Kilowattstunde Wärme an das Verteilsystem übergeben kann. Sie ist somit ein Maß für die Primärenergieeffizienz der Wärmeerzeugung bzw. Warmwasserbereitung. Primärenergiebedarf und Erzeugernutzwärmeabgabe werden gemäß GModG Abschnitt 3 § 20 unter Beachtung der Maßgaben nach § 20 Absatz 3 bis 6, der §§ 22 bis 30 und § 33 als Bedarfswerte unter Standardrandbedingungen berechnet. Verbrauchswerte sind nicht in die Berechnung einzubeziehen.
Die Wärmeerzeuger werden entsprechend ihrer Effizienzzahl eg,p in Effizienzklassen eingeteilt (siehe Tabelle 6). Die dargestellten Klassen gelten sowohl für die Bewertung der Raumwärme als auch für Trinkwarmwasser.
🔍 Exkurs
Beispiel: Effizienzzahl
Eine Effizienzzahl eg,p von 1,0 bedeutet, dass die gesamte eingesetzte Primärenergie ohne Verluste in nutzbare Wärme umgewandelt wird. Bei einer Effizienzzahl von 1,3 sind für jede dem Verteilsystem bereitzustellende Kilowattstunde Nutzenergie zusätzlich 0,3 Kilowattstunden für Verluste im Wärmeerzeuger und für die Bereitstellung des Energieträgers aufzuwenden. Effizienzzahlen unter 1,0 können mithilfe von erneuerbaren Energien oder Kraft-Wärme-Kopplung erreicht werden.
Berechnung der Komponente Heizung im iSFP
Im Folgenden werden die Berechnungen der Effizienzzahl für Raumwärme (Index h) und Trinkwarmwasser (Index TW) dargestellt.
Bei der Berechnung der Effizienzzahl für die Raumheizung nach DIN V 18599 gilt:
🔔 Hinweis
Sind mehrere Stränge bzw. Bereiche vorhanden, werden die jeweiligen Erzeugernutzwärmeabgaben (Qh,outg) addiert. Erfassen Sie dazu die jeweiligen Deckungsanteile an der Wärmeerzeugung detailliert in Ihrem Berechnungsprogramm.
Berechnung der Komponente Warmwasser im iSFP
Bei der Berechnung der Effizienzzahl für die Trinkwassererwärmung nach DIN V 18599 gilt:
🔔 Hinweis
Sind mehrere Stränge bzw. Bereiche vorhanden, werden die jeweiligen Erzeugernutzwärmeabgaben (Qh,outg) addiert. Erfassen Sie dazu die jeweiligen Deckungsanteile an der Wärmeerzeugung detailliert in Ihrem Berechnungsprogramm.
Berechnung der Komponente Wärmeverteilung im iSFP
Im iSFP wird die Bewertung der Effizienz von Übergabe, Verteilung und Speicherung in einer Bewertungsgröße zusammengefasst. Sie wird mit dem Piktogramm „Wärmeverteilung“ in den Dokumenten für die Hauseigentümerinnen und -eigentümer abgebildet.
Die Bewertung erfolgt auf Grundlage der in der Berechnungssoftware vorhandenen Daten. Zunächst werden insgesamt acht Bestandteile von Übergabe, Verteilung und Speicherung in der Software einzeln bewertet: Heizungspufferspeicher, Rohrleitungen für die Heizung, Pumpen für die Heizung, Thermostatventile, Vorlauftemperaturen, Brauchwasserspeicher sowie Rohrleitungen und Pumpen für das Brauchwasser. Anschließend werden die Einzelbewertungen zu einer Gesamtbewertung für die Wärmeverteilung gemittelt.
Die Einteilung der Effizienzklassen ist wie folgt:
Speicherverluste Heizungspufferspeicher
Für die Bewertung der Speicherverluste werden drei Klassen eingeführt:
Heizung Rohrleitungsdämmung
Die Dämmung von Rohrleitungen wird mit fünf Klassen bewertet, die nach der mittleren Wärmedurchgangszahl Ui,m abgegrenzt sind:
Die mittlere Wärmedurchgangszahl Ui,m ist der längengewichtete Mittelwert der Wärmedurchgangszahlen aller Rohrleitungen für die Raumheizung. Es werden horizontale und vertikale Leitungen sowie Anbindeleitungen gleichermaßen berücksichtigt.
Heizung Pumpen
Die Bewertung von Pumpen wird wie folgt vorgenommen. Wenn mehrere Pumpen in einer Anlage vorhanden sind, werden sie alle bewertet und die Bewertungsklassen gemittelt.
Heizung Übergabe Ventile
Nach DIN V 18599-5 wird bei der Berechnung zwischen Normberechnung und Berechnung mit zertifizierten Produkten unterschieden.
Heizung Verteilung Vorlauftemperaturen
Brauchwasserspeicher
Bei der Bewertung von Brauchwasserspeichern (Berechnungsnorm DIN V 18599-8) wird nach Speichervolumen bis 1.000 Liter und darüber unterschieden.
