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Baustoffinnovationen: Testsieger Biobeton

Stand: Mai 2024
Foto, zwei übereinander gestapelte Quader aus Bio- sowie Recycling-Beton.

Das Fraunhofer WKI entwickelt und testet umweltfreundliche Baustoffe. Das Ergebnis: Alternativen punkten nicht nur mit Nachhaltigkeit, sondern auch bei den Materialeigenschaften.

Seit Jahrzehnten dominiert Beton die Baustellen der Welt – ein Material, das für seine flexiblen Einsatzmöglichkeiten und seine Festigkeit geschätzt wird und unverzichtbar ist. Doch das hat seinen Preis und geht auf Kosten des ökologischen Fußabdrucks: Allein die weltweite Zementherstellung ist für acht Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung WKI wollen nun eine neue Ära einläuten und die Nachhaltigkeit von Beton mit innovativem Recycling steigern.

Was kann Biobeton leisten?

Im Projekt ReMatBuilt werden Bau- und Abbruchabfälle sowie Reststoffe aus der Landwirtschaft genutzt, um neue, leistungsfähige Baustoffe zu produzieren. Ein herausragendes Beispiel ist der innovative Biobeton, bei dem der traditionelle Zement durch Reisschalenasche ersetzt wird. Dadurch können CO2-Emissionen massiv gesenkt werden. Darüber hinaus besticht der Biobeton durch seine Materialeigenschaften: Aus ihm gefertigte Bausteine sind leichter als das traditionelle Pendant und überzeugen in WKI-Tests mit einem Plus an Festigkeit, Haltbarkeit, Wärme- und Schalldämmung.

Mehrwert in Kombination mit landwirtschaftlichen Reststoffen

Im Rahmen des Projekts werden zudem Dämmstoffe aus lokal verfügbaren pflanzlichen Abfallprodukten wie Sägespänen und Stroh entwickelt, um eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Dämmstoffen aus erdölbasierten Kunststoffen und Mineralwolle zu bieten. Die nachhaltigen Dämmplatten werden genutzt, um Wandsysteme aus gedämmten Betonblöcken zu schaffen. Zusätzlich haben die Forschenden Verbundsysteme entwickelt, die es ermöglichen, Biobeton in Kombination mit Furnierschichten und Brettsperrholz für Geschossdecken einzusetzen.

Kritikerinnen und Kritiker bemängeln oft die Langzeitstabilität und technische Zuverlässigkeit alternativer Baustoffe. Doch die Ergebnisse aus dem WKI-Labor und die darauf aufbauenden Feldtests belegen das Gegenteil: Sie bestätigen, dass die neuen Baustoffe den herkömmlichen in nichts nachstehen – und sie teilweise sogar übertreffen. Die hybriden Bauelemente sind langlebig und weisen überzeugende mechanische, Feuchte- und Wärmeschutz-Eigenschaften auf. Darüber hinaus lassen sie sich leicht verarbeiten und erfüllen alle Brandschutzvorgaben.

Weiterführende Informationen

Mehr zum WKI-Forschungsprojekt „ReMatBuilt“ in der Pressemitteilung vom 21.04.2024:

zur Pressemitteilung

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