Gebäudereport 2026 – Kapitel 3: Gebäudetechnik
Stand: September 2026Gebäudereport
Im dritten Kapitel werden Informationen zur Beheizungsstruktur, den Absatzzahlen, der Batterieleistung und dem Thema gebäudenaher Photovoltaik zusammengefasst.
Im Unterkapitel „Beheizungsstruktur“ werden Daten für den Wohnungsbestand zusammengefasst und im Unterkapitel „Absatzzahlen“ wird die Entwicklung der Absatzzahlen verschiedener Wärmeerzeuger dargestellt. Im Unterkapitel „Batterieleistung“ werden neue Grafiken mit unterschiedlicher Detailtiefe aufgeführt. Im letzten Unterkapitel „gebäudenahe Photovoltaik“ wird die Entwicklung und Verteilung nach Leistung, Bevölkerung und anderen Indikatoren betrachtet.
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3.1 Beheizungsstruktur
Kernaussagen Abb. 48
- Mit einem Anteil von 56,1 % dominieren Gasheizungen weiterhin deutlich den Wohnungsbestand.
- Weitere Energiequellen für die Wärmeversorgung sind Fernwärme mit 15,5 % und Heizöl mit 17,3 %.
- Wärmepumpen und solar-/geothermische Anlagen erreichen einen Anteil von 4,3 %.
Kernaussagen Abb. 49
- Seit 2019 hat sich der relative Anteil von Wärmepumpen sowie solar- und geothermischen Systemen mit 4,5 % mehr als verdoppelt. Im Vergleich zum Jahr 1998 verzeichnet diese Technologie das stärkste Wachstum.
- Gas ist durchgehend der am häufigsten verbaute Energieträger. Dieses kontinuierliche Wachstum stagniert seit 2023 und geht in den Aufzeichnungen für das Jahr 2025 erstmals zurück. Diese Entwicklung zeigt eine Trendwende in der Beheizungsstruktur.
- Der Anteil von Heizöl im Energiesektor sank von 33 % im Jahr 1998 auf 17,2 % im Jahr 2025.
Kernaussagen Abb. 50
- Seit 2000 sind die Installationen von Gas-Brennwertheizungen stark gestiegen und erreichten ab 2020 einen Höchststand von 2,7 Mio. Anlagen.
- Im Jahr 2025 lag die Anzahl der Öl - und Gasheizungen insgesamt bei 18,7 Mio. – davon sind 0,99 Mio. Öl-Brenn wert-, 3,7 Mio. Öl-Heizwert-, 8,8 Mio. Gas-Brennwert- und 5,2 Mio. Gas-Heizwertheizungen.
- 15 % der Heizungen wurden vor 1995 eingebaut und sind mindestens 30 Jahre alt.
3.2 Absatzzahlen
Kernaussagen Abb. 51
- Die Wärmepumpe setzt sich weiter durch und stellt im ersten Halbjahr 2026 bereits 55 % der gesamten Wärmeerzeuger.
- Im ersten Halbjahr wurden insgesamt 352.000 Wärmeerzeuger abgesetzt – das sind 19 % mehr als im Vorjahreszeitraum.
- 194.500 Geräte entfielen auf Heizungs-Wärmepumpen: das ist ein Anstieg von 40 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025.
- Wärmeerzeuger mit Gas-Brennwert reduzieren sich auf 30 %– im Jahr 2024 stellte diese Technologie noch 50 % der Anlagen.
Kernaussagen Abb. 52
- Im Jahr 2025 sind insgesamt rund 574.000 Wärmeerzeuger in Bestandsgebäuden eingebaut bzw. ausgetauscht worden. Dies entspricht einem Rückgang von fast 11 % im Vergleich zum Vorjahr.
