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The Cradle

Das Holzhybrid-Bürogebäude ist ein zirkuläres Pilotprojekt und steht mit seinem Nachhaltigkeitskonzept nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip für innovative Ansätze und die Zukunft des Bauens.

Grafik, Simulation eines quadratischen, mehrstöckigen Gebäudes mit geometrischen Fassadenelementen und umliegender Umgebung.

Projekt

Derzeit entsteht mit The Cradle im Düsseldorfer Medienhafen ein mehrstöckiges Bürogebäude in Holzhybridbauweise. Die vielfache Nutzung des Baustoffes Holz ist dabei sichtbarster Baustein eines konsequent zukunftsweisenden Nachhaltigkeitskonzepts. So kommt bei The Cradle – wie es der Name bereits vermuten lässt – das Cradle-to-Cradle-Prinzip zur Anwendung. Das Gebäude wurde bereits bei der Entstehung so konzipiert, dass eine spätere Wiederverwertbarkeit der eingesetzten Materialien und Baustoffe gewährleistet wird.  

Das Ergebnis ist ein nachhaltiger Holzhybridbau in Elementbauweise, bei dem mit Ausnahme der Untergeschosse, des Erdgeschosses und des Kerns alle wesentlichen Bauelemente aus Holz bestehen. Das nachwachsende Material ersetzt fossile Rohstoffe wie Beton und Kunststoff, speichert im Wachstum Kohlenstoff und verbessert den CO₂-Fußabdruck des Projekts. Dabei folgt die Gebäudekonstruktion dem Prinzip "Design für Demontage" und setzt beispielsweise auf demontierbare Verbindungen sowie eine saubere Trennbarkeit der eingesetzten Materialien.

Die großen Glasflächen sorgen für ausreichend natürliche Beleuchtung, gleichzeitig übernimmt das prägnante außenliegende rautenförmige Holztragwerk durch seine Tiefe, die sich je nach Himmelsrichtung unterscheidet, eine Verschattungsfunktion und dient damit auch als Sonnenschutz. So können künstliche Beleuchtung und elektrisch angetriebene Jalousien eingespart werden. Im Gebäudeinnern erzeugen das Holz als Baustoff sowie grüne geschosshohe Wände ein gutes Raumklima und eine angenehme Luftfeuchtigkeit.

  • Baustoffe
  • Neubau
  • Nichtwohngebäude
  • Smart / Digital
  • Zirkuläres Bauen
Stand: Oktober 2022

Bautafel:

BAUVOLUMEN
Mietfläche ca. 6.600 m² Büro sowie ca. 600 m² Gastronomie / Grundstücksfläche 1.200 m²

BAUZEIT
2020 - 2023

ENERGETISCHER ZUSTAND
KfW-Effizienzhaus 55

VERWENDETES MATERIAL
Außenwand: In den Untergeschossen WU-Beton, in den Obergeschossen keine klassische Außenwand, sondern außenliegendes Tragwerk (Erdgeschoss: integrale Fassade mit V-Stützen aus Stahlbeton / weitere Geschosse: integrale Fassade mit V-Stützen aus Lärchenholz). Nahezu die komplette Fassade von The Cradle wird aus Holzelementen gefertigt, die ausschließlich aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Europa stammen.

Fenster: In den Regelgeschossen Aluminium-Fensterelemente, im Erdgeschoss Pfosten-Riegel-Fassade weitgehend aus Holz, im Staffelgeschoss Pfosten-Riegel-Fassade aus Aluminium.

Dach: Holz (BSP)                

Dämmung: Schaumglas und XPS (Perimeterdämmung), Steinwolle (Dächer und Loggien), Schaumglas (Dachterrassen etc.)

VERWENDETE GEBÄUDETECHNIK
Photovoltaik: Photovoltaik-Module auf der Dachfläche erzeugen Strom für E-Mobilität-Ladepunkte in der Tiefgarage, ungenutzter Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist.

Herausforderungen

Eine besondere Herausforderung des Projektes lag in der Kombination der Umsetzung eines komplexen Holzbaus und einem Gebäude nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip, da es zum Projektstart 2017 für beide Themen nur eine begrenzte Anzahl an Lösungen gab. Unter wirtschaftlichen Bedingungen wurde The Cradle sozusagen „im Labor" entworfen und als individueller Prototyp entwickelt – Planungsprozess, Design, Konstruktion und Lebenszyklus wurden grundlegend neu gedacht.

Auch hinsichtlich der Dokumentation aller verbauten Materialien über das 3D-BIM-Modell in einem Building Material Passport war The Cradle eine Art Pilotprojekt.

Hinzu kamen Herausforderungen bei der Beschaffung kreislaufgerechter Materialien und Produkte. Diesbezüglich fehlt eine durchgängige Transparenz seitens der Baustoffindustrie, wie es um die Nachhaltigkeit von Baustoffen und -produkten tatsächlich steht, ob sie Giftstoffe enthalten und wie hoch beispielsweise die CO2-Emissionen und der Wasserverbrauch wirklich sind.

Ziele & Erfolge

Insgesamt konnten 1.152 Tonnen CO₂ durch die Substituierung von Stahlbeton durch Holz eingespart werden. Darüber hinaus wurden alle eingesetzten Baustoffe hinsichtlich ihrer Materialgesundheit, Sortenreinheit und Trennbarkeit (Design für Demontage) geprüft und ausgewählt, was dazu führt, dass 97,7 Prozent der Materialien von The Cradle in den Materialkreislauf zurückgeführt werden können. Dadurch wird das zukünftige Abfallaufkommen signifikant reduziert und zur langfristigen Rohstoffverfügbarkeit beigetragen.

Nach Fertigstellung wird The Cradle als erstes Pilotprojekt in Deutschland auf der Madaster-Plattform registriert – einem globalen Online-Kataster für Materialien und Bauprodukte. Dank der Anbindung von Madaster an die Rohstoffbörse können Gebäude als werthaltige Rohstoffdepots abgebildet werden.

Foto, Panorama einer Stadt mit Hochhäusern und einem Kran.

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Auszeichnungen

Das innovative Projekt wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: Es gewann den MIPIM/The Architectural Review Future Project Award 2018 in der Kategorie „Office“, den Iconic Award in der Kategorie „Innovative Architecture“ sowie den Sonderpreis BIM des Heinze ArchitektenAWARD 2020.

Kontakt & Akteure

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ENERGIEPLANUNG Transsolar Energietechnik GmbH

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BAUPHYSIK Drees+Sommer Advanced Building Technologies GmbH

HOLZBAU W. u. J. Derix GmbH & Co.