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Digitale Tools: Effiziente Planung und Gebäudebetrieb

Stand: Oktober 2022
Grafik, Symbole eines Netzwerks, eines Heizkörpers, sowie von Photovoltaik-Modulen sowie Text "Digitalisierung in Gebäuden 2030 -14,7 Mio T CO2".

Kosten senken, Klima schützen – digitale Tools bieten viele Möglichkeiten bei der Planung und Steuerung von Gebäuden. Wir stellen fünf Startups aus Deutschland vor.

Der Gebäudebestand soll bis 2045 nahezu klimaneutral sein. Dafür müssen Gebäudehüllen zukünftig besser gedämmt sein und effiziente Heiz- oder auch Kühlsysteme mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Einen weiteren CO2-Minderungsschub leisten digitale Tools – mit einem Minus von 14,7 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2030 könnten sie laut einer Bitkom-Studie bis zu einem Drittel zur gesetzlich geforderten Einsparung für den Gebäudesektor beitragen. Digitale Werkzeuge ermöglichen effiziente Planungen, informieren darüber, wieviel ein Gebäude tatsächlich emittiert, und steigern die Energieeffizienz der haustechnischen Anlagen. Für klimaneutrale Gebäude führt perspektivisch kein Weg an der Digitalisierung vorbei. Ein weiterer positiver Effekt: Effizienz spart Geld. Und angesichts steigender Energiekosten amortisieren sich digitale Lösungen wesentlich schneller.

Doch wie sieht die Digitalisierung konkret aus? Im Kern geht es darum, aufwendige und bisher nicht miteinander verbundene Prozesse in der Bau- und Immobilienbranche mit digitalen Mitteln zu vereinfachen und zu verknüpfen. Digitale Tools können in allen Phasen des Gebäudezyklus eingesetzt werden. Wir stellen fünf deutsche Startups vor, die auf innovative Weise Gebäudedaten und -komponenten erfassen.

3D-Gebäudemodell von Specter

Das Kölner Startup Specter automation unterstützt Bauleitende mit digitalen 3D-Modellen von Gebäuden. Wie beim Building Information Modeling (BIM) können alle relevanten Daten wie Arbeitsschritte, Zeit- und Kostenaufwände für alle beteiligten Gewerke transparent und übersichtlich dargestellt werden. So befinden sich alle Daten gebündelt auf einem Dashboard, um den Fortschritt der Baustelle schnell zu erfassen, datenbasiert Entscheidungen zu treffen sowie Prozesse digital zu managen und zu automatisieren. Zusätzlich profitieren die beteiligten Akteure von einer integrierten KI, die potenzielle Probleme im Bauprozess analysiert und Planungen optimiert.

360-Grad-Aufnahmen von Räumen mit Lumoview

Gebäudeinnenräume digitalisieren und die Gebäudeenergieeffizienz optimieren – dafür bietet das ebenfalls aus Köln stammende Startup Lumoview eine schnelle und automatisierte Lösung. Mit dem auch von Laien leicht zu bedienenden LumoScanner dauert die Messung eines Innenraums nur zwei Sekunden. Die Wärmebilder der Wände werden auf Temperaturanomalien automatisiert analysiert. Das hilft, Energieverluste und undichte Leitungen zu ermitteln. Das gibt Hinweise auf Sanierungs- und Effizienzpotenziale. Die Analysen lassen sich nahtlos in digitale Gebäudemanagementplattformen integrieren.

Digitale Kreislaufwirtschaft mit Concular

Der Schwerpunkt des Stuttgarter Unternehmens Concular liegt auf ressourceneffizientem Bauen. Materialien in Bestandsgebäuden werden mit Materialpässen digitalisiert und bei einem Rückbau in einer Materialdatenbank zur Verfügung gestellt. Architekturbüros können ihren Bedarf in neuen Projekten mit dem Angebot in der Datenbank abgleichen. Bei einem Match sorgt Concular dafür, dass die Materialien von der Rückbau- zur Neubaustelle transportiert werden, und misst dabei das eingesparte CO2 und die vermiedenen Bauabfälle. Letztlich wird der gesamte Produktlebenszyklus und damit alle Kosten und Emissionen in der Lebenszeit einer Immobilie mitgedacht. Damit wird die Grundlage für eine Kreislaufwirtschaft in der Baubranche geschaffen.

Smart Buildings mit aedifion

Das Spinn-off der RWTH Aachen richtet sich in erster Linie an Gebäudebetreiber. Aedifion stellt eine digitale Plattform bereit, um Gebäude nachhaltig, effizient und kostengünstig zu betreiben. Der Clou: Das Monitoring und die Optimierung von Energiesystemen und technischer Gebäudeausrüstung lässt sich mit einfachem Plug-and-Play umsetzen. Ohne aufwendige Installation sind alle Daten eines Gebäudes in der Cloud-Plattform verfügbar. Auch hier ermöglicht die KI-Software automatisierte Analysen großer technischer Datenmengen. Somit lassen sich Einsparpotenziale bei Anlagenbetrieb, Energieverbrauch und personellen Ressourcen identifizieren und realisieren.

Quartiers-Energiemanagement mit Ampeers Energy

Eine selbstlernende, intelligente Energiemanagement-Software für ganze Quartiere hat Ampeers Energy aus München entwickelt. Alle Erzeugungs- und Verbrauchseinheiten einer Liegenschaft können sektorübergreifend optimiert werden – das ermöglicht die integrierte Betrachtung von Strom, Wärme und Mobilität. Dazu lernen KI-basierte Algorithmen stetig, erstellen stündliche Prognosen und setzen sämtliche Anlagen abgestimmt aufeinander ein.

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