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Thermische Aktivierung: Holz als Energiespeicher

Stand: November 2022

Die thermische Bauteilaktivierung – bei der Decken und Wände quasi als Heiz- oder Kühlaggregat genutzt werden – gilt als Domäne der Massivbauweise. Untersuchungen zeigen nun, dass auch Holz dafür grundsätzlich geeignet ist.

Thermische Bauteilaktivierung heißt: Mit warmem oder kaltem Trägermedium (Wasser, Luft) gefüllte Rohrleitungen verlaufen durch Decken und Wände. Beide speichern die Wärme oder Kälte und geben sie zeitversetzt wieder ab. Das sorgt für Behaglichkeit bei niedrigerem Energiebedarf für Heizung im Winter, während im Sommer die Räume auf diesem Weg klimaschonend gekühlt werden können.

Fokus auf Holz

Bisher werden 90 Prozent aller thermischen Bauteilaktivierungen in Beton verbaut. Der Baustoff gilt dafür aufgrund seiner hohen Dichte und Speichermasse als ideal geeignet. Inwieweit die Systematik auch bei Holzelementen genutzt werden kann – die zwar eine geringere Dichte, gleichzeitig aber auch eine höhere spezifische Wärmequalität aufweisen – hat jüngst ein Team an der Fachhochschule Salzburg untersucht. Fazit: Die Wärmeleitfähigkeit ist zwar etwas schlechter als die von Beton, wodurch sich die Wärme langsamer ausbreitet. Allerdings kann dieser bauphysikalische Nachteil durch ein engmaschigeres Rohrnetzwerk kompensiert werden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben einen entsprechenden Decken-Prototyp gebaut und konnten nachweisen, dass derartige Elemente unkompliziert eingebaut werden können.

Mobiler Prüfstand der FH Salzburg zur gleichzeitigen Beheizung und Kühlung von Prüfkörpern sowie Erfassung und Auswertung von diversen Messdaten.
Herstellung eines Prüflings in der FH Salzburg zur Untersuchung von Bauteilaktivierungen in Massivholzbauteilen.

Weitere Forschungsprojekte laufen

Somit kann auch Holz zur thermischen Bauteilaktivierung genutzt werden und dazu beitragen, den Heiz- und Kühlenergiebedarf von Gebäuden zu senken. Gleichwohl ist noch nicht abschließend erforscht, wie sich Wärmezirkulation und Kondensatbildung langfristig auf diesen nachwachsenden Rohstoff auswirken. Mehrere Forschungsprojekte experimentieren derzeit mit unterschiedlichen Variationen der Faserrichtung sowie Holztypen und -kombinationen, um die Bauteilaktivierung weiter zu optimieren und künftig eine echte Alternative zu Beton anzubieten.

Weiterführende Informationen

Mehr zum Projekt an der FH Salzburg unter www.fh-salzburg.ac.at/fhs/aktuelles/news/holz-als-energiespeicher.

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