BBSR-Studie: Bauabfälle vermeiden
Stand: September 2026Newsletter
Das hohe Abfallaufkommen in der Bauwirtschaft ist kein Naturgesetz. Eine neue BBSR-Studie zeigt: Wer beim Bauen an den richtigen Stellschrauben ansetzt, kann nicht nur Material und Kosten sparen, sondern auch CO2-Emissionen reduzieren.
Die Bauwirtschaft verantwortet mehr als die Hälfte des gesamten deutschen Abfallaufkommens. Dabei gelten Abfälle häufig als unvermeidbares Nebenprodukt des Bauens, obwohl ein erheblicher Teil auf vermeidbare Ursachen wie Überbestellungen, logistische Ineffizienzen oder ungeeignete Verpackungssysteme zurückgeht. Wie sich das ändern lässt, hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Rahmen des vom Innovationsprogramm Zukunft Bau geförderten Forschungsprojekts „Zero Waste Baulogistik“ untersucht. Grundlage der Studie war die Untersuchung von zehn Baustellen mit Gebäuden unterschiedlicher Nutzungsarten. Die Ergebnisse bieten zahlreiche Ansatzpunkte für die Praxis – von der Planung über die Baulogistik bis hin zur Entsorgung.
Weniger Abfälle: vom Reißbrett bis zur Baustelle
Ein zentraler Befund der Studie lautet: Entscheidend ist nicht erst, was auf der Baustelle passiert. Wichtige Weichen werden schon bei Planung, Materialbestellung, Transport und Lagerung gestellt. Je nach Projektphasen schlägt die Studie auf Basis empirischer Daten und Ökobilanzierungen daher konkrete Maßnahmen zur Abfallvermeidung vor. Drei Beispiele:
- Planung: Viele Bauabfälle entstehen durch Verschnitt. Standardisierte Abmaße und vorgefertigte Bauteile, wie sie etwa im modularen Trockenbau verwendet werden, können den Materialeinsatz optimieren und Reste reduzieren.
- Herstellung von Bauprodukten: Auch Verpackungen machen einen erheblichen Anteil der Abfälle aus. Mehrwegverpackungssysteme mit dezentralen Rückgabemöglichkeiten bieten dabei gute Lösungen.
- Ausführung: Baumängel wie Wasserschäden oder fehlerhafte Anschlüsse können langfristig erhebliche Schäden verursachen und im schlimmsten Fall einen vorzeitigen Rückbau erforderlich machen. Eine regelmäßige Qualitätssicherung hilft, Mängel frühzeitig zu erkennen und Folgeschäden zu verhindern.
Wichtig dabei: Von den Maßnahmen profitieren auch die beteiligten Akteure selbst. Wer Materialien gezielter einsetzt, Lieferketten besser koordiniert und Verpackungs- sowie Transportkonzepte frühzeitig mitdenkt, schont nicht nur Ressourcen, sondern senkt zugleich Material- und Entsorgungskosten.
Entsorgen – aber richtig
Ganz vermeiden lassen sich Abfälle dennoch nicht. Umso wichtiger ist es, die Entsorgungslogistik frühzeitig so zu planen, dass Materialien später wiederverwendet oder hochwertig verwertet werden können. Eine sortenreine Trennung ist dafür eine zentrale Voraussetzung. In der Praxis werden Bauabfälle jedoch häufig vermischt, etwa weil Mitarbeitende nicht ausreichend über die richtige Trennung und Entsorgung informiert sind. Schulungen und klare Vorgaben können hier Abhilfe schaffen. Auch die Lagerung spielt eine wichtige Rolle: Werden Abfälle beispielsweise in offenen Containern gelagert, können sie durchfeuchten. Das kann ihre Wiederverwendung erschweren oder eine energieintensive Aufbereitung erforderlich machen.
Download der Studie
Mehr Informationen finden sich in der Studie des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR):