Fach-FAQ: Antworten auf häufig gestellte Fachfragen – von GModG über iSFP bis DIN V 18599
Service
Über die Fachhotline beantwortet der Fachservice des Gebäudeforums kontinuierlich Fachfragen rund um das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), Gebäudeenergiegesetz (GEG), den Energieausweis, zur Bilanzierung, zu Wärmenetzen, zur Bauphysik und Gebäudetechnik oder zum individueller Sanierungsfahrplan (iSFP).
Zu Fragen, die besonders häufig gestellt werden, hat das Team des Fachservice die dazugehörigen Antworten zusammengestellt und folgend als Fach-FAQ aufbereitet.
Weitere FAQ externer Anbieter
Neben den Fach-FAQ des Gebäudeforums bieten auch andere Stellen gesammelte Antworten auf häufig gestellte Fachfragen:
- BAFA: Bundesförderung Energieberatung für Wohngebäude
- BBSR: Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Energieausweisen
- BMWSB: Informationsportal Qualitätssiegel Nachhaltiges Bauen
- Energiewechsel: Antworten auf häufig gestellte Fragen zur BEG (FAQ)
- KfW: Bundesförderung für effiziente Gebäude - Liste der Technischen FAQ
Hinweis zu FAQs zum Thema Energieausweis
Bitte beachten Sie bei der Durchsicht der FAQs, dass ausgelöst durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) für den Energieausweis ab dem 01.01.2027 neue gesetzliche Regelungen in Kraft treten. Bis zum 31.12.2026 gelten die bisherigen gesetzlichen Vorgaben und Berechnungsmethoden unverändert weiter. Da einige Detailfragen zur praktischen Umsetzung der neuen Regelungen derzeit noch in der behördlichen Klärung sind, werden die betroffenen Inhalte auf der Website des Gebäudeforums in den kommenden Monaten schrittweise überarbeitet und aktualisiert.
Weitere Informationen zu neuen gesetzlichen Regelungen im Rahmen des GModGs können dem Artikel Neuerungen im GModG entnommen werden.
Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)
Allgemein
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Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist in die Artikel 1 bis 4 gegliedert und wird stufenweise in Kraft treten:
- Artikel 1: Ist seit dem 29.07.2026 in Kraft. Der Inhalt umfasst im Wesentlichen die Anforderungen an die Wärmeerzeugung.
- Artikel 2: Tritt am 01.01.2027 in Kraft. Zum Stichtag wird das Referenzgebäude neu definiert und die Energieausweise werden überarbeitet.
- Artikel 3: Tritt am 01.01.2028 in Kraft. Zu diesem Zeitpunkt wird das Nullemissionsgebäude als Neubaustandard für neue Nichtwohngebäude im Eigentum der öffentlichen Hand, die von einer Behörde genutzt werden, eingeführt.
- Artikel 4: Tritt am 01.01.2030 in Kraft. Ab 2030 ist das Nullemissionsgebäude für alle neuen Gebäude der Standard.
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Die Biotreppe legt fest, dass Heizungen mit fossilen Brennstoffen ab einem bestimmten Zeitpunkt schrittweise einen steigenden Anteil an CO2-neutraler Brennstoffen (z.B. Biomethan, Bioheizöl, grüner Wasserstoff) nutzen müssen. Ziel ist die schrittweise Verdrängung fossiler Energieträger im Wärmesektor.
Sie beinhaltet ein Stufenmodell welches folgende Schritte vorsieht:
- 2029 startet sie mit einem Pflichtanteil von > 10 Prozent
Im weiteren Verlauf sollen die Anteile :
- Ab 01.01.2030: auf ≥ 15 Prozent
- ab 01.01.2035: auf ≥ 30 Prozent und
- und ab 01.01.2040: auf ≥ 60 Prozent steigen.
Ergänzend soll eine entsprechende Grüngas- und Grünheizölquote für Inverkehrbringer eingeführt werden, die ab 2028 moderat mit einem Prozent starten soll. Eckpunkte zu dieser Quote werden bis zum 01.12.2026 erwartet.
Weitere Informationen können im Fachartikel zur Biotreppe abgerufen werden.
Wie funktioniert die Biotreppe im GModG? Stand: Oktober 2026 -
Die Ausstellungsberechtigung für Energieausweise wird in § 88 GModG geregelt.
Ausstellungsberechtigt sind
- Personen, die nach Landesrecht berechtigt sind, bautechnische Nachweise zum Wärmeschutz oder zur Energieeinsparung bei Gebäuden zu unterzeichnen.
- Personen mit einer der folgenden Qualifikationen und zusätzlichen Voraussetzungen:
- Hochschulabsolventinnen und -absolventen in Fachrichtungen wie Architektur, Bauingenieurwesen, Bauphysik, TGA, Maschinenbau oder Elektrotechnik oder andere technische/naturwissenschaftliche Studiengänge mit Schwerpunkt in einem der genannten Gebiete.
- Handwerkerinnen und Handwerker, die in einem zulassungspflichtigen Bau- oder Anlagengewerbe (z.B. Heizungsbau, Schornsteinfegerhandwerk) in die Handwerksrolle eingetragen sind oder einen Meistertitel in einem relevanten Handwerk haben oder ein zulassungspflichtiges Handwerk ohne Meistertitel selbstständig ausüben dürfen.
- Staatlich geprüfte Technikerinnen und Techniker mit Schwerpunkt auf: Gebäudehülle, Heizungs- und Warmwasseranlagen oder Lüftungs- und Klimaanlagen.
- Personen, die nach Landesrecht berechtigt sind, Erfüllungserklärungen auszustellen.
Zusätzliche Voraussetzungen für 2. sind:
- Mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in relevanten Bau- oder Anlagentechnischen Bereichen oder
- Erfolgreiche Schulung im Bereich energiesparendes Bauen oder
- Öffentliche Bestellung als vereidigter Sachverständiger für energiesparendes Bauen.
- Personen, die die Qualifikationsprüfung für Energieberatung beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) bestanden haben
Wichtig: Sollten die Schulung unter f. oder die Qualifikationsprüfung nach 3. nur für Wohngebäude gelten, so gilt die Ausstellungsberechtigung nur für Wohngebäude.
Diese und weitere Informationen hierzu finden sich auch im GModG-Infoportal des BBSR.
Für Denkmäler oder besonders erhaltenswerte Bausubstanz existieren keine zusätzlichen Anforderungen an Energieausweisersteller. Erst wenn Sie Sanierungen, also bauliche Änderungen, durchführen wollen und dafür auch Förderungen in Anspruch nehmen wollen muss eine Energieeffizienz-Expertin bzw. ein -Experte mit entsprechender Eintragung hinzugezogen werden. Mehr Informationen dazu finden sich auf der Website der Energieeffizienz-Expertenliste.
Es gibt keine gesonderte Prüfung oder Zertifizierung, der Aussteller muss eigenverantwortlich sicherstellen Ausweise nur entsprechend der Qualifikation auszustellen. Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden.
Im Zweifelsfall sowie für eine verbindliche Auskunft ist es empfehlenswert, sich mit den zuständigen Landesbehörden in Verbindung zu setzen und die Ausstellungsberechtigung bestätigen zu lassen.
Weitere Informationen zum Vollzug finden sich ebenfalls im GModG-Infoportal des BBSR.
Wer darf nach GModG Energieausweise ausstellen? Stand: Oktober 2026 -
Der Gesetzestext lautet:
„Soweit bei beheizten oder gekühlten Räumen eines Gebäudes Außenbauteile im Sinne der Anlage 7 erneuert, ersetzt oder erstmalig eingebaut werden, sind diese Maßnahmen so auszuführen, dass die betroffenen Flächen des Außenbauteils die Wärmedurchgangskoeffizienten der Anlage 7 nicht überschreiten. Ausgenommen sind Änderungen von Außenbauteilen, die nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe des Gebäudes betreffen."
Die 10 Prozent beziehen sich auf die Bauteilfläche von Bauteilgruppen, wie Fenster, Außenwände oder Dachflächen. Also in z.B. 10 Prozent der Dachflächen.
Sollten mehr als 10 Prozent der Bauteilfläche erneuert werden, müssen nur diese Teilflächen des Dachs den geforderten U-Wert aus Anlage 7 GModG einhalten. Alle anderen Flächen dürfen prinzipiell so bleiben wie sie sind, wenn diese nicht erneuert oder ersetzt werden.
Sollten weniger als 10 Prozent einer Teilfläche geändert werden, bestehen keine Anforderungen zur Einhaltung der Anlage 7. Damit soll verhindert werden, dass bei kleinen Instandsetzungen bereits aufwendige Planungsprozesse durchlaufen werden müssen. Oder, dass das äußere Erscheinungsbild eines Gebäudes durch minimale Maßnahmen ungleichmäßig wird.
Die entsprechende Auslegung kann im GModG-Inforportal des BBSR abgerufen werden.
Wie genau ist die 10 % Regelung nach § 36 GModG zu verstehen? Wenn mehr als 10 Prozent der Bauteilgruppe betroffen sind? Muss nur der defekte Teil eines Dachs nach Reparatur die Anforderungen erfüllen oder das gesamte Dach? Stand: Oktober 2026 -
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen kann bei einer Neueindeckung des Daches eine Dämmpflicht nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz GModG entstehen. Entscheidend ist vor allem, was bei der „Neueindeckung“ tatsächlich erneuert wird und wo die thermische Gebäudehülle verläuft.
Nur wenn die Dachhaut eines ausgebauten und beheizten Dachgeschosses inklusive der unter den Dachziegeln liegenden Lattung (ggf. einschließlich Schalung, Abdichtung oder Bekleidung) ersetzt oder neu aufgebaut wird, sind für die betroffenen Bauteile die Anforderungen nach GModG Anlage 7 Zeile 5a/5b einzuhalten. Werden lediglich die Dachziegel ausgetauscht oder nicht mehr als 10 Prozent der Bauteilfläche verändert, besteht in der Regel keine automatische Pflicht zur Dämmnachrüstung und die Anforderungen an Dachflächen nach GModG Anlage 7 Nr. 5 greifen nicht.
An eine Dachhaut eines unbeheizten Daches, für das kein Ausbau oder eine beheizte Nutzung geplant ist, bestehen keine Anforderungen nach GModG, unabhängig davon, ob eine Lattung ersetzt oder neu aufgebaut wird.
Anforderungen an obere Geschossdecken
Auch wenn keine Baumaßnahmen an der Außenhülle geplant sind, besteht nach GModG § 35 eine Nachrüstpflicht an die obere Geschossdecke gegen unbeheizte Räume für bestehende Gebäude, wenn der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02 nicht erfüllt ist. Die Dämmmaßnahmen sind nach § 35 Abs. 3 und 4 durchzuführen. Die Anforderungen entfallen, wenn das darüber liegende Dach entsprechend gedämmt ist und den Mindestwärmeschutz erfüllt. § 35 beinhaltet entsprechende Ausnahmen in Abhängigkeit der Anzahl der Wohneinheiten und bei Eigentümerwechsel.
Referenzen
- § 35 GModG – Nachrüstung eines bestehenden Gebäudes
- Anlage 7 (zu § 36 GModG) Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten von Außenbauteilen bei Änderung an bestehenden Gebäuden
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Nach § 13 GModG sind neu zu errichtende Wohn- und Nichtwohngebäude so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig nach den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist. Dabei ergibt sich jedoch keine generelle Verpflichtung, bei jedem Neubau eine Luftdichtheitsmessung (Blower-Door-Test) durchzuführen.
Die Prüfung ist nur dann erforderlich, wenn die Luftdichtheit eines zu errichtenden Gebäudes messtechnisch überprüft und die gemessene Luftdichtheit bei der Ermittlung des Jahres-Primärenergiebedarfs berücksichtigt werden soll, ist die Prüfung gemäß § 26 GModG vor Fertigstellung des Gebäudes nach DIN EN ISO 9972:2018-12, Anhang NA, durchzuführen.
Die Messungen sind sowohl mit Über- als auch mit Unterdruck durchzuführen. Die Grenzwerte des § 26 GModG sind in beiden Fällen einzuhalten
Bei mechanischen Lüftungsanlagen ist der Nachweis der Luftdichtheit nach § 13 i.V.m. § 26 GModG erforderlich, wenn im Rahmen der Berechnung nach § 20 Abs. 1 oder 2 die Wärmerückgewinnung oder eine regelungstechnisch verminderte Luftwechselrate nach § 28 GModG energetisch angerechnet werden soll.
Grenzwerte nach § 26 GModG
Bei einer Luftdichtheitsmessung nach § 26 sind bei einer Bezugsdruckdifferenz von 50 Pa folgende Grenzwerte einzuhalten:
- Bei einem beheizten oder gekühlten Luftvolumen bis 1.500 m3 ohne raumlufttechnische Anlage: n₅₀ ≤ 3,0 h-1.
- Bei einem beheizten oder gekühlten Luftvolumen bis 1.500 m3 mit raumlufttechnischer Anlage: n₅₀ ≤ 1,5 h-1.
- Bei einem beheizten oder gekühlten Luftvolumen über 1.500 m3 ohne raumlufttechnische Anlage: q₅₀ ≤ 4,5 m3/(h·m2).
- Bei einem beheizten oder gekühlten Luftvolumen über 1.500 m3 mit raumlufttechnischer Anlage: q₅₀ ≤ 2,5 m3/(h·m2).
Bei der Sanierung bzw. Nutzungsänderung bestehender Gebäude
Das GModG enthält für die Sanierung oder Nutzungsänderung eines bestehenden Gebäudes keine allgemeine Verpflichtung zur Durchführung einer Luftdichtheitsmessung allein deshalb, weil wesentliche Teile der Gebäudehülle, beispielsweise Dach, Fassade oder Fenster, erneuert werden.
Eine Luftdichtheitsmessung kann bei Bestandsgebäuden unabhängig davon aufgrund anderer Anforderungen, des gewählten energetischen Nachweisverfahrens, vertraglicher Vereinbarungen, Förderbedingungen oder technischer Regelwerke erforderlich bzw. zweckmäßig sein.
Anrechnung einer mechanischen Lüftungsanlage
Die Prüfung ist nur dann erforderlich, wenn nach GModG § 28 bei der Bilanzierung nach DIN V 18599 des Gebäudes eine verminderte Luftwechselrate (Kategorie I) angesetzt wird.
Nach § 28 Abs. 1 GModG ist bei mechanischen Lüftungsanlagen der Nachweis der Gebäudedichtheit nach § 13 i.V.m. § 26 erforderlich, wenn bei der Berechnung nach § 20 Abs. 1 oder 2 die Wärmerückgewinnung oder eine regelungstechnisch verminderte Luftwechselrate energetisch angerechnet werden soll.
Besonderheiten und Erleichterungen
Bei Nichtwohngebäuden kann gemäß § 26 Abs. 4 GModG der Nachweis der Dichtheit für einzelne Zonen getrennt durchgeführt werden, wenn die Dichtheit lediglich für bestimmte Zonen berücksichtigt wird oder sich für einzelne Zonen unterschiedliche Anforderungen nach § 26 Abs. 2 und 3 ergeben.
Besteht ein Gebäude aus gleichartigen, nur von außen erschlossenen Nutzeinheiten, darf die Messung gemäß § 26 Abs. 5 GModG nach Maßgabe der DIN EN ISO 9972:2018-12, Anhang NB, auf eine Stichprobe dieser Nutzeinheiten beschränkt werden.
Referenzen:
- § 13 GModG – Dichtheit
- § 26 GModG – Prüfung der Dichtheit eines Gebäudes
- § 28 GModG – Anrechnung mechanisch betriebener Lüftungsanlagen
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Bei der reinen Nutzungsänderung ohne bauliche Änderung von bislang bereits beheizten Räumen stellt das GModG keine Anforderungen an das Gebäude. Erst wenn im Zuge der Umnutzung Änderungen an wärmeübertragenden Bauteilen durchgeführt werden, dann bestehen Anforderungen durch § 36 an die geänderten Außenbauteile. Ausgenommen sind Änderungen von Außenbauteilen, die nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe des Gebäudes betreffen.
Nach § 80 Abs. 2 GModG wird bei einem bestehenden Gebäude ein neuer Energiebedarfsausweis erforderlich, wenn Änderungen im Sinne des § 36 vorgenommen werden und für das gesamte Gebäude Berechnungen nach § 38 Abs. 3 durchgeführt werden.
Sollte der neu geschaffene Wohnraum z.B. verkauft oder vermietet werden und liegt für das Gebäude kein gültiger Energieausweis vor, so ist ein Energieausweis nach § 80 Abs. 3 auszustellen.
Referenzen
- § 36 GModG – Anforderungen an ein bestehendes Gebäude bei Änderung
- § 106 GModG – Gemischt genutzte Gebäude
- § 80 GModG – Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen
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Gebäudehülle
Oberste Geschossdecken von Gebäuden, die nach ihrer Zweckbestimmung jährlich mindestens vier Monate auf mindestens 19 °C temperiert werden und die den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02 nicht erfüllen, müssen dahingehend gedämmt werden, dass der Wärmedurchgangskoeffizient dieser 0,24 W/(m2 K) nicht überschreitet.
Wahlweise kann anstelle der obersten Geschossdecke auch das darüberliegende Dach entsprechend gedämmt werden. Die Dämmmaßnahmen sind nach § 35 Abs. 1 und 2 GModG durchzuführen.
GModG § 35 Abs. 3 beinhalten entsprechende Ausnahmen in Abhängigkeit der Anzahl der Wohneinheiten und bei Eigentümerwechsel.
Anlagentechnik
Die nachfolgend genannten Nachrüstpflichten gelten so lange die zu erwartenden Einsparungen in angemessener Zeit die Aufwendungskosten decken (siehe GModG § 5).
§ 61 Regeln Wärmezufuhr Abs. 2
Soweit nicht vorhanden, ist eine bestehende Zentralheizung mit zentralen selbsttätig wirkenden Einrichtungen zur Verringerung und Abschaltung der Wärmezufuhr sowie zur Ein- und Ausschaltung elektrischer Antriebe auszustatten. Die Regelung der Wärmezufuhr sowie der elektrischen Antriebe kann in Abhängigkeit von der Außentemperatur oder einer anderen geeigneten Führungsgröße und der Zeit erfolgen.
§ 63 Regelung Raumtemperatur Abs. 3
Sofern nicht vorhanden, sind heizungstechnische Anlagen mit Wasser als Wärmeträger mit einer selbsttätig wirkenden Einrichtung zur raumweisen Regelung der Raumtemperatur auszustatten. Satz 1 ist nicht anzuwenden auf eine Fußbodenheizung in Räumen mit weniger als sechs Quadratmetern Nutzfläche oder ein Einzelheizgerät, das zum Betrieb mit festen oder flüssigen Brennstoffen eingerichtet ist. Mit Ausnahme von Wohngebäuden ist für Gruppen von Räumen gleicher Art und Nutzung eine Gruppenregelung zulässig. Für Fußbodenheizungen, die vor dem 01.02.2002 eingebaut worden sind, enthält § 63 Abs. 4 GModG eine zusätzliche Sonderregelung.
§ 66 Regelung der Be- und Entfeuchtung Abs. 2
Soweit eine Anlage nach GModG § 65 Satz 1 dazu bestimmt ist, die Feuchte der Raumluft unmittelbar zu verändern, ist das Zentralgerät einer solchen Anlage mit einer selbsttätig wirkenden Regelungseinrichtung auszustatten, bei der getrennte Sollwerte, für die Be- und die Entfeuchtung eingestellt werden können und als Führungsgröße mindestens die direkt gemessene Zu- oder Abluftfeuchte dient.
§ 69 Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen Abs.2
Der Eigentümer eines Gebäudes hat dafür Sorge zu tragen, dass die Wärmeabgabe von bisher ungedämmten, zugänglichen Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen, die sich nicht in beheizten Räumen befinden, nach Anlage 8 des GModG begrenzt wird.
Die frühere Regelung des GEG § 72 über ein Betriebsverbot für bestimmte Heizkessel nach Ablauf von 30 Jahren ist im aktuellen GModG entfallen. Die §§ 71 bis 73 GEG sind weggefallen. Beim Einbau bzw. Austausch einer Heizungsanlage sind stattdessen insbesondere die aktuellen Anforderungen der §§ 42 ff. GModG zu beachten.
Weitere Pflichten für bestehende Anlagentechnik
Ergänzend zu den vorgenannten Nachrüstpflichten können bei bestehenden Gebäuden insbesondere folgende Prüf-, Optimierungs-, Wartungs- und Betreiberpflichten relevant sein:
- § 58 GModG – Betriebsbereitschaft energiebedarfssenkender Einrichtungen,
- § 59 GModG – sachgerechte Bedienung,
- § 60 GModG – Wartung und Instandhaltung,
- § 60a GModG – Prüfung und Optimierung von Wärmepumpen,
- § 60b GModG – Prüfung und Optimierung älterer Heizungsanlagen,
- § 60c GModG – hydraulischer Abgleich und weitere Maßnahmen zur Heizungsoptimierung,
- § 56 GModG – Gebäudeautomation und -steuerung bei bestimmten Nichtwohngebäuden sowie
- §§ 74 ff. GModG – energetische Inspektion von Klima- und kombinierten Klima- und Lüftungsanlagen.
Referenzen
- § 35 GModG – Nachrüstung eines bestehenden Gebäudes
- § 5 GModG – Grundsatz der Wirtschaftlichkeit
- § 56 GModG – Gebäudeautomatisierung und Gebäudesteuerung
- § 58 GModG – Betriebsbereitschaft
- § 60a GModG – Prüfung und Optimierung von Wärmepumpen
- § 61 GModG – Verringerung und Abschaltung der Wärmezufuhr sowie Ein- und Ausschaltung elektrischer Antriebe
- § 63 GModG – Raumweise Regelung der Raumtemperatur
- § 66 GModG – Regelung der Be- und Entfeuchtung
- § 69 GModG – Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen
- Anlage 8 (zu den §§ 69 und 70 GModG) Anforderungen an die Wärmedämmung von Rohrleitungen und Armaturen
- § 74 GModG – Betreiberpflicht
- § 102 GModG – Befreiungen
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Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurde durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) geändert. Die allgemeinen Übergangsvorschriften sind insbesondere in § 111 GModG geregelt. Für Energieausweise enthält § 112 GModG besondere Übergangsvorschriften.
Das GModG ist auf Gebäude anzuwenden, die in den Anwendungsbereich nach § 2 GModG fallen.
Vorhaben zur Errichtung, Änderung, größeren Renovierung, Erweiterung oder zum Ausbau von Gebäuden
Für Vorhaben zur Errichtung, Änderung, größeren Renovierung, Erweiterung oder zum Ausbau von Gebäuden ist grundsätzlich die Rechtslage zum Zeitpunkt der Bauantragstellung, des Antrags auf Zustimmung oder der Bauanzeige maßgeblich. Damit umfasst die Übergangsvorschrift sowohl Neubauten als auch entsprechende Maßnahmen an bestehenden Gebäuden
Erfolgte die Bauantragstellung, der Antrag auf Zustimmung oder die Bauanzeige vor Inkrafttreten des GModG, sind grundsätzlich die zu diesem Zeitpunkt geltenden Rechtsvorschriften weiter anzuwenden (§ 111 Abs. 1 GModG).
Erfolgt die Antragstellung bzw. Bauanzeige nach Inkrafttreten des GModG, ist gemäß § 111 Abs. 2 GModG die zum jeweiligen Zeitpunkt geltende Fassung des GModG anzuwenden.
Auf Verlangen des Bauherrn kann gemäß § 111 Abs. 3 GModG das jeweils neue Recht angewendet werden, sofern über den Bauantrag oder Antrag auf Zustimmung beziehungsweise nach einer Bauanzeige noch nicht bestandskräftig entschieden worden ist.
Nicht genehmigungsbedürftige Vorhaben und Bestand
Bei Vorhaben, die keiner Genehmigung bedürfen, ist zu unterscheiden:
Muss das Vorhaben nach dem jeweiligen Bauordnungsrecht der zuständigen Behörde zur Kenntnis gegeben werden, ist der Zeitpunkt des Eingangs der Kenntnisgabe bei der zuständigen Behörde maßgeblich.
Bei sonstigen nicht genehmigungsbedürftigen Vorhaben ist dagegen der Beginn der Bauausführung entscheidend. Dies kann beispielsweise bei bestimmten Sanierungsmaßnahmen an Dach oder Fassade relevant sein.
Energieausweise
Für Energieausweise gelten die besonderen Übergangsvorschriften des § 112 GModG.
Wird ein Energieausweis gemäß § 80 Abs. 1, 2 oder 3 für ein Gebäude ausgestellt, auf das aufgrund der Übergangsvorschriften noch eine frühere Fassung des Gebäudeenergierechts anzuwenden ist, muss die angewandte Fassung der für den Energieausweis maßgeblichen Rechtsvorschrift in geeigneter Form in der Kopfzeile zumindest der ersten Seite des Energieausweises angegeben werden.
Referenzen
- § 2 GModG – Anwendungsbereich
- § 111 GModG – Allgemeine Übergangsvorschriften
- § 112 GModG
- Übergangsvorschriften für Energieausweise
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GModG § 34 Abs. 1 zur Aufrechterhaltung der energetischen Qualität des Gebäudes (Gebäudehülle) schreibt vor, dass die Außenbauteile eines bestehenden Gebäudes nicht dahingehend verändert werden dürfen, dass sich die energetische Qualität des Gebäudes verschlechtert.
Für die eingesetzte Anlagentechnik gilt GModG § 57 Abs. 1 zum Verbot von Veränderungen. Hier heißt es, dass wenn Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik oder Technik zur Warmwasserversorgung zum Nachweis der Anforderungen energieeinsparrechtlicher Vorschriften des Bundes genutzt wurde, diese nicht dahingehend verändert werden darf, dass sich die energetische Qualität des Gebäudes verschlechtert.
Die Anforderungen des GModG § 34 Abs. sind nicht anzuwenden, soweit ihre Erfüllung anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften zur Standsicherheit, zum Brandschutz, zum Schallschutz, zum Arbeitsschutz oder zum Schutz der Gesundheit entgegensteht.
Referenzen
Welche Änderungen an Gebäudehülle und Anlagentechnik sind bei einer Sanierung zulässig? Stand: September 2026 -
Ein Unternehmen, das bestimmte Arbeiten an einem bestehenden Gebäude (an Bau- oder Anlagenteilen) durchgeführt hat, muss zur Dokumentation der ausgeführten Arbeiten der Nummern 1 bis 10 nach GModG § 96 der Bauherrschaften bzw. dem Eigentümer einen privaten Nachweis unverzüglich nach Abschluss der Arbeiten schriftlich ausstellen.
Wer ein Gebäude geschäftsmäßig mit Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas, grünem, blauem, orangem oder türkisem Wasserstoff einschließlich daraus hergestellter Derivate oder mit fester Biomasse zum Zweck der Erfüllung von Anforderungen des GModG beliefert, muss dem Belieferten mit der Abrechnung bestätigen, dass die jeweils einschlägigen Anforderungen nach § 43 Abs. 1 und 2 sowie § 45 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GModG erfüllt sind.
Für die Unternehmererklärung schreibt § 96 GModG kein bestimmtes Formular vor. Entscheidend ist, dass die erforderliche Bestätigung schriftlich erfolgt und die Einhaltung der für die jeweilige Maßnahme einschlägigen Anforderungen des GModG bestätigt wird.
Bei bestimmten Maßnahmen sind gemäß § 96 Abs. 3 GModG zusätzliche technische Angaben erforderlich. Beim Einbau einer Zentralheizung nach § 96 Abs. 1 Nr. 3 ist insbesondere die Aufwandszahl für die Bereitstellung von Raumwärme und gegebenenfalls für die Warmwasserbereitung anzugeben. Bei Arbeiten nach § 96 Abs. 1 Nr. 7 sind, soweit einschlägig, Angaben zur Ventilation bezogenen elektrischen Leistung sowie zum Wärmerückgewinnungsgrad erforderlich. Die Grundlage der angegebenen Werte ist ebenfalls in der Unternehmererklärung anzugeben.
Referenzen
Was ist die Unternehmererklärung und wann muss sie erstellt werden? Stand: September 2026 -
Gemäß § 5 GModG unterliegen die im GModG aufgestellten Anforderungen und Pflichten dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit. Sie müssen für Gebäude gleicher Art und Nutzung wirtschaftlich vertretbar sein. Anforderungen und Pflichten gelten als wirtschaftlich vertretbar, wenn die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können. Bei bestehenden Gebäuden ist dabei die noch zu erwartende Nutzungsdauer zu berücksichtigen.
Ergänzend sieht § 102 Abs. 1 GModG die Möglichkeit einer Befreiung von den Anforderungen des GModG auf Antrag vor, wenn deren Erfüllung im Einzelfall aufgrund besonderer Umstände zu einem unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen würde.
Eine unbillige Härte liegt insbesondere vor, wenn die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer bzw. bei Anforderungen an bestehende Gebäude innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können, d.h. wenn die notwendigen Investitionen nicht in einem angemessenen Verhältnis zum Ertrag stehen. Eine unbillige Härte kann außerdem vorliegen, wenn die notwendigen Investitionen nicht in einem angemessenen Verhältnis zum Wert des Gebäudes stehen.
Referenzen
- § 35 GModG – Nachrüstung eines bestehenden Gebäudes
- § 102 GModG – Befreiungen
- § 5 GModG – Grundsatz der Wirtschaftlichkeit
Wohngebäude
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Bei der Erweiterung oder dem Ausbau eines bestehenden Gebäudes um beheizte oder gekühlte Räume gelten die Anforderungen des § 39 GModG.
Bei Wohngebäuden ist der Nachweis für die Erweiterung oder den Ausbau auch bei > 50 m2 Nutzfläche so zu führen, dass lediglich der spezifische Transmissionswärmeverlust der Außenbauteile die in Anlage 1 dargelegten Werte nicht mehr als das 1,2-fache überschreitet, aber der sommerliche Wärmeschutz gemäß Abs. 2 für > 50 m2 hinzukommende Nutzfläche nach § 14 GModG einzuhalten ist.
Bei Nichtwohngebäuden gelten für die neu hinzukommenden beheizten oder gekühlten Räume grundsätzlich die Anforderungen an die mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten nach § 39 Abs. 1 Nr. 2 GModG. Beträgt die hinzukommende zusammenhängende Nutzfläche mehr als 100 Prozent der Nutzfläche des bisherigen Gebäudes, sind abweichend hiervon die Anforderungen nach §§ 18 und 19 GModG einzuhalten.
Referenzen:
Muss bei einem Anbau mit über 50 m² Nutzfläche der GModG-Nachweis wie bei einem Neubau nach dem Referenzgebäudeverfahren erfolgen? Stand: September 2026 -
Eine Einliegerwohnung kann im Sinne des GModG als eigenständige zweite Wohnung eines Wohngebäudes anzusehen sein. Maßgeblich ist nicht die Bezeichnung als „Einliegerwohnung“, sondern die bauliche und funktionale Ausgestaltung der Nutzungseinheit. Ist die Einliegerwohnung als eigenständige Wohneinheit ausgebildet und ermöglicht sie eine selbstständige Haushaltsführung, ist sie bei Regelungen des GModG, die auf die Anzahl der Wohnungen eines Wohngebäudes abstellen, grundsätzlich als weitere Wohnung zu berücksichtigen.
Ein Gebäude mit einer Hauptwohnung und einer eigenständigen Einliegerwohnung ist demnach grundsätzlich als Wohngebäude mit zwei Wohnungen zu behandeln. Dies ist insbesondere bei Sonderregelungen für Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen, beispielsweise nach § 35 Abs. 3 und 4 GModG, zu berücksichtigen.
Referenzen
Ist eine Einliegerwohnung eine separate Wohnung? Stand: September 2026 -
Nein. Nach dem aktuellen § 36 GModG gibt es keine Verpflichtung, wenn man die Süd‑ und Westfassade über 10 Prozent der Gesamtfläche eines Außenbauteils dämmt, zusätzlich auch die Nordfassade zu dämmen. Entscheidend ist die Bauteilgruppe „Außenwände“ insgesamt, nicht einzelne Himmelsrichtungen. Die Südfassade und die Westfassade müssen nach GModG § 36 die Anforderungen der Anlage 7 einhalten, da die Bauteilfläche (Süd- und Westfassade) von 10 Prozent überschritten wird. Die Nordfassade muss gem. § 36 jedoch nicht saniert werden, wenn keine der Maßnahmen nach der Anlage 7 (siehe auch Fußnoten) daran durchgeführt wird.
Ergibt die bauphysikalische Beurteilung des Anschlussbereichs, dass die erforderlichen Bedingungen zur Vermeidung kritischer Oberflächentemperaturen bzw. von Tauwasser- oder Schimmelpilzrisiken nicht eingehalten werden, können flankierende konstruktive oder wärmeschutztechnische Maßnahmen im Anschlussbereich der Nordfassade erforderlich werden.
Bei Nichterfüllung der Mindestoberflächentemperatur sind unter Umständen flankierende Maßnahmen an der anschließenden Nordfassade erforderlich.
Referenzen:
- § 36 GModG – Anforderungen an ein bestehendes Gebäude bei Änderung
- Anlage 7 GModG – Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten
- § 11 GModG – Mindestwärmeschutz
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Nach GModG bestehen folgende Nachrüstpflichten für Gebäudeeigentümer:
- § 35 - Zugängliche oberste Geschossdecken, die einen beheizten Raum von einem unbeheizten Dachraum abtrennen, müssen nachträglich gedämmt werden, wenn sie nicht den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 entsprechen. Wenn aber das darüber liegende Dach die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 erfüllt, sind keine Maßnahmen an der obersten Geschossdecke erforderlich. Abs. 3 und 4 des § 35 beinhalten Ausnahmen zur Nachrüstpflicht, die allerdings nur Eigentümer von Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen betreffen. Die Frist zur Pflichterfüllung beträgt nach Abs. 3 zwei Jahre ab dem Eigentumsübergang.
- § 61 - Regeln Wärmezufuhr Abs. 2: Soweit nicht vorhanden, ist eine bestehende Zentralheizung mit zentralen selbsttätig wirkenden Einrichtungen zur Verringerung und Abschaltung der Wärmezufuhr sowie zur Ein- und Ausschaltung elektrischer Antriebe auszustatten. Die Regelung der Wärmezufuhr sowie der elektrischen Antriebe kann in Abhängigkeit von der Außentemperatur oder einer anderen geeigneten Führungsgröße und der Zeit erfolgen.
- § 63 - Regelung Raumtemperatur Abs. 3: Sofern nicht vorhanden, sind heizungstechnische Anlagen mit Wasser als Wärmeträger in bestehenden Gebäuden mit einer selbsttätig wirkenden Einrichtung zur raumweisen Regelung der Raumtemperatur auszustatten. Satz 1 ist nicht anzuwenden auf eine Fußbodenheizung in Räumen mit weniger als sechs Quadratmetern Nutzfläche oder ein Einzelheizgerät, das zum Betrieb mit festen oder flüssigen Brennstoffen eingerichtet ist. Mit Ausnahme von Wohngebäuden ist für Gruppen von Räumen gleicher Art und Nutzung eine Gruppenregelung zulässig. Nach § 63 Abs. 4 darf eine Fußbodenheizung, die vor dem 01.02.2002 eingebaut wurde, abweichend von Abs. 1 Satz 1 mit einer Einrichtung zur raumweisen Anpassung der Wärmeleistung an die Heizlast ausgestattet werden.
- § 66 - Regelung der Be- und Entfeuchtung Abs. 2: Soweit eine Anlage nach GModG § 65 Satz 1 dazu bestimmt ist, die Feuchte der Raumluft unmittelbar zu verändern, ist diese Anlage des Zentralgerätes einer solcher Anlage mit einer selbsttätig wirkenden Regelungseinrichtung auszustatten, bei der getrennte Sollwerte für die Be- und die Entfeuchtung eingestellt werden können und als Führungsgröße mindestens die direkt gemessene Zu- oder Abluftfeuchte dient.
- § 69 - Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen Abs.2: Der Eigentümer eines Gebäudes hat dafür Sorge zu tragen, dass die Wärmeabgabe von bisher ungedämmten, zugänglichen Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen, die sich nicht in beheizten Räumen befinden, nach Anlage 8 des GModG begrenzt wird.
Die Nichterfüllung dieser Pflichten verstößt gegen das GModG und ist nach § 108 GModG ordnungswidrig.
Die genannten Nachrüstpflichten gelten so lange die zu erwartenden Einsparungen in angemessener Zeit die Aufwendungskosten decken (siehe GModG § 5).
Weitere Anforderungen werden erst dann gestellt, wenn Änderungen gemäß GModG § 35 an Bauteilen mit mehr als 10 Prozent Flächenanteil der jeweiligen Anforderungen sind der Anlage 7 zu entnehmen.
Referenzen
- § 5 GModG – Grundsatz der Wirtschaftlichkeit
- § 35 GModG – Nachrüstung eines bestehenden Gebäudes
- § 61 GModG – Verringerung und Abschaltung der Wärmezufuhr sowie Ein- und Ausschaltung elektrischer Antriebe
- § 63 GModG – Raumweise Regelung der Raumtemperatur
- § 66 GModG – Regelung der Be- und Entfeuchtung
- § 69 GModG – Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen
Nichtwohngebäude
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Die Anforderungen für bestehende Nichtwohngebäude unterscheiden sich je nach Bewertungsverfahren:
- Berechnung der Wärmedurchgangskoeffizienten (Bauteilverfahren) nach GModG § 36
- Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs (Bilanzierung) nach GModG § 38
Nach GModG § 36 sowie Anlage 7 kann der Nachweis über das Bauteilverfahren geführt werden. Die Anlage 7 enthält U-Werte für die zu sanierenden Bauteile, für "Wohngebäude und Zonen von Nichtwohngebäuden mit Innentemperaturen ≥ 19 °C" (normal beheizt) und für "Zonen von Nichtwohngebäuden mit Innentemperaturen von 12 bis < 19 °C" (niedrig beheizt).
Ausschlaggebend für die Einstufung einer Gebäudezone als normal oder niedrig beheizte Zone und damit auch für die Höhe der einzuhaltenden U-Wert-Anforderung im Bauteilverfahren ist nicht die geplante Raum-Solltemperatur für den Heizfall, sondern die nach DIN V 18599, Teil 10 für die jeweilige Nutzung im Standardnutzungsprofil vorgegebene Raum-Solltemperatur. Ein Ansatz als "niedrig beheizte Zone" mit einer Raum-Solltemperatur < 19° C ist demnach regelmäßig nur für folgende Nutzungen zulässig:
- Gewerbliche und industrielle Hallen - schwere Arbeit
- Gewerbliche und industrielle Hallen - mittelschwere Arbeit
- Lagerhallen, Logistikhallen
Die Anforderungen des GModG § 36 gelten als erfüllt, wenn alternativ der Jahres-Primärenergiebedarf bilanziert wird und dabei die Anforderungen nach GModG § 38 eingehalten werden. Für den Heizfall sind ebenfalls Zonen der Nutzungen nach DIN V 18599-10 zu verwenden. Die Norm gem. Tabelle 5 n) lässt jedoch für bestimmte Zonen abweichende niedrigere Temperaturen von 17 °C zu: „Beträgt bei einer Nutzung (z.B. Nebenflächen oder Lager) die Raum-Solltemperatur im Heizfall weniger als 19 °C (Nutzungen mit niedrigen Innentemperaturen), ist θi,h,soll = θi,h,min = 17 °C anzusetzen.“
Diese Regelung ist auf folgende Zonen anzuwenden:
- Schalterhalle
- Einzelhandel/Kaufhaus
- Einzelhandel/Kaufhaus (mit Kühlproduktion)
- Küche – Vorbereitung, Lager
- WC und Sanitärräume in NWG
- Nebenflächen (ohne Aufenthaltsräume)
- Verkehrsflächen
- Lager, Technik, Archiv
- Foyer (Theater und Veranstaltungsbauten)
- Messe/Kongress
- Ausstellungsräume und Museum mit konservatorischen Anforderungen
- Parkhäuser (Büro – und Privatnutzung)
- Parkhäuser (öffentliche Nutzung)
- Labor
Die Auslegung XI-6 des BBSR nennt darüber hinaus ebenfalls Voraussetzungen, unter denen für Zonen eines Nicht-Wohngebäudes niedrige Innentemperaturen bei der Bilanzierung nach ENEV 2009 zugrunde gelegt werden können.
Referenzen
- § 36 GModG – Anforderungen an ein bestehendes Gebäude bei Änderung
- § 38 GModG – Energetische Bewertung eines bestehenden Gebäudes
- Auslegung XI-6
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Nein. Nach dem aktuell geltenden Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) besteht keine ausdrückliche gesetzliche Verpflichtung, die energetische Inspektion von Klimaanlagen nach DIN SPEC 15240:2019-03 im Sommer durchzuführen.
Bei energetischen Inspektionen von Klimaanlagen nach GModG § 75 werden Temperaturmessungen zur Bestimmung der Grädigkeit von Wärmeüberträgern nach DIN SPEC 15240:2019-03 durchgeführt. In der Norm ist lediglich beschrieben, wie die jeweiligen Temperaturen zu messen sind. Laut § 76 ist die erste Inspektion spätestens zehn Jahre nach der Inbetriebnahme und in 10-Jahres-Zyklus durchzuführen. Nicht festgelegt ist die Außentemperatur, ab der die Messung erfolgen muss. Die Klimaanlage ist in der Regel nur in heißen Sommermonaten in Betrieb.
Die DIN SPEC 15240:2019-03 geht vom Nennlastfall aus, oder zumindest von der Nähe zu diesem Bereich. Messungen und Inspektionen sind daher im Sommer zielführend und hilfreich. Aufgrund der Herausforderungen bleibt die DIN SPEC 15240 12.2.3. optional.
Referenzen
- § 75 GModG – Durchführung und Umfang der Inspektion
- DIN SPEC 15240:2019-03
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In der Nr. 27 des § 3 Abs. 1 des GModG ist die „Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr“ definiert. Die Begriffsbestimmung hat Bedeutung für GModG § 80 Abs. 6 und 7 „Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen“.
Im Sinne des GModG ist „Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr" die öffentlich zugängliche Nutzfläche, die während ihrer Öffnungszeiten von einer großen Zahl von Menschen aufgesucht wird; eine solche Fläche kann sich insbesondere in einer öffentlichen oder einer privaten Einrichtung befinden, die für gewerbliche, freiberufliche, kulturelle, soziale oder behördliche Zwecke genutzt wird
Beispiele hierfür können sein: Ladengeschäfte, Einkaufszentren, Supermärkte, Vergnügungsstätten, Hotels, Banken, Gaststätten, Diskotheken, Krankenhäuser, Ärztehäuser, Dienstleistungseinrichtungen, Sporteinrichtungen, Theater, Opern, Bibliotheken, Schwimmbäder, Turnhallen, Schulen, Kindertagesstätten, Einrichtungen des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs, öffentliche Verwaltungen, Gerichte, Museen und Galerien, u. ä.
Referenzen
Was versteht man im GModG unter öffentlich zugänglichen Nutzflächen mit starkem Publikumsverkehr? Stand: Oktober 2026 -
Die Aushangpflicht von Energieausweisen nach GModG § 80 Abs. 6 in Gebäuden, in denen Behörden öffentliche Dienstleistungen erbringen, soll die besondere Pflicht der öffentlichen Hand hervorheben und deren Vorbildfunktion unterstreichen. Für die genannten Gebäude, die behördlich genutzt werden, muss ein Energieausweis auch ohne Vermietung oder Verkauf der Immobilie erstellt werden und an einer gut sichtbaren Stelle ausgehängt werden.
Typische Gebäude mit öffentlichen Dienstleistungen sind:
- Rathäuser
- Sozialämter
- Arbeitsagenturen
- Schulen
- Universitäten, etc.
Kaufhäuser, Einzelhandelsgeschäfte, Bankgebäude und ähnliche Gebäude sind hier nicht gemeint. Ebenfalls nicht gemeint sind Gebäude für Besichtigungszwecke, wie Museen und Kulturdenkmäler.
Wird die Nutzfläche nicht oder nicht überwiegend von der Behörde selbst genutzt, so trifft die Pflicht zum Aushang des Energieausweises den Nutzer, wie zum Beispiel Turnhallen, die von Vereinen genutzt werden.
Referenzen
Welche Gebäude zählen zu Gebäuden mit öffentlichen Dienstleistungen? Stand: Oktober 2026
Sommerlicher Wärmeschutz
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Der sommerliche Wärmeschutz ist nach GModG § 14 für Neubauten (und Erweiterungen/ Ausbauten > 50 m² Nutzfläche) zu erbringen. Die Anforderungen für Wohn- und Nichtwohngebäude unterscheiden sich.
Zur Nachweisführung stehen zwei Verfahren der DIN 4108-2:2013-02 zur Auswahl, das „strengere“ Sonneneintragskennwerteverfahren und die Simulationsberechnung, die vergleichsweise mehr Einflüsse und Maßnahmen berücksichtigen kann. In beiden Fällen sind die Randbedingungen der Norm zu verwenden.
Referenzen
- § 14 GModG – Sommerlicher Wärmeschutz
- DIN 4108-2:2013-02
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Beim Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes nach dem Sonneneintragskennwertverfahren gilt für Wohngebäude gem. DIN 4108-2:2013-02 Tab. 8 Fußnote c: „Bei der Wohnnutzung kann in der Regel von der Möglichkeit zu erhöhter Nachtlüftung ausgegangen werden.“
Mögliche Situationen außerhalb dieses Regelfalls sind nicht benannt oder beschrieben. Man sollte also mit ingenieurmäßigem Sachverstand prüfen, ob eine nächtliche Lüftung durch die Bewohner möglich und zu erwarten ist. Sollte dies in Einzelfällen nicht möglich oder zu erwarten sein (z.B. auftretender Verkehrslärm oder Festverglasung), sollte hingegen kein erhöhter Nachtluftwechsel angesetzt werden.
Der zweite Satz des Buchstaben c) kann für Wohn- und Nichtwohngebäude angewendet werden: „Der Ansatz der erhöhten Nachtlüftung darf auch erfolgen, wenn eine Lüftungsanlage so ausleget wird, dass durch die Lüftungsanlage ein nächtlicher Luftwechsel von mindestens n = 2 h-1 sichergestellt wird.“
Referenzen
- § 14 GModG – Sommerlicher Wärmeschutz
- DIN 4108-2
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Mit der EnEV 2014 ist die Anforderung der alten EnEV 2009, den Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes für jede Bewertungszone eines Nichtwohngebäudes zu führen, entfallen.
Nach GModG § 14 kann der Nachweis somit nach DIN 4108-2:2013-02 Abschnitt 8 auf die Räume oder Raumbereiche begrenzt werden, für welche die Berechnungen zu den höchsten Anforderungen führen würden.
Referenzen
- § 14 GModG – Sommerlicher Wärmeschutz
- DIN 4108-2:2013-02
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Eine Berücksichtigung des baulichen Sonnenschutzes regelt die DIN 4108-2:2013-02 Abschnitt 8.3.2 mit der Bestimmung des Teilbestrahlungsfaktors FS für den Sommerfall nach DIN V 18599-2:2011-12 Anhang A, der in die Berechnung des Gesamtenergiedurchlassgrades geff/tot eingeht.
Als „bauliche Verschattung“ kann folgendes angesetzt:
- Die Verschattung durch andere Gebäude
- Die Verschattung durch Topografie (z.B. Hügel)
- Überhänge, Bauteilüberstände oberhalb der Bauteilfläche
- Bauteilüberstände seitlich von der Bauteilfläche
Wird das Bauteil von mehreren Richtungen (Faktoren) verschattet, so ist der jeweils niedrigste „Abminderungsfaktor“ zu verwenden. Diese werden jeweils abhängig vom Verschattungswinkel, der Himmelsrichtung, der Neigung der Fläche und der Jahreszeit entsprechend der Tabelle A.1 bis A.3 unterschieden. Für übliche Anwendungsfälle kann gem. DIN V 18599-02 Abschnitt 6.4.1 FS = 0,90 gesetzt werden. Ohne Verschattung beträgt der Wert FS = 1,0.
In allen Fällen gilt, dass direkte Besonnung auszuschließen ist. Eine Balkonbrüstung, sofern mit üblicher Brüstungshöhe versehen, erfüllt nicht die Anforderungen an den Sonnenschutz eines dahinterliegenden Fensters mit üblicher Sturzhöhe. Eher kann mit dem Balkon selbst Verschattung aus Überhang für ein darunterliegendes Fenster nachzuweisen sein.
Die DIN 4108-2:2013-02 bietet mit der Bestimmung des Sonneneintragskennwertes nach Abschnitt 8.3 lediglich ein vereinfachtes Verfahren zur Einhaltung der Mindestanforderungen des sommerlichen Wärmeschutzes. Zur Prüfung eines ausreichenden sommerlichen Wärmeschutzes ist darum stets auch eine ingenieurmäßige kritische Beurteilung der gesamten Situation durchzuführen.
Referenzen
- § 14 GModG – Sommerlicher Wärmeschutz
- DIN 4108-2
- DIN V 18599-2
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Für die Nutzung von Wintergärten ist für die Einhaltung der Vorgaben zum sommerlichen Hitzeschutz ausschlaggebend, ob es sich um einen Wohnwintergarten handelt oder nicht. Für die Beurteilung sind insbesondere § 14 GModG zum sommerlichen Wärmeschutz und DIN 4108-2 maßgeblich.
Ein Wohnwintergarten wird nach GModG wie ein gewöhnlicher Aufenthaltsraum betrachtet. Das heißt sowohl die Anforderungen an den Wärmeschutz als auch die an den sommerlichen Hitzeschutz müssen eingehalten werden, um die prinzipielle ganzjährige Nutzung des Raums zu ermöglichen. Fällt ein Wintergarten nicht unter diese Anforderung, sind die Anforderungen nicht verpflichtend.
Referenzen
- § 14 GModG – Sommerlicher Wärmeschutz
- DIN 4108-2
Energieausweis
Allgemeines / Berechnungsgrundsätze
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Energieausweise dürfen Personen ausstellen, die die Ausstellungsberechtigung nach GEG § 88 (in Verbindung mit Absatz 2 „Ausbildungsschwerpunkt") erfüllen. In Anlage 11 des aktuellen GEG sind außerdem noch die Inhalte der Schulung für die Berechtigung zur Ausstellung von Energieausweisen beschrieben.
Zusätzlich wurde Absatz 5 eingeführt: „Zur Ausstellung eines Energieausweises ist abweichend von Absatz 1 auch eine Person berechtigt, die eine Qualifikationsprüfung Energieberatung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erfolgreich abgeschlossen hat.“
Gemäß dem BBSR heißt es: „Für die Ausstellungsbefugnis nach dem GEG ist keine gesonderte Prüfung oder Zertifizierung (durch eine Behörde oder Dritte) vorgeschrieben. Auch bei der Einrichtung eines Kontos als Antragssteller für Registriernummern im Rahmen des unabhängigen Kontrollsystems ist keine Prüfung der Befähigung vorgesehen. Der Aussteller selbst ist dafür verantwortlich, dass er nur im Rahmen der Befähigungsregelungen Ausweise ausstellt; Zuwiderhandlung ist als Ordnungswidrigkeit bußgeldbewehrt.
Verschiedene Organisationen (Kammern, Berufsverbände, dena) bieten im Internet Listen an, auf denen Aussteller verzeichnet sind.“
Referenzen:
Wer darf Energieausweise ausstellen? Stand: August 2024 -
Grundsätzlich sind Energieausweise für ein Gebäude zu erstellen. Bei einem gemischt genutzten Gebäude kann es allerdings erforderlich sein eine getrennte Betrachtung (nach Wohn- und Nicht-Wohngebäude) gem. GEG 2024 § 106 durchzuführen.
Zu der Frage der Abgrenzung zwischen Gebäuden und Gebäudeteilen kann zudem die Auslegung des BBSR zu § 79 Absatz 2 Satz 1 GEG (Ausstellung von Energieausweisen für Wohngebäude) sinngemäß herangezogen werden. Demnach soll die Abgrenzung zwischen Gebäuden und Gebäudeteilen im Einzelfall anhand folgender Anhaltspunkte erfolgen:
- die selbständige Nutzbarkeit
- ein trennbarer räumlicher und funktionaler Zusammenhang
- Abgrenzung durch die wärmeübertragende Umfassungsfläche
- eigene Hausnummer
- Eigentumsgrenzen
- eigener Eingang
- die Trennung durch Brandwände
Die ersten beiden Punkte haben dabei ein maßgebliches Gewicht. Es müssen jedoch nicht alle Kriterien erfüllt sein, um eine Teilung vorzunehmen.
Referenzen:
Dürfen Energieausweise für Gebäudeteile ausgestellt werden? Stand: August 2024 -
In der Bekanntmachung der Muster von Energieausweise nach Gebäudeenergiegesetz vom 01.12.2023 wird auf den § 85 des GEG verwiesen. Absatz 1 listet Angaben auf, die im Energieausweis enthalten sein müssen. Darunter auch Punkt 10 „Baujahr des Gebäudes“. In der Regel ist es das Jahr der Baufertigstellung des Gebäudes. Mehrfachangaben sind ebenfalls möglich, sofern sich das Gebäude beispielsweise aus Gebäudeteilen unterschiedlicher Baujahre zusammensetzt oder eine Erweiterung oder Sanierung des Gebäudes, analog zum Neubau erfolgt.
Referenzen:
Wie und wo ist die Angabe des Baujahres im Energieausweis für Neubauten definiert? Stand: August 2024 -
Die Frage, ob für ein Gebäude, welches nach dem Verkauf abgerissen werden soll, ein Energieausweis ausgestellt werden muss, wurde bereits in den FAQ des BBSR zum Energieausweis beantwortet. Dort heißt es in FAQ 3:
„Nein. Zwar muss nach § 80 Absatz 4 Satz 1 GEG der Verkäufer dem potenziellen Käufer spätestens bei der Besichtigung des Objekts einen Energieausweis bzw. eine Kopie vorlegen und unverzüglich nach Abschluss des Kaufvertrages den Energieausweis bzw. die Kopie übergeben, allerdings ist ein Absehen von dieser Pflicht für den Abrissfall möglich."
