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Passive Kühlung: Richtiges Zeichen für den Klimaschutz

Stand: Juli 2022
Grafik mit einem mehrstöckigem Gebäude, dem Symbol einer Schneeflocke sowie Text "Passive Kühlung: -80% Kosten vs. Klimaanlagen".

Angesichts steigender Durchschnittstemperaturen boomen ausgerechnet energieintensive Klimaanlagen – dabei lassen sich mit passiver Kühlung dauerhaft Energie und Kosten sparen.

Bereits in der Planungsphase sollte der Wärmeschutz mitgedacht werden. Die Einflussfaktoren sind vielfältig und reichen von der Ausrichtung des Gebäudes über den Fensterflächenanteil bis hin zum Dämmstandard. Immer mehr Aufmerksamkeit erfährt seit einigen Jahren auch die Option von Dach- und Fassadenbegrünungen sowie die architektonische Gestaltung: Etwas größere Dachüberstände sorgen für Beschattung – in den südeuropäischen Ländern wird dieses Prinzip seit Jahrhunderten genutzt. Auch einfache Sonnenschutzmaßnahmen wie Rollläden oder Vorhänge reduzieren den Bedarf an energieintensiver Kühlung deutlich.

Wärmepumpe wird zur passiven Klimaanlage

Damit wird klar: Bauliche Maßnahmen bieten einen relevanten sommerlichen und winterlichen Wärmeschutz. Stoßen sie bei Rekordtemperaturen an Grenzen, stellen Wärmepumpen mit Flächenheizungen eine faszinierende Option dar: So können erdgekoppelte Wärmepumpen die niedrigere Temperatur des Erdreichs oder des Grundwassers zur Klimatisierung nutzen. Ab einer Tiefe von 15 Metern liegt die Temperatur in der Erde ganzjährig bei rund zehn Grad Celsius – das Erdreich fungiert als Kältespeicher. Die passive Kühlung punktet mit geringen Investitions- und Betriebskosten und einem nahezu CO2-freien Betrieb, da der Strombedarf äußerst gering ist. Das gilt nicht nur für Wohngebäude: Nach Berechnungen des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) lassen sich in Bürogebäuden im Vergleich zur Kühlung mit konventionellen Raumklimageräten bis zu achtzig Prozent der Energiekosten einsparen.

Bauteile, die kühlen

Eine weitere innovative und kostengünstige Methode zum Kühlen von Gebäuden ist die sogenannte thermische Bauteilaktivierung oder auch Betonkerntemperierung. Das sind Heiz- und Kühlsysteme, bei denen Wasserrohrleitungen durch Wände, Decken oder Böden führen und die die Masse dieser Bauteile als Speicher nutzen, um die Temperatur zu regulieren. Im Sommer nimmt der Beton die Umgebungswärme auf – inaktiv, das heißt aufgrund der Materialeigenschaften des Betons. Wenn Kühlwasser die Betonteile durchströmt, führt es diese Wärme ab. Dadurch sinkt die Raumtemperatur. Die Bauteilaktivierung wird heute schon häufig bei Schulen, Krankenhäusern, Büro- und Verwaltungsgebäuden eingesetzt.

Weitere Informationen

Mehr zum sommerlichen Wärmeschutz auf der Themenseite des Gebäudeforums:

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