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Energiesprong-Pilotprojekt Hameln

Vor der seriellen Sanierung war das Hamelner Quartier Kuckuck durch seinen schlechten baulichen Zustand und eine hohe Leerstandsquote geprägt. Nun gilt es als Energiesprong-Vorzeigeprojekt.

Foto, Reihen von Mehrfamilienhäusern an einer Straße. Die vorderste Reihe hebt sich durch eine graue Fassade und Photovoltaik-Kollektoren von den anderen Gebäuden ab.

Projekt

Der aus drei zweistöckigen Gebäuden bestehende Wohnblock aus den 30er Jahren war in schlechtem baulichen Zustand und stand deshalb lange Zeit leer. Zudem war das Quartier Kuckuck in Hameln als sozialer Brennpunkt bekannt. 2017 kaufte die asargo Gruppe die Siedlung. Um die Mehrfamilienhäuser wieder vermieten zu können, entschloss sich der neue Eigentümer zu einer seriellen Sanierung nach dem Energiesprong-Prinzip. Besonders im Segment des sozial verträglichen Wohnraums mit niedrigen Mieten pro Quadratmeter sind die hohen Kosten einer konventionellen energetischen Sanierung wirtschaftlich nicht darstellbar. Energiesprong ist vor diesem Hintergrund eine ökologisch und ökonomisch attraktive Alternative.

  • 65% Erneuerbare Energien
  • Sanierung
  • Serielles Sanieren
  • Wärmepumpe
  • Wohngebäude
Stand: Oktober 2022

Bautafel:

BAUVOLUMEN
612 m²

BAUZEIT
11/2019 – 02/2021

ENERGETISCHER ZUSTAND
NetZero Standard

VERWENDETES MATERIAL
Fassadenelemente mit Lärchenholz-Verschalung (7 Meter lang, 2,85 Meter hoch und 36 Zentimeter dick) inklusive Dämmung aus Recycling-Glaswolle, Fenstern und dezentraler Lüftungselemente mit Wärmerückgewinnung

Gedämmte Dachelemente mit Photovoltaikmodulen

20 Zentimeter dicke Kellerdeckendämmung

Wärmepumpe mit zwei Wärmespeichern für Heizung und Warmwasser

Ultra-Filtrationsanlage zur Wasseraufbereitung

Neue Heizkörper in den Wohnungen

Smarte Sensoren zur optimalen Steuerung der Haustechnik

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Herausforderungen

Das aus den Niederlanden stammende und dort vor allem im Einfamilienhausbereich eingesetzte Energiesprong-Prinzip musste auf den deutschen Wohnungsmarkt übertragen werden, der vor allem von Mehrfamilienhäusern geprägt ist. Das Verfahren unterscheidet sich gravierend von einer klassischen energetischen Modernisierung. Der komplette Sanierungsprozess musste völlig neu gedacht werden. Darüber hinaus sollte der Wohnraum auch nach der Sanierung noch für finanzschwächere Mietende bezahlbar sein.

Ziele & Erfolge

Aus baufälligen, leerstehenden Mehrfamilienhäusern ist 612 m2 attraktiver, bezahlbarer und nachhaltiger Wohnraum geworden. Für ihre zukunftsweisende Dekarbonisierungsstrategie wurden arsago und ecoworks von der DENEFF mit dem Performance Award „Wohnen“ 2022 ausgezeichnet.

Von den Erfahrungen des ersten Pilotprojekts in Hameln hat die gesamte Branche profitiert. So hat sich gezeigt, dass es technisch möglich ist, die serielle Sanierung vom Einfamilienhaus- auf dem Mehrfamilienhausbereich zu übertragen und dass selbst Bestandsgebäude der schlechtesten Energieeffizienzklasse mit einer seriellen Sanierung nach dem Energiesprong-Prinzip auf NetZero Standard gebracht werden können.

Lessons learned

Es wurde deutlich, dass die Gebäudesubstanz im Vorfeld detailliert analysiert werden sollte und mehr Zeit für die Planung aufgewendet werden muss. Gemeinsam mit Wohnungsgesellschaften, Bauunternehmen und Lösungsanbietern soll auf Basis dieser Erkenntnisse ein serieller Sanierungsbaukasten entwickelt werden, der die Energiewende im Bestand deutlich beschleunigt. Ein großer Teil des Entwicklungsprozesses liegt in der Pilotphase. Erfahrungen aus anderen Ländern haben gezeigt, dass einige Projekte notwendig sind, um eine Lösung zur Marktreife zu führen. Das Pilotprojekt in Hameln ist deshalb ein wichtiger erster Schritt.

Kontakt

Logo, ecoworks
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Hanno Ritzerfeld


ecoworks GmbH

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