In der Begründung zur EnEV 2007 wurde seinerzeit hierzu ausgeführt:
„Wird ein Gebäude im Hinblick auf einen bevorstehenden Abriss veräußert, wäre es offensichtlich zweckwidrig, einen Energieausweis zu verlangen. Dazu bedarf es keiner ausdrücklichen Regelung." (vgl. BR-Drs. 282/07, S. 121). Dies gilt allerdings nicht bei Modernisierungs- oder Sanierungsbedürftigkeit oder Leerstand eines Gebäudes. In diesen Fällen entfällt die Energieausweispflicht bei einem Verkauf nicht. Auch eine möglicherweise beabsichtigte Nutzungsänderung des Gebäudes nach dessen Verkauf führt nicht zu einem Entfallen der Energieausweispflicht.
Insgesamt ist die Auslegung des GEG als Teil von dessen Vollzug Sache der Länder. Im Zweifel hat daher im jeweiligen Einzelfall die nach Landesrecht zuständige Behörde über das Erfordernis der Vorlage eines Energieausweises zu entscheiden.
Referenzen:
Ist bei Verkauf eines Gebäudes, welches später abgerissen werden soll, ein Energieausweis notwendig? Stand: August 2024 -
Die Ausnahme von der Energieausweispflicht gilt gemäß FAQ 4 des BBSR auch für Gebäude, die im Rahmen des Ensembleschutzes geschützt sind. Baudenkmäler sind nach § 79 Absatz 4 Satz 2 GEG von der Pflicht zur Vorlage oder zum Aushang eines Energieausweises nach § 80 Absatz 2 und 3 ausgenommen. Das GEG definiert im § 3 (Begriffsbestimmungen) Absatz 1 Nummer 3 "Baudenkmäler" als "nach Landesrecht geschützte Gebäude oder Gebäudemehrheit."
Demnach ist ein Gebäude, das nicht selbst ein Baudenkmal nach Landesrecht ist, jedoch zu einem nach Landesrecht geschützten Denkmalensemble gehört, ebenfalls ein Baudenkmal im Sinne des GEG und damit von der Ausweispflicht bei geplantem Verkauf oder Vermietung freigestellt.
Referenz:
Muss für ein Gebäude, das unter Ensembleschutz steht, ein Energieausweis erstellt werden? Stand: August 2024 -
Nach § 79 Absatz 2 Satz 1 GEG wird ein Energieausweis für ein Gebäude ausgestellt. Eine Ausstellung für Gebäudeteile (demnach zwei Energieausweise) trifft gemäß § 79 Absatz 2 Satz 2 ebenfalls zu, wenn nach § 106 GEG die Gebäudeteile (also teils Wohnnutzung bzw. teils Nichtwohnnutzung) materiell-rechtlich getrennt zu behandeln sind.
Es ist daher zunächst entsprechend der Regeln des § 106 zu klären, um welches Gebäude es sich bei der Mischnutzung handelt:
- Wohngebäude: ein Ausweis
- Nichtwohngebäude: ein Ausweis
- Wohn- und Nichtwohngebäude: zwei Ausweise
Teile eines Wohngebäudes (Hauptnutzung), die sich hinsichtlich ihrer Nutzung, der gebäudetechnischen Ausstattung unterscheiden und die einen Flächenanteil von > 10 Prozent umfassen, sind als Nichtwohngebäude getrennt zu behandeln. Hierbei müssen alle drei Kriterien zutreffen, andernfalls handelt es sich weiterhin nur um ein Wohngebäude.
Teile eines Nichtwohngebäudes (Hauptnutzung), die dem Wohnen dienen und die einen Flächenanteil von > 10 Prozent umfassen, sind getrennt als Wohngebäude zu behandeln. Beträgt der Flächenanteil der Wohnnutzung < 10 Prozent, so handelt es sich weiterhin nur um ein Nichtwohngebäude.
Siehe auch Auslegung zu § 79 veröffentlicht beim BBSR.
Referenzen:
Sind für gemischt genutzte Gebäude ein oder zwei Energieausweise erforderlich? Stand: August 2024 -
Grundsätzlich kann kein Energieausweis nur für Gebäudeteile, wie z.B. den neuen Anbau (Erweiterung) allein ausgestellt werden, außer die Gebäudeteile müssen nach GEG § 106 (Mischnutzung) getrennt behandelt werden (siehe Auslegung XX-1 BBSR).
Nach § 80 Absatz 2 ist ein Energieausweis für ein nach § 48 geändertes Gebäude nur dann auszustellen, wenn die Änderungen bzw. die Gebäudeerweiterung unter Anwendung der Berechnung (Energiebilanzierung) des § 50 durchgeführt wurden.
Ist der Anbau (inkl. Bestandsgebäude) demnach nicht im Rahmen einer Energiebedarfsberechnung („140%-Nachweis“) rechnerisch nachgewiesen worden, so ist kein Energieausweis vorgeschrieben. Ein Energieausweis kann aber anlässlich einer baulichen Erweiterung gemäß FAQ 11 des BBSR dennoch freiwillig ausgestellt werden.
Zu beachten ist weiterhin, dass wenn eines der Kriterien des § 80 Absatz 3 bis 6 zutrifft, ein Energieausweis für das gesamte Gebäude wiederum erforderlich sein kann. In diesem Fall wird eine Energiebedarfsberechnung für das gesamte Gebäude inkl. Erweiterung empfohlen.
Referenzen:
- GEG § 48
- GEG § 50
- GEG § 80
- GEG § 106
- BBSR-Auslegung XX-1
- FAQ 11 der Häufig gestellte Fragen zu Energieausweisen des BBSR
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Sobald eine Registriernummer vergeben wurde, kann der Datensatz (der dem DIBt übermittelt wurde) nicht mehr geändert oder gelöscht werden.
Wenn nachträglich Fehler auffallen, kann die fehlerhafte Registriernummer zusammen mit der Registriernummer des neuen, korrigierten Ausweises oder Berichts sowie einer kurzen Begründung an geg-registrierstelle(at)dibt.de gemeldet werden.
Sollte die fehlerhafte Registriernummer in die Kontrolle gezogen worden sein, so ist für den neuen korrekten Ausweis die XML-Kontrolldatei hochzuladen, damit das DIBt diesen Ausweis ggf. prüfen kann. Anschließend wird die „fehlerhafte“ Registriernummer ungültig gesetzt, von der Benutzeroberfläche entfernt und der Aussteller wird darüber informiert.
Wichtig: Fehlerhafte Registriernummern können nur im laufenden Jahr ungültig gesetzt werden. Sofern die Registriernummer in die elektronische Stichprobenkontrolle (Stufe 1) gezogen wurde, ist dies sogar nur innerhalb von drei Wochen möglich.
Referenzen:
Wie soll ein Energieausweisaussteller mit einem fehlerhaften Energieausweis umgehen, der bereits registriert ist? Stand: August 2024 -
Im Energieausweis (Seite 2 bzw. Seite 3) werden die Treibhausgasemissionen als äquivalente Kohlendioxidemissionen in Kilogramm pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche und Jahr ausgewiesen. Die Angabe ist nach GEG verpflichtend. Die Berechnung erfolgt nach Anlage 9 „Umrechnung in Treibhausgasemissionen“ des GEG.
Referenzen:
Auf welcher Berechnungsgrundlage basieren die CO2-Emissionen und müssen diese angegeben werden? Stand: August 2024 -
In Energieausweisen ist auf Seite 1 das Feld für „Baujahr Wärmeerzeuger“ auszufüllen. Gemäß Fußnote 3 sind Mehrfachangaben möglich, d.h. befinden sich mehrere Wärmeerzeuger im Gebäude, so können mehrere Jahresangaben gemacht werden. Im Fall eines Fernwärmeanschlusses bzw. eines Wärmenetzes ist gemäß Fußnote 4 das Baujahr (Einbaudatum) der Übergabestation einzutragen.
Wenn das Alter vor Ort nicht festgestellt werden kann, hilft möglicherweise die Auskunft beim Fernwärmeversorger bzw. dem Wärmelieferanten.
Referenzen:
Welches Baujahr einer Heizungsanlage oder eines Fernwärmeanschlusses ist im Energieausweis relevant? Stand: August 2024 -
Das GEG regelt lediglich die Inhalte des Energieausweises selbst. Dieser Energieausweis - und nur dieser - ist gemäß GEG § 80 dem potenziellen Nutzer bei Verkauf, Vermietung, Verpachtung und Leasing (Mieter, Käufer etc.) zugänglich zu machen.
Weiterhin beinhaltet der Energieausweis auf Seite 1 den folgenden Hinweis: „Dem Energieausweis sind zusätzliche Informationen zur energetischen Qualität beigefügt (freiwillige Angabe).“
Welche Daten der Energieausweis-Aussteller dem Eigentümer / Auftraggeber demnach überlässt, wie lange er die Unterlagen aufbewahrt oder wem er sie noch zur Verfügung stellt, wird nicht durch das GEG geregelt, sondern unterliegt dem Privatrecht. Daher kommt in diesem Fall der Vertragsgestaltung zwischen Auftraggeber und Energieausweis-Aussteller Bedeutung zu. Die Übergabe von Unterlagen, die über den reinen Energieausweis hinausgehen, kann separat vereinbart werden.
Referenzen:
Hat der Eigentümer / Auftraggeber ein Anrecht auf die weiteren Unterlagen oder Berechnungsergebnisse, die zum Energieausweis geführt haben? Stand: August 2024 -
Der § 50 Absatz 4 des GEG lässt zu, dass bei bestehenden Gebäuden ein vereinfachtes Aufmaß erstellt wird und gesicherte Erfahrungswerte für baujahrtypische Bauteile und Anlagenkomponenten gemäß der Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand und der Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Nichtwohngebäudebestand vom 08.10.2020 des BMWK / BMWSB angewendet werden dürfen. Im Sinne einer praktischen Umsetzung der Verordnung gilt dies für alle oder auch für Anteile der Maße und Kennwerte.
Referenzen:
Ist bei der Bilanzierung von Gebäuden, neben den realen Kennwerten, auch die Verwendung von Vereinfachungen zulässig? Stand: August 2024 -
Nach § 84 des GEG sind im Energieausweis Modernisierungsempfehlungen zu geben, wenn „Maßnahmen zur kosteneffizienten Verbesserung der energetischen Eigenschaften des Gebäudes (Energieeffizienz)“ möglich sind.
Ist das Gebäude vor kurzem vollständig saniert worden oder ist es erst wenige Jahre alt und sind Modernisierungsempfehlungen nicht möglich, so hat der Aussteller dies dem Eigentümer anlässlich der Ausstellung des Energieausweises mitzuteilen. Dazu enthält die Seite mit den Modernisierungsempfehlungen die Möglichkeit zum Ankreuzen: „sind möglich / sind nicht möglich“.
Angaben zur Wirtschaftlichkeit der Modernisierungsmaßnahmen sind optional vorgesehen. Die Empfehlungen im Energieausweis ersetzen jedoch keine detaillierte Energieberatung oder Planung.
Referenzen:
Ein Gebäude wurde gerade saniert, ein anderes ist erst wenige Jahre alt. Müssen dann trotzdem Modernisierungsempfehlungen ausgesprochen werden? Stand: August 2024 -
Grundsätzlich ist nach § 80 Absatz 2 GEG ein Energieausweis auszustellen, wenn im Zuge einer Sanierung Änderungen an der Gebäudehülle vorgenommen und für die Nachweiserbringungen Berechnungen nach § 50 Absatz 3 GEG für das gesamte Gebäude durchgeführt wurden.
In diesem Fall ist grundsätzlich ein Energiebedarfsausweis auszustellen. Wurden allerdings keine Berechnungen im Zuge einer Sanierung durchgeführt, greift diese Anforderung nicht. Die Ausstellung eines Verbrauchsausweises ist hier jedoch nicht sinnvoll, da eine schlechtere Aussage über die energetische Qualität des Gebäudes als vorhanden getroffen wird. Für diesen Fall wird die Ausstellung eines Energiebedarfsausweises empfohlen.
Referenzen:
Darf bei einem energetisch sanierten Gebäude ein Energieausweis auf Grundlage der Verbrauchsdaten ausgestellt werden, die vor der Sanierung erfasst wurden? Stand: August 2024 -
Wird ein Gebäude durch eine in diesem Gebäude befindliche Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung mit Wärme und Strom versorgt, dann dürfen laut der Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte und der Vergleichswerte im Nichtwohngebäudebestand vom 15.04.2021, Abschnitt 2.2.2 bei der Ausstellung eines Energieausweises auf der Grundlage des Energieverbrauchs die Wärme- und Stromlieferungen so gewertet werden, als kämen sie von außerhalb des Gebäudes.
Also tauchen lediglich die Wärme und der Strom, der durch das BHKW erzeugt werden, als Heizenergie- und Stromverbrauch im Energieausweis auf. Dabei ist es unerheblich, wofür die (Ab)Wärme und der Strom verwendet werden. Im Feld für den Stromverbrauchskennwert auf Seite 3 werden Kreuze bei den Verbrauchern gesetzt, die in dem Stromverbrauch enthalten sind (Heizung, Warmwasser, Lüftung, eingebaute Beleuchtung, Kühlung, Sonstiges).
Über Photovoltaikanlagen erzeugter Strom wird beim Verbrauchsausweis nicht bilanziert.
Referenzen:
Wird im Gebäude erzeugter Strom im Energieverbrauchsausweis berücksichtigt? Stand: August 2024 -
Der Primärenergiefaktor für den Strom, der für Beheizung, Warmwasser, Kühlung, Lüftung und ggf. Beleuchtung eingesetzt wird, ist nach GEG 2024 § 22 und Anlage 4 mit fp = 1,8 festgesetzt. Hierin ist der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstrommix bereits berücksichtigt.
Eine Berücksichtigung von Strom aus erneuerbaren Energien (Ökostrom) für das individuelle Gebäude ist aus folgendem Grund nicht möglich: Die Entscheidung, den Strombedarf mit Ökostrom zu decken, ist vom Nutzer bzw. Eigentümer abhängig und ist keine ursächliche Eigenschaft des Gebäudes. Einem neuen Mieter oder Käufer des Gebäudes steht es frei zu einem anderen Stromanbieter zu wechseln. Der Energieausweis soll die energetischen Eigenschaften des Gebäudes darstellen und bei Verkauf oder Vermietung vorgelegt bzw. ausgehangen werden.
In zu errichtenden Gebäuden ist Strom aus erneuerbaren Energien von dem Endenergiebedarf abzuziehen, wenn er im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zu dem Gebäude erzeugt wird und vorrangig in dem Gebäude unmittelbar nach Erzeugung oder nach vorübergehender Speicherung selbst genutzt und nur die überschüssige Energiemenge in ein öffentliches Netz eingespeist wird.
Referenzen:
Mit welchem Primärenergiefaktor wird der Bezug von Ökostrom berücksichtigt? Stand: August 2024 -
Die Berechnungen in der DIN V 18599 erfolgen mit Bezug auf den oberen Heizwert bzw. dem Brennwert. Eine Umrechnung auf den unteren Heizwert erfolgt erst am Ende für die Ergebnisdarstellung.
In DIN V 18599-1: 2018-09 heißt es in Abschnitt 5.5.7.2: „Die Endenergien sind in Gleichung (19) brennwertbezogen angegeben. Werden heizwertbezogene Endenergiewerte benötigt, so ist mit Hilfe von Gleichung (20) umzurechnen."
Die DIN V 18599 ermöglicht somit auch auf der Ebene der Endenergie die Ausgabe von heizwertbezogenen Werten. In Energieausweisen sind sowohl für End- als auch für Primärenergie ausschließlich heizwertbezogene Werte anzugeben.
Für Verbrauchsausweise ist dies beispielsweise in der Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte im Wohngebäudebestand vom 29.03.2021 eindeutig geregelt. Dort heißt es in Abschnitt 2: „Auf den oberen Heizwert (Brennwert) bezogene Verbrauchsangaben sind unter Verwendung der Umrechnungsfaktoren nach DIN V 18599-1: 2018-09 Tabelle B.1 auf den unteren Heizwert Hi umzurechnen."
Bei Bedarfsausweisen ist eine entsprechende eindeutige Regelung nicht zu finden. Es ist jedoch für die gewünschte Vergleichbarkeit von Bedarfs- und Verbrauchsausweisen erforderlich, die Werte jeweils heizwertbezogen anzugeben. Gleiches gilt für die Vergleichbarkeit mit Bedarfsausweisen, deren Ergebniswerte nach DIN 4108-6 und DIN 4701-10 berechnet wurden.
Referenzen:
- Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte im Wohngebäudebestand
- DIN V 18599-1
- DIN 4108-6
- DIN 4701-10
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Gebäude, die zur Sanierung sowie zum anschließenden Verkauf anstehen, verfügen häufiger über Gebäudeteile ohne Heizungsanlage, z.B. aufgrund des Ausbaus von Einzelöfen. Einen Energieausweis für diese Gebäude auszustellen, ist schwierig. Das GEG behandelt das Thema nicht, der Gesetzgeber gibt somit keine eindeutige Vorgehensweise vor. Der Aussteller ist daher verpflichtet, mit seiner Fachkenntnis eine Lösung zu erarbeiten.
Folgende Herangehensweise wäre möglich:
Zunächst stellt sich die Frage, inwieweit das Gebäude in Zukunft möglicherweise beheizt werden soll. Bei reinen Wohngebäuden kann man davon ausgehen, dass alle Wohneinheiten wieder vermietet oder verkauft werden sollen. In diesem Fall muss der Energieausweis vorliegen und den Energiebedarf des gesamten Gebäudes wiedergeben. Wenn in einigen Wohnungen keine fest installierte Heizungsanlage vorliegt, kann man beispielsweise für diese leerstehenden Wohnungen eine dezentrale Elektroheizung annehmen.
Wie wird eine Heizungsanlage bei der Bilanzierung angesetzt, wenn einige leerstehende Wohnungen keine Beheizung haben? Stand: August 2024 -
Gemäß GEG § 82 (Ausstellung auf der Grundlage des Energieverbrauchs) sind mindestens die Abrechnungen aus einem Zeitraum von 36 Monaten zugrunde zu legen, der die jüngste Abrechnungsperiode einschließt, deren Ende nicht mehr als 18 Monate zurückliegen darf.
Längere Leerstände sind laut BBSR angemessen rechnerisch zu berücksichtigen. Hier ist ein den anerkannten Regeln der Technik entsprechendes Verfahren anzuwenden.
Weitere Hinweise und Erläuterungen werden in FAQ 7 des BBSR und der Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchsauswerte im Wohngebäudebestand angegeben.
Referenzen:
- GEG § 82
- FAQ 7 der Häufig gestellte Fragen zu Energieausweisen des BBSR
- Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchsauswerte im Wohngebäudebestand
Wohngebäude
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Nach § 111 (1) GEG 2024 ist ein Energieausweis nach den jeweils geltenden Rechtsvorschriften auszustellen, die zum Zeitpunkt des Bauantrages, des Antrages auf Zustimmung oder einer Bauanzeige (demnach also auch nach den Rechtsvorschriften vor dem Inkrafttreten des GEG 2024) gültig waren.
Dies gilt sowohl für Neubau-Ausweise als auch für Ausweise, bei denen im Rahmen einer energetischen Gebäudesanierung Berechnungen durchgeführt wurden.
Für diese Gebäude können Energieausweise nach den damals gültigen Berechnungsverfahren und für Wohngebäude (ohne Kühlung) somit auch nach DIN 4108-6 / DIN V 4701-10 ausgestellt werden.
Die zugrundeliegende Rechtsvorschrift muss im Energieausweis vermerkt werden, siehe § 112 (1).
Referenzen:
Darf für ein Wohngebäude im Jahr 2024 noch ein Energieausweis nach dem Bilanzierungsverfahren DIN 4108-6 / DIN V 4701-10 ausgestellt werden? Stand: August 2024 -
Die Kosten eines Energieausweises sind von der Bauweise und Größe des Gebäudes abhängig und können mit dem Aussteller des Ausweises verhandelt werden. Entscheidend für die Höhe der Kosten ist jedoch, ob ein Bedarfsausweis oder ein Verbrauchsausweis ausgestellt wird.
Der Verbrauchsausweis auf der Basis der Energieverbräuche der (mindestens) letzten 3 Jahre ist deutlich einfacher und damit kostengünstiger zu erstellen als ein Bedarfsausweis, bei dem das gesamte Gebäude und seine Anlagentechnik erfasst werden.
Wie hoch sind die Kosten für die Ausstellung eines Energieausweises für ein Wohngebäude? Stand: August 2024 -
Es ist zutreffend, dass laut GEG 2024 § 2 Absatz 2 Nr. 8 die Anforderungen nicht für Wohngebäude gelten, die für eine Nutzungsdauer von weniger als vier Monaten jährlich bestimmt sind oder für eine begrenzte jährliche Nutzungsdauer bestimmt sind, wenn der zu erwartende Energieverbrauch der Wohngebäude weniger als 25 Prozent des zu erwartenden Energieverbrauchs bei ganzjähriger Nutzung beträgt - abgesehen von den Regelungen der §§ 74 bis 78.
Das bedeutet, dass Ferien- und Wochenendhäuser sowie Ferienwohnungen, sofern sie die o.g. Bedingungen erfüllen, die Anforderungen des GEG nicht gelten und auch keine Pflicht zur Ausstellung eines Energieausweises besteht.
Sind o.g. Bedingungen jedoch nicht erfüllt, so gelten auch für Ferien- und Wochenendhäuser und Ferienwohnungen die Anforderungen des GEG, inkl. der Pflicht zur Ausstellung des Energieausweises. Für die Frage, ob dann ein Energieausweis vorzulegen ist, kommt es darauf an, ob es sich hierbei um einen reinen Mietvertrag handelt oder um einen sogenannten gemischten Vertrag (z.B. einen sogenannten Beherbergungsvertrag), der noch weitere Leistungen, z.B. Service-Leistungen wie Reinigung, Bettwäsche oder Beköstigung wie Frühstück etc. beinhaltet. Zu solchen gemischten Verträgen hat die Bundesregierung in der amtlichen Begründung zur Vorgängerregelung in der EnEV 2007 (Quelle: BR-Drucks. 282/07 S. 121) seinerzeit dargelegt, dass es hierfür der Vorlage eines Energieausweises nicht bedarf, weil es sich bei solchen Verträgen über die Nutzung von Ferienwohnungen nicht um Mietverträge handele, sofern der Nutzung ein sogenannter gemischter Vertrag zugrunde liegt (siehe auch BBSR-Auslegung FAQ 2).
Referenzen:
Sind Ferienwohnungen vom GEG befreit? Stand: August 2024 -
Ja, nach GEG 2024 § 20 Abs. 1 ist der Jahres-Primärenergiebedarf Qp für Wohngebäude stets nach DIN V 18599: 2018-09 zu ermitteln. Abweichend von DIN V 18599-1: 2018-09 ist bei der Berechnung des Primärenergiebedarfs der Endenergiebedarf für elektrische Nutzeranwendungen in der Bilanzierung nicht zu berücksichtigen.
Referenzen:
- GEG § 20
- DIN V 18599: 2018-09
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In Eigentumswohnanlagen trägt die Eigentümergemeinschaft (WEG) die Kosten für den Energieausweis. Da der Bedarf sehr kurzfristig auftreten kann, sollte möglichst frühzeitig im Rahmen einer WEG-Eigentümerversammlung der Beschluss zur Erstellung eines Energieausweises erfolgen. Der Energieausweis gilt für 10 Jahre und umfasst alle Eigentumswohnungen des Gebäudes.
Wer muss bei einer Eigentümergemeinschaft den Energieausweis bezahlen, wenn eine einzelne Wohnung verkauft oder vermietet werden soll? Stand: August 2024 -
Nach GEG sind private Schwimmbäder in Wohngebäuden auch als Wohnnutzung anzusehen. Dabei sind die Räume des Schwimmbades im Gebäudeaufmaß mit zu berücksichtigen. Nur das Schwimmbecken selbst kann unter Umständen beim Gebäudeaufmaß unberücksichtigt bleiben. Für ein Bestandsgebäude ist gemäß der Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand vom 08.10.2020 zu verfahren.
Für den Warmwasserbedarf des Gebäudes (inkl. Schwimmbad) gelten die GEG-Randbedingungen für Wohngebäude. Bei Berechnung nach DIN V 18599 werden für Einfamilienhäuser 11 kWh/(m²a) oder für Mehrfamilienhäuser 15 kWh/(m²a) angesetzt.
Die zur Erwärmung des Schwimmbeckenwassers aufgewendete Energie ist nach §2 Absatz 1 Satz 2 des GEG nicht in der Bilanzierung zu berücksichtigen.
Referenzen:
Wie wird bei einem Wohngebäude mit einem gemeinsam genutzten Schwimmbad ein Bedarfsausweis erstellt? Stand: August 2024 -
Wird ein Gebäude mithilfe einer strombetriebenen Heizung versorgt und gibt es nicht zwei getrennte Zähler für den Heizenergieanteil (Wärme) und den übrigen Stromverbrauch, ist eine Witterungsbereinigung nicht durchführbar.
Für die Ausstellung eines Verbrauchsausweises ist laut GEG § 82 (1) jedoch die Berechnung des witterungsbereinigten Endenergie- und Primärenergieverbrauchs eine zwingende Voraussetzung. Nur wenn diese Berechnung durchgeführt werden kann, ist die Erstellung eines Verbrauchsausweises möglich. Anderenfalls ist ein Bedarfsausweis zu erstellen.
Gemäß FAQ 14 des BBSR heißt es sinngemäß: „[…] messtechnisch nicht erfasste Verbräuche bei Wohngebäuden zu addieren oder abzuziehen ist unzulässig. […] Sofern aufgrund unzureichender Verbrauchsdaten kein Verbrauchsausweis ausgestellt werden kann, kann nur ein Energieausweis auf Grundlage des Energiebedarfs ausgestellt werden. […]“
Verbräuche von elektrischen Ergänzungsheizungen (z.B. in raumlufttechnischen Anlagen) werden dem Stromverbrauchswert zugerechnet, auf eine Witterungsbereinigung kann in diesen Fällen verzichtet werden.
Referenzen:
Wie wird der Anteil der Energie für Heizung / Wärme bei zentralem Stromzähler für das gesamte Wohngebäude ermittelt, wenn der Heizenergiebedarf (Wärme) über Strom gedeckt wird? Stand: August 2024 -
Für die Ermittlung des Energieverbrauchs müssen mindestens die Abrechnungen aus einem zusammenhängenden Zeitraum von 36 Monaten zugrunde gelegt werden, der die jüngste Abrechnungsperiode einschließt. In der Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte im Wohngebäudebestand vom 29.03.2021 sind die Möglichkeiten zur Ermittlung der Energieverbrauchswerte wie folgt beschrieben:
„Werden die Verbrauchsdaten des 36-Monatszeitraums aus einzelnen Jahreszeiträumen zusammengesetzt, so können die nachfolgenden Berechnungsregeln sinngemäß entsprechend für einen Zeitraum von 3 mal 12 Monaten angewendet werden. Die Energieverbrauchswerte ergeben sich hierbei als Durchschnittswerte aus drei berechneten Jahresverbrauchswerten.
