• Gebärdensprache
  • Leichte Sprache
  • Gebärdensprache
  • Leichte Sprache

Forschungshäuser: Einfach einfach bauen

Stand: September 2026

Newsletter

Foto, leerer Raum mit hellen Wänden, Holzfußboden und sichtbaren Holzbalken an der Decke.

Nur das verbauen, was wirklich notwendig ist – so lautet das Credo des Einfachen Bauens. Wie das in der Praxis gelingt, hat ein Projekt im Bad Aiblinger B&O Bau Forschungsquartier untersucht.

Die Diskussion um das Einfache Bauen gewinnt an Fahrt. Im Kern geht es darum, komplexe, techniklastige Bauweisen durch einfache, reduzierte Lösungen zu ersetzen. Das spart über den gesamten Lebenszyklus Material, Energie und Kosten – und macht Gebäude zugleich weniger störungsanfällig. Mit dem Projekt „Einfach Bauen" erforscht das Büro Florian Nagler Architekten gemeinsam mit der TU München und Transsolar in mehreren sogenannten Forschungshäusern, wie sich dieser Anspruch praktisch umsetzen lässt.

Zweite Forschungsserie: Nachhaltige Materialien im Fokus

In der ersten Forschungsserie entstanden drei Wohngebäude mit jeweils acht Wohnungen und rund 400 Quadratmetern Wohnfläche – errichtet einmal aus Ziegel, einmal aus Massivholz und einmal aus Dämmbeton. Die Erkenntnisse sind in den Leitfaden „Einfach bauen“ eingeflossen. 2022 startete eine zweite Serie. Einige Highlights im Überblick:

Forschungshaus 4: Holz und Lehm als Klimakombination

Das Forschungshaus 4 ist als Mehrfamilienhaus mit 6 Wohneinheiten ausgelegt. Der Halb-Massivholzbau verzichtet nahezu vollständig auf Beton. Im Inneren sind tragende Lehmziegelwände verbaut. Diese Kombination beschert dem Gebäude eine hervorragende Ökobilanz: Weil Holz Kohlenstoff speichert, erreicht es in der Herstellungsphase sogar eine negative Treibhausgasbilanz von rund 142 Tonnen CO2-Äquivalent. Geheizt wird mit Fernwärme und einer Fußbodenheizung. Die Lehmziegelwände unterstützen die Temperaturregulierung zusätzlich: Sie nehmen Wärme auf und geben sie zeitversetzt wieder ab. So bleibt auch der Endenergiebedarf mit 69 kWh/(m2a) vergleichsweise gering.

Forschungshaus 5: Prototyp für mehrgeschossiges Bauen

Bei dem 2025 fertiggestellten Forschungshaus 5 liegt der Schwerpunkt auf dem Bauen in die Höhe mit Kreislaufmaterialien: Der dreigeschossige Bau ist als Prototyp für Gebäude mit bis zu acht Geschossen angelegt. Erstmals kombiniert die Reihe hier vorgefertigte Holzfassadenelemente, tragende Innenwände aus recycelten Kaltziegeln und Lehm-Holz-Massivdecken. Zum Einsatz kommen dabei auch wiederverwendete Materialien: Das Streifenfundament besteht aus Betonplatten, die noch aus der früheren militärischen Nutzung des Geländes stammen. Die Wärmeversorgung erfolgt über sogenannte Erdwärmekörbe, die etwa 1 bis 5 Meter in der Tiefe vergraben werden und die Wärmepumpe des Hauses mit Umweltwärme zu versorgen.

Weitere Informationen

Mehr Informationen finden sich auf der Seite des Forschungsprojekts „Einfach Bauen“ und des Bad Aiblinger B&O Bau Forschungsquartier:

zur Website von „Einfach Bauen"

Das könnte auch interessant sein

Foto, Blick auf mehrere, neu gebaute und modern anmutende Wohnhäuser. Im Hintergrund grüne, bewaldete Hügel.
Themenbereich

Nachhaltiges Bauen und Sanieren

Nachhaltiges Bauen und Sanieren gewinnt weiterhin an Bedeutung. Sowohl im Bereich des öffentlichen Bauens als auch bei privaten Bauprojekten ist die Verwendung klimaschonender Baustoffe und die Betrachtung des Lebenszyklus zunehmend wichtig.

Mehr erfahren
Foto, frontale Ansicht eines Regals mit verschiedenen Holz-, Stein- und Metallbaustoffen.
Themenbereich

Baustoffe

Die Auswahl der Baustoffe spielt im Zusammenhang mit Klimaneutralität eine bedeutende Rolle. Leistungsfähige Dämmstoffe erhöhen die energieeffizienz von Gebäuden, Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen schonen Ressourcen und vermeiden Emissionen.

Mehr erfahren