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Zukunft des Bauens: Haus aus dem 3D-Drucker

Stand: Juni 2022
Foto, Arbeiter überwachen den Bau eines Hauses aus dem 3D-Drucker.

Das erste deutsche Wohnhaus aus einem 3D-Drucker steht in Beckum. In diesem Sommer ziehen die ersten Bewohner ein. Wir stellen die Highlights vor.

Das im Juli 2021 fertiggestellte Einfamilienhaus mit insgesamt 160 Quadratmetern auf zwei Geschossen wurde im 3D-Betondruckverfahren gebaut. In Kombination mit einem Smart-Home-System und ressourcenschonender Heiztechnik ist ein energieeffizientes KfW-55-Haus entstanden.

Innovatives Druckverfahren

Das Planungsteam um die in Beckum ansässigen Architekten Mense-Korte setzen auf einen der schnellsten 3D-Betondrucker weltweit. Mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde wanderte dabei der Druckkopf entlang einer fest installierten Anlage und baute die Raumelemente Schicht für Schicht auf. Als Baustoff wurde ein speziell entwickelter Betonmörtel verwendet. Bedient wird der Drucker von lediglich zwei Personen – und hat damit das Potenzial, den Fachkräftemangel auf dem Bau abzumildern. Für einen Quadratmeter doppelschalige Wand benötigt der Drucker rund fünf Minuten.

Während des Druckvorganges berücksichtigt der Drucker bereits die später zu verlegenden Leitungen und Anschlüsse für Wasser, Strom und Heizung. Auf diese Weise kann besonders materialsparend gearbeitet werden. Die Decken des Hauses bestehen aus Betonfertigteil-Elementen, in denen das Flächenheiz- und Kühlsystem bereits integriert ist. Die nötige Energie liefert eine Luft/Wasser-Wärmepumpe.

3D-Druck-Haus vollständig recycelbar

Weiterer Pluspunkt aus ökologischer Sicht: Die Planer nutzen für das 3D-Druck-Haus ausschließlich recycelbare Baustoffe. Beispiel Dämmung: In den Wänden setzen die Architekten auf Perlit – ein vulkanisches Glasgestein – und verzichten dafür auf Polystyrol. Und unter der Bodenplatte wurde kunststofffreies Recyclingglas verwendet, das selbst wiederum komplett wiederverwendbar ist.

Perspektive: Beton ersetzen

Dem geringen Materialeinsatz sowie dem hohen Recyclinganteil steht die schlechte CO2-Bilanz des Betons gegenüber. Nachhaltig ist das wenig, doch es gab einen Grund für das Vorgehen. Die Architekten setzten auf Beton, weil die Genehmigungsprozesse für den Bau sonst deutlich länger gebraucht hätten. Die Perspektive lautet aber: In Zukunft ersetzen ökologischere Materialien den Beton auch beim 3D-Druck-Hausbau.

Foto, Außenansicht eines Einfamilienhauses, welches mit einem 3D-Drucker errichtet wurde.
Deutschlands erstes Einfamilienhaus aus dem 3D-Drucker.

Weitere Informationen

Mehr zu dem 3D-Druck-Haus auf der Website des Architekturbüros Mense-Korte.

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