Ein Zeitraum von 36 Monaten entspricht 1095 Tagen. Wenn in Einzelfällen die Abrechnungen in der Summe wegen Fehlens einzelner Tage den Zeitraum von 36 Monaten nicht vollständig abdecken, ist die Rundung von Zeiträumen zulässig, solange die Abweichung weniger als 2 Prozent (das entspricht 21 Tagen) beträgt. In diesem Falle sind auch die erfassten Verbräuche proportional zu korrigieren (d.h.: wird der tatsächliche Erfassungszeitraum z.B. um 1 Prozent auf 36 Monate aufgerundet, so sind auch die erfassten Verbräuche um 1 Prozent zu erhöhen). Bei der Berechnung mit 3 mal 12 Monaten ist entsprechend vorzugehen."
Referenzen:
Darf man zur Erstellung eines Verbrauchsausweises für Wohngebäude den Energieverbrauch auf ein Jahr hochrechnen, wenn die vorliegenden Daten nicht ein ganzes Abrechnungs- oder Kalenderjahr umfassen? Stand: August 2024 -
Das GEG bietet als Vereinfachung die Möglichkeit an, von der Wohnfläche über einen pauschalen Faktor auf die Gebäudenutzfläche AN zu schließen, die im Energieausweis als Bezugsfläche zugrunde gelegt wird. Laut § 82 (2) GEG kann die Gebäudenutzfläche bei Wohngebäuden mit bis zu zwei Wohneinheiten mit beheiztem Keller pauschal mit dem 1,35-fachen Wert der Wohnfläche, bei sonstigen Wohngebäuden mit dem 1,2-fachen Wert der Wohnfläche angesetzt werden.
In der Wohnfläche befinden sich laut II. BV (Zweite Berechnungsverordnung) und WFlVO (Wohnflächenverordnung) auch zum Teil Terrassen- und Balkonflächen außerhalb der wärmeübertragenden Hüllfläche. Ein Abzug dieser Flächen ist laut GEG nicht vorgesehen. Doch gerade, wenn die außenliegenden Flächen sehr groß sind, ist es ratsam, eine genauere Berechnung von AN durchzuführen, da das Ergebnis im Energieausweis ansonsten verzerrt wird. Andererseits sind in der Wohnfläche Flächen von beheizten Kellerräumen oder Verkehrsflächen nicht enthalten. Diese werden über den Umrechnungsfaktor berücksichtigt und müssen nicht gesondert addiert werden.
Referenzen:
Werden zur Erstellung eines Verbrauchsausweises bei der Umrechnung von der Wohnfläche auf die Gebäudenutzfläche Balkone und Terrassen abgezogen? Stand: August 2024 -
Laut GEG § 82 (4) ist der Leerstand rechnerisch angemessen zu berücksichtigen. In der Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte im Wohngebäudebestand ist ein Berechnungsverfahren für die Berücksichtigung von längerem Leerstand in Abschnitt 6 enthalten. Dabei sind Verfahren zur Berechnung von Zuschlägen über Leerstandsfaktoren beschrieben. Leerstandsfaktoren ergeben sich aus dem Flächenanteil und der Dauer des aufgetretenen Leerstands. Zugrundgelegt wird hierbei ein Gesamtzeitraum von mindestens 36 Monaten. Dieser Berechnungsansatz legt somit eine gleichmäßige Verteilung der Leerstände zugrunde; eine Differenzierung zwischen Sommer oder Winter gibt es nicht.
Für die zentrale Warmwasserbereitung ergibt sich beispielsweise ein Leerstandszuschlag entsprechend des prozentualen Flächenleerstands. Da die Beheizung nicht in den Sommermonaten erfolgt, wird hier der Anteil nur zur Hälfte angesetzt.
Bei mehreren Erzeugern kann dabei der Primärenergiefaktor des Hauptenergieträgers für den Leerstandszuschlag genutzt werden.
Leerstände unter 5 Prozent (Leerstandsfaktor fleer >= 0,05) können vernachlässigt werden. Bei Leerständen über 30 Prozent (Leerstandsfaktpr fleer > 0,3) kann das Verfahren der Bekanntmachung nicht mehr genutzt werden, da davon ausgegangen werden kann, dass die in dem entsprechenden Zeitraum gemessenen Verbrauchsdaten keine geeigneten Verbrauchsdaten im Sinne des § 82 Absatz 4 des GEG darstellen. Es kann in diesem Fall nur ein Bedarfsausweis ausgestellt werden.
Im Energieausweis selbst ist der angesetzte Leerstand nicht sichtbar dokumentiert, so dass der Einfluss des Leerstands kaum erkennbar ist.
Referenzen:
In einem Gebäude stehen mehrere Mieteinheiten leer. Wie wird dieser Leerstand beim Energieausweis berücksichtigt? Stand: August 2024 -
Bei Kachelöfen und Kaminöfen, die während der Heizperiode einen Anteil an der Beheizung übernehmen, stellt sich die Frage, ob diese bei der Erstellung von Energieausweisen zu berücksichtigen sind. Dabei spielen folgende Kriterien eine Rolle:
- Deckungsanteile von Kachel- oder Kaminofen und anderem Erzeuger,
- Abgabe der Wärme ausschließlich an den Aufstellraum oder zusätzliche Wärmeabgabe an den Heizkreis,
- Beschickung des Kachel- oder Kaminofens per Hand (handbeschickt) oder automatisch.
In der Praxis treten die verschiedensten Konstellationen beim Einsatz von Kachel- und Kaminöfen in Wohngebäuden auf. Die folgenden Beispiele geben eine Hilfestellung für die Bewertung und mögliche Handhabung bei der Bilanzierung:
1. Zusätzlich zu einer Zentralheizung ist ein handbeschickter Kaminofen vorhanden:
Bei den GEG-Berechnungen kann pauschal davon ausgegangen werden, dass 10 Prozent der Heizarbeit für dieses Wohngebäude durch den Kaminofen erbracht wird. Bei Mehrfamilienhäusern ist nach der DIN V 4701-10 hinsichtlich dieses Anteils die "bereichsweise" Betrachtung und eine flächenanteilige Aufteilung von Verlusten und Heizarbeit vorzunehmen.
Weitere Informationen zur Berücksichtigung von zusätzlich zur Zentralheizung vorhandenen Einzelfeuerstätten können den Auslegungsstaffeln zur EnEV des Deutschen Instituts für Bautechnik entnommen werden: Auslegung XIX-6 zu Anlage 1 Nr. 2.1 EnEV 2013 vom 01.08.2014 (Aktualisierung noch nicht vorhanden).
Abweichend vom GEG können beim KfW-Effizienzhausnachweis in Gebäuden (siehe aktuelle Version BEG-Liste der technischen FAQ) mit einer automatisch betriebenen Heizungsanlage
- hydraulisch eingebundene biomassebeschickte Einzelöfen, wie z.B. Kaminöfen mit Wärmetauschern, mit einem maximalen Deckungsanteil von 10 Prozent des Nutzenergiebedarfs
- automatisch beschickte Pellet-Primäröfen mit Tagesspeicher, die nicht in das zentrale Heizungssystem hydraulisch eingebunden sind, mit einem maximalen Deckungsanteil von 10 Prozent an der Heizarbeit
bei der Bilanzierung berücksichtigt werden. Die Ausstellung des Energieausweises erfolgt jedoch nach GEG.
2. Ein Kaminofen ist alleiniger Wärmeerzeuger:
Wenn Kachel- oder Kaminöfen alleiniger Wärmeerzeuger (Grundlasterzeuger) sind, werden sie wie alle anderen Erzeuger energetisch bewertet. Für die Berechnung sind in den Normen Effizienzkennzahlen hinterlegt.
Referenzen:
Wie sind Kachel- und Kaminöfen im Energieausweis zu berücksichtigen? Stand: August 2024 -
Diese Frage bezieht sich auf § 82, Absatz 4 des GEG:
„Zur Ermittlung des Energieverbrauchs sind die folgenden Verbrauchsdaten zu verwenden:
- Verbrauchsdaten aus Abrechnungen von Heizkosten nach der Verordnung über Heizkostenabrechnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 5. Oktober 2009 (BGBl. I S. 3250) für das gesamte Gebäude,
- andere geeignete Verbrauchsdaten, insbesondere Abrechnungen von Energielieferanten oder sachgerecht durchgeführte Verbrauchsmessungen, oder
- eine Kombination von Verbrauchsdaten nach den Nummern 1 und 2."
Eine solche Formulierung ist auch in der Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte im Wohngebäudebestand vom 29.03.2021 zu finden. Der Verbrauch von Scheitholz in einem Kaminofen, welcher über Abrechnungen eines Lieferanten nachgewiesen werden kann, kann somit problemlos genauso wie die Verbräuche von Erdgas oder Heizöl im Verbrauchsausweis berücksichtigt werden.
Falls die Verbrauchsmenge für Scheitholz nicht als Abrechnung eines Lieferanten, sondern lediglich als Angabe des Eigentümers oder Nutzers vorliegt, stellt sich die Situation etwas anders dar. In diesem Fall könnte man die vom Eigentümer übermittelten Werte als "andere geeignete Verbrauchsdaten" im o.g. Sinne verstehen und somit ebenfalls verwenden.
Weiterhin spielt die Regelung des §83, Absatz 3 des GEG eine Rolle, nach der der Eigentümer die zur Ausstellung des Energieausweises erforderlichen Daten bereitstellen darf.
Dort heißt es: „Stellt der Eigentümer des Gebäudes die Daten bereit, hat er dafür Sorge zu tragen, dass die Daten richtig sind. Der Aussteller muss die vom Eigentümer bereitgestellten Daten sorgfältig prüfen und darf die Daten seinen Berechnungen nicht zugrunde legen, wenn Zweifel an deren Richtigkeit bestehen.“Erfolgen die Angaben zum Verbrauch an Scheitholz ausschließlich durch den Eigentümer, kann auf dieser Basis durchaus ein Verbrauchsausweis ausgestellt werden, solange kein begründeter Zweifel an der Richtigkeit der Angaben besteht.
Referenzen:
Ist bei der Nutzung eines Kaminofens als zweiten Wärmeerzeuger eine Berücksichtigung im Energieverbrauchsausweises möglich? Stand: August 2024 -
Nach GEG § 79 (1) und § 80 (2) besteht grundsätzlich Wahlfreiheit zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis, mit der Ausnahme von "kleinen Gebäuden" (GEG § 79 Abs. 4), für die kein Energieausweis erforderlich ist.
Konkret heißt es gemäß GEG § 80 Absatz 3: Wurde das Gebäude nicht durch Modernisierungsmaßnahmen nachträglich auf das Niveau der Wärmeschutzverordnung (WSchV) 1977 oder besser gebracht, so muss ein Bedarfsausweis ausgestellt werden.
Zur einfachen Überprüfung, ob das Gebäude dem Niveau der WSchV 1977 entspricht, bietet die Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand vom 08.10.2020, Abschnitt 6, eine Anleitung zur Überprüfung. Wesentlich ist also nicht das Baujahr, sondern wann der Bauantrag gestellt wurde.
Referenzen:
- GEG § 79
- GEG § 80
- Bekanntmachungen der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand
Wie überprüft man ein Gebäude auf die Erfüllung des Wärmeschutzstandards von 1977 zur Ermittlung, ob ein Bedarfs- oder Verbrauchsausweis erforderlich ist? Stand: August 2024 -
Für eine erste überschlägliche Einschätzung des Leistungsertrages einer Solaranlage können die Angaben in den Produktdatenblättern der Herstellerfirmen dienen. Diese kann man im Internet einsehen und meistens auch downloaden.
Die Anrechnung von Strom aus erneuerbaren Energien wird nach GEG § 23 Absatz 2 geregelt:
„Zur Berechnung der abzugsfähigen Strommenge nach Absatz 1 ist der monatliche Ertrag der Anlage zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien dem Strombedarf für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung, Kühlung und Hilfsenergien sowie bei Nichtwohngebäuden zusätzlich für Beleuchtung gegenüberzustellen. Der monatliche Ertrag ist nach DIN V 18599-9: 2018-09 zu bestimmen. Bei Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie sind die monatlichen Stromerträge unter Verwendung der mittleren monatlichen Strahlungsintensitäten der Referenzklimazone Potsdam nach DIN V 18599-10: 2018-09 Anhang E sowie der Standardwerte zur Ermittlung der Nennleistung des Photovoltaikmoduls nach DIN V 18599-9: 2018-09 Anhang B zu ermitteln.“
Mit dem Inkrafttreten der GEG 2024 gibt es außerdem eine Vereinfachung. Durch den Wegfall der sogenannten Vorrangnutzung kann nun gebäudenah erzeugter PV-Strom auch bei Volleinspeisung oder wenn die Vorrangnutzung nicht gegeben ist dem Gebäude angerechnet werden.
Referenzen:
Ein Energieausweis für ein MFH (Neubau) mit einer PV-Anlage soll erstellt werden. Wo oder wie kann ich z.B. ermitteln, wieviel Strom erzeugt wird, um die Daten bei erneuerbarer Energie in der Berechnung anzugeben? Stand: August 2024 -
Im GEG § 20 (1) ist festgelegt, dass Wohngebäude seit dem 01.01.2024 nach DIN V 18599 zu bilanzieren sind. Eine Bagatellgrenze für die Kühlung ist nicht definiert. Damit ist der Nachweis entsprechend DIN V 18599 zu führen.
Referenzen:
Gibt es eine Bagatellgrenze für die Berücksichtigung der gekühlten Fläche, so dass auch ein Energieausweis nach DIN V 4108 / 4701 erstellt werden kann, oder muss in diesem Fall prinzipiell nach DIN V 18599 bilanziert werden? Stand: August 2024 -
Gemäß GEG § 80 „Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen“ Absatz 3 werden Energieausweise in den folgenden Fällen ebenfalls benötigt:
„Soll ein mit einem Gebäude bebautes Grundstück oder Wohnungs- oder Teileigentum verkauft, ein Erbbaurecht an einem bebauten Grundstück begründet oder übertragen oder ein Gebäude, eine Wohnung oder eine sonstige selbständige Nutzungseinheit vermietet, verpachtet oder verleast werden, ist ein Energieausweis auszustellen, wenn nicht bereits ein gültiger Energieausweis für das Gebäude vorliegt."
Die Übertragung durch Erbe wird anders als in der EnEV im GEG explizit erwähnt. Somit ist für die Übertragung durch eine Schenkung aus unserer Sicht ein Energieausweis erforderlich.
Referenzen:
Ein Einfamilienhaus soll über eine Schenkung innerhalb der Familie übertragen werden. Das Haus wird von der Familie selbst genutzt. Besteht hier die Pflicht zur Ausstellung eines Energieausweises zur Abwicklung der Schenkung? Stand: August 2024 -
Gemäß der gemeinsamen Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand des BMWi und des BMI vom 08.10.2020 dürfen nach Tabelle 1 „Geometrische Vereinfachungen und Korrekturen für den Rechengang“ innenliegende Treppenabgänge zu unbeheizten Zonen übermessen werden.
Im Gebäudebestand darf demnach zur Festlegung der Systemgrenze im Fall eines offenen Kellerabgangs die Kellerdecke über den Kellerabgang durchlaufend angesetzt werden. Dies gilt allerdings nicht bei Tiefgaragen, bei denen die Innentemperatur während der Heizperiode infolge starker Belüftung nur unwesentlich über der Außentemperatur liegt.
Das GEG verweist unter anderem auch auf die DIN 18599-1 Abschnitt 8.3: „Zur Vermeidung eines unangemessenen Zeitaufwandes für die Flächenermittlung einzelner Zonen, sind bei Nichtvorliegen detaillierter Flächenangaben (Bsp. Bestandsgebäuden), die in Anhang D beschriebenen Vereinfachungen zulässig.“
Dies wird bei einem Neubau im Allgemeinen nicht zutreffen, da hier immer die entsprechenden Pläne und Bauteilaufbauten vorliegen.
Referenzen:
Darf bei einem Neubau der offene Kellerabgang übermessen werden? Wenn nicht, wie wäre dann die thermische Gebäudehülle anzunehmen? Würde die thermische Gebäudehülle dann um die Treppenhauswände im Keller verlaufen? Stand: August 2024
Nichtwohngebäude
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Bei der Ausstellung von Energieausweisen auf Grundlage des Energieverbrauchs für Nichtwohngebäude wird nach § 82 des GEG auch der Energieverbrauch für Kühlung, Lüftung und Beleuchtung benötigt. Letzteres ist im Verbrauch des üblicherweise vorhandenen Allgemeinstromzählers nicht erfasst. Im Stromverbrauch einzelner Nutzungseinheiten ist jedoch i.d.R. weit mehr als nur der Beleuchtungsbedarf enthalten.
Da oftmals keine getrennte Erfassung der Stromverbräuche im Nichtwohngebäude erfolgt, sind neben dem Stromverbrauch für die Beleuchtung und ggf. weitere Gebäudetechnik auch andere Verbrauchsanteile, wie beispielsweise die Verbrauchsanteile für die Bürotechnik in Bürogebäuden enthalten. Einen pauschalen Abzug derartiger Verbrauchsanteile sieht das GEG nicht vor. Es kann somit der gesamte vom Stromzähler erfasste Stromverbrauch angesetzt werden. Hierbei ist es möglich, diesen Sachverhalt unter "Sonstiges" auf Seite 3 des Energieausweises unter dem Farbverlauf für den Stromverbrauchskennwert zu erklären.
Liegt der Stromverbrauch für die eingebaute Beleuchtung im Falle nicht zugänglicher Verbrauchsdaten von vermieteten Nutzeinheiten nicht vor, so ist gemäß Abschnitt 2.2.3 der Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte und der Vergleichswerte im Nichtwohngebäudebestand vorzugehen.
Referenzen:
- GEG § 82
- Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte und der Vergleichswerte im Nichtwohngebäudebestand
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Nach GEG 2024 § 21 Abs. 3 kann für Nutzungen, die nicht in DIN V 18599-10 aufgeführt sind, die Nutzung Nr. 17 der Tabelle 5 in DIN V 18599-10: 2018-09 (Sonstige Aufenthaltsräume) verwendet werden.
Bei bekannten, aber nicht aufgeführten Nutzungen, kann nach o.g. Absatz ein individuelles Nutzungsprofil erstellt werden. Dieses Profil wird sowohl beim Referenzgebäude als auch beim realen Gebäude angewendet. Die gewählten Angaben sind zu begründen und dem Nachweis beizufügen.
Auf der Website des Softwareherstellers ZUB Systems GmbH finden sich Handlungsempfehlungen und Hinweise, wie im Rahmen einer Bilanzierung mit unbekannten Nutzungsprofilen verfahren werden kann.
Referenzen:
- GEG § 21
- DIN V 18599-10: 2018-09
- Webseite der ZUB Systems GmbH
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Schulgebäude werden in der Ferienzeit gemäß ihrer Nutzung nicht benutzt und entsprechend nicht oder (im Winter) nur geringfügig beheizt. Dieser "Leerstand" wird über das Nutzungsprofil abgebildet, der Planer braucht keine weiteren Annahmen zu treffen. Das Gleiche gilt im Übrigen für die Vergleichswerte bei Verbrauchsausweisen, auch hier ist dieser nutzungsbedingte Leerstand bei den Vergleichsbauten berücksichtigt.
In den Ferien fallen in Schulen fast keine Energieverbräuche an - wird dieser Leerstand bei der Erstellung von Energieausweisen berücksichtigt? Stand: August 2024 -
Nach GEG 2024 § 21 Absatz 3 Nr. 2 kann ein Nutzungsprofil individuell bestimmt werden. Dies gilt im Prinzip nur für Zonen, für die kein Nutzungsprofil in der DIN V 18599-10: 2018-09 beschrieben ist. Im Fall von Gebäuden, die z.B. abweichende Nutzungszeiten haben als im Standardnutzungsprofil vorgesehen, ist davon auszugehen, dass trotzdem das Standardnutzungsprofil unverändert zu übernehmen ist. Siehe auch die Antwort der Projektgruppe EnEV der Fachkommission Bautechnik der Bauministerkonferenz vom 27.05.2009: Individuelle Nutzungen und Nutzungsrandbedingungen für Nichtwohngebäude.
Hintergrund ist das vorrangige Ziel des GEG, für viele Gebäude einer Nutzungsart einen energetischen Standard unter den vorgegebenen Randbedingungen zu definieren. Weniger geht es um die realistische Abbildung des konkreten Gebäudes. In der praktischen Anwendung bedeutet dies, dass bei der Erstellung eines Energieausweises oder eines Nachweises nach GEG möglichst nicht von den Nutzungsprofilen abzuweichen ist. Hingegen kann es im Rahmen einer Energieberatung durchaus sinnvoll sein von den Standardnutzungsprofilen abzuweichen.
Referenzen:
- GEG § 21
- DIN V 18599-10: 2018-09
- Individuelle Nutzungen und Nutzungsrandbedingungen für Nichtwohngebäude
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Sowohl beim Energiebedarfsausweis bzw. Energieverbrauchsausweis für ein bestehendes Nichtwohngebäude als auch bei der GEG-Nachweiserstellung für ein zu errichtendes Nichtwohngebäude (Energiebedarfsausweis) ist laut GEG 2024 § 3 Nr. 22 die beheizte oder gekühlte Nettogrundfläche (NGF) die Bezugsgröße für den Primärenergiebedarf.
Das GEG verweist hier auf die DIN V 18599:2018-09. Demnach setzt sich die Nettogrundfläche (NGF) zusammen aus:
- Nutzfläche (NF),
- Technischer Funktionsfläche (TF, z.B. Heizungsräume) und
- Verkehrsfläche (VF, z.B. Flure und Treppen).
Zur Nettogrundfläche zählen also die Grundflächen von:
- freiliegenden Installationen,
- fest eingebauten Gegenständen (z.B. Öfen, Heiz- und Klimageräte, Bade- oder Duschwannen),
- nicht raumhohen Vormauerungen und Bekleidungen,
- Einbaumöbeln, versetzbaren Raumteilern,
- Installationskanälen und -schächten und
- Aufzugsschächten.
Zur Nettogrundfläche gehört nicht die Konstruktionsfläche (KGF - Grundfläche der aufgehenden Bauteile aller Grundrissebenen) von beispielsweise Wänden, Stützen oder Fensteröffnungen. Zur beheizten oder gekühlten Nettogrundfläche gehören nach § 3 Nr. 4. und Nr. 11. auch Flächen oder Zonen, die über Raumverbund beheizt oder gekühlt werden, wie z.B. Treppenhäuser zwischen ansonsten beheizten Büroräumen. Nicht thermisch konditioniert wäre z.B. eine große Lagerhalle, die auf weniger als 12 Grad Celsius beheizt wird oder nicht thermisch konditionierte, wenn auch belüftete Abstellflächen und Tiefgaragen.
Referenzen:
- GEG § 3
- DIN V 18599:2018-09
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Falls man von mehreren Gebäuden ausgehen muss, kann eine Sonderregelung aus der Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchskennwerte und der Vergleichswerte im Nichtwohngebäudebestand vom 15.04.2021 genutzt werden.
Dort heißt es unter Punkt 2.2.1 - Energieverbrauchsermittlung bei Liegenschaften mit gemeinsamer Erfassung: „Der Energieverbrauch soll im Grundsatz für jedes einzelne Gebäude ermittelt werden. Besteht bei zusammenhängenden Liegenschaften aus mehreren Gebäuden wegen nicht vorhandener dezentraler Messeinrichtungen keine Möglichkeit, Energieverbrauchswerte für die einzelnen Gebäude zu ermitteln, darf ein Energieausweis auf der Grundlage des Energieverbrauchs abweichend vom vorstehenden Grundsatz auch für mehrere Gebäude gemeinsam ausgestellt werden. Dies ist auf Seite 1 durch den Zusatz ‚Liegenschaft' in der Zeile ‚Adresse' deutlich zu machen."
Dies gilt jedoch ausdrücklich nur für Nichtwohngebäude. Die Übertragbarkeit auf Wohngebäude ist im GEG nicht geregelt. Somit sind in diesem Fall Bedarfsausweise auszustellen.
Referenzen:
Kann für mehrere Nichtwohngebäude ein Energieverbrauchsausweis erstellt werden, wenn sie über eine gemeinsame Verbrauchserfassung verfügen? Stand: August 2024 -
Die Aushangverpflichtung von Energieausweisen in Gebäuden, in denen Behörden und sonstige Einrichtungen öffentliche Dienstleistungen erbringen, soll die besondere Pflicht der öffentlichen Hand hervorheben und deren Vorbildfunktion unterstreichen. Für die genannten Gebäude muss ein Energieausweis auch ohne Vermietung oder Verkauf der Immobilie erstellt werden und an einer gut sichtbaren Stelle ausgehängt werden.
Typische Gebäude mit öffentlichen Dienstleistungen sind:
- Rathäuser,
- Sozialämter,
- Arbeitsagenturen,
- Schulen,
- Universitäten, etc.
Mit „sonstigen Einrichtungen", die öffentliche Dienstleistungen erbringen, sind nach Angabe der Europäischen Kommission Einrichtungen gemeint, die den Charakter einer behördlichen Einrichtung besitzen. Dies betrifft Einrichtungen, die nach einer Privatisierung ehemals öffentlich-rechtliche Aufgaben wahrnehmen, wie beispielsweise Krankenhäuser.
Kaufhäuser, Einzelhandelsgeschäfte, Bankgebäude und ähnliche Gebäude sind hier nicht gemeint. Ebenfalls nicht gemeint sind Gebäude für Besichtigungszwecke, wie Museen und Kulturdenkmäler. Auch Gebäude, die für die Nutzung durch Dritte bereitgestellt werden –wie zum Beispiel Turnhallen, die von Vereinen genutzt werden – fallen nicht unter die Aushangpflicht.
Welche Gebäude zählen zu Gebäuden mit öffentlichen Dienstleistungen? Stand: August 2024 -
Es darf weiterhin ein Verbrauchsausweis erstellt werden, wenn die Verbrauchswerte für alle Anwendungen (Wärme, Lüftung, Beleuchtung, Trinkwarmwasser, Nutzerstrom usw.) vorhanden sind. Der Bedarfsausweis ist auszustellen, wenn der Stromverbrauch gänzlich fehlt.
Einen Energieausweis mit nur einer Rubrik „Wärme" oder „Strom" kann es aber nicht geben. Entsprechende Gebäude ohne Wärmeverbrauch (Garagen o.ä.) wären nicht GEG-nachweispflichtig. Und es gibt ja hier – gemäß der Frage - auch auf jeden Fall die üblichen beiden Anwendungsgruppen „Wärme" und „Strom".
Es muss daher eine Aufteilung des Gesamtstroms in die Rubriken „Wärme" (= witterungsabhängig und daher auch witterungskorrekturpflichtig) und „Strom" (= witterungsunabhängig, Rest ohne Witterungskorrektur) erfolgen.
Wie diese Aufteilung erfolgt, ist in weiten Teilen frei. Es sollte plausibel sein. Zu empfehlen ist eine Messung des Sommerverbrauches (mit Hochrechnen auf Jahreswerte; der Rest zum Jahresverbrauch ist dann "Wärme"), weil das GEG dieses Hilfsmittel auch zur Aufteilung eines Jahresgasverbrauchs auf "Heizung" und "Warmwasser" (zwecks Witterungskorrektur) vorschlägt. Dazu eignen sich die nächsten 3 Monate beispielsweise, falls nicht ohnehin bereits frühere Monatsablesungen vorliegen. Alternativ über diverse Zähleinrichtungen vor Ort, falls vorhanden (Wärmemengenzähler, Betriebsstundenzähler o.ä.), siehe auch VDI 3807 Blatt 5. Sofern dies nicht plausibel hinzubekommen ist, erfolgt eine Bedarfsberechnung.Referenzen:
- VDI 3807 Blatt 5
Nutzung von erneuerbaren Energien im GModG
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Die bisherige 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien nach § 71 Abs. 1 GEG entfällt. Stattdessen wird die Nutzung erneuerbarer Energien bei der Erweiterung von Gebäuden nun durch die sogenannte „Bio-Treppe“ (§ 43 GModG) geregelt. Diese greift, wenn im Rahmen der Erweiterung eine neue Wärmeversorgungsanlage (z.B. eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung) eingebaut wird. Ab dem 01.01.2029 müssen dann schrittweise steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe wie Biomethan, Bioöl oder grüner Wasserstoff verwendet werden:
- 10 Prozent ab 2029,
- 15 Proznet ab 2030,
- 30 Prozent ab 2035 und
- 60 Prozent ab 2040.
Alternativ kann die Pflicht durch den Einbau einer thermischen Solaranlage (mit Mindest-Aperturfläche von 0,04 m2 pro m2 Nutzfläche bei 1–2-Wohnungsgebäuden) oder einer Hybridheizung mit Wärmepumpe (mit Vorrangschaltung) erfüllt werden. Wer seine Wärmeversorgung vollständig auf erneuerbare Energien wie Wärmepumpen, Fernwärme oder Biomasse umstellt, ist von der Bio-Treppe ausgenommen.
Wird bei der Erweiterung die bestehende Heizungsanlage weitergenutzt, besteht keine unverzügliche Pflicht zur Umstellung auf erneuerbare Energien. In diesem Fall greift die Bio-Treppe erst, wenn die bestehende Anlage aufgrund eines Austauschs oder der kommunalen Wärmeplanung ohnehin modernisiert werden muss.
Eine Erweiterung (Anbau oder Ausbau) gilt nicht automatisch als Neubau. Sie unterliegt den speziellen, leicht gelockerten Anforderungen für Bestandserweiterungen, die sich primär auf den Transmissionswärmeverlust der neuen Außenbauteile beziehen. Nur wenn die gesamte bauliche Maßnahme das Bestandsgebäude so grundlegend verändert, dass die für den Wärmebedarf relevanten Bauteile und Anlagen in ihrer überwiegenden Mehrheit ersetzt werden, gilt die Erweiterung als fiktiver Neubau. Ab dem 01.01.2028 müssen dann Neubauten der öffentlichen Hand und ab dem 01.01.2030 alle Neubauten als Nullemissionsgebäude errichtet werden. Diese dürfen am Standort keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen verursachen.
Wann besteht eine Nutzungspflicht für erneuerbare Energien bei einer Erweiterung von Gebäuden und gilt die Erweiterung als Neubau? Stand: Oktober 2026 -
Die Nachweispflicht zur Einhaltung der Anforderungen des GModG liegt beim Bauherrn (bei Neubauten) und beim Gebäudeeigentümer (bei Änderungen im Bestand). Es müssen nun die Anforderungen nach § 42–46 GModG (z.B. Bio-Treppe, Hybridheizungen, Solaranlagen) nachgewiesen werden. Dies erfolgt durch eine Erfüllungserklärung gegenüber der zuständigen Behörde.
Der Gebäudeeigentümer ist zudem verpflichtet, die erforderlichen Nachweise ab dem Jahr der Fertigstellung des Gebäudes oder dem Einbau der Anlage für die Dauer von fünf Jahren aufzubewahren und der Behörde auf Verlangen vorzulegen. Diese Pflicht ergibt sich aus den übertragenen Regelungen des ehemaligen § 94 GEG, die nun in das GModG integriert sind.
Falls Gas- oder Flüssigbrennstoffe (z.B. Biomethan, Bioöl) zur Erfüllung der Bio-Treppe (§ 43 GModG) eingesetzt werden, muss der Gebäudeeigentümer jährliche Abrechnungen über den bezogenen Brennstoff in den ersten fünf Jahren ab Inbetriebnahme vorlegen. Diese Nachweise sind jährlich bis zum 30.06. des Folgejahres zu erbringen.
Für Neubauten gelten ab 2028 (öffentliche Hand) bzw. 2030 (alle Neubauten) zusätzliche Nachweispflichten für den Nullemissionsgebäudestandard, der die Einhaltung der Anforderungen an CO2-Neutralität am Standort verlangt. Hier sind detaillierte energetische Bilanzierungen erforderlich, die in den Energieausweis einzugehen haben.
Wer muss Nachweise erbringen und wann müssen diese Nachweise erbracht werden? Stand: Oktober 2026 -
Grundsätzlich muss die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen und Randbedingungen an die eingesetzte Technik oder den gewählten Energieträger nachgewiesen werden. Art und Umfang der Nachweise sind in § 93 GModG geregelt, ergänzt durch die Verpflichtung zur Abgabe einer Erfüllungserklärung nach § 92 GModG. In dieser Erklärung sind alle zur Überprüfung erforderlichen Angaben zu machen und die notwendigen Berechnungsdokumentationen beizufügen. Das jeweilige Landesrecht bestimmt dabei den näheren Umfang der Nachweispflicht sowie den genauen Zeitpunkt der Vorlage (in der Regel nach Fertigstellung des Gebäudes) und legt fest, wer zur Ausstellung der Erfüllungserklärung berechtigt ist.
Mögliche Nachweisformen sind Bescheinigungen von Sachkundigen, Anlagenherstellern, Brennstofflieferanten, Netzbetreibern oder Fachunternehmern. Für bestimmte Energieformen und Technologien wie Biogas oder fremd betriebene KWK-Anlagen sind Nachweise der Brennstofflieferanten oder Anlagen- bzw. Wärmenetzbetreiber erforderlich, um die Einhaltung der Mindestanforderungen zu belegen.
Wird gasförmige, flüssige oder feste Biomasse zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben genutzt, ist der Gebäudeeigentümer oder Belieferte verpflichtet, die entsprechenden Abrechnungen und Bestätigungen in den ersten 15 Jahren nach Inbetriebnahme der Heizungsanlage jeweils für mindestens fünf Jahre ab dem Lieferzeitpunkt aufzubewahren und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen.
Bei der Kombination verschiedener Techniken (z.B. Hybridsystemen) müssen die Nachweise für alle beteiligten Maßnahmen unter Angabe der jeweiligen Deckungsanteile erbracht werden. Als ausstellungsberechtigte Sachkundige gelten Personen, die nach § 88 GModG zur Ausstellung von Energieausweisen befugt sind – hierzu zählen unter anderem Architekten, Bauingenieure, Schornsteinfeger sowie Handwerker mit entsprechender Zusatzqualifikation –, sofern das Landesrecht keine abweichenden oder einschränkenden Regelungen für die Erfüllungserklärung vorsieht.
Welche Nachweise müssen erbracht werden und wer kann Nachweise ausstellen? Stand: Oktober 2026 -
Grundsätzlich besteht für alle Bauherren von Neubauten eine Nachweispflicht gegenüber den zuständigen Behörden nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Nachzuweisen ist dabei die Einhaltung der gesetzlich definierten energetischen Randbedingungen des Gebäudes sowie die ordnungsgemäße Umsetzung der technischen Vorgaben für die installierte Technik.
Wird diese Nachweispflicht nicht erfüllt, werden Fristen nicht eingehalten oder unvollständige oder fehlerhafte Angaben in den Nachweisen gemacht, liegt eine Ordnungswidrigkeit nach § 108 GModG vor. Ein solcher Verstoß kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Die Haftung richtet sich primär an den verantwortlichen Gebäudeeigentümer, oder ggf. die zur Ausstellung der Nachweise oder Bestätigungen berechtigten Fachpersonen (wie Energieberater, Fachunternehmer oder Anlagenhersteller).
Die konkrete Höhe des Bußgeldes richtet sich immer nach dem Grad des Verschuldens sowie der Schwere und den wirtschaftlichen Auswirkungen des Verstoßes. Es wird rechtlich differenziert, ob eine Pflichtverletzung vorsätzlich oder grob fahrlässig begangen wurde. Wird eine Anforderung lediglich leicht fahrlässig verletzt, erfolgt in der Regel zunächst eine behördliche Aufforderung zur nachträglichen Erfüllung verhängt. Der maximale Bußgeldrahmen von 50.000 Euro zielt insbesondere auf gewerbliche Bauten ab, bei denen die Nichteinhaltung zu erheblichen wirtschaftlichen Vorteilen führt. Bei kleineren Wohngebäuden bewegen sich die Bußgelder erfahrungsgemäß in einem deutlich niedrigeren Rahmen.
Wer muss ein Bußgeld zahlen und wie hoch kann ein Bußgeld ausfallen? Stand: Oktober 2026 -
Gasförmige Biomasse wie Biomethan kann beim Einbau oder Austausch von Heizungsanlagen genutzt werden, um die Anforderungen an den Einsatz erneuerbarer Energieträger zu erfüllen. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist die Pflicht zur Deckung von mindestens 65 Prozent des Wärmeenergiebedarfs durch erneuerbare Energien entfallen. An ihre Stelle tritt für neue Gas- und Ölheizungen gemäß § 43 GModG eine, stufenweise ansteigende Nutzungspflicht für klimaneutrale Brennstoffe, die sogenannte „Biotreppe“. Diese schreibt ab dem 01.01.2029 zunächst einen Mindestanteil von 10 Prozent vor, der bis zum Jahr 2040 in verschiedenen Stufen auf 60 Prozent angehoben wird.
Wird Biomethan über das Erdgasnetz bezogen, gelten strenge Nachhaltigkeitsvorgaben. Der Lieferant muss gewährleisten, dass das Biomethan die gesetzlichen Kriterien erfüllt und den Transport lückenlos über ein Massenbilanzsystem nachweisen. Zudem verschärft das GModG die Anforderungen an die Zertifizierung: Ab einer Gesamtanlagenleistung von 2 MW muss für gasförmige Biomasse ein formaler Nachhaltigkeitsnachweis nach der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung (BioSt-NachV) erbracht werden.
Die Nutzung von leitungsgebundenem Biomethan bleibt weiterhin an den Einsatz effizienter Anlagentechnik wie Brennwertkessel oder hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) gebunden. Unabhängig davon, ob flüssige oder gasförmige Biomasse genutzt wird, ist der Gebäudeeigentümer verpflichtet, die entsprechenden Abrechnungen und Lieferbestätigungen in den ersten 15 Jahren ab Inbetriebnahme der Anlage vorzuhalten und für jeweils fünf Jahre ab dem konkreten Lieferzeitpunkt aufzubewahren, um sie den Behörden auf Verlangen vorlegen zu können.
Was gilt für Biogas bezüglich GModG? Stand: Oktober 2026 -
Eine Solarthermieanlage kann nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) als zulässige Option zum Heizen mit erneuerbaren Energien oder in Kombination mit einer fossilen Heizung zur Erfüllung der Biotreppe nach § 43 GModG eingesetzt werden. Bei einem Wohngebäude mit höchstens zwei Wohneinheiten gilt der Pflichtanteil für die Jahre 2029 bis 2034 als erfüllt, wenn die Solarkollektoren eine Fläche von mindestens 0,04 Quadratmeter Aperturfläche je Quadratmeter Gebäudenutzfläche aufweisen.
Bei einem Wohngebäude mit mehr als zwei Wohneinheiten gilt der Pflichtanteil für die Jahre 2029 bis 2034 als erfüllt, wenn die Solarkollektoren eine Fläche von mindestens 0,03 Quadratmeter Aperturfläche je Quadratmeter Gebäudenutzfläche aufweisen.
Für diese pauschale Ersatzmaßnahme ist keine detaillierte rechnerische Bestimmung des konkreten solaren Deckungsanteils am Wärmeenergiebedarf erforderlich. Als technische Grundvoraussetzung müssen die verwendeten Flüssigkeits-Solarkollektoren über das europäische Prüfzeichen „Solar Keymark“ zertifiziert sein. Das GModG verzichtet auf Mindestanforderungen an die Ausrichtung oder den Neigungswinkel der Kollektoren. Dadurch haben Eigentümer und Fachbetriebe eine hohe Flexibilität bei der Installation auf dem Dach oder an der Fassade.
Wann erfüllt eine Solarthermieanlage bei Ein- und Zweifamilienhäusern die technologische Option nach § 42 (2) GModG? Stand: Oktober 2026 -
Grundsätzlich sind beim Einbau neuer Heizungsanlagen nach dem 29.07.2026 ab dem Jahr 2029 die gesetzlichen Anforderungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) zur Biotreppe nach §43 GModG einzuhalten. In begründeten Einzelfällen sieht das Gesetz jedoch Ausnahmen und Befreiungen vor, die in § 102 GModG geregelt sind.
Wenn die Umsetzung im zu einer unbilligen Härte oder einer unzumutbaren wirtschaftlichen Belastung führt, kann auf Antrag eine Befreiung von den gesetzlichen Vorgaben gewährt werden. Besonders dann, wenn sich die erforderlichen Investitionen nicht innerhalb der üblichen Nutzungsdauer der Anlage oder des Gebäudes durch die erzielten Energieeinsparungen amortisieren. Bei der behördlichen Prüfung werden auch die spezifischen persönlichen Umstände des Eigentümers berücksichtigt. Für eine solche Härtefallregelung muss stets ein formeller Antrag bei der zuständigen Landesbehörde gestellt werden.
Eine weitere Befreiung von der Nutzungspflicht tritt automatisch im Falle der technischen oder tatsächlichen Unmöglichkeit der Umsetzung der Maßnahme ein, was sich beispielsweise aus der speziellen Lage oder Gestalt eines Gebäudes ergeben kann.
Ebenfalls eine automatische Ausnahme greift bei der rechtlichen Unmöglichkeit, wenn die Umsetzung der Maßnahme im Widerspruch zu anderen öffentlich-rechtlichen Pflichten steht, wie beispielsweise städtebaulichen oder denkmalschutzrechtlichen Vorschriften.
Liegt eine technische oder rechtliche Unmöglichkeit vor, ist ein formeller Härtefallantrag rechtlich nicht zwingend erforderlich; die zuständige Behörde muss jedoch über das Vorliegen der entsprechenden Umstände aktiv in Kenntnis gesetzt werden, sofern ihr der Sachverhalt nicht bereits bekannt ist.
Im Falle der technischen oder rechtlichen Unmöglichkeit muss kein Antrag auf Befreiung gestellt werden, jedoch muss die zuständige Behörde über das Vorliegen dieser Ausnahme in Kenntnis gesetzt werden, falls es ihr nicht ohnehin bekannt ist. Unabhängig von einer vollständigen Befreiung gilt immer der Grundsatz, dass die Nutzungspflicht oder Ersatzmaßnahme mindestens teilweise erfüllt werden muss, wenn die Möglichkeit dazu besteht.
Gibt es Ausnahmen zur Nutzungspflicht? Stand: Oktober 2026 -
Die Nutzung einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK), wie einem BHKW, ist im GModG als eigenständige Heizungsoption uneingeschränkt zulässig. Für diese technologische Option muss die Anlage als hocheffiziente KWK Anlage nach der europäischen Energieeffizienz-Richtlinie gelten. Die Hürden für den Einsatz eines BHKW wurden mit dem GModG deutlich vereinfacht, ebenso die Versorgung benachbarter Gebäude über Quartierslösungen oder Gebäudenetze.
Wird die KWK-Anlage mit fossilen Brennstoffen betrieben, greift ab 2029 die Biotreppe aus § 43 GModG. Die Anlage muss mit einem stufenweise steigenden Anteil klimaneutraler Brennstoffe versorgt werden.
Wird durch die Nutzung eines stromgeführten BHKWs die Nutzung von Erneuerbaren Energien im GModG erfüllt? Stand: Oktober 2026 -
Blockheizkraftwerke (BHKW) können nach § 42 (2) 7. des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) als hocheffiziente Technologie zur Wärme- und Stromversorgung genutzt werden. Die durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugte Wärme dient dabei – je nach eingesetztem Brennstoff – der Einhaltung der ab dem Jahr 2029 greifenden Biotreppe. Die Anforderungen an einen hocheffizienten Betrieb orientieren sich an europäischen Vorgaben. Die Integration eines BHKW zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben erfolgt über drei unterschiedliche Wege:
- Ausschließlich biogene Brennstoffe (Erneuerbare Energien): Wird das BHKW vollständig mit Biomethan (als gasförmige Biomasse), Wasserstoff oder flüssiger oder fester Biomasse betrieben, gelten die Anforderungen der Bio-Treppe als vollständig und dauerhaft erfüllt. Die Brennstoffe müssen dabei die gesetzlich definierten Anforderungen des GModG erfüllen.
- Ausschließlich fossile Brennstoffe: Wird ein BHKW ausschließlich mit fossilem Erdgas betrieben unterliegt das System den ab 2029 der Biotreppe. Dem Betreiber müssen über den Gasliefervertrag entsprechende grüne Gasanteile beigemischt oder angerechnet werden, um die Biotreppe gesetzeskonform einzuhalten.
- Kombination (Misch- und Hybridsysteme): Der Einsatz eines BHKW im Verbund mit anderen Wärmeerzeugern (wie einem Spitzenlastkessel oder einer Wärmepumpe) richtet sich flexibel nach dem dekarbonisierten Brennstoffanteil und der Systemeffizienz. Der nachzuweisende Anteil regenerativer Energie flexibel an dem im jeweiligen Zieljahr geforderten Mindestprozentsatz der Biotreppe.
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Ja, die Nutzung einer Wärmepumpe ist, unabhängig davon, ob sie die Umweltwärme (Geothermie, Außenluft) oder Abwärme nutzt, eine Option im Rahmen des GModG.
Die Installation einer Wärmepumpe gilt im GModG als vollständige Heizungslösung. Eine Wärmepumpe muss keine prozentuale Mindestdeckung des Wärmebedarfs mehr erbringen, wie im vorhergehenden GEG. Da sie rein elektrisch betrieben werden und im Betrieb keine fossilen Brennstoffe verbrennen, unterliegen sie nicht der sogenannten Biotreppe nach § 43 GModG. Eine Mindest-Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3 ist lediglich für eine Förderung erforderlich.
Ist durch die Nutzung einer Wärmepumpe in einer Abluftanlage die Nutzung von Erneuerbaren Energien nach § 43 GModG erfüllt? Stand: Oktober 2026 -
Die Einbindung verschiedener Anlagentypen zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben bei Neubau oder Heizungstausch erfolgt gemäß § 42 GModG. Wärmepumpen und Solarthermieanlagen sind vollständig treibhausgasneutrale Systeme.
Ein herkömmlicher, handbeschickter Kaminofen (Einzelraumfeuerstätte) ohne hydraulischen Anschluss an das zentrale Heizsystem kann dagegen weiterhin nicht als primäre Option zur Erfüllung der gesetzlichen Mindestanforderungen herangezogen werden.
Wird ein wasserführender Kaminofen betrieben und speist seine Wärme direkt in den zentralen Heizkreislauf oder einen Pufferspeicher ein, gilt er als Biomasseofen. In Kombination mit einer Wärmepumpe kann diese Kombination als Hybridheizung geltend gemacht werden, sofern die Anlage die strengen Abgaswerte der 1. BImSchV (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen) einhält.
Die früher gebräuchliche Pauschale, nach der ein handbeschickter Kaminofen ohne Systemeinbindung 10 Prozent der Heizarbeit leistet, stammt aus alten Berechnungsnormen (DIN V 4701-10 bzw. EnEV) und ist nicht mehr relevant für den öffentlich-rechtlichen Nachweis nach dem GModG.
Wie werden ein Holzofen und eine Solarthermieanlage bei der Berechnung zur Erfüllung der Nutzung von Erneuerbaren Energien im GModG bewertet, die zur Heizungsunterstützung genutzt werden? Stand: Oktober 2026 -
Die Nutzung von solarer Strahlungsenergie ist im Optionenkatalog gemäß § 42 GModG verankert und eine Möglichkeit, um die gesetzlichen Vorgaben zur klimafreundlichen Wärmeversorgung zu erfüllen. Eine passive Nutzung solarer Gewinne (z.B. durch Fensterflächen) darf dabei weiterhin nicht angerechnet werden.
Solarthermische Anlagen zur Wärmegewinnung gelten als vollständig treibhausgasfreie Option. Das GModG sieht für Wohngebäude ein vereinfachtes Nachweisverfahren über definierte Mindest-Kollektorflächen vor.
- Bei Wohngebäude mit höchstens zwei Wohneinheiten gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn Solarkollektoren mit einer Fläche von mindestens 0,04 m2 Aperturfläche je m2 beheizter Nutzfläche installiert sind.
- Bei Wohngebäude mit mehr als zwei Wohneinheiten gilt ein Mindestwert von 0,03 m2 Aperturfläche pro m² beheizter Nutzfläche.
In Kombination mit neuen Gas- oder Ölheizungen können Solarthermieanlagen die Anforderungen der Biotreppe nach § 43 GModG pauschal um 15 Prozent mindern. Die Kollektoren müssen über ein gültiges europäisches Prüfzeichen „Solar Keymark“ verfügen.
Strom aus solarer Strahlungsenergie (Photovoltaik) kann im Rahmen von Hybridsystemen, beispielsweise in Kombination mit einer Wärmepumpe oder einem elektrischen Heizstab, zur Erfüllung der energetischen Anforderungen beitragen. Maßgeblich ist hierbei der rechnerische Nachweis des tatsächlich im System genutzten PV-Stroms zur Deckung des gebäudeinternen Wärmebedarfs. Unabhängig davon führt das GModG mit § 106 GModG eine schrittweise, bundesweit verbindliche allgemeine Solarpflicht für Neubauten und größere Dachsanierungen ein.
Inwieweit kann solare Strahlungsenergie zur Erfüllung der Anforderungen an Erneuerbare Energien im GModG genutzt werden? Stand: Oktober 2026 -
Flüssige Biomasse, wie Bioöle (z.B. HVO oder FAME) oder Pflanzenöle, sind eine Option zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben für neu eingebaute Heizungsanlagen.
Aufgrund des hohen ökologischen Werts flüssiger Biomasse und ihrer alternativen Einsatzbereiche gelten für den Einsatz im Gebäude strenge Anforderungen. Die Nutzung ist nur in Verbindung mit Heizkesseln nach der besten verfügbaren Technik zulässig. Bei reiner Wärmeerzeugung bedeutet dies den Einsatz von Brennwertkesseln oder hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK).
Der Gebäudeeigentümer oder Betreiber muss die Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien und des Treibhausgas-Minderungspotenzials nachweisen. Dies erfolgt über die Vorgaben der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung (BioSt-NachV), wobei der Nachweis in der Praxis bilanziell über den Brennstoffliefervertrag und entsprechende Lieferantenbestätigungen (z.B. im Rahmen der Jahresabrechnung) geführt wird. Die entsprechenden Nachweisdokumente sind in den ersten 15 Jahren nach der Inbetriebnahme der Heizungsanlage für jeweils mindestens fünf Jahre ab dem konkreten Lieferzeitpunkt aufzubewahren und den Behörden auf Verlangen vorzulegen. Die gesetzlichen Mindestwerte für das Treibhausgas-Minderungspotenzial der flüssigen Biomasse liegen unverändert bei 77 g CO2-eq/MJ für die reine Wärmeerzeugung sowie bei 85 g CO2-eq/MJ bei der gekoppelten Nutzung in KWK-Anlagen.
Wie wird flüssige Biomasse (Pflanzenöle) im GModG berücksichtigt? Stand: Oktober 2026 -
Die Nutzung von fester Biomasse, wie Holz, Pellets und Holzhackschnitzel, ist beim Einbau oder Austausch von Heizungsanlagen eine regulär zulässige und direkt anerkannte Heizungsoption.
Eine Biomasse-Zentralheizung gilt als eigenständiges, klimafreundliches Heizsystem.
Gemäß § 45 GModG müssen Eigentümer beim Einbau einer Biomasseheizung jedoch spezifische technische Mindestanforderungen einhalten.
Als Brennstoff kommt naturbelassenes stückiges und nicht-stückiges Holz, wie Scheitholz, Pellets, Hackschnitzel oder Stroh in Betracht.
Neu hinzugekommen im GModG ist Biomasse nach den Punkten 6 und 7 der 1. BImSchV nach § 3 (1). Darunter fallen gestrichenes, lackiertes oder beschichtetes Holz oder Holzwerkstoffe wie Sperrholz, Spanplatten, Faserplatten oder sonst verleimtes Holz jeweils ohne Holzschutzmittel, halogenorganische Verbindungen oder Schwermetalle.
Die Wärme muss zwingend über einen Biomassekessel oder einen wasserführenden Biomasseofen (mit Anschluss an den zentralen Heizkreislauf) in das Gebäude eingebracht werden. Ein einfacher, handbeschickter Kaminofen, der lediglich den Aufstellraum erwärmt, ist nicht als anerkannte Heizungsanlage zulässig.
Die Feuerungsanlage muss die Abgas- und Umweltvorgaben der 1. BImSchV (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen) erfüllen.
Abhängig von der Leistung muss die Anlage außerdem einen bestimmten Umwandlungswirkungsgrad einhalten, der nach dem Verfahren der DIN EN 303-5 bestimmt wird. Beispielsweise müssen Zentralheizanlagen einen Kesselwirkungsgrad von mindestens 86 Prozent (88 Prozent bei Anlagen > 50 kW) und automatisch beschickte Einzelraumfeuerstätten mit Anschluss an den Heizkreislauf einen Wirkungsgrad von mindestens 86 Prozent erreichen.
Können Holz, Pellets und Holzhackschnitzel zur Erfüllung der Nutzung von Erneuerbaren Energien im GEG genutzt werden? Stand: Oktober 2026 -
Die Nutzung von Wärme aus Müllverbrennungsanlagen (MVA) erfolgt in der Regel über ein Wärmenetz. Der Anschluss an ein Wärmenetz mittels einer Hausübergebestation ist nach § 42 des am 29.07.2026 in Kraft getretenen Gebäudemodernisierungsgesetz GModG eine Option für eine Heizungsanlage. Für die Betreiber von MVA-Anlagen selbst sieht das GModG keine Verpflichtungen vor.
Wie kann die Nutzung von Wärme aus Müllverbrennungsanlagen zur Erfüllung der Nutzung von Erneuerbaren Energien im GModG genutzt werden? Stand: Oktober 2026 -
Beim Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) handelt es sich um ein Landesgesetz von Baden-Württemberg zur Nutzung erneuerbarer Wärmeenergie in Gebäuden, welches eigenständig neben dem bundesweit geltenden Gebäudemodernisierungsgesetz GModG existiert.
Das EWärmeG gilt aktuell für alle bestehenden Gebäude, die vor dem 01.01.2009 errichtet wurden und in denen die zentrale Heizungsanlage ausgetauscht oder erneuert wird.
Die Geltung historisch gesehen:
- Es galt ursprünglich vom 01.04.2008 bis zum 31.12.2008 für Neubauten, bis es durch das EEWärmeG auf Bundesebene abgelöst wurde.
- Seit dem 01.01.2010 gilt es für Bestandssanierungen im Land Baden-Württemberg, wobei die Neufassung des Gesetzes am 01.07.2015 in Kraft trat und bis heute gültig ist.
