Fokus: Energieberatung in WEGs
Wohnungseigentümergemeinschaften stellen eine besondere Herausforderung in der Energieberatung dar. Hier treffen unterschiedliche Interessen, finanzielle Möglichkeiten und Erwartungen aufeinander, was Entscheidungsprozesse besonders komplex macht. Während einige Eigentümerinnen und Eigentümer möglichst schnell sanieren möchten, sorgen sich andere um Kosten, organisatorischen Aufwand oder den mit Baumaßnahmen verbundenen Stress. Hinzu kommen typische Abwägungen zwischen einzelnen Maßnahmen, etwa bei der Frage, ob zunächst das Dach saniert oder die Kellerdecke gedämmt werden sollte.
Energetische Maßnahmen in einer WEG betreffen in der Regel das Gemeinschaftseigentum und werden gemeinschaftlich durch Beschlüsse der Eigentümerversammlung getragen. Dadurch entstehen komplexe, aber gleichzeitig auch transparente und verbindliche Entscheidungsprozesse. Die Energieberatung übernimmt hier eine wichtige Vermittlungsfunktion: Sie führt technische, organisatorische und finanzielle Aspekte zusammen, bereitet komplexe Inhalte verständlich auf und schafft so die Grundlage für einen konstruktiven Austausch und tragfähige Entscheidungen.
Eine Beratung in WEGs erfordert daher nicht nur fachliches Know-how, sondern auch kommunikative Fähigkeiten. Beratungsakteure sollten in der Lage sein, komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären, zwischen unterschiedlichen Interessen zu vermitteln und eine gemeinsame Wissensbasis zu schaffen.
Erweitertes E-Learning-Angebot des WEG-Praxisguides
Das E-Learning zum WEG-Praxisguide steht seit 2026 zur Verfügung und umfasst interaktive Lernmodule, Erklärvideos sowie Live-Seminare vor Ort und online. Das kostenfreie Angebot richtet sich an Energieberatende, Immobilienverwaltungen und weitere Fachakteure aus den Bereichen Energie, Sanierung und Verwaltung. Auch engagierte Verwaltungsbeiräte sowie Wohnungseigentümerinnen und Wohnungseigentümer profitieren von den praxisnahen Inhalten.
Das bisherige Angebot umfasst vier Module zu den rechtlichen, finanziellen und technischen Rahmenbedingungen der energetischen Sanierung. Sie vermitteln das notwendige Know-how für die Beratung und Prozessbegleitung in WEGs. Im Rahmen des Themenschwerpunkts wird das Portfolio um die Themen “ Energieberatung und iSFP für WEGs (für nicht-Energieberatende)” sowie “ Kommunikation als Erfolgsfaktor für WEG-Sanierungen” ergänzt.
Praxisleitfaden "Kommunikation in der Energieberatung"
Der neue Praxisleitfaden „Kommunikation in der Energieberatung“ unterstützt Energieberatende mit praxisnahen Empfehlungen für den gesamten Beratungsprozess – von der Vorbereitung des Erstgesprächs bis zur Begleitung der Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen.
Im Mittelpunkt steht die Kommunikation als zentrale Kompetenz in der Energieberatung. Der Praxisleitfaden zeigt, wie eine klare, verständliche und zielgruppengerechte Ansprache Vertrauen schafft, Unsicherheiten bei Eigentümerinnen und Eigentümern abbaut und die Grundlage für fundierte Entscheidungen bildet. Neben fachlicher Expertise sind dabei auch Empathie, Vermittlungskompetenz und Verständnis für die Bedürfnisse der Ratsuchenden wichtig.
Praxisleitfaden: Kommunikation in der Energieberatung
Der Leitfaden unterstützt Energieberatende durch praxisnahes Wissen, konkrete Handlungsempfehlungen und direkt einsetzbare Arbeitshilfen. Ziel ist es, Energieberatenden in allen Phasen der Beratung Orientierung und praktische Unterstützung zu bieten.
Arbeitshilfen als separate Downloads
Die im Praxisleitfaden enthaltenen Arbeitshilfen können auch separat als einzelne PDF-Dateien heruntergeladen werden:
Energieberatung mit dem iSFP – verständlich erklärt
Mit einem neuen Informationsangebot der Energieeffizienz-Expertenliste zum individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) gut informiert und vorbereitet ins Erstgespräch gehen – so gelingt die umfassende Energieberatung
Was ist eigentlich ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) und welche Rolle spielt er bei der Energieberatung? Was sind die Vorteile einer qualifizierten Beratung und wie erhalte ich dafür eine Förderung? Wie läuft eine Energieberatung ab und worauf ist zu achten? Mit einem neuen Informationsangebot auf der Website der Energieeffizienz-Expertenliste werden diese Fragen gut verständlich beantwortet. Die neuen Seiten erläutern anschaulich die Vorteile einer Energieberatung mit iSFP, präsentieren Inhalte eines Beratungsberichtes anhand von Beispielseiten und erklären ausführlich den Ablauf: von der ersten Kontaktaufnahme, über den Vertragsabschluss bis hin zur Übergabe der finalen iSFP-Berichtsdokumente.
Weitere Fachinhalte zum iSFP
Weitere Fachinhalte zum individuellen Sanierungsfahrplan können im Themenbereich abgerufen werden:
zum Themenbereich „Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP)"
Inhalte aus dem Newsletter
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Ausgewählte Downloads und Tools
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Praxishilfen
Arbeitshilfe: Erstgespräche konstruktiv gestalten
Diese Arbeitshilfe hilft Energieberatenden, Erstgespräche praxisnah zu strukturieren und gezielt vorzubereiten. Dafür werden zentrale Gesprächsschritte, typische Leitfragen und beispielhafte Formulierungen gebündelt, die im Gespräch Orientierung geben.
Stand: August 2026 -
Praxishilfen
Arbeitshilfe: Strategien für Gesprächssituationen
Diese Arbeitshilfe stellt passende Strategien für unterschiedliche Situationen in der Beratungspraxis vor, um Gespräche konstruktiv zu gestalten. Dabei geht es sowohl um grundlegende Gesprächsstrategien als auch um schwierige Situationen.
Stand: August 2026 -
Praxishilfen
Arbeitshilfe: Übersetzungshilfe für Fachbegriffe
In der Energieberatung sollte Sprache so gewählt werden, dass sie zur Zielgruppe passt. Diese Arbeitshilfe veranschaulicht, wie sich dieselben Inhalte unterschiedlich formulieren lassen: von der Fachsprache bis zur leicht verständlichen Alltagssprache.
Stand: August 2026 -
Praxishilfen
Arbeitshilfe: Die Eigentümerversammlung strukturiert nutzen
Diese Arbeitshilfe unterstützt dabei, die Eigentümerversammlung in Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) strukturiert zu nutzen, Erwartungen zu klären und eine nachvollziehbare Grundlage für mögliche Sanierungsentscheidungen zu schaffen.
Stand: August 2026
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ENBIL
Das Online-Programm ENBIL erstellt mit einigen Angaben zum jeweiligen Wohngebäude eine vereinfachte Gebäudeanalyse und schlägt passende Sanierungsschritte vor.
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Gebäudecheck Wärmepumpe
Über das Online-Tool Gebäudecheck Wärmepumpe lässt sich mit wenigen Angaben zu Räumen und Heizkörpern prüfen, ob ein Gebäude schon für eine Wärmepumpe geeignet ist – oder welche Schritte dafür noch nötig sind.
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DEEP.digital – Der Gebäude-Demonstrator
Mit DEEP.digital können Energieeffizienzpotenziale interaktiv am Bildschirm erkundet werden und das Schritt für Schritt. So werden die Auswirkungen verschiedener Sanierungsmaßnahmen anschaulich, verständlich und in Echtzeit erlebbar.
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Förderdatenbank
Überblick über aktuelle Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union
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Best-Practice-Beispiel
Das Projekt zeigt, dass der Betrieb einer Wärmepumpe auch in einem alten Fachwerkhaus effizient möglich ist. Der Schlüssel liegt in der intelligenten Optimierung der Bestandstechnik, der systemischen Kopplung sowie einer erfolgreichen Energieberatung.
Im Rahmen der Energieberatung wurde eine umfassende Vor-Ort-Begehung durchgeführt. Auf Basis dessen wurde ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) sowie eine Heizlastberechnung erstellt. Diese bildeten die fachliche Grundlage für die Entwicklung einer auf das Gebäude abgestimmten Maßnahmenplanung.
Neben der fachlichen Qualität der Beratung spielte auch die persönliche Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. Eine vertrauensvolle Kommunikation, Verständnis und eine angenehme Arbeitsatmosphäre haben den gesamten Sanierungsprozess spürbar erleichtert.
Weitere Best-Practice- und Innovationsbeispiele des Gebäudeforums
Infografiken
Regionale Unterschiede in Energieberatung und Förderung
Die Verbreitung geförderter Energieberatungen pro 100 Wohngebäude unterscheidet sich deutlich zwischen den Bundesländern. Die meisten Beratungen finden in Baden-Württemberg, Hamburg und Berlin statt. Die geringste Inanspruchnahme zeigen Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Auch bei den Fördermitteln pro Einwohnerin und Einwohner gibt es regionale Unterschiede. Die höchsten Werte weisen Niedersachsen und Bremen auf, während Thüringen und Sachsen-Anhalt niedrigere Werte aufweisen. Insgesamt ist die Inanspruchnahme von Fördermitteln im Westen und Süden Deutschlands höher als im Osten.
Weitere Infografiken
Noch mehr Zahlen und Daten
Weitere interaktive Diagramme und Grafiken mit aktuellen Zahlen und Daten zum Gebäudebestand in Deutschland sowie zu Wärmeerzeugern und Photovoltaik, Baustoffen, Treibhausgasen, Energieverbräuchen sowie Baukosten und Förderung können dem Updatebericht April des Gebäudereports 2026 entnommen werden: