Gebäudereport 2026 – Kapitel 4: Energie
Stand: Januar 2026
In Kapitel 4 werden der Energieverbrauch allgemein sowie spezifisch der Energieverbrauch im Gebäudebereich dargestellt. Zusätzlich wird das Thema erneuerbare Energien adressiert. Neu sind Modelldaten zum Endenergieverbrauch privater Haushalte auf der Gemeindeebene und ein detaillierterer Blick auf den Einsatz erneuerbarer Energie am Endenergieverbrauch und in der Fernwärme.
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4.1 Energieverbrauch
Kernaussagen Abb. 69
- Der Endenergieverbrauch und der Primärenergieverbrauch sind im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken.
- Der Primärenergieverbrauch sank von 2.959 TWh (Terawattstunden) auf 2.927 TWh und somit um 1,0 % - der geringste Primärenergieverbrauch seit 1990.
- Der Endenergieverbrauch sank von 2.256 TWh auf 2.249 TWh und somit um 0,3 % - auch dies entspricht dem geringsten Wert seit 1990.
Kernaussagen Abb. 70
- Den größten Anteil hat der Verkehrssektor mit rund 688 TWh (31 %) – gefolgt von privaten Haushalten 625 TWh (28 %) und Industrie 607 TWh (27 %).
- Den geringsten Endenergieverbrauch hat der Gewerbe-Handel-Dienstleistungs-Sektor (GHD) mit 328 TWh (15 %).
- Die größten Einsparungen gab es im letzten Jahr im Verkehrssektor (8 TWh) und bei privaten Haushalten mit (7 TWh) – größte Zuwächse gab es mit 7 TWh im GHD-Sektor.
4.2 Energieverbrauch im Gebäudebereich
Kernaussagen Abb. 71
- Raumwärme und Warmwasser stellen mit zusammen 513 TWh die beiden größten Anwendungsbereiche beim Endenergieverbrauch in privaten Haushalten dar.
- Das entspricht einem Anteil von 66 % für Raumwärme und 16 % für Warmwasser.
- Den drittgrößten Anwendungsbereich bildet mit rund 42 TWh (7 %) Prozesswärme – insbesondere durch Kochen und Waschen.
Kernaussagen Abb. 72
- Der Gewerbe-Handel-Dienstleistungs-Sektor (GHD) unterscheidet sich von den privaten Haushalten deutlich in der Menge an benötigter Energie für Warmwasser: Im GHD-Sektor wurden im Jahr 2023 lediglich rund 11 TWh und damit 89 % weniger Energie für Warmwasser benötigt als in privaten Haushalten.
- Raumwärme lag mit 163 TWh 61 % unter dem Verbrauch von privaten Haushalten.
Kernaussagen Abb. 73
- Klimafaktoren sind umso größer, je höher die Temperaturen während der Heizperiode sind.
- Die deutschlandweit ermittelten Klimafaktoren zeigen, dass speziell seit 2014 ausschließlich Klimafaktoren über 1,0 verzeichnet wurden – in fünf der letzten sechs Jahre lag der Klimafaktor jeweils über 1,1.
Dabei ist zu beobachten, dass der Klimafaktor tendenziell zunimmt und somit auch die Temperaturen steigen.
Kernaussagen Abb. 74
- Der größte Teil des Endenergieverbrauchs für Warmwasser und Raumwärme wurde mit rund 224 TWh (44 %) durch Erdgas gedeckt.
- Der Gasverbrauch ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 TWh (0,5 %) zurückgegangen.
- Der Verbrauch von Öl lag bei 115 TWh (22 %) und ist um 3,2 TWh (2,3 %) im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
Kernaussagen Abb. 75
- Der Endenergieverbrauch für Wärme in Nichtwohngebäuden lag im Jahr 2024 bei 214,1 TWh - damit ist er seit 2013 um 23 % gesunken.
- Im Jahr 2024 lag der Anteil von Öl, Gas und Kohle am Endenergieverbrauch in Nichtwohngebäuden bei rund 135 TWh (63 %).
- Der Anteil von erneuerbaren Energien lag im Jahr 2024 bei 44 TWh (20 %) und ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 TWh gesunken.
Kernaussagen Abb. 76
- Im Jahr 2024 lag der klimabereinigte Wärmeverbrauch bei 149 kWh pro m2 Wohnfläche und Jahr.
- Der reale (nicht klimabereinigte) Verbrauch erreichte im Jahr 2024 mit 128 kWh/m2 Wohnfläche einen neuen Tiefststand.