- Das EWärmeG stützt sich auf die landesrechtliche Gesetzgebungskompetenz und existiert als eigenständige Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien im Bestand in Baden-Württemberg.
Die Grundforderung des EWärmeG ist, dass bei Einbau einer neuen Heizung in bestehenden Gebäuden mindestens 15 Prozent des Wärmeenergiebedarfs durch erneuerbare Energien (EE) oder durch anerkannte Erfüllungsoptionen, wie den Sanierungsfahrplan oder den baulichen Wärmeschutz, gedeckt werden müssen. Die Kombination verschiedener Optionen ist dabei zulässig.
Für wen gilt das Wärmegesetz des Landes Baden-Württemberg? Stand: Oktober 2026
Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)
Zulassung
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Grundsätzlich darf jede Gebäude-Energieberaterin und jeder Gebäude-Energieberater einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen. Sofern die Eigentümerinnen und Eigentümer für die Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplans jedoch Fördergelder in Anspruch nehmen möchten, ist seit dem 01.07.2023 mit der Änderung der Richtlinie eine Energieberatung nur noch dann förderfähig, wenn sie von einer Person durchgeführt wird, die in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes in der Kategorie „Energieberatung für Wohngebäude“ gelistet ist.
Bezüglich der Ausstellungsberechtigung gelten ab dem 01.07.2023 die Anforderungen an Energieberaterinnen und Energieberater, die im Regelheft der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes nachzulesen sind.
Wer darf den iSFP ausstellen und was ist dabei zu beachten? Stand: August 2025 -
Eine fundierte Ausbildung und umfangreiche Erfahrungen der Energieberaterinnen und Energieberater, sowie aktuelle Kenntnisse sowohl zur Datenaufnahme, Bilanzierung und Umsetzung als auch zu den aktuellen Förderprogrammen werden für die Erstellung des iSFP benötigt.
Soll der iSFP im Rahmen des BAFA-Programms „Energieberatung für Wohngebäude“ gefördert werden, muss der iSFP von einer Person erstellt werden, die in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes in der Kategorie „Energieberatung für Wohngebäude“ gelistet ist.
Bezüglich der Ausstellungsberechtigung und Antragstellung gelten die Anforderungen der Richtlinie für die Bundesförderung für „Energieberatung für Wohngebäude (EBW)“ vom 31.05.2023 mit Änderung vom 06.08.2024.
Welche Qualifikation benötigt man für die Ausstellung eines iSFP? Stand: August 2024
Allgemeines
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Die Druckapplikation zum iSFP ist keine eigenständige Software, sondern wird in die bestehenden Softwareprogramme zur Gebäudebilanzierung integriert.
Das BAFA hat auf seiner Website eine Liste der freigegebenen Softwarelösungen mit integrierter iSFP Druckapplikation veröffentlicht. Download: BAFA-Liste mit Herstellern von freigegebener Software zum iSFP (PDF / 84 KB).
Ist der iSFP eine eigene Software oder läuft das über die Bilanzierungssoftware? Stand: November 2021 -
Das BAFA hat auf seiner Website eine Liste der freigegebenen Softwarelösungen mit dem bereits integrierten iSFP veröffentlicht.
Welche Softwareprodukte haben den iSFP bereits integriert? Stand: November 2021 -
Die Druckapplikation kann in alle gängigen Bilanzierungssoftware integriert werden. Alle Softwarehersteller können dies im Rahmen eines Implementierungsprozesses der dena freiwillig umsetzen. Wenden Sie sich mit Ihrem Wunsch an ihren Softwarehersteller.
Warum kann mein Softwareprogramm keinen iSFP ausgeben? Stand: April 2026 -
Die Inhalte des iSFP bestehen aus zwei unterschiedlichen Datenbereichen: Projekt- und Bilanzdaten werden direkt in der Software während der Bilanzierung erfasst und entsprechend der iSFP-Methodik ausgewertet und an die iSFP-Druckapplikation übergeben. Ergänzende individuelle Daten zum Gebäude und Texte für Sanierungsvorschläge müssen individuell für das jeweilige Projekt eingegeben werden. Je nach Softwareprodukt erfolgt das innerhalb der Software oder in der daran gekoppelten iSFP-Druckapplikation.
Werden alle Daten über die in der Software implementierte iSFP-Druckapplikation in den iSFP-Ausdruck automatisch übergeben? Stand: November 2021 -
Die iSFP-Druckapplikation ermöglicht die Ausgabe des iSFP in einer dafür vorgesehenen standardisierten Form. Sie stellt dabei den Energieberaterinnen und Energieberatern alle erforderlichen Bereiche und Felder zur Verfügung, die zur Erstellung des iSFP notwendig sind. Dabei werden die Projekt- und Bilanzdaten bereits in der Software entsprechend der iSFP-Bewertungsmethodik zusammengestellt, aufbereitet und an die iSFP-Druckapplikation übergeben. Diese Daten sind nur innerhalb der Bilanzierungssoftware änderbar.
Die individuellen Inhalte wie Erläuterungen, Beschreibungen und Empfehlungen sind von den Energieberaterinnen oder den Energieberatern eigenverantwortlich und gewissenhaft einzugeben. Um einen richtlinienkonformen und damit förderfähigen iSFP ausgeben zu können, ist das Merkblatt für die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) des BAFA zu berücksichtigen.
Nur im Zusammenspiel der korrekt erstellten Bilanz, der schlüssig aufeinander aufbauenden Maßnahmenpakete und den für Laien verständlichen individuellen Erläuterungen sind die Voraussetzungen für einen qualitativ hochwertigen und förderfähigen Beratungsbericht erfüllt.
Gibt die iSFP-Druckapplikation automatisch einen förderfähigen iSFP aus? Stand: Januar 2022
Tipps für die Erstellung
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Mit der Druckapplikation für den iSFP können Sie sowohl eine schrittweise Sanierung in zwei bis maximal fünf Maßnahmenpaketen als auch eine Gesamtsanierung in einem Zug darstellen.
Wie viele Maßnahmenpakete kann ich mit dem standardisierten individuellen Sanierungsfahrplan planen und empfehlen? Stand: Januar 2022 -
In der iSFP-Druckapplikation „Mein Sanierungsfahrplan” kann der Arbeitsstand jederzeit gespeichert werden. Dabei wird eine mSFPprojekt-Datei angelegt, die nur mit der iSFP-Druckapplikation über die Bilanzierungssoftware geöffnet werden kann. Der Pfad der gespeicherten Datei wird dabei in der Titelleiste angezeigt.
Wie kann ich meine Eingaben speichern und später erneut öffnen? Stand: November 2021 -
Mit erneutem Starten der Druckapplikation aus der Software heraus werden die Bilanzdaten an die Druckapplikation übergeben und es wird eine neue mSFPprojekt-Datei erstellt. Die zuvor gespeicherte Datei ist über den Öffnen-Button zu öffnen und die Eingaben sind wieder sichtbar.
Wo werden meine Eingaben nach einem erneuten Starten der Druckapplikation gespeichert? Stand: Januar 2022 -
Der finale iSFP stellt nur eine Sanierungsvariante dar. Um der Eigentümerin oder dem Eigentümer verschiedene Sanierungsvarianten vorzustellen, kann für jede Sanierungsvariante ein iSFP angelegt und als Vorausdruck vorgelegt werden. Anhand der Vorausdrucke können die Varianten besprochen und die Entscheidung für den finalen iSFP gemeinsam mit dem Kunden getroffen werden.
Siehe auch FAQ „Wie nutze ich die Funktion der Entscheidungshilfe?“
Wie verfahre ich, wenn mein Kunde mehr als eine Sanierungsvariante wünscht? Stand: November 2025 -
Freitextfelder sind in beiden Bauherrendokumenten vorgesehen, beispielsweise für das Anschreiben, die Nutzerempfehlungen und die Baubeschreibungen. Dort sind individuelle Formulierungen und qualitativ hochwertige Beschreibungen gefragt. In der in den Bilanzierungsoftwares integrierten iSFP-Druckapplikation sind entsprechende Felder dafür vorgesehen und gekennzeichnet, sodass die Texte und andere Angaben eingetragen werden können. Dabei ist auf die maximal mögliche Zeichenanzahl in jedem Eingabefeld zu achten. Bei einer Überschreitung wird der Text rot markiert und muss gekürzt werden, da er sonst im PDF-Ausdruck abgeschnitten wird. Mit der Textbegrenzung ist beabsichtigt, dass sich die Energieberaterin oder der Energieberater auf die wesentlichen Aussagen beschränkt, um die Übersichtlichkeit für Eigentümerinnen und Eigentümer zu erhöhen. Je nach Softwareprodukt erfolgt das Erfassen der individuellen Texte innerhalb der Software oder in der daran gekoppelten iSFP-Druckapplikation.
Wie kann ich die beiden Bauherrendokumente individuell gestalten und meinen eigenen Text unterbringen? Stand: April 2026 -
Im iSFP sind Fotos und Grafiken sowohl im Dokument „Mein Sanierungsfahrplan“ als auch in der „Umsetzungshilfe für meine Maßnahmen" einzufügen.
Es gibt Bereiche, in denen Fotos unerlässlich sind und zum Gesamtinhalt des iSFP gehören:
Im Dokument „Mein Sanierungsfahrplan“ sollen zum einen eine Gebäudeansicht auf dem Deckblatt und zum anderen Fotos auf der Seite „Ihr Haus heute“ eingefügt werden. Diese dienen dazu, den baulichen Ausgangszustand zu dokumentieren und eventuell schon auf Hemmnisse oder Sanierungsansätze hinzuweisen.
In der Umsetzungshilfe auf der Seite „Gebäudeansichten“ sind vier Fotos der Gebäudeansichten einzufügen.
Fehlen diese Fotos, so ist kein Endausdruck der Dokumente möglich. Innerhalb der iSFP-Druckapplikation wird darauf mit einem Warnhinweis aufmerksam gemacht.
Zudem gibt es Bereiche, in denen Fotos und Grafiken optional eingefügt werden können:
Dies sind die Detailseiten in der Umsetzungshilfe - hier können Fotos oder Grafiken (z.B. Prinzipskizzen) zur besseren Visualisierung eingefügt werden.
Für alle Fotos und Bilder gilt:
Zu jeder Grafik bzw. jedem Foto ist eine Bildbeschreibung und die Bildquelle (Rechteinhaber/ Ersteller) einzutragen. Für geförderte Sanierungsfahrpläne ist zudem die Produktneutralität zwingend, verwenden Sie deshalb keine Grafiken oder Fotos von Produkt- oder Technologieanbietern.
Wo sind im iSFP Fotos einzufügen und welche Bilder sollen das sein? Stand: April 2026
Umgang mit der Druckapplikation
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Sobald die iSFP-Druckapplikation innerhalb der Bilanzierungssoftware geöffnet wird, werden über eine Schnittstelle alle aktuellen Bilanzierungsdaten übergeben. Zugleich erfolgt ein Vollständigkeitstest über alle zu erbringenden Eingaben. Fehlende Pflicht-Eingaben werden in einem Popup-Fenster dargestellt. Hier gibt es zwei verschiedene Hinweisarten: ERROR- und WARN-Hinweise. ERROR-Hinweise können nur in der Bilanzierungssoftware behoben werden. Sollten ERROR-Hinweise auftauchen, wechseln Sie daher direkt wieder in Ihre Software. Erst wenn diese ERROR-Fehler behoben wurden, ist es sinnvoll die WARN-Hinweise in der iSFP-Druckapplikation abzuarbeiten.
Wie funktioniert die Übermittlung von Daten aus der Bilanzierungssoftware in die iSFP-Druckapplikation? Stand: Januar 2022 -
Für eine förderfähige Umsetzung sind Wärmepumpen so auszulegen, dass die Werte für die Jahresarbeitszahl (JAZ) und jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz (ETA) die Mindestanforderungen der aktuell gültigen BEG-Richtlinien erfüllen.
Bei anderen Erzeugerarten als Wärmepumpen können die entsprechenden Felder im iSFP leer gelassen werden.
JAZ
Im iSFP ist die Mindestanforderung an die Jahresarbeitszahl (JAZ) einzutragen, die aktuell für die im iSFP gewählten Wärmepumpenart bei der BEG-Förderung gilt.
ETA
Hier ist im iSFP die Mindestanforderungen an die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz bei 35 °C bzw. 55 °C Vorlauftemperatur (ETAs35 bzw. ETAs55) einzutragen, die aktuell für die im iSFP gewählten Wärmepumpenart bei der BEG-Förderung gelten.
Welche Jahresarbeitszahl (JAZ) und Raumheizungs-Energieeffizienz (ETA) sind im iSFP anzugeben? Stand: November 2025 -
Die „Energieberatung Wohngebäude“ und der iSFP sind für Bestandsgebäude konzipiert. Das bedeutet, alle Modernisierungs- und Sanierungsvorschläge gehen vom derzeitigen realen Bestandsgebäude aus.
Innerhalb der Bilanzierung müssen die vor Ort, am realen Gebäude ermittelten Daten zur Ermittlung des Istzustands verwendet werden. Zur Ermittlung des beheizten Volumens sind die Festlegungen entsprechend GEG, den geltenden Bilanzierungsnormen und den aktuellen technischen FAQ zur BEG verbindlich.
Änderungen des Volumens und der Bauteilflächen wegen Umbau oder Erweiterungen werden, wie auch die Anpassungen der Bauteileigenschaften (z.B. Einbau Dämmung) innerhalb der Bilanzierungssoftware, im Zuge der Erstellung der Sanierungsmaßnahmen vorgenommen. Die Bilanzierungssoftware stellt dann die Kennwerte entsprechend iSFP-Bewertungsmethodik zusammen und übergibt diese Werte zur Darstellung an die iSFP-Druckapplikation. Die übergebenen Daten werden in der iSFP-Druckapplikation nur zugeordnet und dargestellt.
Für individuelle Erläuterungen zur Volumen- oder Flächenänderungen stehen Ihnen z.B. Textfelder auf den Seiten:
- „Ihr Haus heute – Beschreibung und Erläuterung“
- „Ihr Haus in Zukunft – das sind die Vorteile“
- „Maßnahmenpakete – Das bringt Ihnen das Maßnahmenpaket“
zur Verfügung. Darüber hinaus werden die Bauteil- und Bilanzdaten des Istzustands und der Maßnahmenpakete innerhalb der technischen. Dokumentation aufgeführt.
Wie kann eine Nutzflächenveränderung im iSFP berücksichtigt werden? Stand: März 2022 -
Die Fotos und Grafiken müssen im JPG- oder PNG-Format vorliegen, um im iSFP eingebunden werden zu können. In der iSFP-Druckapplikation ist ein einfacher Grafikeditor enthalten, der es erlaubt, in das eingeladene Foto zu zoomen und den Ausschnitt innerhalb des Bildes zu verschieben. Er ersetzt jedoch keine Bildbearbeitung.
Können die Fotos in der Druckapplikation bearbeitet werden? Stand: Januar 2022 -
Nein. Importierte Bilder werden in der iSFP-Druckapplikation immer im Querformat dargestellt. Gegebenenfalls muss ein Foto demnach vor dem Import gedreht werden. Normalerweise bietet hierfür jedes marktübliche Computersystem ein einfaches, vorinstalliertes Bildprogramm an.
- Öffnen Sie das Bild mit einem Doppelklick.
- Finden Sie im Bildprogramm den Menüpunkt „Drehen".
- Pro Klick wird das Bild um 90 Grad gedreht.
Wenn Sie das Bild schließen, sollte die Drehung automatisch gespeichert werden.
Können die Fotos innerhalb der Druckapplikation gedreht werden? Stand: Juni 2022 -
Die Prinzipskizzen aus dem iSFP-Handbuch für Energieberaterinnen und Energieberater wurden den jeweiligen Softwareherstellern zur Implementierung in die Software zur Verfügung gestellt. Gegebenenfalls ist beim Softwarehersteller nachzufragen, wo die Skizzen zu finden sind. Ein separater Download auf der Website des Gebäudeforums klimaneutral unter www.gebaeudeforum.de ist nicht möglich.
Ich kann die Prinzipskizzen in meiner Software nicht finden. Woran liegt das? Stand: Januar 2022 -
Mittels der Entscheidungshilfe können mehrere zum Vergleich vorgesehene Maßnahmen und die jeweils darauf aufbauenden Sanierungsfahrpläne ausgegeben werden.
Für einen Vergleich müssen in der Bilanzierungssoftware die Daten für die Erstellung und Ausgabe der Fahrplanseite sowie die Tabellen und Inhalte der technischen Dokumentation inklusive Sanierungskosten jeweils für alle Varianten vorbereitet sein. Die iSFP-Druckapplikation stellt mittels der Funktion „Entscheidungshilfe“ die Möglichkeit bereit, verschiedene für das Projekt so vorbereitete Sanierungsfahrpläne für den Vergleich auszuwählen und eine Kurzübersicht mit den folgenden Seiten auszugeben:
- Fahrplanseite, inklusive Darstellung der Maßnahmenpakete
- Technische Dokumentation
- Sanierungskosten
Es ist für den Variantenvergleich nicht notwendig, den iSFP vollständig zu individualisieren. Das bedeutet für die Energieberaterinnen und Energieberater, dass lediglich die Projekt- und Bilanzdaten an die Druckapplikation übergeben werden, die bereits vorliegen. Somit wird der Mehraufwand für einen Variantenvergleich in Grenzen gehalten.
Die erstellten Ausdrucke können dann zur Erläuterung der Sanierungsvorschläge, als Argumentationsgrundlage und zur Abstimmung des finalen iSFP mit Eigentümerin oder Eigentümer genutzt werden.
Wie nutze ich die Funktion der Entscheidungshilfe? Stand: November 2025 -
Ein blau markierter Wert im Datenblatt sollte noch einmal überprüft werden. Die Markierung bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Wert falsch ist, sondern meistens, dass er außerhalb eines empirisch plausiblen Bereiches liegt. Die blaue Markierung betrifft zudem Werte, die ein besonderes Augenmerk verlangen. Wenn sich beispielsweise der Wärmebrückenzuschlag verändert, kann dies zu einer blauen Markierung führen. In dem Fall sollte noch einmal überprüft werden, ob im Maßnahmenpaket die notwendigen Maßnahmen vorgesehen, beschrieben und in den Kosten einkalkuliert wurden. Wenn die Überprüfung abgeschlossen ist, kann diese Blaumarkierung anschließend ignoriert werden.
Blau markierte Werte sollen den Anwenderinnen und Anwendern helfen, mögliche Fehler zu erkennen, die Eingaben zu kontrollieren und sie ggf. in der Bilanzierungssoftware vor der Finalisierung des iSFP zu korrigieren. Ergibt die Überprüfung hingegen, dass ein blau markierter Wert die Eigenschaften des Gebäudes korrekt darstellt, kann der iSFP wie gewohnt finalisiert und eingereicht werden.
Das Datenblatt zur Qualitätssicherung wird seit der Version 2.3 durch die iSFP-Druckapplikation automatisch erstellt und bildet tabellarisch mehrere Bilanzierungswerte ab. Das Datenblatt erleichtert die Überprüfung und Finalisierung eines iSFP und ist bei Stichprobenkontrollen durch das BAFA seit dem 01.02.2023 verpflichtend einzureichen. Somit ist es stets zusammen mit den anderen iSFP-Dokumenten der Hauseigentümerin bzw. dem Hauseigentümer zu überreichen.
Was bedeuten die blau markierten Werte im Datenblatt zur Qualitätssicherung? Stand: April 2026 -
Der iSFP-Bericht besteht aus zwei PDF-Dokumenten. Diese werden direkt aus der iSFP-Druckapplikation heraus als PDF-Dateien ausgegeben und können abgespeichert werden. Ist in den Einstellungen der iSFP-Druckapplikation „PDF mit Speicherabfrage“ ausgewählt, kann für jedes Dokument ein selbst gewählter Speicherpfad und ein wiedererkennbarer Dateiname vergeben werden.
Die iSFP-PDF-Dokumente sind bearbeitungsgeschützt und können mit einem gängigen PDF-Reader geöffnet und gelesen werden. Bei PDF-Programmen mit Bearbeitungsfunktion muss ggf. der reine Lesemodus eingestellt werden. Falls das nicht funktioniert, können die PDF-Dokumente auch mit einem einfachen PDF-Viewer oder direkt im Webbrowser geöffnet werden.
Eine nachträgliche Bearbeitung oder das Zusammenführen der beiden iSFP-Dokumente ist aus Datenschutz- und Dokumentenschutzgründen nicht gestattet.
Warum kann ich mein iSFP-Dokument / PDF nicht öffnen? Stand: August 2025
Methodik iSFP
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Das Bestmöglich-Prinzip besagt, dass die Energieberaterin oder der Energieberater in ihrer bzw. seiner Maßnahmenempfehlung den für das Gebäude bestmöglichen Energieeffizienzstandard wählen sollte unter der Berücksichtigung der individuellen Möglichkeiten der Eigentümerin bzw. des Eigentümers. Das bedeutet, dass die Empfehlung nach Möglichkeit zu einer energetischen Bewertung der Bauteile führen sollte, die der besten, das heißt der dunkelgrünen Klasse entspricht. Dabei sind Abweichungen nach individueller Beratung möglich, die gegenüber der Hauseigentümerin bzw. dem Hauseigentümer schriftlich erläutert werden sollten.
Das BAFA-Merkblatt für die Erstellung des iSFP schreibt vor, dass, wenn nicht zumindest eine nach der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähige Maßnahme aus wichtigen, objektiven Gründen vorgeschlagen werden kann, dies nachvollziehbar im Beratungsbericht zu erläutern bzw. zu belegen ist.
Was bedeutet das Bestmöglich-Prinzip in seiner Anwendung? Stand: April 2026 -
Die energetische Bewertung des Gebäudes erfolgt grundsätzlich auf Basis des berechneten Bedarfs, um einen Vergleich der Gebäude untereinander zu ermöglichen. Außerdem ist dies für die Angaben zur Förderung von Sanierungsmaßnahmen durch das BAFA notwendig.
Im iSFP werden jedoch auch das Nutzerverhalten und die Verbrauchswerte berücksichtigt. Beides ist Grundlage für die Angaben der Energiekosten im iSFP. Es gibt drei Möglichkeiten, die Verbrauchswerte zu berechnen.
- Im Idealfall kann der Energieverbrauch vor der Sanierung auf Grundlage vorhandener Verbrauchsabrechnungen der letzten drei Jahre berechnet werden. Anschließend wird der Energieverbrauchskennwert mithilfe der Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte im Wohngebäudebestand (BMWi/BMUB, 29.03.2021) bereinigt. Abschließend ist der so ermittelte Endenergieverbrauch für die Heizung zusätzlich der Klima- und Leerstandsbereinigung zu unterziehen.
- Liegen keine Abrechnungen zu den tatsächlichen Verbräuchen der letzten Jahre vor oder sind diese nicht vollständig, beispielsweise, weil die Eigentümer gewechselt haben, so kann kein belastbarer Verbrauchswert berechnet werden. Greifen Sie in diesem Fall auf den „typischen Verbrauch“ zurück. Dieser beschreibt den durchschnittlichen Heizenergieverbrauch, den ein Gebäude gleicher Größe und gleichen energetischen Standards hat. Er wurde vom Institut für Wohnen und Umwelt aus einer Stichprobe von 1.700 Gebäuden abgeleitet. Die Formel zur Berechnung ist in der Software hinterlegt und wird automatisch angewendet, wenn zuvor keine Eingabe des abgeglichenen Verbrauchswertes erfolgt ist.
- Weiterhin kann die Energieberaterin oder der Energieberater auch alternativ eine Anpassung anhand des detaillierten Nutzerverhaltens vornehmen. Einige Softwares bieten Verfahren zum Abgleich an.
Entscheidend ist, dass Sie die Energiekosten im Istzustand und nach der Sanierung nah an realistischen Verbrauchswerten abbilden können.
Warum wird bei dem iSFP mit den Bedarfswerten und nicht mit den tatsächlichen Verbrauchswerten gerechnet? Stand: April 2026 -
Für den Fall, dass keine Verbrauchsdaten vorliegen, wird der Verbrauch mit dem hinterlegten typischen Verbrauchsfaktor errechnet.
Wie gehe ich vor, wenn keine älteren Verbrauchsdaten vorliegen, beispielsweise im Fall eines Erwerbs einer Bestandsimmobilie? Stand: November 2021 -
Beim „typischen Verbrauch“ handelt es sich um einen bereinigten bzw. dem Nutzerverhalten angepassten Bedarf. Er beschreibt damit im iSFP den durchschnittlichen Energieverbrauch eines Gebäudes gleicher Größe und gleichen energetischen Standards. Er wurde vom Institut für Wohnen und Umwelt aus einer Stichprobe von 1.700 Gebäuden abgeleitet. Die Ermittlung bezieht sich dabei auf den jeweiligen Heizenergiebedarf.
Was ist unter dem Begriff „Typischer Verbrauch" zu verstehen? Stand: November 2021 -
Es ist wichtig, dass Sie sowohl die Investitionskosten insgesamt als auch die anteiligen Instandhaltungskosten bzw. die energetisch bedingten Mehrkosten getrennt erfassen.
Kann man bei den Kostenangaben zwischen Vollkosten und energetisch bedingten Kosten selbst wählen? Stand: November 2021 -
Für die Berechnung der Energiekosten sind immer die heutigen Energiepreise für den jeweiligen Energieträger die Grundlage. Auf Basis des abgeglichenen Bedarfs werden im iSFP folgende Energiekosten berechnet:
- die Energiekosten im Istzustand mit verbrauchsabgeglichenem Bedarf werden mit heutigen Energiepreisen des aktuellen, im Istzustand verwendeten Energieträgers berechnet
- die Energiekosten im Zielzustand mit verbrauchsabgeglichenem Bedarf werden mit den heutigen Energiepreisen des jeweils vorgesehenen zukünftigen Energieträgers berechnet. Die Preise für Energieträger, die zukünftig eingesetzt werden sollen, können auch aus einem Portal entnommen oder mit dem Beratungsempfänger festgelegt werden. Welche Preisquelle verwendet wird, muss im iSFP kenntlich gemacht werden.
Förderung
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Die Erstellung des iSFP wird im Rahmen der Energieberatung für Wohngebäude vom BAFA gefördert. Es gelten die Förderbedingungen entsprechend der Förderrichtlinie Richtlinie für die Bundesförderung für „Energieberatung für Wohngebäude (EBW) vom 31.05.2023 und 06.08.2024.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit einen iSFP-Bonus bei Umsetzung der Einzelmaßnahmen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu beantragen.
Wer fördert: BAFA oder KfW? Stand: August 2024 -
Das BAFA fördert im Rahmen des Programms „Energieberatung für Wohngebäude“ erstellte iSFP seit dem 01.07.2017. Seit dem 01.07.2023 werden Energieberatungen für Wohngebäude nur noch gefördert, wenn ein individueller Sanierungsfahrplan mit der aktuellen iSFP-Druckapplikation erstellt wird.
Mit den Anpassungen in den Energieberatungsprogrammen EBW und EBN zum 07.08.2024 werden bis zu 50 Prozent der förderfähigen Beratungskosten gezahlt, höchstens jedoch 650 Euro für Ein- oder Zweifamilienhäuser und 850 Euro für Wohngebäude ab drei Wohneinheiten. Für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) gibt es zusätzlich einen einmaligen Zuschuss von 250 EUR, wenn der iSFP durch die Energieberatenden in WEG-Versammlungen erläutert wird.