- Der Anteil von Wärmepumpen steigt kontinuierlich an. Im Jahr 2025 betrug ihr Anteil bei Sanierungen bereits 44 % – gegenüber 21 % im Vorjahr 2024. •Auch der Anteil im Neubau wächst kontinuierlich. Im Jahr 2025 stieg der Anteil auf 65 %. Der Absatz von Gas weist mit 12 % den niedrigsten Wert im Betrachtungszeitraum auf.
- Im Neubau wurden im Jahr 2025 rund 73.000 primäre und sekundäre Wärmeerzeuger installiert. Dies entspricht einem Rückgang von 23 % gegenüber dem Vorjahr.
Kernaussagen Abb. 53
- Im Vergleich zum Vorjahr ist der Absatz von Heizungs- und Warmwasser-Wärmepumpen 2025 um knapp die Hälfte auf 348.500 Einheiten gestiegen.
- Die Luft-Wärmepumpen verzeichneten einen Anstieg von 59 % im Vergleich zu 2024. 81 % der Heizungs-Wärmepumpen wurden 2025 mit Luft als Wärmequelle abgesetzt.
- In dieser Grafik werden die Wärmepumpen zur Warmwassererzeugung mitgezählt. Insgesamt wurden 49.500 Wärmepumpen für die Warmwasserversorgung abgesetzt.
Kernaussagen Abb. 54
- Luft-Wasser-Wärmepumpen machen den größten Anteil der Wärmepumpen aus. Im Jahr 2025 wurden im Neubau und bei Sanierungen insgesamt 283.000 verbaut, was 95 % aller Wärmepumpen entspricht.
- Der Absatz von Wärmepumpen ist im Jahr 2025 deutlich gestiegen und im Vergleich zum Vorjahr um 106.000 Wärmepumpen gewachsen.
- Der Absatz von Sole-Wasser- und Wasser-Wasser- Wärmepumpen sank 2025 im Neubau um 27 %. Im Gegensatz dazu stieg der Wert bei den Sanierungen um 33 % an.
Kernaussagen Abb. 55
- Neben dem Aufschwung der Wärmepumpe und dem deutlichen Rückgang bei Gasheizungen wuchs der Verkauf von Biomasseanlagen zum ersten Mal seit 2023 um 21 % – nach mehrjährigem Niedergang.
- Trotz 29.000 abgesetzter Anlagen konnte das höhere Absatzniveau aus den Jahren 2020 bis 2023 nicht erreicht werden.
- Im Segment der Pelletheizungen wurde der größte Anstieg verzeichnet. Insgesamt wurden dort 17.500 Wärmeerzeuger abgesetzt, was einem Anstieg von rund 35 % entspricht.
Kernaussagen Abb. 56
- Der Zubau von Solarthermie-Anlagen sank im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um weitere 23 %.
- 2025 fiel der Zubau auf den niedrigsten Wert des gesamten Betrachtungszeitraums.
- Der höchste Zubau wurde 2008 mit 210.000 Anlagen gemessen, 2025 waren es noch 20.000 Anlagen.
Kernaussagen Abb. 57
- Wie bei Biomasseanlagen ist auch bei den Lüftungsgeräten ein Aufschwung erkennbar. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Anstieg von 12 % verzeichnet.
- Der Absatz von dezentralen Lüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung (WRG) belief sich auf 180.000 Einheiten und zeigt nach zwei Jahren Rückgang erneut ein Wachstum in der Branche.
- Bei den zentralen Lüftungsgeräten mit WRG ist der Absatz um 17 % angestiegen; er kann die Werte vorheriger Jahre jedoch noch nicht erreichen.
Kernaussagen Abb. 58
- Der Gesamtbestand an Batteriespeichern belief sich auf circa 2,6 Mio. Anlagen. Stand Juni 2026 betrug ihre gesamte Speicherkapazität fast 30,5 GWh.
- Bis Ende Juni 2026 wurden im Durchschnitt circa 47.400 neue Speicher pro Monat zugebaut.
- Der Markt für Batteriespeicher hat sich rasant entwickelt: 97 % der Anlagen wurden seit dem Jahr 2020 in Betrieb genommen.
