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Leitfaden: Neues Leben für tragende Bauteile

Stand: Februar 2026
Grafik, Titelblatt eines Leitfadens zur Wiederverwendung tragender Bauteile mit Fotos von Beton- und Holzbalken

Wände, Fundamente oder Decken – tragende Bauteile machen den Großteil der gesamten Gebäudemasse aus, werden bislang aber nur selten wiederverwendet. Ein Leitfaden bietet Fachleuten wichtige Hilfestellung.

Zirkuläres Bauen spart Ressourcen, reduziert den CO2-Verbrauch – und ist in der Branche längst angekommen. Gerade bei tragenden Bauteilen ist das Potenzial allerdings noch bei Weitem nicht ausgeschöpft. Hintergrund: Ihre Wiederverwendung ist in der Regel deutlich komplexer als bei nicht tragenden Elementen. Während sich eine Tür mit wenig Aufwand ausbauen lässt, muss eine Wand sorgfältig aus der Gesamtkonstruktion gelöst werden. Vorteile bieten hier Stahl- und Holzkonstruktionen, da ihre Bauteile – im Gegensatz zu Beton – häufig durch lösbare Schrauben oder Bolzen verbunden sind.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Wiederverwendung

Der Leitfaden „Wiederverwendung tragender Bauteile“ des Ministeriums für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg bietet Fachleuten eine fundierte Orientierungshilfe. Die 44-seitige Broschüre gibt Antworten auf technische Fragen und führt mit einem Fokus auf Stahl und Holz durch den gesamten Prozess. Grundlage ist ein Forschungsprojekt des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München (TU München).

Wesentliche Schritte im Überblick:

  • Bestandsanalyse: In einer Erstprüfung wird das Gebäude systematisch auf wiederverwendbare Bauteile untersucht. Bei Verdachtsmomenten kann ein Schadstoffgutachten beauftragt werden, um etwaige Belastungen zu erkennen. In der anschließenden Detailprüfung werden ausgewählte Bauteile hinsichtlich ihrer konkreten Eignung genauer untersucht.
  • Rückbau: Die Demontage tragender Bauteile sollte ausschließlich durch qualifizierte Fachbetriebe erfolgen. Grundlage für einen selektiven Rückbau ist eine sorgfältige Rückbauplanung mit einer detaillierten Beschreibung des Demontagekonzepts.
  • Analyse der physikalischen und mechanischen Eigenschaften: Die in der Bestandsanalyse ermittelten Eigenschaften müssen nach dem Rückbau mit geeigneten Verfahren nachgewiesen werden. Zusätzlich sind die Bauteile auf mögliche Schäden zu prüfen, die während der Demontage entstanden sein könnten.
  • Aufbereitung: In diesem Schritt werden bestehende Anstriche, Metallteile und andere Fremdmaterialien entfernt und die Bauteile umfassend gereinigt. Sind Schadstoffe vorhanden, müssen diese durch spezialisierte Fachbetriebe fachgerecht beseitigt werden.
  • Bemessung: Bevor die Bauteile in einem neuen Gebäude zum Einsatz kommen, müssen sie reklassifiziert – sprich: bestimmten Güteklassen zugeordnet – werden.

Für alle Schritte stellt der Leitfaden umfassende, materialspezifische Hinweise für Holz- und Stahlbauteile bereit.

Download des Leitfadens

Mehr Informationen finden sich im Leitfaden „Wiederverwendung tragender Bauteile“  des Ministeriums für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg:

Leitfäden

Leitfaden zur Wiederverwendung tragender Bauteile

Der Leitfaden gibt Antworten auf technische Fragen zur Wiederverwendung gebrauchter Holz- und Stahlbauteile und bietet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Untersuchung. Damit zeigt er einen technisch sauberen und sicheren Weg zur Wiederverwendung auf.

Stand: Mai 2025

PDF 2 MB

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