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CampusRO

Der nachhaltige Campus bietet auf innovative Weise hochwertigen Wohnraum für Studierende und strebt zugleich DGNB-Zertifizierung in Platin Standard an.

Foto, Sicht von oben auf einen Innenhof mit umliegendem Appartment-Komplex. Der Hof in der Mitte ist begrünt und mit Bodenplatten versehen. Um den Hof verläuft das mehrstöckige Gebäude.
Foto, Frontalsicht auf einen Appartmentkomplex. Das Gebäude nimmt von links nach recht in der Höhe und Anzahl der Stockwerke ab.
Foto, Innenraum, rechts sitzt eine Frau auf einer Bank an einem Tisch mit Laptop. Link steht eine Schrankwand. Im hinteren Teil des Raumen steht ein Mann.

Projekt

In der direkten Nähe zur Hochschule Rosenheim entstand mit dem CampusRo moderner studentischer Wohnraum, der privatwirtschaftliches und örtliches Engagement mit den öffentlichen Interessen der Stadtgesellschaft vereint.
Das Quartier zeichnet sich durch besonders offene Erschließung mit gemeinschaftlich begrünten Treffpunkten aus. Durch weitere Bereiche mit verschiedenen Funktionalitäten wie Lernräume, Fitnessbereich oder gemeinschaftliche Multifunktionsräume wurden Begegnungsstätten geschaffen. Insgesamt umfasst der CampusRO 211 Apartments für Studierende und weitere 40 Apartments in einem Boardinghaus im KfW 40 plus Standard. Die Wärmeversorgung wird über die Fernwärme der Stadt Rosenheim geleistet.

Bautafel:

BAUZEIT
2020 - 2022

ENERGETISCHER ZUSTAND
KfW 40 plus

VERWENDETES MATERIAL
Außenwand: Vorgefertigter Holztafelbau (komplett inkl. Fassade und Fenster vorgefertigte, teils tragende Außenwände mit integrierten Lüftungselementen)

Fenster: Kunststofffenster, EG Sonderbereiche mit Pfosten-Riegel-Fassaden, U = 0,76 W/(m²K) und g = 0,37 vermerkt

Dach: Warmdach, EPS, alternativ mit PV, extensiver Begrünung oder Dachterrasse, oberste Geschossdecke ebenfalls HBV, Dämmstärke 32cm im Mittel, U = 0,097 W/(m²K) im Mittel

Dämmung: in Holztafelwänden = Mineralfaser

Holzrahmenbauwände: U = 0,137 W/(m²K)

Holzmassivwände: U = 0,155 W/(m²K)

VERWENDETE GEBÄUDETECHNIK
Dezentrale Lüftung, Zu- und Abluftsystem, ein Lüfter je Wohneinheit, Wärmerückgewinnung ≥ 80 Prozent

Regenerative Energien: Auf den Dächern installierte Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher (70 Prozent Eigenstromversorgung)

Generatorleistung: 128 kWp

Generatoroberfläche: 677 m²

Jährlicher Ertrag: 150000 kWh

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Herausforderungen

Um die Nachhaltigkeitsanforderungen zu erreichen, mussten verschiedene Aspekte, die in ihrer Zielstellung untereinander Konflikte verursachten, miteinander verhandelt werden. Es war erforderlich, dass alle Planungsbeteiligten nah zusammenarbeiten, um die angestrebte DGNB-Zertifizierung im Platin-Standard zu erlangen. Bei der Grundrisskonzeption, die vor allem einen flächensparenden Fokus hatte, war die frühe Integration der TGA eine besondere Herausforderung. Auch die hohen Energiestandards eines KfW 40 plus Hauses auf Basis des Passivhausstandards führten zu weiteren Schnittstellenfragen.

Ziele & Erfolge

Mit diesem Projekt sollte nicht nur Wohnraum geschaffen werden. Die Ambition bestand ebenfalls darin, einen innovativen, bereichernden, inspirierenden Raum für den prägenden Lebensabschnitt der Studierendenzeit zu kreieren. Aus diesem Grund ist das Quartier in einer Siedlungsstruktur konzipiert, die das Miteinander fördert.

