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Haus B: Altes retten, Neues schaffen

Adaptive reuse ist die nachhaltige Lösung, um vorhandene Bausubstanz zu erhalten. Dieses Projekt zeigt, wie intelligent man Alt- und Neubau intelligent kombiniert.

Projekt

In dem Projekt „Haus B“ nahe Wien wurden Nachhaltigkeit und der Erhalt historischer Bausubstanz aus den 1920er Jahren erfolgreich kombiniert. Dabei wurde auf Wunsch der Auftraggebenden – einer sechsköpfigen Familie -, das charaktervolle, jedoch sanierungsbedürftige Haus nicht nur erhalten, sondern auch sinnvoll erweitert. In drei neuen Anbauten kamen eine hocheffiziente, ökologische Wärmedämmung mit einer hinterlüfteten Holzfassade zum Einsatz. Die Energieversorgung erfolgt durch die Installation von Solarpanels und für Dach und Wandabschnitte wurde eine ökologische Konstruktion aus Kreuzlagenholz (KLH) verwendet.

Für die Vergrößerung des Gebäudes wurde ein innovativer Ansatz gewählt: Anstelle einer einzigen Erweiterung wurden drei separate Anbauten hinzugefügt - ein Bereich für die Kinder, ein Wohnbereich und ein Essbereich. Besonders der Essbereich fungierte als Verbindungselement zwischen dem Bestandsgebäude und den neuen Gebäudeteilen. Er ist zentrale Treffpunkt für die Familie. Dieses Projekt demonstriert eindrucksvoll, wie moderne, nachhaltige Bautechniken erfolgreich mit der Erhaltung historischer Bausubstanz kombiniert werden können.

  • Baustoffe
  • Neubau
  • Sanierung
  • Wohngebäude
Stand: Oktober 2023

Bautafel:

BAUVOLUMEN
200 m²

BAUZEIT
2017-2018

VERWENDETES MATERIAL
Holz-Aluminium Fenster
Holzfassade
KLH–Platten Dach und Wände
Ziegelmauerwerk Wände

VERWENDETE GEBÄUDETECHNIK
Solarpanels

Herausforderungen

Die Umsetzung des Projekts stellte aufgrund der besonderen Anforderungen und Herausforderungen eine komplexe Aufgabe dar. Im Mittelpunkt stand das Bestandsgebäude, das die Familie trotz seiner geringen Größe unbedingt erhalten wollte. Mit vier Kindern benötigte die Familie jedoch deutlich mehr Platz als das historische Haus bieten konnte, was zur Notwendigkeit der Anbauten führte.

Die Wertschätzung von Bestandsgebäuden und ihre Einbeziehung in die Bauplanung beruht auf ihrem atmosphärischen Charakter: Sie verfügen über eine Geschichte, Patina und einen Charme, der jeden Neubau aufwertet. Jedoch erfordert die Integration dieser Gebäude gestalterische Behutsamkeit. Insbesondere kleine Bestandshäuser können durch großvolumige Neubauten leicht erdrückt werden, was ein besonderes Feingefühl im Umgang mit den räumlichen Volumina verlangt.

Angesichts dieser Herausforderung entschieden sich die Planenden, das neue Raumprogramm in drei neuen Baukörpern unterzubringen. Diese Anbauten umrahmen das bestehende Gebäude wie ein Passepartout und betonen seine Präsenz, anstatt es zu überdecken. Die solitäre Wirkung des Bestandsgebäudes wird durch die Zubauten nicht gemindert, sondern vielmehr verstärkt.

Ziele & Erfolge

Mit dem Projekt wurden mehrere Ziele erreicht. Die wichtigsten Aspekte waren Klimaschutz durch das adaptive Re-Use-Konzept, die Energieeffizienz durch ökologische, dämmende Baustoffe und Photovoltaik sowie die harmonische Verbindung von Alt und Neu. Dabei war das Ziel, eine Atmosphäre zu schaffen, in der alles ineinanderfließt und der Zubau nicht als Fremdkörper, sondern als integraler Bestandteil des Gesamtensembles wahrgenommen wird.

Durch die Gestaltung des Zubaus als drei separate Baukörper konnten nicht nur unterschiedliche Raumqualitäten für die Familie geschaffen, sondern auch drei Terrassen realisiert werden. Durch ihre unterschiedliche Ausrichtung eröffnen diese Terrassen zu verschiedenen Tageszeiten verschiedene Nutzungsqualitäten, in Bezug auf Sonnen- und Schattenverhältnisse. Durch den Verzicht auf Türen zwischen den Volumen entsteht ein Gefühl der Verbindung und des fließenden Übergangs zwischen den Räumen. Die Anordnung der verschiedenen Funktionen hat dazu beigetragen, dass ein lebendiges und harmonisches Miteinander von Alt und Neu entstanden ist.

Lessons learned

Adaptive Re-Use, also die Wiederverwendung oder Weiternutzung von Gebäuden, Gebäudeteilen oder Bauteilen, ist eine entscheidende Strategie im Bausektor, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Durch die Weiternutzung von bestehenden Bauten oder deren Materialien werden enorme Mengen an Energie und Ressourcen eingespart, die ansonsten für den Abriss und den Neubau aufgewendet werden müssten. Haus B zeigt, wie sich Alt und Neu nachhaltig, clever und ästhetisch kombinieren lassen.

Kontakt & Akteure

Ihr persönlicher Kontakt

Dipl.-Ing. Dimitar Gamizov


smartvoll Architekten ZT KG

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Foto, Nahaufnahme von mehreren Stecknadeln in einer Pinwand, die mit Bindfäden untereinander verbunden sind.
Akteure

ARCHITEKTEN smartvoll Architekten ZT KG

KONSULENTEN Buschina & Partner (Statik & BPH)