Informationen zu den Fördervoraussetzungen und den Mindestanforderungen an den iSFP können auf der Website des BAFA abgerufen werden. Bei weiteren Fragen erteilt das BAFA auch telefonisch Auskunft — die entsprechenden Kontaktinformationen finden sich ebenfalls auf der Website des BAFA — oder es kann das Kontaktformular des BAFA genutzt werden.
Wie sieht die Förderung der Erstellung des iSFP konkret aus? Stand: August 2024 -
Die Beratung sollte stets in Hinblick auf den energetischen Zustand des Hauses, die finanziellen Möglichkeiten und die individuellen Wünsche der Eigentümerin bzw. des Eigentümers erfolgen. Die Methodik des iSFP sieht vor, dass dabei das sogenannte Bestmöglich-Prinzip angewendet wird. Gemäß dem Bestmöglich-Prinzip besteht das Ziel darin, für die einzelnen Sanierungskomponenten eine Effizienz zu erreichen, die im Farbschema der energetischen Bewertung bei dunkelgrün eingeordnet wird. Ist diese Empfehlung aus individuellen Gründen nicht möglich, kann der Effizienzstandard so weit wie nötig abgesenkt werden. In einigen Fällen, insbesondere wenn kein BEG-förderfähiger Zustand erreicht werden kann, sind explizite Erläuterungen für die Hauseigentümerinnen und -eigentümer notwendig.
Bei einer geförderten Beratung sind die technischen Mindestanforderungen der Richtlinie für die Bundesförderung für „Energieberatung für Wohngebäude“ zu beachten. In dieser sowie im „Merkblatt für die Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP)“ des BAFA sind die Mindestinhalte eines iSFP festgelegt. Sowohl Richtlinie als auch Merkblatt stehen auf der Webseite des BAFA zum Download bereit.
Ist es zwingend erforderlich, dass der iSFP eine förderfähige Sanierungsvariante darstellt? Stand: Juli 2023 -
Generell reduziert die Vorlage eines Sanierungsfahrplans in Baden-Württemberg den Pflichtanteil des EWärmeG von 15 Prozent auf 10 Prozent an erneuerbare Energien. Die formalen Anforderungen werden mit dem Standard für einen bundesweit einheitlichen iSFP erfüllt.
Wird der iSFP auch zur Erfüllung des EWärmeG in Baden-Württemberg anerkannt? Stand: November 2021 -
Im Förderprozess bei der BEG-Förderung wird der iSFP an drei Stellen benötigt:
- Im Rahmen des BEG-Antrags für die Umsetzung von Maßnahmen aus dem iSFP. Der erstellte iSFP muss den Energieeffizienz-Expertinnen und -Experten vorliegen, damit sie einen iSFP-Bonus beantragen können.
- Nach der Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen des Verwendungsnachweises. Hier müssen die Antragsstellenden nachweisen, dass die realisierte BEG-Maßnahme einer im iSFP empfohlenen Maßnahme entspricht. Der iSFP muss abschließend bestätigt und ausgezahlt worden sein.
- Im Rahmen von Vor-Ort-Kontrollen durch die Durchführer der BEG, wenn im Rahmen der Förderung ein iSFP-Bonus gewährt wurde. Mittels Vor-Ort-Kontrollen wird überprüft, ob das geförderte Bauvorhaben tatsächlich den beantragten Effizienzhaus-Standard erreicht bzw. ob die umgesetzten Einzelmaßnahmen die technischen Mindestanforderungen erfüllen. Die Durchführer behalten sich vor, den iSFP auf missbräuchliche Nutzung zu prüfen.
Fragen zu den Förderprogrammen und den Antragsverfahren beantwortet das BAFA.
An welchen Stellen muss im BEG-Förderprozess ein iSFP vorgelegt werden? Stand: Juli 2023 -
Die beantragte Maßnahme muss im iSFP benannt bzw. bilanziert worden sein. Für nicht im iSFP aufgeführte Maßnahmen wird kein iSFP-Bonus gewährt.
Unwesentliche inhaltliche Abweichungen (sofern die technischen Mindestanforderungen der BEG eingehalten werden), eine Übererfüllung / Ambitionssteigerung gegenüber den iSFP-Vorgaben oder Änderungen der zeitlichen Reihenfolge sind für den Bonus unschädlich. Abweichungen von der im Zuwendungsbescheid bewilligten Maßnahme sind dem BAFA unverzüglich anzuzeigen.
Mehr Informationen dazu siehe BEG FAQ auf dieser Website des BMWE sowie die FAQ zum Thema iSFP auf der Webseite des BAFA EBW .
Fragen und Antworten zu den Förderprogrammen und Antragsverfahren sind auf der Webseite des BAFA zu finden.
Muss der iSFP für die Gewährung des iSFP-Bonus (BEG) wie vorgeschlagen umgesetzt oder kann davon abgewichen werden? Stand: April 2026
DIN V 18599
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Beispiel: Wäschereien, leerstehende Gewerbeeinheiten, Sporthallen mit Zuschauerbereich, Sport- und Freizeitbäder
Nach GEG § 21 (3) kann für Nutzungen, die nicht in DIN V 18599-10: 2018-09 aufgeführt sind, entweder
- die Nutzung Nr.17 der Tabelle 5 im Teil 10 (Sonstige Aufenthaltsräume) verwendet werden oder
- eine Nutzung auf der Grundlage der DIN V 18599-10 unter Anwendung eines gesicherten allgemeinen Wissensstandes individuell bestimmt werden.
Dieses Profil wird sowohl beim Referenzgebäude als auch beim realen Gebäude angewendet. Die gewählten Angaben im Falle b) sind zu begründen und dem Nachweis beizufügen. Im Falle einer noch nicht feststehenden zukünftigen Nutzung einer Zone muss das Nutzungsprofil Nr. 17 verwendet werden.
Wie ist bei der Berechnung mit Gebäuden, die nicht im Nutzungsprofil der DIN V 18599 Teil 10 aufgeführt sind, zu verfahren? Stand: November 2021 -
Die Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs für Nichtwohngebäude erfolgt nach DIN V 18599-1: 2018-09 oder mit vereinfachten Berechnungsverfahren für Nichtwohngebäude unter Verwendung eines Ein-Zonen-Modells (§ 32 GEG).
Das vereinfachte Verfahren nach § 32 GEG gilt u.a. für Schulen, Turnhallen, Kindergärten und-tagesstätten und ähnliche Einrichtungen und darf damit für den geschilderten Fall angewandt werden. Nach Anlage 2 Nr. 3.2.1 ist abweichend zu Nr. 2.2.1 für die Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs die entsprechende Nutzung nach Tabelle 4 Spalte 4 zu verwenden. Der Nutzenergiebedarf für Warmwasser ist mit dem Wert aus Spalte 5 in Ansatz zu bringen.
Nach Anlage 2 Nr. 2.1.2 gilt für die Bilanzierung des Warmwassers: Der Primärenergiebedarf für Warmwasser ist zu bilanzieren, wenn ein Nutzenergiebedarf für Warmwasser in Ansatz zu bringen ist und der durchschnittliche tägliche Nutzenergiebedarf für Warmwasser wenigstens 0,2 kWh pro Person und Tag oder 0,2 kWh pro Beschäftigtem und Tag beträgt.
Es gibt beim vereinfachten Verfahren keine abweichende Bestimmung zu Punkt 2.1.2, so dass dieser auch bei der Berechnung mit dem vereinfachten Verfahren angewandt werden kann.
Die aus formaler Sicht beschriebene Bewertung (Berechnung ohne Warmwasser) ist auch aus inhaltlicher Sicht sinnvoll. Zum einen soll das vereinfachte Verfahren einfacher als eine ausführliche Berechnung sein, dies würde durch eine zusätzliche generelle Einbeziehung des Warmwassers konterkariert. Außerdem würde eine rechnerische Einbeziehung eines real kaum vorhandenen Warmwasserbedarfs möglicherweise zu einer anlagentechnischen Fehloptimierung führen (z.B. Einbau einer solarthermischen Anlage in Gebäude ohne nennenswerten Warmwasserbedarf).
Darf beim vereinfachten Nachweis auf die Bilanzierung des Warmwassers (Bedarf >0,2kWh/pro Person und Tag) verzichtet werden? Stand: November 2021 -
Für den Fall verschiedener Nichtwohn-Nutzungen sieht das GEG vor, das Gebäude in Zonen einzuteilen. Es wird dann ein Ausweis für alle Zonen zusammen erstellt. Siehe dazu GEG § 21 (2) und in den Bekanntmachungen der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Nichtwohngebäudebestand unter Nr. 2.2. Bei der Aufteilung des Gebäudes in Zonen müssen deren Abmessungen und Geometrie mit folgender Genauigkeit ermittelt werden:
- die einzelnen Zonenflächen mit einer Toleranz von ±10 Prozent und
- die Abweichungen der Einzelflächen im Mittel müssen so ausfallen, dass für die sich ergebende Gesamtfläche des Gebäudes die Einhaltung einer Toleranz von -20 Prozent /+5 Prozent zu erwarten ist.
Auf Seite 2 des Musters Energieausweis für Nichtwohngebäude ist ein Feld für die Liste der verschiedenen Zonen vorgesehen.
Wie ist bei Gebäuden mit unterschiedlich genutzten Gewerbeeinheiten bei der Ausstellung von Energieausweises vorzugehen? Stand: Januar 2022 -
Nach DIN 18599-5 können die, über die charakteristische Länge für das Gesamtgebäude ermittelten Leitungslängen, flächenanteilig auf die Zonen verteilt werden. Somit können Leitungslängen für Heizkreise ermittelt werden, die sich über verschiedene Zonen erstrecken. Doch wie ist zu verfahren, wenn eine Zone mehreren Heizkreisen zugeordnet ist? Sind in den ermittelten Leitungslängen Lv, Ls, La die Anschlussleitungen für RLT-Heizregister oder ähnliche Komponenten bereits enthalten? Wenn ja, wie soll der Anteil dieser Leizungen an den Leitungslängen ermittelt werden?
Wenn keine detaillierte Rohrnetzplanung vorliegt, können nach DIN V 18599-5 die Längen des Heizungs-Rohrnetzes vereinfachend aus den geometrischen Gebäudedaten/Zonendaten (Standardwerte Tabelle 26) ermittelt werden.
Dabei wird davon ausgegangen, dass ein durchschnittliches Rohrnetz aus drei unterschiedlichen Bereichen V (horizontale Verteilung vom Wärmeerzeuger zu den Strängen), S (Steigleitungen) und A (Anbindeleitungen von Strängen zu Heizkörpern) besteht.
Besteht ein Gebäude aus mehreren Zonen, so wird vereinfachend die Länge der Anbinde- und Strangleitungen aus den geometrischen Abmessungen der jeweiligen Zone bestimmt. Die Längen der Verteilleitungen werden mit den geometrischen Abmessungen des gesamten Gebäudes ermittelt.
Alternativ kann die Verteilung (gemeint ist das ganze Rohrnetz, bestehend aus den Bereichen V, S und A) für das gesamte Gebäude gemeinsam berechnet werden; die Wärmeverluste werden dann den Zonen entsprechend ihrer Flächenanteile zugeordnet. Die Leitungslängen für die Beheizung von dezentralen RLT-Geräten sind wie für Warmwasserheizungsanlagen zu berechnen. Bei zentralen RLT-Geräten ist die Länge entsprechend ihrer Platzierung vorzugeben.
Wenn eine Zone bzw. mehrere Zonen durch mehrere Heizkreise versorgt werden (z.B. statische Heizung und Nachheizregister für RLT-Anlage in jedem Raum), dann ergeben sich entsprechend längere Leitungen. Vorzugsweise sind in diesen Fällen die geplanten/tatsächlichen Leitungslängen zu verwenden. Eine (bei Erfordernis auch grobe) Abschätzung ist den Standardlängen vorzuziehen. Falls die Standardwerte verwendet werden sollen, sind die Längen für jeden Heizkreis in Abhängigkeit von der Geometrie (wie für einen einzelnen Heizkreis) zu ermitteln.
Wie oben ausgeführt, sind die Längen für dezentrale (raumweise) RLT-Heizregister analog zu Warmwasser-Heizkreisen zu ermitteln. Im Regelfall werden infolge unterschiedlicher Temperatur- bzw. Zeitanforderungen von der statischen Heizung getrennte Rohrleitungen verlegt. Falls das gleiche Rohrnetz verwendet wird, dann gibt es nur einen Heizkreis, eine Aufteilung ist in diesem Fall nicht erforderlich.
Wie ist bei der Ermittlung von Leitungslängen für Heizkreise vorzugehen und was geschieht, wenn mehrere Heizkreise vorhanden sind? Stand: Januar 2022 -
In der DIN V 18599 gilt einheitlich bei allen Maßbezügen im Gebäudeschnitt und für sämtliche Böden und Decken (einschließlich des unteren Gebäudeabschlusses) die Regelung „von Oberkante Rohdecke bis Oberkante Rohdecke“, unabhängig von der Lage einer Dämmschicht. Eine Ausnahme bildet der obere Gebäudeabschluss, hier wird das Außenmaß bis zu Oberkante der obersten wärmetechnisch wirksamen Schicht gemessen.
Für den öffentlich-rechtlichen Nachweis nach GEG gilt als Bezugsmaß beim unteren Gebäudeabschluss also stets die Oberkante der Rohdecke.
Welches vertikale Bezugsmaß gilt nach DIN V 18599 beim unteren Gebäudeabschluss, an Erdreich grenzend? Stand: November 2021 -
Den Aufzugsschächten kann nach DIN V 18599-10, genauso wie den meist angrenzenden Fluren und Treppenräumen, das Nutzungsprofil Verkehrsflächen zugewiesen werden. Damit ist eine Zuordnung in die gleiche Gebäudezone grundsätzlich erst einmal möglich.
Der Mindestaußenluftvolumenstrom entsprechend den Richtwerten nach DIN V 18599-10 Tabelle 4 wird für Verkehrsflächen mit null angesetzt. Dadurch ergeben sich bei freier Lüftung die Lüftungswärmeverluste nur in Abhängigkeit der Gebäudedichtheit und des Zonenvolumens aus der Infiltration.
Ob die Flächen gleicher Nutzung auch innerhalb einer Zone bilanziert werden können, hängt im Weiteren davon ab, wie diese konditioniert sind. Für die Charakterisierung eines Raumes oder einer Raumgruppe als unbeheizt, sollten daher zwei Aspekte untersucht werden:
Wie ist der Bezug der betrachteten Räume bzw. Raumgruppe nach außen?
Insbesondere für innen liegende Aufzugsschächte gilt, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche (oberer und unterer Abschluss) bezogen auf das Volumen sehr klein ist. Die Einstufung des Schachtes als unbeheizte Zone würde also die wärmeübertragende Umfassungsfläche erhöhen und somit die Transmissionswärmeverluste über die (meist) ungedämmten Schachtwände überbewerten.
Besteht eine thermische Trennung zur angrenzenden beheizten Zonen?
Als zusätzliches Kriterium kann die thermische Trennung zwischen zwei Bereichen herangezogen werden. An Trennflächen zwischen beheizten und in beheizten Räumen werden Anforderungen an den Mindestwärmeschutz gestellt. Wenn diese bei den Schachtwänden nicht berücksichtigt werden oder wurden, dann sind die entsprechenden Außenflächen zu dämmen und der Schacht wird Bestandteil des beheizten Volumens.
Unter Würdigung des vorgenannten ist das Zuordnen des Aufzugsschachtes in die angrenzende Verkehrsfläche als richtige Vorgehensweise zu werten.
Wie werden Aufzugschächte, welche sich im beheizten Gebäudevolumen befinden, bei der Zonierung eingeordnet? Stand: November 2021 -
Leider gibt es derzeit kein vereinfachtes Verfahren zum Thema Grundwasserkühlung in der DIN V 18599. Jedenfalls ist es nicht beschrieben. Sie können jedoch (nach Norm) folgendermaßen vorgehen:
Die Kühlfunktion mit den entsprechenden Systemtemperaturen (z.B. 12 – 16°C) berechnen, die entsprechende Wasserhydraulik aufbauen (zur Bewertung der Stromaufwände für die Verteilung) und ohne Kältemaschine berechnen. Also die Kreise, Systemtemperaturen und Widerstände entsprechend zusammenstellen und ohne Kältemaschine berechnen.
Die Norm sieht diese Möglichkeit vor. Ersatzweise können Sie mit einer Kältemaschine rechnen und die Kaltwassersysteme analog aufbauen. Dann nach der Berechnung den Stromaufwand für den Kompressor abziehen.
Die pauschalen Zuschlagswerte im GEG beziehen sich nur auf die Wohngebäude und können für Bürogebäude nicht verwendet werden.
Wie ist bei einer Grundwasserkühlung über Betonkernaktivierung zu verfahren? Stand: November 2021 -
Für eine Berücksichtigung im beheizten Gebäudevolumen muss ein Treppenhaus nicht zwingend direkt beheizt werden. Im Folgenden einige allgemeine Erläuterungen:
Nach Regelung der EnEV durch Anlage 1 Abschnitt 1.3.1 ist die wärmeübertragende Umfassungsfläche A so festzulegen, dass ein Ein-Zonen-Modell entsteht, das mindestens die beheizten Räume einschließt. Im Sinne der EnEV sind beheizte Räume solche Räume, die auf Grund bestimmungsgemäßer Nutzung direkt oder durch Raumverbund beheizt werden. Nach EnEV ist zur Bestimmung der Bilanzierungsgrenze also weder erforderlich, dass ein betrachteter Raum direkt beheizt ist, noch, dass das Gebäudevolumen ausschließlich beheizte Räume umschließt. Für die Festlegung von Systemgrenzen besteht also ein fachlicher Ermessensspielraum um die Beheizungssituation möglichst angenähert abbilden zu können, wie am Beispiel eines nicht direkt beheizten Treppenhauses:
Bei einem nicht direkt beheizten aber außen gedämmten Treppenhaus ist es sinnvoll, dieses dem beheizten Gebäudevolumen zuzuschlagen, besonders, wenn die trennenden Bauteile zwischen Treppenhaus und den beheizten Räumen der Wohngeschosse dem Dämmstandard von Innenbauteilen entsprechen. Für das Treppenhaus kann dabei eine Beheizung durch Raumverbund über die Innenbauteile angenommen werden. Das Vorhandensein von Heizkörpern und somit direkte Beheizung ist für diesen Ansatz nicht zwingend notwendig. In diesem Fall verläuft die Systemgrenze entlang der Außenbauteile des Treppenhauses einschließlich der Umfassungsflächen eines ggf. thermisch nicht abgetrennten Kellerabgangs. Dieser Ansatz ist meist bei einem im Gebäude liegenden Treppenhaus sinnvoll.
Bei einem (unbeheizten) Treppenhaus, bei dem die trennenden Bauteile zu den beheizten Wohnungen gedämmt sind, ist es sinnvoll, dieses nicht im beheizten Gebäudevolumen zu berücksichtigen. In diesem Fall verläuft die Systemgrenze entlang der trennenden Bauteile zu den beheizten Wohnungen. Dieser Ansatz ist meist bei einem dem Gebäude vorgelagerten (unbeheizten) Treppenhaus sinnvoll.
Gelten Treppenhäuser bei Mehrfamilienhäusern als beheizt und müssen der thermischen Hüllfläche zugeschlagen werden, wenn in den Treppenaufgängen keine Heizkörper vorhanden sind? Stand: Januar 2022 -
In einem BHKW wird ein Brennstoff verbrannt und damit werden Strom und Wärme erzeugt (Kraft-Wärme-Kopplung – KWK), außerdem treten Wärmeverluste auf. Aus Sicht der Gebäudebewertung gibt es zwei Möglichkeiten:
A) Bilanzierung von Brennstoff, Wärme- und Stromerzeugung (Verfahren A der DIN V 18599-9:2018-09)
B) Bilanzierung der vom BHKW gelieferten Wärmemenge mit einem zugehörigen Primärenergiefaktor (Verfahren B der DIN V 18599-9:2018-09)
Verfahren A ist z.B. für eine Wirtschaftlichkeitsbewertung erforderlich. Aus Sicht des GEG hat man dann allerdings das Problem, dass der erzeugte KWK-Strom zu bewerten ist. Um diese Frage zu umgehen und eine Gleichbehandlung von KWK innerhalb des Gebäudes und externer KWK in einem Wärmenetz (auch hier wird die gesamte erzeugte Strommenge angerechnet) zu erreichen, fordert das GEG verbindlich die Anwendung des Verfahrens B für Energieausweise.
Das Verfahren B ist thermodynamisch mit einem Nah- oder Fernwärmesystem vergleichbar, hier werden ebenfalls Brennstoffe eingesetzt, es wird meist Strom und Wärme erzeugt, es treten Verluste auf.
Die Berechnung des Primärenergiefaktors der Wärme aus dem BHKW erfolgt mit der sogenannten Stromgutschrift-Methode. Dabei wird für jede erzeugte kWh BHKW-Strom eine primärenergetische Gutschrift von 2,8 kWh von der insgesamt für den Betrieb des BHKW aufzuwendenden Primärenergie abgezogen. Die Gutschrift erfolgt unabhängig davon, ob der Strom im Gebäude selbst verbraucht oder ins Netz eingespeist wird.
Der Strom aus dem BHKW wird in der GEG-Bilanz also bereits im Primärenergiefaktor der Wärme berücksichtigt und darf nicht noch einmal angerechnet werden, unabhängig davon, ob er im Gebäude verbraucht oder eingespeist wird (vgl. auch GEG § 23).
Darf ich ein BHKW als zentrales Heizsystem einsetzen oder ist es immer als "Nah-/Fernwärme"-System zu betrachten? Stand: November 2021 -
Eine Bilanzierung von Brennstoffzellen ist mit der DIN V 18599: 2018-09 möglich.
Mit dieser Norm lässt sich der für die GEG-/KfW-Berechnung erforderliche Primärenergiefaktor einer Brennstoffzellenheizung in Wohngebäuden und auch in Nichtwohngebäuden mit ähnlichem Wärmebedarfsprofil bestimmen. Weiterhin werden Deckungsanteile sowie Erdgasbedarf und erzeugte Strommenge ermittelt.
Wie bilanziere ich eine Brennstoffzellenheizung nach DIN V 4701 oder DIN V 18599? Stand: November 2021 -
Nach GEG § 20 (1) ist der Jahres-Primärenergiebedarf Qp für Wohngebäude nach DIN V 18599: 2018-09 zu ermitteln und kann (2) für Wohngebäude, die nicht gekühlt werden, alternativ nach DIN V 4108-6 und DIN V 4701-10 ermittelt werden.
D.h. für Wohngebäude, die gekühlt werden, darf das Berechnungsverfahren nach DIN V 4108-6 und DIN V 4701-10 nicht angewendet werden.
Ist bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit aktiver Kühlfunktion eine Bilanzierung nach DIN V 18599 vorgeschrieben? Stand: November 2021 -
Nach DIN V 18599 wird als Energiebezugsfläche grundsätzlich die Nettogrundfläche ANGF verwendet. Dies gilt für Nichtwohngebäude sowohl bei der Berechnung der internen Wärmequellen als auch bei der Verwendung von Tabellenwerten für die Berechnung des Nutzwärmebedarfs von Trinkwarmwasser. In GEG- und KfW-Nachweisen von Wohngebäuden muss hierbei hingegen stets die Gebäudenutzfläche nach GEG als Energiebezugsfläche herangezogen werden.
Für die Verwendung der Tabellenwerte im Berechnungsverfahren ist eine Umrechnung vorzunehmen, die den Bezug auf die Nettogrundfläche ANGF herstellt. Bei bekannter Nutzfläche kann diese direkt in Ansatz gebracht werden. Vereinfacht kann die Umrechnung über Nettogrundfläche = 1,1 * Beheizte Wohnfläche erfolgen.
Wann ist eine Verwendung der Energiebezugsfläche (ANGF zu Wohnfläche) zur Einhaltung der Randbedingungen der DIN 18599-10 (Tabelle 3) zu unterscheiden und was ist hierbei zu beachten? Stand: Januar 2022 -
Grundsätzlich können hier zwei Anwendungsfälle unterschieden werden.
a) Abwärme wird direkt genutzt.
In diesem Fall wird die Abwärme als interne Wärmelast bilanziert. Wenn diese Lasten nicht zu den jeweiligen Lasten aus den entsprechenden Nutzungsprofilen passen, sollten diese angepasst werden. Für einen GEG-Nachweis ist dies unter Einsatz einer Erläuterung zulässig. Die KfW schließt dieses Vorgehen hingegen aus.
Das Vorgehen ist geeignet, wenn die Ergebnisse der Bilanzierung sehr stark von der Realität abweichen. Beispielsweise sind die internen Lasten deutlich zu klein und die Bilanzierung ergibt einen Heizwärmebedarf, obwohl eigentlich keiner zu erwarten wäre.
b) Abwärme wird indirekt genutzt.
Dieser Fall ist in Teil 1 der DIN V 18599 beschrieben. Für das System muss ein Primärenergiefaktor berechnet werden. Hierfür werden die Deckungsanteile der Erzeuger sowie die Nutzungsgrade und Arbeitszahlen inklusive der eingesetzten Hilfsenergie benötigt.
Im Nachweis selbst kann dann „Nahwärme“ als Energieträger ausgewählt und anschließend der berechnete Primärenergiefaktor hinterlegt werden.
Welche Möglichkeiten gibt es interne Prozessabwärme in der Bilanzierung zu berücksichtigen? Stand: Februar 2022
Bauphysik
Berücksichtigung von Wärmebrücken in der Energiebilanz
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Wärmebrücken werden in der Energiebilanz nach DIN TS 18599-2 und 4108-6 durch einen Wärmebrückenzuschlag ΔUWB als Aufschlag auf den U-Wert aller Umgebungsbauteile berücksichtigt. Dieser fällt je nach Nachweisverfahren unterschiedlich hoch aus.
Wie werden Wärmebrücken in der Energiebilanz berücksichtigt? Stand: Oktober 2026 -
Gleichwertigkeitsnachweis nach DIN 4108 Beiblatt 2
- Gleichwertigkeitsnachweis nach Kategorie A
- Führt zu einem Wärmebrückenzuschlag ΔUWB=0,05 W/m2K
Gleichwertigkeitsnachweis nach Kategorie B
- Führt zu einem Wärmebrückenzuschlag ΔUWB=0,03 W/m2K
Erweiterter Gleichwertigkeitsnachweis
- Ergänzung des Gleichwertigkeitsnachweises mit nicht gleichwertigen oder nicht im Beiblatt vorhandenen Wärmebrücken
- Wärmebrückenzuschlag bei Gleichwertigkeitsnachweis Kategorie A: ΔUWB=0,05 W/m2K +∑(Ψi-Ψref,Bbl)*liA
- Wärmebrückenzuschlag bei Gleichwertigkeitsnachweis Kategorie B: ΔUWB=0,03 W/m2K +∑(Ψi-Ψref,Bbl)*liA
- Dabei entfällt Ψref,Bbl, wenn es keine entsprechende Anschlusssituation im Beiblatt gibt.
Detaillierter Wärmebrückennachweis
- Exakte Erfassung aller Wärmebrücken (außer Bagatellregel nach DIN 4108 Beiblatt 2, Kapitel 5.5).
- Berechnung aller Wärmebrückenverluste: Dazu wird jede Wärmebrücke simuliert und mit ihrer Einflusslänge verrechnet.
- Führt zu einem exakten projektspezifischen Wärmebrückenzuschlag
- Durch gezielte wärmebrückenoptimierte Planung sind Wärmebrückenzuschläge deutlich unter den Zuschlägen des Gleichwertigkeitsnachweises möglich
- Beste Möglichkeit des Planers auf Einflussnahme, da sich jede Verbesserung von einzelnen Wärmebrücken direkt auf die Bilanz auswirkt
Pauschaler Wärmebrückenzuschlag
- Ohne Nachweis ΔUWB = 0,1 W/m2K
- Ausnahme: Bei Innendämmung mit einbindenden Massivdecken ΔUWB = 0,15 W/m2K
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Das Gebäudeforum klimaneutral stellt die Formblätter A-C zur Dokumentation von Wärmebrückennachweise zur Verfügung.
Gleichwertigkeitsnachweise: Formblatt A1 und Formblatt A2
- In Formblatt A1 sind viele Details, die häufig vorkommen, bereits eingetragen.
- In Formblatt A2 gibt es eine freie Detaileingabe, welche auch als Ergänzung von A1 sinnvoll ist.
Erweiterte Gleichwertigkeitsnachweise: Formblatt A und Formblatt B
- Formblatt B als Ergänzung zum normalen Gleichwertigkeitsnachweis auf Formblatt A.
- Tatsächlicher Wärmebrückenzuschlag steht dann auf Formblatt B.
Detaillierte Wärmebrückennachweise: Formblatt C
- Möglichkeit zur Eingabe von bis zu 60 Wärmebrückendetails.
Die Formblätter sind Teil des Leitfadens Die Wärmebrückenbewertung bei der energetischen Bilanzierung von Gebäuden.
Wann verwende ich welche Dokumentationshilfe? Stand: Oktober 2026 -
Das ist grundsätzlich möglich, in den meisten Fällen jedoch nicht sinnvoll. Gerade im Neubau, bei dem sehr hohe Anforderungen an die Gebäudehülle gestellt werden, wird eine Erfüllung der Anforderungen mit einem Wärmebrückenzuschlag von 0,1 W/m2K nur mit unwirtschaftlichen Dämmstärken möglich. Gleichzeitig kann eine gute Wärmebrückenplanung zur Einsparung von Dämmung an den Regelbauteilen führen und sich somit wirtschaftlich schnell lohnen.
Bei Sanierungsvorhaben kann es sinnvoller sein, den pauschalen Wärmebrückenzuschlag von 0,1 W/m2K oder sogar 0,15 W/m2K zu wählen, wenn die zur Reduzierung geforderten Wärmebrückenmaßnahmen nur mit sehr hohem Aufwand möglich sind oder der Nachweis aufgrund der Bauweise schwierig ist (z.B. bei Innendämmung / Kellerdecke wird nur unterseitig gedämmt).
Kann für Effizienzhäuser der pauschale Zuschlag von 0,1 W/m²K verwendet werden? Stand: Oktober 2026 -
Ein Planer hat mehrere Möglichkeiten, Einbau-Rollladenkästen (die zusammen mit den Mauersteinen eingemauert werden) im energetischen Nachweis zu berücksichtigen. Als erstes zu nennen wäre die „Flächenvariante“ a oder b:
- Als eigene Außenbauteilfläche, mit der Ansichtsfläche des Rollladenkastens und dem Usb-Wert (dem U-Wert des Rollladenkastens, engl. shutter box)
- Im ψ-Wert des Bauteilanschlusses Wand – Rohbaufensteröffnung. Dabei wird so getan, als ob da, wo sich eigentlich der Rollladenkasten befindet, ebenfalls normales Mauerwerk wäre, d.h. der Rollladenkasten wird übermessen und seine Fläche der Wandfläche zugeschlagen. In der Regel ist der Usb-Wert höher also schlechter als der U-Wert der normalen Außenwand. Diese schlechtere Dämmwirkung des Rollladenkastens schlägt sich dann im entsprechend höheren ψ-Wert des oberen Blendrahmenanschlusses an die Rohbauöffnung nieder.
In beiden Fällen können Sie die Wärmebrücken mit einer „ψ-Variante“ 1 oder 2 berücksichtigen:
- pauschal (z.B. 0,03 oder 0,05 W/(m2K) ∙ Hüllfläche) oder
- individuell berücksichtigen (ψ-Wert selbst berechnet mit Ersatzmodell oder mit detaillierter Modellierung, oder aus Wärmebrückenkatalog oder Herstellernachweis übernommen – dabei verwenden Wärmebrückenkataloge und Herstellernachweise eine detaillierte Modellierung). Die Berechnung des vorhandenen ψ-Werts erfolgt dabei nach der in Anhang E des Beiblatts 2 beschriebenen Vorgehensweise.
Üblich ist, dass der Rollladenkasten der Wandfläche zugeschlagen wird (Flächenvariante b), und dann ein pauschaler Wärmebrückenzuschlag ΔUWB = 0,03 oder 0,05 W/(m2K) angesetzt wird (ψ-Variante 1), je nachdem, ob alle anderen Wärmebrücken die Kategorie B oder nur die Kategorie A im Gleichwertigkeitsnachweis einhalten.
Der wärmetechnische Einfluss des Rollladenkastens und der Einbausituation steckt dabei im ψ-Wert des oberen Bauteilanschlusses zwischen Blendrahmen und Rohbauöffnung. Die Pauschalwerte 0,03 bzw. 0,05 W/(m2K) enthalten ausreichend Sicherheitszuschläge für den Einfluss des Rollladenkastens und der Einbausituation – aber nur, wenn der Kasten und die Einbausituation der Kategorie B (und damit den ψref-Werten) in DIN 4108 Beiblatt 2 entsprechen. Ein bildlicher Gleichwertigkeitsnachweis ist bei Rollladenkästen praktisch nicht möglich.
Entsprechen der Rollladenkasten (die „schlechtesten Rolladenkästen“ aus Ihrer Frage) und/oder die Einbausituation nicht der DIN 4108 Beiblatt 2, muss die Flächenvariante a mit der ψ-Variante 1 oder 2 gewählt werden, oder die Flächenvariante b mit der ψ-Variante 2 (individuelle Berechnung mit Ersatzmodel oder detaillierter Modellierung), aber die ψ-Variante 1 (pauschale Berückichtigung über ΔUWB) geht nicht. Damit wäre der energetische Einfluss des schlechten Kastens entweder mittels Usb oder mittels eines hohen individuellen ψ-Werts wiederum zutreffend berücksichtigt.
Wie können Rollladenkästen in der Wärmebrückenberechnung berücksichtigt werden? Stand: Oktober 2026 -
Ja, die Bagatellregel kann auch für detaillierte Wärmebrückennachweise angewandt werden (siehe Wärmebrückenleitfaden Seite 7).
Gilt die Bagatellregel auch für detaillierte Wärmebrückennachweise? Stand: Oktober 2026 -
Für denkmalgeschützte Sanierungsvorhaben kann es sich schwierig gestalten, einen Gleichwertigkeitsnachweis zu führen. Innendämmungen sind in den Konstruktionsbeispielen nicht abgebildet und machen es schwer, den Referenzwert für Ψ für außengedämmte Bauweisen zu erreichen.
Bei einer Untersuchung der Wärmebrücken im Denkmalschutz sollten deshalb auf kritische Wärmebrücken hinsichtlich des Mindestwärmeschutz (fRsi) hingewiesen werden.
Hilfreich ist auch der dena-Leitfaden: Wärmebrücken in der Bestandssanierung.
Wie müssen Wärmebrücken bei denkmalgeschützten Gebäuden berücksichtigt werden? Stand: Oktober 2026 -
Wenn eine Wärmebrücke nicht gleichwertig ausgeführt werden kann oder diese nicht in den Konstruktionsbeispielen des Beiblatt 2 aufgeführt ist, muss ein erweiterter Gleichwertigkeitsnachweis geführt werden, der mithilfe des Formblatt B dokumentiert werden kann. Dazu muss die Wärmebrücke, die nicht gleichwertig geplant ist, zusätzlich auf den Wärmebrückenzuschlag des Gleichwertigkeitsnachweises aufgeschlagen werden. Dazu wird der Ψ-Wert mit der vorhandenen Konstruktion ermittelt und mit der Bezugslänge multipliziert.
Sollte es im Beiblatt 2 einen Referenzwert für Ψ für die Anschlussstelle geben, kann dieser von dem berechneten Ψ- Wert abgezogen werden, sodass nur der Anteil der Wärmebrückenverluste aufgeschlagen wird, der über den zulässigen Referenzwert hinausgeht (siehe auch FAQ „Welche Methoden zum Nachweis der Gleichwertigkeit eines Anschlussdetails gibt es?“).
Wie muss ich vorgehen, wenn eine Wärmebrücke nicht gleichwertig ausgeführt werden kann? Stand: Oktober 2026
Temperaturfaktor bei Wärmebrücken
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Der fRsi muss grundsätzlich separat nachgewiesen werden, sobald eine Konstruktion nicht das konstruktive Prinzip der Vergleichskonstruktion nach Beiblatt 2 einhält. Grundsätzlich können aber viele Wärmebrücken durch die Erfahrung eines Ingenieurs als unkritisch eingeschätzt werden. Hier sollte man sich als Fachingenieur jedoch stets auf der sicheren Seite wissen und kein Risiko eingehen.
Wann muss der fRsi separat nachgewiesen werden? Stand: Oktober 2026 -
Grundsätzlich ist der Mindestwärmeschutz nur bei einer Einhaltung der Konstruktionsprinzipien nach DIN 4108 Beiblatt 2 gegeben. Es gibt einige Wärmebrücken, die im Beiblatt beschrieben sind, für die dies in speziellen Fällen nicht gilt. Dies ist aber am entsprechenden Konstruktionsbeispiel im Beiblatt vermerkt.
Bei eigenen Konstruktionslösungen, bei denen die Gleichwertigkeit über den Ψ- Wert nachgewiesen wird, ist der Mindestwärmeschutz nicht automatisch eingehalten und sollte bei einer kritischen Anschlusssituation separat nachgewiesen werden.
Ist bei Gleichwertigkeit von Wärmebrücken nach DIN 4108 – Beiblatt 2 der Mindestwärmeschutz automatisch eingehalten? Stand: Oktober 2026
Nachweisführung
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Bildlicher Nachweis / Konstruktives Grundprinzip
- Für den Nachweis der Gleichwertigkeit über das Konstruktive Grundprinzip muss für die betrachtete Wärmebrücke das entsprechende Konstruktionsbeispiel aus dem Beiblatt 2 herausgesucht werden.
- Die geplante Konstruktion muss nun alle Anforderungen hinsichtlich der Vorgaben wie Dämmstärke, Dämmlage und Wärmeleitfähigkeit einhalten, um Gleichwertigkeit zu erzielen
Nachweis über den R-Wert
- Der Nachweis kommt ins Spiel, sobald eine Schicht in der Konstruktion zwar den gleichen oder besseren R-Wert aufweist, im Vergleich zur Konstruktion des Beiblattes aber die Anforderungen an Dämmstärke oder Wärmeleitfähigkeit nicht einhalten. Dies tritt in zwei Fällen auf:
- Wärmeleitfähigkeit größer und Dämmstärke größer als in der Vergleichskonstruktion
- Wärmeleitfähigkeit kleiner und Dämmstärke kleiner als in der Vergleichskonstruktion
- Der Nachweis ist erfüllt, wenn der Wärmedurchlasswiderstand der vorhandenen Schicht mindestens so groß ist wie der Wärmedurchlasswiderstand der Vergleichskonstruktion (Ri=diλi≥Rref)
Referenzwertmethode: Nachweis über den Ψ-Wert der Wärmebrücke
- Wärmebrückensimulation nach DIN 10211 mit Ansatz der Randbedingungen des Beiblatt 2 der DIN 4108
- Der so ermittelte Wert für Ψ darf nicht größer sein als der Referenzwert der Vergleichskonstruktion aus dem Beiblatt
- Wärmebrückenkataloge: Manche Hersteller oder Branchen stellen eigene Wärmebrückenkataloge mit Konstruktionslösungen zur Verfügung, die zu gleichwertigen Konstruktionen führen. Die hier angegebenen Referenzwerte können dann ebenfalls zur Nachweisführung verwendet werden.
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Ja, für jede Wärmebrücke stehen alle Methoden zur Nachweisführung zur Verfügung, also über das konstruktive Grundprinzip, den R-Wert oder die Referenzwertmethode (siehe FAQ „Welche Methoden zum Nachweis der Gleichwertigkeit eines Anschlussdetails gibt es?“)
Es ist lediglich für jedes relevante Anschlussdetail Gleichwertigkeit zu erzielen, unabhängig von der gewählten Methode an anderen Anschlussdetails.
Dürfen die Methoden zum Nachweis der Gleichwertigkeit von Wärmebrücken innerhalb eines Gleichwertigkeitsnachweises gemischt werden? Stand: Oktober 2026 -
Beiblatt 2 der DIN 4108 gibt dem Planer zur Modellierung von Fenstern zwei Möglichkeiten. Die erste besteht in der Erstellung eines Ersatzfenstersystems, dessen Modellierung in Kapitel 6.2.2 erläutert wird. Bei Verwendung des Ersatzfenstersystems muss dabei zusätzlich ein Korrekturwert für fRsi und Ψ angesetzt werden, da durch die Vereinfachungen des Fenstersystems bestimmte thermische Vorgänge nicht berücksichtigt werden
Bei Verwendung der Referenzbauteile nach Anhang F des Beiblatt 2 müssen keine Korrekturwerte angesetzt werden. Viele Wärmebrückensimulationsprogramme haben die Referenzbauteile bereits vormodelliert, sodass diese einfach in die Simulation eingefügt werden können.
Was ist der Unterschied zwischen dem Ersatzfenstersystem und dem Referenzfenstersystem? Stand: Oktober 2026 -
Wasserführende Schichten können bei wärmeschutztechnischen Nachweisen nicht berücksichtigt werden, das betrifft in diesem Fall auch wasserführende Substrate von Gründächern. Dieser Fall tritt besonders in der Heizperiode ein.
Eine Ausnahme sind Systeme, welche nachweislich dauerhaft trocken bleiben und dies durch eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung bestätigt werden kann.
Dürfen Gründächer bei der Berechnung von wärmeschutztechnischen Nachweisen berücksichtigt werden? Stand: Oktober 2026
Heizungs- und Gebäudetechnik
Hydraulischer Abgleich
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Die gesetzlichen Anforderungen für den hydraulischen Abgleich finden sich im Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG).
Nach § 60c GModG ist ein hydraulischer Abgleich verpflichtend, wenn in einem Gebäude mit mindestens sechs Wohneinheiten eine neue wassergeführte Heizungsanlage eingebaut wird. Zudem gelten die Betreiberpflichten zur Heizungsprüfung und –optimierung nach § 60b GModG für Gebäude ab sechs Wohn- oder Nutzungseinheiten, unabhängig davon, ob ein Heizungstausch stattfindet.
Ausnahmen zur Pflicht des hydraulischen Abgleichs bestehen, wenn das Heizsystem in der aktuellen Konfiguration bereits hydraulisch abgeglichen wurde oder das Gebäude über eine hochmoderne Gebäudeautomation nach § 56 GModG gesteuert wird.
Zusätzlich zu den direkten Vorgaben des GModG bleiben indirekte Verpflichten aus den anerkannten Regeln der Technik bestehen. Diese ergibt sich aus der Anwendung weiterer Richtlinien und Normen.
Eine Pflicht, Heizungsrohrnetze hydraulisch abzugleichen, ergibt sich bei Neubauten oder bei erheblichen Eingriffen in bestehende Heizungsanlagen beispielsweise aus DIN 18380 - VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen (insbesondere Absatz 3.1.1).
Auch andere Richtlinien, wie z.B. DIN V 4701-10 – Energetische Bewertung heiz- und raumlufttechnischer Anlagen und DIN EN 14336 – Heizungsanlagen in Gebäuden – Installation und Abnahme der Warmwasser-Heizungsanlagen, stellen hohe Anforderungen an die Inbetriebnahme von Heizkesseln, die sich letztlich nur durch einen hydraulischen Abgleich erfüllen lassen.
Der nachgewiesene hydraulische Abgleich stellt zudem eine Fördervoraussetzung in allen Bundesförderprogrammen von BAFA und KfW dar.
Gibt es eine gesetzliche Grundlage einen hydraulischen Abgleich durchzuführen? Stand: Oktober 2026 -
Im Rahmen der KfW-Programme „Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG WG)“, „Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude“ sowie „Wohneigentum für Familien“ ist zur Bestätigung des Hydraulischen Abgleichs das jeweilige Bestätigungsformular des VdZ - Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e.V. zu verwenden. Das Verfahren muss der Leistungsbeschreibung des VdZ-Formulars entsprechen.
Die Vorgehensweise und eventuelle Vereinfachungen beim hydraulischen Abgleich sind im VdZ-Formular und ergänzend in der VdZ-Fachregel zum hydraulischen Abgleich geregelt. Die VdZ-Formulare und die VdZ-Fachregel „Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand“ können auf der Website des VDZ heruntergeladen werden.
Bei der Heizlastberechnung nach DIN 12831 können von den Norm-Innentemperaturen abweichende Innentemperaturen individuell mit dem Bauherrn vereinbart werden (siehe Formblatt V, Abschnitt 4.3 in DIN 12831). Die ermittelte Heizlast in den einzelnen Räumen kann auf die vorhandenen Heizkörper verteilt werden, sofern die Heizflächen dafür ausreichend dimensioniert sind. Dies sollte in jedem Fall dokumentiert werden.
Inwieweit darf von den Normvorgaben (Raumtemperaturen) abgewichen werden, damit die Förderbedingungen der KfW eingehalten werden? Stand: Oktober 2026
Wärmenetze
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Nah- und Fernwärmenetze funktionieren nach demselben Prinzip: Wärme wird in einer zentralen Erzeugungsanlage produziert, über ein gedämmtes Verteilnetz transportiert und durch eine Übergabestation in die angeschlossenen Gebäude übertragen. Ein Unterschied liegt in der Reichweite und Netzlänge, ein weiterer in der Nutzung von Energiequellen und Temperaturniveaus. Von Nahwärme spricht man, wenn es sich um kleinere Wärmenetze handelt, die begrenzte Gebiete wie Nachbarschaften oder Quartiere mit Wärme versorgen. Die Wärme wird aus lokal verfügbaren erneuerbaren Quellen erzeugt.
Fernwärme basiert auf größeren, zentralisierten Netzen, die oft ganze Stadtteile abdecken und Wärme über deutlich größere Entfernungen transportieren. Fernwärme hat in der Regel auch eine höhere Temperatur, die in größeren, zentralen Anlagen erzeugt wird. Auch die Fernwärme wird schrittweise dekarbonisiert und nutzt dazu eine Vielfalt erneuerbarer Energiequellen und Anlagen. Typische Beispiele sind Tiefengeothermie, Großwärmepumpen, industrielle Abwärme, Biomasse oder große Power-to-Heat-Anlagen (P2H), die Überschüsse aus Solar- oder Windenergie nutzen.
Rechtlich wird im Wärmeplanungsgesetz lediglich von Wärmenetzen gesprochen. Netze, die mehr als zwei und weniger als 16 Gebäude oder 100 Wohneinheiten mit Wärme versorgen, werden als Gebäudenetze bezeichnet.
Was ist ein Nahwärmenetz und wie unterscheidet es sich von einem Fernwärmenetz? Stand: Oktober 2026 -
Nahwärme ist ein zentrales Versorgungskonzept mit einer Heizzentrale, in der die erforderliche Temperatur erzeugt wird. Gedämmte Verteilnetze transportieren die Wärme auf einem Temperaturniveau, mit welchem die angeschlossenen Gebäude direkt versorgt werden können.
Kalte Nahwärmenetze arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen (meist 8–25 Grad Celsius) und benötigen in den angeschlossenen Gebäuden Wärmepumpen, um die ankommende Wärme auf die gewünschte Raumwärme anzuheben. Kalte Nahwärme kann eine Vielzahl unterschiedlicher Wärmequellen direkt aufnehmen, wie oberflächennahe Erdwärme, Abwasserwärme, Grundwasser, Umgebungsluft und Abwärme. Durch das niedrige Temperaturniveau kann die kalte Nahwärme sowohl zur Heizung als auch zur Kühlung genutzt werden.
Welche Unterschiede gibt es zwischen kalten und warmen Nahwärmenetzen? Stand: Oktober 2026 -
Informationen dazu liefern kommunale Wärmepläne, örtliche Energieversorger, Gemeindeverwaltungen oder Energieagenturen. Viele Kommunen veröffentlichen Karten oder Projektlisten mit bestehenden Netzen, Ausbauplänen und geplanten neuen Netzen.
Wie und wo finde ich Informationen, ob ein Gebiet bereits an ein Wärmenetz angeschlossen ist oder ein Anschluss geplant ist? Stand: Oktober 2026 -
Der Anschluss erfolgt über eine Übergabestation, die Wärme aus dem Wärmenetz in das gebäudeinterne Heizsystem einspeist. Je nach Vorlauftemperatur können Anpassungen an Heizflächen, Rohrleitungen oder Regeltechnik erforderlich sein.
Wie können bestehende Gebäude an ein Wärmenetz angeschlossen werden und welche technischen Anpassungen sind nötig? Stand: Oktober 2026 -
Bei beiden Formen – kalten und warmen Nahwärmenetzen – ist die Kombination mit Photovoltaik und Wärmespeichern sinnvoll.
- In kalten Nahwärmenetzen zirkuliert das Wasser mit niedrigen Temperaturen (meist 8–25 Grad Celsius). Jede angeschlossene Liegenschaft nutzt eine eigene Wärmepumpe, um die Temperatur für Heizung und Warmwasser anzuheben. Hier kann Photovoltaik eingesetzt werden, um den erzeugten Strom für den Betrieb der Wärmepumpen zu nutzen. Wärmespeicher können auf Gebäudeebene (z.B. Pufferspeicher) installiert werden, um Lastspitzen zu glätten und die Nutzung des erzeugten Stroms zu optimieren.
- In warmen Nahwärmenetzen wird Wärme mit höheren Temperaturen (meist 60–90 Grad Celsius) bereitgestellt, die direkt in die Heizsysteme der Gebäude eingespeist werden kann. Photovoltaik kann hier den Strombedarf für Umwälzpumpen und Regeltechnik zu decken. Wärmespeicher werden häufig zentral in das Netz integriert, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen, den Einsatz fossiler Spitzenlastkessel zu reduzieren und erneuerbare Wärmequellen besser einzubinden.
In beiden Fällen führt die Kombination mit Photovoltaik und Wärmespeichern zu einer höheren Effizienz, einem größeren Anteil erneuerbarer Energien und einer besseren Anpassung der Wärmeerzeugung an den tatsächlichen Bedarf.
Wie kann ein Nahwärmenetz mit anderen Elementen wie Photovoltaik oder Wärmespeichern kombiniert werden? Stand: Oktober 2026 -
Nahwärmenetze bündeln die Wärmeerzeugung für mehrere Gebäude in einer zentralen Anlage. Dadurch können Technologien eingesetzt werden, die für einzelne Gebäude wirtschaftlich oder technisch schwer realisierbar wären, wie etwa Großwärmepumpen, großflächige Solarthermieanlagen oder die Nutzung industrieller Abwärme. Diese zentrale Struktur kann eine deutlich höhere Energieeffizienz ermöglichen, da die Anlagen besser ausgelastet werden und moderne Regeltechnik eingesetzt werden kann.
Für die angeschlossenen Gebäude entfällt der Platz- und Investitionsbedarf für eigene Heizkessel, Schornsteine oder Brennstofflager. Wartung, Instandhaltung und Modernisierung erfolgen zentral und verteilen sich auf viele Nutzende, was die Betriebskosten pro Einheit senkt.
Ökonomisch entstehen Skaleneffekte durch den gemeinsamen Betrieb: Große Wärmeerzeuger haben oft niedrigere spezifische Wärmegestehungskosten, und der Einkauf von Brennstoffen oder Strom für Wärmepumpen kann zu günstigeren Konditionen erfolgen. Zudem sinkt die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffpreisen, wenn das Netz schrittweise auf erneuerbare Energien umgestellt wird.
Eine netzgebundene Versorgung lässt sich jedoch nur wirtschaftlich betreiben, wenn sich genügend Abnehmende an das Versorgungsnetz anschließen.
Bieten Nahwärmenetze im Vergleich zu dezentralen Heizlösungen Vorteile für einzelne Gebäude? Stand: Oktober 2026 -
Mögliche Modelle sind kommunaler Betrieb, private Betreibergesellschaften, Genossenschaften oder Mischformen wie öffentlich-private Partnerschaften. Die Wahl des Modells beeinflusst unter anderem Investitions- und Betriebskosten, Preisgestaltung sowie kommunale Mitgestaltungsmöglichkeiten der Wärmeversorgung.
Detaillierte Informationen zu Betreibermodellen finden sich auf der Website des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW). Weitere Hinweise zu möglichen Betreibermodellen finden sich oft bei Landesenergieagenturen oder in kommunalen Wärmeplänen und dazugehörigen Machbarkeitsstudien, die in der Regel online zugänglich sind.
Welche Betreibermodelle gibt es für Nahwärmenetze und wie wirken sie sich auf Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit aus? Stand: Oktober 2026 -
In kalten Nahwärmenetzen zirkuliert Wasser mit niedrigen Temperaturen, meist zwischen 8 und 25 Grad Celsius. Um diese Energie für Heizung und Warmwasser nutzen zu können, kommen in den angeschlossenen Gebäuden in der Regel Wärmepumpen zum Einsatz. Sie heben die Temperatur auf das benötigte Niveau an, abhängig vom Heizsystem und Warmwasserbedarf.
Die Effizienz hängt dabei von der Temperaturdifferenz zwischen der Vorlauftemperatur des Wärmenetzes, der gewünschten Vorlauftemperatur, die die Wärmepumpe erreichen muss, sowie von der Auslegung der Wärmepumpe und der Gebäudeinfrastruktur ab. Zusätzlich kann das niedrige Temperaturniveau im Sommer direkt zur passiven Kühlung genutzt werden, wobei nur die Kreispumpen für die Wasserzirkulation in Betrieb sind – die Wärmepumpe bleibt ausgeschaltet.
Wie wird die Wärme aus kalten Nahwärmenetzen in den Gebäuden nutzbar gemacht? Stand: Oktober 2026 -
Grundsätzlich lassen sich Nahwärmenetze erweitern, indem neue Netzabschnitte und zusätzliche Wärmequellen in das bestehende System integriert werden. Ob und in welchem Umfang dies möglich ist, hängt jedoch von der ursprünglichen Auslegung, den technischen Kapazitätsreserven und der Verfügbarkeit geeigneter Wärmequellen ab. Eine vorausschauende Planung schafft die Voraussetzungen für einen schrittweisen und wirtschaftlich tragfähigen Ausbau.
Können Nahwärmenetze flexibel erweitert werden? Stand: Oktober 2026