- Die klimabereinigten Wärmeverbrauchswerte der Jahre 2023 und 2024 sind die am niedrigsten im gesamten Betrachtungszeitraum: zugleich waren diese Jahre die wärmsten.
Kernaussagen Abb. 77
- Der Endenergieverbrauch privater Haushalte pro Kopf in Deutschland ist von 1990 bis 2024 um rund 9 % gesunken.
- Der Endenergieverbrauch privater Haushalte weist einen volatilen Verlauf auf, bei dem jeweils der Höchstwert und der Tiefstwert im Jahr 1996 und im Jahr 2024 lagen.
Während der Pro-Kopf-Endenergieverbrauch sich seit 2010 durchschnittlich jährlich um 0,7 % verringert hat, hat er sich seit 2020 auf rund 2,15 % beschleunigt.
Kernaussagen Abb. 78
- Die geringste und höchste Abweichung zwischen Süd- und Norddeutschland war jeweils in den Jahren 1991 und 2003 mit 63 und 1368 kWh pro Kopf.
- Während der Endenergieverbrauch pro Kopf im Osten im Schnitt über 1.000 kWh geringer ist, ist er im Westen seit dem Jahr 2010 um 7 % gesunken.
- Mit Ausnahme der Jahre zwischen 2005 und 2010 fiel der Pro-Kopf-Endenergieverbrauch in den Stadtstaaten durchschnittlich 800 kWh geringer als in den Flächenländern aus.
Kernaussagen Abb. 79
- Gemeinden mit einer Bevölkerungsdichte über 500 Einwohner pro km2 verbrauchen pro Kopf tendenziell weniger Energie. Ihr Medianwert ist rund 7.400 kWh pro Kopf.
- Gemeinden mit einem Pro-Kopf-Endenergieverbrauch über 9.000 kWh konzentrieren sich in Rheinland-Pfalz, Ostbayern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und im Norden außerhalb der städtischen Räume.
- Etwa 55 % der Gemeinden haben einen moderaten Endenergieverbrauch der privaten Haushalte zwischen 7.000 TWh und 9.000 kWh pro Kopf.
4.3 Erneuerbare Energien
Kernaussagen Abb. 80
- Der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte (ohne Sekundärenergieträger Strom und Fernwärme) hat sich von 6,9 % im Jahr 2003 auf 17,7 % im Jahr 2024 erhöht. Dies verdeutlicht den zunehmenden Beitrag erneuerbarer Energien im Energiesystem.
- Der Anteil erneuerbarer Energien ist im GHD-Sektor am stärksten angestiegen. Insgesamt hat er sich seit 2003 fast verfünffacht.
- Der Anteil erneuerbarer Energien ist in den Sektoren Haushalte und Industrie seit 2003 um mehr als das Doppelte angestiegen.
Kernaussagen Abb. 81
- Der Anteil an erneuerbaren Energien in der Brutto-Stromerzeugung ist 2024 auf ein Rekordhoch gestiegen: Insgesamt wurden 54,4 % des Stroms durch die Erneuerbaren bereitgestellt.
- Im Jahr 2024 wurden 283,9 TWh Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt – das ist der höchste Wert in dem Betrachtungszeitraum und ein Wachstum um 3 % im Vergleich zum Vorjahr.
- Den größten Anteil an erneuerbaren Energien wird durch die Windkraft erzeugt (49 %) – darauf folgen mit 26 % die Photovoltaik und die Biomasse mit 15 %.
Kernaussagen Abb. 82
- Der Anteil erneuerbarer Energien an der Fernwärmeerzeugung stieg von 6,9 TWh (2005) auf über 24 TWh (2024), was einer Steigerung von rund 340 % entspricht und den kontinuierlichen Ausbau erneuerbarer Wärmequellen zeigt.
- Innerhalb der erneuerbaren Energieträger verzeichnen insbesondere biogene Anteile des Abfalles den größten Beitrag mit circa 10,2 TWh (2024), während Biogas und Biomethan seit 2014 stark an Bedeutung gewonnen haben und zusammen über 5,2 TWh erreichen.
Kernaussagen Abb. 83
- Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Fernwärme hat sich seit 2005 mehr als vervierfacht.
- Insgesamt werden im Jahr 2024 21,9 % des Fernwärmeanteils mittels erneuerbarer Energien erzeugt – der höchste prozentuale Wert im Betrachtungszeitraum.