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Stromverteilnetze: Wärmenetze verringern Ausbaubedarfe

Stand: September 2023
Grafik, die die Wärmeversorgung von Einzelgebäuden mit je separaten Wärmepumpen und von Einzelgebäuden mit einer gemeinsamen Großwärmepumpe darstellt

Wärmepumpen sind ein Schlüssel der Wärmewende, beanspruchen die Stromverteilnetze aber zusätzlich. Eine Studie des Reiner Lemoine Instituts analysiert die Ausbaubedarfe. 

Immer mehr Haushalte werden mit Wärmepumpen beheizt – allein im ersten Quartal 2023 wurden fast 100.000 Wärmepumpen verkauft. In Zukunft werden verstärkt auch Großwärmepumpen für die Versorgung ganzer Quartiere zum Einsatz kommen. In der Konsequenz werden für Gebäudewärme weniger Gas und mehr Strom verbraucht. Dadurch kommt es zu neuen Spitzenlasten im Stromnetz – und das zusätzlich zum gleichzeitigen Hochlauf der Elektromobilität. Eine Ausweitung der Kapazitäten bestehender Verteilnetze ist unvermeidlich. Für einen raschen Umbau des Wärmesektors ist daher eine sorgfältige Planung und eine enge Abstimmung zwischen Energienetz- und kommunaler Wärmeplanung notwendig. 

Vorteilhafte Wärmenetze

Eine neue Studie des Reiner Lemoine Instituts im Auftrag der Deutschen Energie-Agentur (dena) stellt fünf unterschiedliche wärmepumpenbasierte Versorgungskonzepte gegenüber und analysiert ihre Auswirkungen auf den Ausbaubedarf von Stromverteilnetzen. Die Versorgungskonzepte unterscheiden sich im Wesentlichen darin, ob sie Wärme aus gebäudeintegrierten Wärmepumpen oder aus Nahwärmenetzen mit einer Großwärmepumpe speisen. Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Wärmenetzbasierte Versorgungskonzepte schneiden besser ab und können den Ausbaubedarf des Stromnetzes erheblich reduzieren. Die Ausnahme: Wenn ein Quartier bereits über einen hohen Anteil an Dach-Photovoltaikanlagen verfügt, ist der Ausbaubedarf ähnlich gering. 

Insgesamt bieten Wärmenetze für Quartiere viele Vorteile: Aufgrund der Größe können mehrere Erzeugungstechnologien und Speichermöglichkeiten miteinander kombiniert und deren verschiedene Vorteile genutzt werden. Etwa jahreszeitbedingte Schwankungen einzelner Technologien können so leichter ausgeglichen werden. Für einzelne Wohngebäude ist es hingegen zu kostspielig, mehrere Erzeugungsanlagen zu installieren. Zudem gewährleistet eine zentrale Steuerung von Wärmenetzen eine größere Flexibilität sowie eine bessere Planbarkeit der Ausbaubedarfe. Der Nachteil: Der Aufbau von kommunalen Wärmenetzen ist aufwändig und stellt Planerinnen und Planer vor nicht unwesentliche Herausforderungen. Hilfestellung bietet eine weitere neue Studie des Gebäudeforums klimaneutral, die Strategien für die Planung und Umsetzung für die vernetzte Wärmeversorgung an die Hand gibt. 
 

Download der Studie

Studien & Berichte

Quartiere im klimaneutralen Stromsystem

Dieses Kurzgutachten des Reiner Lemoine Instituts im Auftrag der dena zeigt die Auswirkungen verschiedener wärmepumpenbasierter Wärmeversorgungskonzepte auf den Netzausbaubedarf in gängigen Verteilnetztypen auf.

Stand: Juni 2023

PDF 1,46 MB

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