• Gebärdensprache
  • Leichte Sprache
  • Gebärdensprache
  • Leichte Sprache

Zirkuläres Bauen: Turbo dank Standard

Stand: April 2024
Foto, ein großer Schutthaufen eines abgerissenen Gebäudes auf dem zwei Bagger stehen. Im Hintergrund eine Gebäuderuine.

Der Bausektor verantwortet rund 55 Prozent des deutschen Abfallaufkommens – Lösungen für eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft sind überfällig. Einen neuen Ansatz bietet die DIN SPEC 91484.

Das Ziel der DIN SPEC 91484: Gute Bauteile vor der Abrissbirne retten und ihnen ein zweites Leben ermöglichen. In einem zweistufigen Verfahren – sogenannten Pre-Demolition-Audits – soll geprüft werden, welche Bauteile oder Materialien in anderen Gebäuden wieder verwendet werden können. Dafür legt die DIN SPEC eine einheitliche Methodik fest: In einer Vorprüfung werden zunächst grundlegende Informationen wie der Standort des Bauwerks, das Baujahr, die Gebäudeklasse und die Nutzungsart erfasst. In dieser ersten Phase wird auch bestimmt, welche Teile für eine weitere Nutzung vermutlich in Frage kommen.

Anschließend erfolgt eine Detailprüfung. Entsprechen die ausgewählten Bauteile und Materialien geltenden Qualitätsstandards? Ist der Ausbau technisch möglich und ein Transport machbar? In der DIN SPEC 91484 ist festgehalten, welche Akteurinnen und Akteure diese Fachgutachten erstellen dürfen, darunter Architekten, Statikerinnen, Schadstoffgutachter und Abbruchunternehmerinnen. Die Gutachten können mehrere tausend Euro kosten.

Als Faustregel gilt daher: Den Fokus auf vielversprechende Produkte legen. Wer das tut, kann mit der richtigen Planung – die mindestens ein halbes Jahr vor dem Rückbau begonnen werden sollte – Kosten senken und erhebliche Zusatzerlöse erzielen. Unterm Strich können Abbruchkosten gegenüber herkömmlichen Ansätzen um bis zu 30 Prozent sinken.

Ausblick

Die DIN SPEC 91484 bietet ein effizientes Verfahren, um das Potenzial von Anschlussnutzungen sicher und transparent zu erheben – ein Turbo für zirkuläres Bauen, von dem alle Marktteilnehmenden profitieren. Zudem eröffnet sie der Politik Optionen, die Kreislaufwirtschaft im Baubereich zu forcieren. So legen Städte wie Berlin und Hamburg bereits fest, dass bei öffentlichen Abriss-Ausschreibungen die betroffenen Gebäude nach der DIN SPEC 91484 zu prüfen sind. Zudem treibt die EU bereits die Weiterentwicklung der DIN SPEC zur verbindlichen Norm voran: Noch in diesem Jahr soll ein entsprechender Standard für größere Gebäuden verabschiedet werden.

Praxiserfahrungen

Projektbeispiele, bei denen Pre-Demolition-Audits nach DIN SPEC 91484 bereits durchgeführt wurden und im Anschluss Rückbau und Vermittlung der Materialien erfolgreich gelangen, sind etwa der Behrens-/Väthbau in Düsseldorf oder die alte Stadtbücherei in Augsburg des Unternehmens Concular.

Das könnte auch interessant sein

Foto, Ansicht eines Schrottplatzes aus der Vogelperspektive

Zirkuläres Bauen

Um Verknappung und Übernutzung von Ressourcen etwas entgegen zu setzen und die Treibhausgas-Emissionen durch den Bausektor zu verringern, muss zirkulär geplant und gebaut sowie Gebäude als Rohstofflager genutzt werden.

Mehr erfahren
Foto, Nahaufnahme eine Tisches, auf dem ein Sicherheitshelm sowie Unterlagen liegen. Eine Hand zeichnet mit Kugelschreiber auf ein Dokument. Symbole eines Helmes, von Zahrädern und einer Glühbirne umgeben die Hand.

Digitale Tools und Werkzeuge

Der Bausektor ist für einen Großteil des Energieverbrauchs und Abfallaufkommens in Deutschland verantwortlich. An diesem Punkt setzen innovative Tools an, um Energieeffizienz sowie Wiederverwertung und Recycling zu gewährleisten und zu optimieren.

Mehr erfahren