Gebäudereport 2026 – Kapitel 5: Bauwirtschaft und Förderungen
Stand: Mai 2026
Im fünften Kapitel werden die Entwicklungen der Bauwirtschaft und der Baukosten sowie die Antragszahlen für spezifische Fördermaßnahmen im Gebäudebereich dargestellt. Angesichts ihrer volkswirtschaftlichen Relevanz und der Bedeutung für den klimaneutralen Umbau des Gebäudesektors bietet der Gebäudereport 2026 erstmals auch Daten zu Umsatz, Beschäftigung und Entgelten im Bausektor.
Die interaktiven Diagramme bieten direkte Interaktionsmöglichkeiten, z.B. in Bezug auf die Darstellung der Daten, weiterhin besteht die Möglichkeit eines Grafik- sowie Datenexports.
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5.1 Baugewerbe
Kernaussagen Abb. 84
- Die Zahl der Beschäftigten im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe stieg zwischen 2008 und 2023 deutlich an. Im Bauhauptgewerbe wuchs sie um rund 42 % (von 376.900 auf 537.000 Personen) und im Ausbaugewerbe um 67 % (von 288.000 auf 480.700 Personen).
- Der Anteil tätiger Personen im Bereich der Erschließung von Grundstücken und Bauträgerleistungen macht nur knapp 1 % aus. Dennoch verzeichnete dieser Bereich das größte Wachstum seit 2008.
Kernaussagen Abb. 85
- Die Gesamtentgelte im Baugewerbe stiegen zwischen 2008 und 2023 von 20 auf 44,2 Milliarden €, eine Zunahme um rund 120 %.
- Die Entgelte im Bauhauptgewerbe haben sich mehr als verdoppelt. Im Ausbaugewerbe wurde ein Zuwachs von 140 % verzeichnet.
- Der kontinuierliche Anstieg der Entgelte spiegelt die intensive Auslastung und strukturelle Kostendynamik der Branche wider.
Kernaussagen Abb. 86
- Der Umsatz im Bauhauptgewerbe stieg zwischen 2008 und 2023 von 61,6 Mrd. € auf 118,7 Mrd. € und hat sich damit nahezu verdoppelt.
- Im Ausbaugewerbe nahm der Umsatz im selben Zeitraum von 32,2 Mrd. € auf 77,3 Mrd. € zu - ein Wachstum von rund 140 %.
- Die Erschließung und Bauträgeraktivitäten verzeichneten mit einem Anstieg von 1,36 Mrd. € auf 6,96 Mrd. € das stärkste relative Wachstum.
5.2 Baukosten
Kernaussagen Abb. 87
- Der Erzeugerpreisindex stellt die Preisentwicklung einzelner Bauprodukte im Vergleich zu dem Basisjahr 2021 dar.
- Der größte Anstieg wurde bei Beton mit einer Steigerung von 35 % im Vergleich zum Basisjahr verzeichnet - im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Wert aber um 2 Prozentpunkte gesunken.
- Die Preise für Betonstahl, Konstruktionsvollholz und Dachlatten sind um 13 bis 14 % gegenüber dem Jahr 2021 gesunken.
Kernaussagen Abb. 88
- Seit 2015 steigen die Preise für Neubauten und für Bestandsimmobilien – in neun Jahren um insgesamt 46 bzw. 48 %.
- Der höchste Anstieg wurde zwischen 2020 und 2022 verzeichnet – bei Neubauten stieg der Index um 14 % (148,7) und im Bestand um 19 % (167).
- Seit dem Höhepunkt 2022 sinken die Preise wieder – im Bestand bis 2024 um 11 %.
Kernaussagen Abb. 89
- Im Jahr 2024 betrugen die Gesamtkosten für die Errichtung neuer Wohngebäude rund 45 Mrd. € – damit sanken die Investitionen um 14 % im Vergleich zum Vorjahr.
- Seit 2010 sind die Investitionen besonders im Geschosswohnungsbau angestiegen – bis zum Jahr 2024 haben sich die Investitionen in diesem Bereich fast vervierfacht.
- 2024 sind die veranschlagten Kosten erstmals seit knapp einem Jahrzehnt gesunken.
Kernaussagen Abb. 90
- Die Kosten pro m2 haben sich seit 1993 fast verdoppelt – bei den Baufertigstellungen von 1.130 €/m2 (1993) auf 2.160 €/m2 (2024).
- Die Kosten lagen bei den Baugenehmigungen 2024 um 396 €/m2 höher als bei den Baufertigstellungen.
- Von 2023 auf 2024 sind die Kosten pro m2 weiter gestiegen – um 5 % bei den Fertigstellungen und um 6 % bei den Genehmigungen.
Kernaussagen Abb. 91
- Mit Ausnahme des dritten Quartals 2020 (2 % Rückgang) sind die Baupreise für Nichtwohngebäude seit 2019 kontinuierlich gestiegen.
- Im vierten Quartal 2025 erreichte der Baupreisindex für gewerbliche Betriebsgebäude mit 136,1 den höchsten Stand – er lag ungefähr 3 % höher als 2024.
Kernaussagen Abb. 92
- Mit 34,8 Mrd. € lagen die Investitionen 2024 so hoch wie noch nie im betrachteten Zeitraum – der vorherige Spitzenwert von 1995 (31,8 Mrd. €) wurde abgelöst.
- Während im Jahr 2001 mit 24,7 Mrd. € noch knapp 33 Mio. m2 Nutzfläche errichtet wurden, waren es im Jahr 2024 mit 34,8 Mrd. € nur noch 24 Mio. m2 Nutzfläche.
Kernaussagen Abb. 93
- Die höchsten Baukosten werden bei den Anstaltsgebäuden (2.912 €/m2) und bei den sonstigen Nichtwohngebäuden (2.895 €/m2) veranschlagt.
- Im oberen Mittelfeld liegen die Kosten für Büro- oder Verwaltungsgebäude (2.306 €/m2) sowie für Hotels oder Gaststätten (2.118 €/m2).
- Landwirtschaftliche Betriebsgebäude (447 €/m2) und Warenlagergebäude (688 €/m2) haben die geringsten Baukosten.
5.3 Förderungen
Kernaussagen Abb. 94
- Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) wurde 2020 eingeführt: Seitdem sind die Antragszahlen rapide angestiegen. Die Zahl der Anträge stieg von 2020 bis 2024 um mehr als das Sechsfache auf einen Höchststand von 157.351 an.
- Im Jahr 2025 wurden für die Energieberatung von Wohngebäuden knapp 113.000 Anträge gestellt – nach einem Anstieg um 31 % im Vorjahr verringerte sich die Zahl der beantragten Beratungen 2025 um 28 %.
- Auch die Zahl der Förderungen für Energieberatungen für Nichtwohngebäude ist im Jahr 2025 um 56 % auf 2.878 zurückgegangen.
Kernaussagen Abb. 95
- 2025 ist die Anzahl der Förderungen für Wärmeerzeuger um 68 % angestiegen.
- Am stärksten stiegen mit 87 % die Antragszahlen für die Wärmepumpe – bei den Gebäude- und Wärmenetzen wurde ein Anstieg von 39 % verzeichnet. Brennstoffzellen inkl. wasserstofffähiger Heizungen sind um 39 % zurückgegangen und wurden nur 259-mal gefördert.
- Seit 2021 wurden mehr als 960.000 Wärmepumpen durch die BEG EM gefördert.
Kernaussagen Abb. 96
- Im Jahr 2025 wurden insgesamt 22.540 Förderanträge für den Neubau von Wohngebäuden gestellt, was einem Anstieg um 33 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
- Zusätzlich zu dem 2023 gestarteten Programm für den „Klimafreundlichen Neubau“ (KFN) mit dem möglichen Zusatz „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ (QNG) wurde im letzten Jahr das Effizienzhaus 55 befristet als verbilligtes Darlehen wieder aufgenommen.
- Rund 39 % der Förderungen unterstützten klimafreundliche Wohngebäude (KFN WG), 40 % betrafen klimafreundliche Wohngebäude mit Qualitätssiegel (KFN WG QNG) und 21 % förderten Bauten nach EH-55-Standard.
Kernaussagen Abb. 97
- Die Anzahl der Anträge auf Förderung von Effizienzhaussanierungen ist bis 2022 signifikant angestiegen und lag bei circa 30.600 Förderungen.
- Im Jahr 2025 wurden rund 14.300 Wohngebäude gefördert. Dies ist ein Rückgang um 3 % im Vergleich zum Vorjahr. Nach einem deutlichen Rückgang von 2022 auf 2023 wird die Förderung nun auf etwa gleichbleibendem Niveau abgerufen.
- Seit 2021 wird der EH-40-Standard gefördert, der Anteil der geförderten EH-40-Bauten ist seitdem konstant gestiegen.
- 2025 wurden 10 % der Anträge für EH 40 gestellt. Etwas mehr als sieben von zehn Förderungen fördern die etwas weniger ambitionierten Effizienzstandards EH 55 und EH 70.
Kernaussagen Abb. 98
- Im Neubau sind die Förderzahlen und die Fördergelder bis 2021 konstant angestiegen, seit 2022 ist ein rückläufiger Trend erkennbar.
- Die Sanierungen wiesen 2022 mit circa 30.000 den höchsten Wert der Aufzeichnung auf – 2023 haben sich die Förderzahlen mehr als halbiert und bleiben konstant auf diesem Niveau.
- Durch die befristete Wiedereinführung des EH-55-Standards im Neubau seit Ende 2025 nehmen die Neubauantragszahlen 2025 mit 61 % einen größeren Anteil ein.
Kernaussagen Abb. 99
- Seit 2024 werden im Neubau von Nichtwohngebäuden nur der KFN NWG und der KFN NWG QNG bewilligt – insgesamt reduzierten sich 2024 die Anträge um 28 % gegenüber 2023.
- Die Antragszahlen lagen in den Jahren 2021 bis 2022 deutlich über denen von 2023 bis 2024. 2025 sind die Antragszahlen im Vergleich zum niedrigen Vorjahresniveau erneut um 59 % gesunken.
- Im Jahr 2025 waren es insgesamt 348 Anträge, davon 97 für KFN NWG QNG, 227 für KFN NWG und 24 befristet wiedereingeführte Effizienzgebäude 55. Zum Vergleich: 2022 waren es insgesamt 5.534 Anträge.
Kernaussagen Abb. 100
- Seit 2019 wurden insgesamt rund 5.800 Förderanträge für die Sanierung von Nichtwohngebäuden gestellt – davon wurden rund 2.200 Anträge im Jahr 2022 gestellt.
- Der Rückgang im Jahr 2025 betrug 5 % gegenüber dem Vorjahr – im Vergleich zum Jahr 2022 gab es eine Reduktion um 67 %.
- Seit 2021 werden auch Effizienzgebäude 40 und 55 im Nichtwohngebäude Neubau gefördert – 2025 wurden 75 % Gebäude nach EG 40 und EG 55 gefördert.
Kernaussagen Abb. 101
- Im Vergleich zum Jahr 2024 sind die bewilligten Antragszahlen mit dem SerSan-Bonus um 11 % gesunken, während die Antragszahlen in den Effizienzklassen EH 40 und EH 55 insgesamt um 6 % gestiegen sind.
- 2025 wurden 6.244 Anträge für Wohneinheiten mit dem SerSan-Bonus bewilligt – dies entspricht 24 % aller Wohneinheiten mit dem Effizienzstandards EH 40 und EH 55.
- Im Jahr 2025 wurden durchschnittlich 5,8 Wohneinheiten pro Maßnahme mit dem SerSan-Bonus bewilligt – im Jahr 2024 waren es 5,6 Wohneinheiten pro Maßnahme.