Häufige Fehler bei der Gebäudebilanzierung

Hier finden Sie eine Zusammenstellung von Hinweisen zu oft begangenen Fehlern und häufig auftretenden Schwierigkeiten bei der Gebäudebilanzierung im Rahmen einer KfW-Förderung. Es wird ausführlich auf spezifische Herausforderungen und Fehlerquellen bei der Bilanzierung von Nichtwohngebäuden nach DIN V 18599 sowie von Wohngebäuden nach DIN 4108 und DIN 4701-10 oder alternativ nach DIN V 18599 eingegangen. Die Zusammenstellung basiert auf den Auswertungen einer großen Anzahl durchgeführter Vor-Ort-Kontrollen bei KfW-geförderten Bauvorhaben und bezieht sich dabei auf die Hinweise zu den technischen Mindestanforderungen sowie die FAQ der KfW.

Einleitung KfW-Förderung

Bei vielen Bau- und Sanierungsvorhaben möchte der Hauseigentümer Fördermittel in Anspruch nehmen. Daraus ergeben sich für den Energieberater eine Reihe von Aspekten, die bei der Beantragung der Fördermittel und dem Nachweis zu beachten sind. Die KfW hat diese Anforderungen und Festlegungen detailliert zusammengestellt und kommuniziert. Dennoch kommt es im Rahmen geförderter Bau- und Sanierungsmaßnahmen immer wieder zu fehlerhaften Nachweisen und Dokumentationen, die nicht zuletzt die KfW-Zuwendungen für den Hauseigentümer in Frage stellen können. Insbesondere die Nichtbeachtung der technischen FAQ führen dazu, dass die Mindestanforderungen an Einzelmaßnahmen oder der Nachweis des KfW-Effizienzhauses nicht sichergestellt werden.

Fehler können bereits bei der Datenaufnahme, in der Bilanzierung oder durch Veränderung der Maßnahmen entstehen. Wenn mehrere Abweichungen zusammenkommen, kann das beantragte Effizienzhaus-Niveau gefährdet sein oder nicht erreicht werden. Wichtig ist es deshalb, vor Abgabe der Bestätigung nach Durchführung zu prüfen, ob die umgesetzten Maßnahmen den geplanten und beantragten Maßnahmen entsprechen und mit der ursprünglichen Bilanzierung übereinstimmen. Wurden Maßnahmen oder Gebäudemaße verändert, sind diese in der Bilanzierung zu berichtigen.

Die nebenstehende Tabelle verdeutlicht, welche Auswirkungen kleinere Bilanzierungsfehler wie die Übermessung des Kellerabgangs oder die Berücksichtigung eines Kaminofens, der nicht hydraulisch eingebunden ist, auf den Primärenergiebedarf haben können und wie diese in Summe zu einer deutlichen Abweichung zu dem beantragten Effizienzhaus-Niveau führen können. So steigt das Verhältnis des Primärenergiebedarfs relativ zum Referenzgebäude in diesem Fall aufgrund von vier Bilanzierungsfehlern von zuvor 83 % auf 104 % an, womit die Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus-100 nicht länger eingehalten wären.

Auswirkung von Bilanzierungsfehlern

Zur Qualitätssicherung wurde durch die KfW u. a. ein dreistufiges Kontrollsystem entwickelt. Dazu werden in folgenden Stufen per Zufallsprinzip stichprobenartige Kontrollen durchgeführt:

  1. Berechnungsprüfung bei Antragstellung
  2. Nachweisprüfung nach Abschluss der Bauarbeiten
  3. Vor-Ort-Kontrolle nach Abschluss der Bauarbeiten

Ausführliche Informationen zu den einzelnen Kontrollelementen mit Erläuterungen u. a. zu Zeitpunkt und Ablauf sowie weitere hilfreiche Unterlagen zum Downloaden finden Energieeffizienzexperten und -expertinnen auf der Website der KfW.

Die Stichprobenkontrollen werden durch die dena mit der Durchführung von Vor-Ort-Kontrollen und vertieften Überprüfungen hinsichtlich der antragsgemäßen Umsetzung fachlich unterstützt. Im Folgenden werden die dabei am häufigsten vorgefunden Fehler anhand der geltenden Verordnungen, Normen und KfW-Anforderungen genauer erläutert.

Grundlegendes bei KfW-geförderten Vorhaben

Die Umsetzung geförderter Bau- und Sanierungsvorhaben folgt einem, durch den Fördergeber festgelegten, Formalismus, an dem sich alle am Baubeteiligten orientieren müssen:

  • Energetisches Konzept
  • Antragstellung und Bestätigung zum Antrag (BzA)
  • Zusage des Fördermittelgebers
  • Umsetzung und Baubegleitung
  • Verwendungsnachweis bzw. Bestätigung nach Durchführung (BnD)

In allen Bereichen tragen die Energieberater und -beraterinnen einen Großteil der Verantwortung. Sie leisten somit einen maßgeblichen Beitrag zur Sicherstellung der Anforderungen für die Antragstellung sowie für die Umsetzung des Bau- oder Sanierungsvorhabens.

Im Nachfolgenden werden die wichtigsten Bereiche zu grundlegenden Anforderungen bei KfW-geförderten Vorhaben näher erläutert. Diese umfassen neben der Antragstellung und Bestätigung nach Durchführung auch Hinweise zur energetischen Konzeption und Baubegleitung sowie zu weiteren Besonderheiten, die zu beachten sind.

Bilanzierung von Nichtwohngebäuden

Die Bilanzierung von Nichtwohngebäuden (NWG) erfolgt nach der DIN V 18599. Im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ist der Jahres-Primärenergiebedarf verpflichtend nach DIN V 18599: 2018-09 zu ermitteln. In den Technischen Mindestanforderungen der KfW werden die Förderbedingungen der KfW an Effizienzgebäude und Einzelmaßnahmen übersichtlich dargestellt. Das Infoblatt zu den technischen FAQ NWG der KfW, in welchem häufige Fehler und Unsicherheiten sowie besondere Anforderungen detailliert beschrieben werden, ist hier einsehbar. Nachfolgend sind wichtige Hinweise und Regeln benannt, um häufig auftretende Fehler zu vermeiden.

Bilanzierung von Wohngebäuden

Die Bilanzierung von Wohngebäuden (WG) erfolgt nach DIN 4108 & 4701-10 oder alternativ nach DIN V 18599. Erfolgt die Bilanzierung im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) nach DIN V 18599, so ist die aktuelle Version DIN V 18599: 2018-09 anzuwenden. In den „Technischen Mindestanforderungen“ der KfW werden die Förderbedingungen der KfW an Effizienzgebäude und Einzelmaßnahmen übersichtlich dargestellt. Diese sind für Energieeffizientes Bauen hier bzw. für Energieeffizientes Sanieren hier einsehbar. Das Infoblatt zu den technischen FAQ der KfW, in welchem häufige Fehler und Unsicherheiten sowie besondere Anforderungen detailliert beschrieben werden, kann hier abgerufen werden. Darin finden sich seit Februar 2021 auch Hinweise zu Änderungen im Zusammenhang mit der Einführung des GEG. Nachfolgend sind wichtige Hinweise und Regeln benannt, um häufig auftretende Fehler zu vermeiden.

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