Dabei zeichnet es sich durch vielseitige nachhaltige Aspekte aus, wobei der Einsatz von Holz eine wichtige Rolle spielt. Dieser Werkstoff bietet eine große CO2-Speicherfähigkeit und hat in der Verarbeitung in vorgefertigten Holztafelelementen zur Verkürzung der Bauzeit beigetragen. Somit wurden gegenüber einer Massivbauweise 1.250 Tonnen CO2 gespart. Vergleicht man das Projekt über einen Zeitraum von 50 Jahren mit einem Referenzgebäude, ergibt sich sogar eine CO2-Ersparnis von 6.350 Tonnen.

Beim Bezug der Baumaterialen wurde ebenfalls ein nachhaltiger Ansatz verfolgt. So stammt das Holz aus bayerischen Wäldern mit einer PEFC-Zertifizierung, die eine nachhaltige Waldbewirtschaftung garantiert. Darüber hinaus fand 100 Prozent der Altmasse einer ehemals auf dem Grundstück befindlichen Lagerhalle erneut Verwendung.

Die Energieversorgung erfolgt zu 70 Prozent mit Eigenstrom, der über die auf den Dächern befindliche Photovoltaik-Anlage mit Batterie-Speicher erzeugt wird.  Auch zahlreiche, kühlende Grünflächen mit Rasen, Bäumen und Sträuchern sind nun auf dem Grundstück zu finden, wo sich vormals eine zu 100 Prozent versiegelt Fläche befand. Mittels Dachflächen, begrünten Hofbereichen, unterirdischen Rigolen mit Versickerungsmöglichkeit wird Regenwasser möglichst lange auf dem Grundstück gehalten. Zukünftig sind darüber hinaus auch Bienennährstauden und Nistkästen für Vögel vorgesehen.

Planungsansatz

Die Planung spielte für die Realisierung des Projekts eine integrale Rolle. Die Umsetzung des CampusRO war nur möglich, indem das kooperative Planungsteam um die ausführenden Unternehmen und deren Kompetenz zur Bauausführung erweitert wurde. Nicht zuletzt war es für die Umsetzung essentiell, ein BIM Modell zu erstellen. Ebenso wichtig war die ständige Begleitung durch einen DGNB Auditor, wodurch die verschiedenen Planungsvarianten monetär sowie bezüglich der Nachhaltigkeitszertifizierung optimiert wurden.

Kontakt & Akteure

Foto, Porträt von lachendem Mann mit Brille.
Ihr persönlicher Kontakt

Prof. Christian Schlüter

Dipl.-Ing. Architekt
BDA

E-Mail schreiben
Foto, Nahaufnahme von mehreren Stecknadeln in einer Pinwand, die mit Bindfäden untereinander verbunden sind.
Akteure

BAUHERR CampusRO Projektentwicklungs GmbH & Co. KG, Pullach i. Isartal

ARCHITEKTEN ACMS Architekten GmbH, Wuppertal

STATIK HOLZBAU, BAUAKUSTIK UND BRANDSCHUTZ Pirmin Jung Deutschland GmbH, Augsburg

STATIK MASSIVBAU UND ARCHITEKTUR ab LP 6 Guggenbichler + Wagenstaller GbR, Rosenheim

BAUPHYSIK WÄRMESCHUTZ LEICHTphysics GmbH, Bad Aibling

HEIZUNG-LÜFTUNG-SANITÄR Ingenieurbüro Lackenbauer GmbH, Traunstein

ELEKTRO pgt Planungsgruppe Technik GmbH & Co. KG, Traunstein

LANDSCHAFTARCHITEKTUR LP 1-4 studio grüngrau Landschaftsarchitektur GmbH, Düsseldorf

LANDASCHAFTSARCHITEKTUR ab LP 5 Landschaftsarchitektur Stiegler, Rosenheim

DGNB-ZERTIFIZIERUNG MNP Ingenieure GmbH, Lübeck

BIM KOORDINATION ODE - office for digital engineering, Wien

HOLZBAU  Huber & Sohn GmbH & Co. KG, Eiselfing