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Wärmepumpen: Vorurteile im Faktencheck

Stand: Mai 2023
Foto, im Vordergrund ein Haus mit davorstehender Wärmepumpe, im Hintergrund ein Haus im Bau mit Solarkollektoren auf dem Dach.

Wärmepumpen boomen: Über 100.000 wurden allein im ersten Quartal 2023 verkauft. Gleichwohl ist das Thema sehr umstritten. Immer wieder dominieren auch Fehleinschätzungen die Debatte. Wir greifen drei gängige Aussagen zu Vorlauftemperaturen, Lautstärke und Kältemitteln auf und ordnen sie ein.

1. Wärmepumpen sind für Bestandsgebäude ungeeignet: falsch.

Wärmepumpen sind besonders effizient bei geringer Vorlauftemperatur. Schlecht isolierte Gebäudehüllen, ungünstig eingestellte Heizungsanlagen und zu kleine Heizkörper liefern bei Bestandsgebäuden häufig nicht die besten Vorbedingungen. Mit kleinen Maßnahmen, wie hydraulischem Abgleich, Heizkurvenanpassung und Heizkörpertausch lassen sich gute Voraussetzungen schaffen. Dies muss individuell und vor dem Einbau geprüft werden. Bereits die Anpassungen bei Heizkörpern und Optimierung der Heizungs-Einstellungen können die nötigen Effizienzsteigerungen bewirken. Alternativ kann auch eine hybride Lösung in Betracht gezogen werden: Wenn bei extrem niedrigen Temperaturen in den Wintermonaten an einigen Tagen der Betrieb der Wärmepumpe nicht mehr effizient ist, wird die Energie hier über die Bestandsheizung oder einen Heizstab geliefert.

Foto, ein Monteur installiert eine Wärmepumpe an einem Einfamilienhaus.

Wärmepumpen: Umstellung im Bestand

Bei der Umstellung des Heizsystems in Bestandsgebäuden auf erneuerbare Energien spielt die Wärmepumpe eine zentrale Rolle. Die Möglichkeiten ihrer Integration im Ein- und Zweifamilienhausbestand sind vielfältig und sollten umfassend geplant werden.

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2. Wärmepumpen sind zu laut: falsch.

Viele Menschen sind besorgt, Nachbarinnen und Nachbarn durch Lärm der Wärmepumpe zu verärgern. Das ist meist unbegründet. Grundsätzlich gilt: Man muss Wärmepumpenarten differenzieren. Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen benötigen keinen Ventilator, um Luft umzuwälzen, daher fällt diese Geräuschquelle weg. Entscheidend ist auch der Aufstellort: Sie können im Gebäudeinneren aufgestellt werden und nehmen dabei kaum mehr Platz ein als eine Gasheizung. Hingegen waren einzelne Luft-Wärmepumpen in der Vergangenheit im Betrieb etwas lauter. Dieser Wärmepumpentyp bezieht Wärmeenergie über eine Außeneinheit, die meist im Garten vor dem Haus steht. Ventilator und Kompressor verursachen dabei die Geräusche. Neuere Anlagen liefern mittlerweile technische Lösungen, die die Lautstärke im Vergleich zu ihren Vorgängermodellen deutlich senken. Tipp: Durch Aufstellort, Fundament und Verkleidung der Wärmepumpe kann die Lautstärke weiter minimiert werden. Grundsätzlich bieten Herstellerhinweise eine gute Orientierung. Die genaue Lautstärke der Wärmepumpe nach Aufstellort und Entfernung lässt sich mit Berechnungen abschätzen.

Foto, eine Wärmpumpe im Vorgarten eines Hauses.

Wärmepumpen: Geräuschemission

Für Wärmepumpen gelten wie für andere technische Anlagen Anforderungen an den Schallschutz. Insbesondere die Geräuschemissionen von Außeneinheiten sollten sorgfältig betrachtet werden.

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3. Wärmepumpen gibt es nur mit klimaschädlichen Kältemitteln: falsch.

Lange Zeit wurden für den Betrieb von Wärmepumpen und Kühlgeräten fluorierte Kältemittel eingesetzt, die angesichts hoher Treibhausgas-Potenziale wenig klimafreundlich sind. Ihr Einsatz wird nun im Rahmen der F-Gase-Verordnung schrittweise eingeschränkt. Daneben existieren bereits natürliche Alternativen, wie beispielsweise Propan als Kältemittel. Dieses erreicht zudem höhere Vorlauftemperaturen und bessere Energieeffizienz-Werte.

Foto, im Vordergrund Hände, die ein Druckmessgerät halten, im Hintergrund eine Wärmepumpe.

Wärmepumpen: Kältemittel

Verschiedene Kältemittel haben unterschiedliche Wirkungen im Wärmepumpenprozess und auf die Umwelt. Rechtliche Vorgaben und Technologieentwicklungen verändern Kältemittel. Ihre Eigenschaften sind wiederum für unterschiedliche Regelungen verantwortlich.

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