- Die Entwicklung setzt sich fort – im ersten Halbjahr 2026 ist der Anlagenbestand um 12 % gestiegen.
3.3 Gebäudenahe Photovoltaik und Speicher
Kernaussagen Abb. 59
- Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits 5 GWh an neuer Batteriespeicherkapazität in Betrieb genommen. Im Ver gleich waren es im gesamten Jahr 2025 6,6 GWh.
- Dies verdeutlicht den rasanten Ausbau bei den Kapazitäten. Im Jahr 2026 wurde erstmals eine gesamte Speicherkapazität von 30 GWh überschritten.
- Batteriespeicher mit einer Leistung von mehr als 30 kWp (Großbatteriespeicher) verzeichneten im Jahr 2025 das größte Wachstum. Zum Halbjahr wurde bereits mehr Kapazität in Betrieb genommen als im gesamten Jahr 2025. Dennoch liegt der Großteil der installierten Kapazitäten bei Batteriespeichern mit einer Leistung von bis zu 30 kWp (Heimspeicher), die insgesamt eine Kapazität von 23 GWh bereitstellen.
Kernaussagen Abb. 60
- Bis 2022 gingen Batterien zur Teileinspeisung mit einer Bruttoleistung in Höhe von 3,3 GWp und einer Speicherkapazität von 5,0 GWh in Betrieb. Im selben Zeitraum gingen Batterien zur Volleinspeisung mit einer Bruttoleistung von etwa 0,8 GWp und einer Kapazität von 1,6 GWh ans Netz.
- Seit 2023 ist der Zubau von Batterien mit Teileinspeisung stark angestiegen. Mit Blick auf die Bruttoleistung und die Speicherkapazität wurden jährlich durchschnittlich rund 3,7 GWp und 5,4 GWh in Betrieb genommen.
Kernaussagen Abb. 61
- Insgesamt wurden seit Beginn der Datenaufzeichnung im Norden Deutschlands rund 12,8 GWh und im Süden 12,3 GWh Batteriespeicherkapazität installiert.
- 2025 ist in Deutschland im Durchschnitt eine Batteriespeicherleistung und -kapazität von 35 MWp und 55 MWh (Medianwert) installiert worden.
- In den Gemeinden lag der Zubau von Batterieleistung im letzten Quartal 2025 im Durchschnitt bei 11 kWp (Medianwert). Die insgesamt installierte Bruttoleistung pro Gemeinde liegt im Median bei etwa 500 kWp, die Median-Speicherkapazität bei 750 kWh.
Kernaussagen Abb. 62
- Die Zahl der mechanischen Stromzähler (Ferraris-Prinzip) nimmt konstant ab und ist im Vergleich zum Vorjahr um weitere 11 % gesunken.
- Die Zahl der modernen Messeinrichtungen wächst weiter auf knapp unter 30 Mio. Einheiten. Diese Geräte sind nicht in ein Kommunikationsnetz eingebunden und können nur als „Smart-Meter-Ready” bezeichnet werden.
- Ein deutliches Wachstum verzeichnet der Ausbau der Smart-Meter (intelligenter Messsysteme gem. § 2 Nr. 7 MsbG); diese überschreiten 2024 die 1-Mio.-Marke.
Kernaussagen Abb. 63
- Im ersten Halbjahr 2026 lag die neu installierte Bruttoleistung bei rund 3,6 GWp.
- Bauliche Anlagen mit > 30 kWp wurden mit 1,3 GWp zugebaut, die höchste Leistung wurde bei Anlagen ≤ 30 kWp mit 2,1 GWp zugebaut.
- Der Anteil von Plug-in-PV-Anlagen am jährlichen Zubau der gebäudenahen PV-Leistung in Deutschland steigt im ersten Halbjahr 2026 auf rund 8 %.
Kernaussagen Abb. 64
- Unterscheidet man die installierte gebäudenahe PV-Leistung nach Einspeisungsart, zeigt sich, dass bis zum Jahr 2011 die Volleinspeisung vorherrschte und seitdem die Teileinspeisung.
- Der Trend geht klar zum Eigenverbrauch: Während im Jahr 2010 circa 90 % der damals neu installierten PV-Anlagen zur Volleinspeisung betrieben wurden, betrug der Anteil der Teileinspeisung im Jahr 2025 rund 84 %.
- In den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 wurden Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 5,2 GWp zur Teileinspeisung installiert. Im letzten Quartal kamen noch 2,1 GWp hinzu - statt 1,7 GWp im Durchschnitt der ersten drei Quartale.
Kernaussagen Abb. 65
- Die gesamte bisher installierte gebäudenahe PV-Leistung liegt im Norden und Süden Deutschlands bei 36,3 GWp und 39,8 GWp.
- Auf Kreisebene liegt der Medianwert der bisher in Betrieb genommenen PV-Leistung bei insgesamt 165 MWp. Der Durchschnitt der insgesamt bis Ende 2025 auf Gemeindeebene installierten PV-Leistung liegt bei 3,1 MWp (Median).
- In südlichen Bundesländern ist eine etwas höhere PV-Leistung installiert, zudem fallen einige nordwestdeutsche Landkreise mit überdurchschnittlich hohen Zahlen auf; auf Gemeindeebene gibt es im ganzen Land verteilt Hotspots mit hoher PV-Leistung.
Kernaussagen Abb. 66
- Der Zubau installierter gebäudenaher PV-Leistung im letzten Quartal 2025 ist in intermediären Regionen (1,6 GWp) in etwa genauso hoch wie in ländlichen (0,8 GWp) und städtischen (0,9 GWp) Regionen zusammen.
- In den drei untersuchten Siedlungsstrukturen werden insgesamt tendenziell mehr Anlagen mit einer Photovoltaikleistung von unter 30 kWp gebaut. In vorwiegend ländlichen Regionen ist der Anteil dieser kleineren baulichen Anlagen leicht (7 %) geringer als der Anteil an großen PV-Anlagen.
- Der Zubau bei Plug-in-Anlagen geht weiter: Im letzten Quartal 2025 sind insgesamt 100 MWp Plug-in-PV-Leistung zusätzlich installiert worden. Dies ist ein Anstieg um 8 % gegenüber den ersten drei Quartalen.
Kernaussagen Abb. 67
- Bei der durchschnittlichen Leistung der PV-Module von baulichen Anlagen und Plug-in-Anlagen zeigt sich eine ähnliche Entwicklung.
- Die durchschnittliche Differenz zwischen der Leistung von baulichen Anlagen und Plug-in-PV-Anlagen liegt seit 2019 bei 48 Wp pro Modul. Im Jahr 2025 beträgt der Unterschied 56 Wp pro Modul.
- Die durchschnittliche Leistung pro PV-Modul hat sich zwischen 2010 und 2025 bei den baulichen Anlagen über 30 kWp um 145 % und bei den baulichen Anlagen unter 30 kWp um 122 % erhöht.
Kernaussagen Abb. 68
- Bis jetzt dominieren Privathaushalte die PV-Stromproduktion: Analysiert man die gebäudenahe PV-Leistung nach Nutzungsbereichen, entfallen 32,3 GWp auf Haushalte, 16,6 GWp auf den Bereich Gewerbe-Handel-Dienstleistungen (GHD), 12,9 GWp auf die Landwirtschaft, 8,3 GWp auf die Kategorie Sonstiges, 4,5 GWp auf den Nutzungsbereich Industrie und 1,8 GWp auf öffentliche Gebäude.
- Betrachtet man den Zubau von gebäudenaher PV im letzten Quartal 2025 nach Nutzungsbereich, entfielen 44 % der neuen Leistung auf private Haushalte, gefolgt von 29 % auf GHD und jeweils 18 % auf den Nutzungsbereich Landwirtschaft und „Sonstiges“.