Brauchwasser Rohrleitungsdämmung
Die Dämmung von Rohrleitungen wird mit fünf Klassen bewertet, die nach der mittleren Wärmedurchgangszahl Ui,m abgegrenzt werden:
Die mittlere Wärmedurchgangszahl Ui,m ist der längengewichtete Mittelwert der Wärmedurchgangszahlen aller Rohrleitungen für Brauchwasser. Es werden horizontale und vertikale Leitungen sowie Anbindeleitungen gleichermaßen berücksichtigt.
Brauchwasser Pumpen
Die Bewertung von Pumpen erfolgt wie folgt. Wenn mehrere Pumpen in einer Anlage vorhanden sind, werden sie alle bewertet und die Bewertungsklassen gemittelt.
Gesamtbewertung der Anlagenperipherie
Für die Gesamtbewertung der Anlagenperipherie werden die Einzelbewertungen arithmetisch gemittelt. Dazu werden den Einzelbewertungen Zahlen wie folgt zugewiesen:
Aus den zugewiesenen Zahlen wird das arithmetische Mittel berechnet. Sollten nicht alle Kriterien der Anlagenperipherie bewertet werden (weil sie z. B. nicht im Gebäude vorhanden sind), gehen sie weder im Zähler noch im Nenner in die Berechnung des arithmetischen Mittels ein (siehe Beispiele).
Ist höchstens ein Kriterium bewertbar, wird eAP auf 0 gesetzt.
Der errechnete Mittelwert bestimmt die Farbklasse gemäß Tabelle 7 (siehe oben).
Berechnung der Komponente Lüftung im iSFP
Die Anforderungen der EU-Ökodesign-Richtlinie werden in den Verordnungen 1253/2014 (Lüftungsanlagen) und 1254/2014 (Labeling von Wohnraumlüftungsgeräten) konkretisiert.
Die EU-Klassen für Lüftungsgeräte, die seit dem 1. Januar 2016 gelten, werden derzeit noch nicht in den gängigen Bilanzierungsverfahren angewendet. Deshalb erfolgt auch die Einstufung der Lüftungsanlage in die iSFP-Effizienzklassen nach Wärmebereitstellungsgrad und spezifischer Leistungsaufnahme des Ventilators (SFP) und nicht entsprechend den EU-Klassen.
Eine moderne Lüftungsanlage mit hoher Wärmerückgewinnung und geringer Stromaufnahme wird demzufolge in die beste Effizienzklasse eingestuft, während die reine Fensterlüftung der schlechtesten Effizienzklasse zugeordnet wird.
Bewertung von erneuerbaren Energien
Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien werden im iSFP mit einem Overlay-Icon dargestellt. Das Overlay-Icon wird aktiviert, wenn innerhalb der Bilanzierung ein Deckungsanteil an erneuerbaren Energien berücksichtigt wurde. Es besagt, dass im jeweiligen Gebäudezustand erneuerbare Energien im Gebäude genutzt werden. Es wird unterschieden, ob erneuerbare Energien nur für die Brauchwassererwärmung eingesetzt werden, nur für die Beheizung oder für beides. Bilanziell werden die erneuerbaren Energien für die Raumheizung und/oder Warmwasserbereitung in den Komponenten Heizung und Warmwasser berücksichtigt. Für die Ermittlung der Erzeugereffizienz werden alle Erzeuger mit den entsprechenden Deckungsanteilen bewertet.
Für die Bewertung der Deckungsanteile ist die Liste der technischen FAQ der BEG anzuwenden.
Bewertung von gebäudenaher Photovoltaik
Photovoltaik-Anlagen werden im iSFP mit einem eigenen Overlay-Icon dargestellt. Das Overlay-Icon besagt, dass im jeweiligen Gebäudezustand eine Photovoltaik-Anlage am Gebäude vorhanden ist. Das Overlay-Icon für die Nutzung von Photovoltaik muss manuell innerhalb der iSFP-Druckapplikation aktiviert werden.
Bilanziell kann der erneuerbar erzeugte und selbst genutzte Strom entsprechend Abschnitt 3 § 23 GModG bewertet werden.
Die aus der Stromerzeugung erwirtschafteten oder in einem zukünftigen Maßnahmenpaket zu erwartenden Erlöse einer installierten Photovoltaik-Anlage können Sie unterhalb der Kostentabelle ausweisen.
12.2.3 Berechnung der CO₂-äquivalenten Emissionen
Die CO2-äquivalenten Emissionen werden im iSFP auf derselben Basis berechnet wie der Primärenergiebedarf. Statt der Primärenergiefaktoren sind entsprechend die CO2-Äquivalente XCO2 nach DIN V 18599-1 in der aktuell geltenden Fassung zu verwenden. Die CO2-Äquivalente berücksichtigen die Treibhauswirkung von CO2, aber auch andere Treibhausgase (Methan, Lachgas).
Für Fernwärme gibt die Norm keine generischen Werte an. Diese müssen wie im GModG vorgesehen ermittelt bzw. berechnet werden.
Ergänzend können Sie bei Gebäuden, die mit Fernwärme oder Strom beheizt werden, darauf hinweisen, dass die Emissionen voraussichtlich in Zukunft weiter sinken werden.