Klimaneutrale Gebäude: Neues Rahmenwerk
Stand: August 2026Newsletter
Was bedeutet klimaneutrales Bauen konkret? Und wie lassen sich Gebäude nach diesen Maßstäben umsetzen? Ein überarbeitetes Rahmenwerk der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) bietet Orientierung.
Ob Planung, Sanierung oder Investition: Wer ein Gebäude auf Klimaneutralität ausrichten will, steht vor der Frage, wie sich dieses Ziel unter stetig wechselnden Rahmenbedingungen konkret erreichen lässt. Orientierung bietet die Neuveröffentlichung: Das DGNB-Rahmenwerk für Klimaneutrale Gebäude und Standorte, erstmals 2020 erschienen, liegt seit Juli 2026 in aktualisierter Fassung vor. Die neue Version greift geopolitische Entwicklungen wie die jüngsten Energiekrisen auf, ordnet die zentralen regulatorischen Anforderungen der EPBD ein und stellt eine praxistaugliche Methodik bereit.
Warum ein gemeinsames Rahmenwerk?
Das Rahmenwerk schafft ein gemeinsames Verständnis für die verschiedenen Akteure des Gebäudesektors. Architektinnen, Architekten und Planende unterstützt es dabei, den aktuellen Status eines Gebäudes zu bestimmen, realistische Transformations- und Energiekonzepte zu entwickeln und konkrete Fortschritte zu dokumentieren. Beratenden liefert es eine strukturierte Methodik zur Bewertung und Bilanzierung. Und Investoren wie Finanzierern verschafft es zusätzliche Transparenz.
Klimaschutzkategorien: Gebäudezustand ermitteln, Ziele setzen
Eine wesentliche Neuerung ist die Einführung von drei Klimaschutzkategorien. Sie bilden die einzelnen Etappen auf dem Weg zur Klimaneutralität ab und zeigen, wo ein Gebäude aktuell steht. Die Einordnung erfolgt anhand von sieben Merkmalen. Neben der Treibhausgasbilanz zählen dazu erstmals auch Energiekriterien wie die Gesamteffizienz oder der Beitrag zur Energiewende.
Ein zentrales Kriterium ist zudem der Nullemissionsgebäude-Standard der EPBD: In Kategorie 1 „Gebäude mit Klimaschutzfahrplan“ legt ein Klimaschutzfahrplan, Renovierungspass oder Sanierungsfahrplan bereits dar, wie das Gebäude den Nullemissionsgebäude-Standard erreichen soll. In Kategorie 2 „Gebäude vorbereitet für Klimaneutralität“ erfüllt das Gebäude den Standard bereits, und in Kategorie 3 „Klimaneutrale Gebäude“ geht es in zentralen Punkten bereits darüber hinaus.
Die Transformation planen und Fortschritte kommunizieren
Zudem bietet das Rahmenwerk zwei weitere Bestandteile.
Der zweite Teil bietet eine konkrete Hilfestellung, um in vier Phasen einen individuellen Transformationspfad – sogenannte Klimaschutzfahrpläne – für das jeweilige Gebäude zu entwickeln: von der Ermittlung des Status quo bis zur verbindlichen Festschreibung der Ziele. Wesentliche Bausteine sind dabei eine Potenzialanalyse zur THG-Emissionsminderung sowie darauf abgestimmte Maßnahmenpläne.
Der dritte Teil gibt Bauherren, Planenden sowie Eigentümerinnen und Eigentümern wichtige Hinweise, wie sie Fortschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität kommunizieren. Der Hintergrund: Solche Informationen fließen in Miet- oder Kaufentscheidungen ein, dienen als Nachweis gegenüber ökologisch motivierten Geldgebern und belegen die Wirksamkeit der durchgeführten Klimaschutzmaßnahmen.
Weitere Infos sowie Download des Rahmenwerks
Weitere Informationen sowie das Rahmenwerk als PDF-Download finden sich auf der Website der DGNB:
DGNB: Netzwerkpartner des Gebäudeforums klimaneutral
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) verfolgt das Ziel, Nachhaltigkeit in der gesamten Bau- und Immobilienwirtschaft und darüber hinaus zu fördern und im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu verankern. Der Verein will Mittel und Wege aufzeigen und fördern, die der nachhaltigen Planung, Konstruktion und Nutzung unserer gebauten Umwelt dienen. Auf diese Weise sollen Lebensräume geschaffen werden, die in ökologischer, ökonomischer und soziokultureller sowie funktionaler Hinsicht vorbildlich sind. Der Verein fördert diesem Zweck dienende Wissenschaft, Forschung und Lehre und fühlt sich gemeinnützigen Zwecken verpflichtet.