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Inbetriebnahme der Wärmepumpe: Kontrolle der Installation, Einstellung der Regelungsparameter

Stand: Mai 2026
Foto, Mann in schwarzem T-Shirt und Latzhose arbeitet an weißer Heizanlage mit angeschlossenen Rohren und blauem Ausdehnungsgefäß.

Ist die Wärmepumpenanlage fertig installiert, folgt die Inbetriebnahme (IBN) durch den SHK-Betrieb, der dabei teilweise vom Werkskundendienst des Wärmepumpenherstellers unterstützt wird. Im Falle von Grundwasser- oder Erdwärmepumpen ist bei der IBN zusätzlich ein Tiefbauunternehmen beteiligt.

Die Inbetriebnahme beinhaltet Kontrolle der Installation, die Einstellung der Regelungsparameter und Testdurchläufe, so dass die Wärmepumpe auf die hydraulischen Bedingungen, Gebäude und die Nutzung abgestimmt ist und ein effizienter Betrieb ermöglicht wird. Um die Einstellmöglichkeiten ihrer Anlage zu adressieren, stellen die verschiedenen Hersteller eigene IBN-Protokolle bereit.

Schritte zur Inbetriebnahme

Die Vorbereitung zur Inbetriebnahme, Kontrolle der Installation und Parametrierung der Anlage nimmt einige Stunden in Anspruch. Eine sorgfältige und angepasste Parametrierung der Einstellwerte ist essenziell für einen effizienten Betrieb der Anlage.

Die Inbetriebnahme beinhaltet folgende Schritte, die in vier Kategorien unterteilt werden:

1. Vorbereitung der Inbetriebnahme

Die durchführende Person der IBN sollte Rücksprache mit Planenden halten, um Planungswerte einzuholen. Absolut notwendig sind die Werte zum Bivalenzpunkt, zur Heizkurve und zur geplanten Heizstableistung. 

Folgende Schritte werden durchgeführt:

  • Für das Spülen und Befüllen der Anlage muss die Wasserqualität im Heizkreis nach VDI 2035 (z.B. pH-Wert) geprüft werden. Das Wasser muss bestimmte bzw. geringe Härte haben, um Kalkablagerung im Kondensator zu vermeiden.
  • Die Anlage muss entlüftet werden, da Luft im System die Wärmeabnahme verhindert und das Gerät in Hochdruckstörung gehen kann.
  • Der Schmutzfilter wird vor dem Spülen geprüft. Dies gibt Hinweise zum Zustand der Leitung, insbesondere im Bestand.
  • Das Aufheizen der Anlage kann bis zu 10 Stunden in Anspruch nehmen und sollte daher einen Tag vor der Einstellung der Anlage und Testlauf erfolgen. Dazu wird zunächst der Heizstab aktiviert, um das Heizungswasser auf mindestens 18 Grad Celsius zu erwärmen. Ansonsten würde der Taupunkt unterschritten werden und Tauwasser entstehen. Achtung: Der Heizstab muss vorher entlüftet werden, da er sonst durchbrennen kann, wenn der Draht Wärme an die Luft anstatt an das Wasser überträgt.
  • Der Vordruck des Membranausdehnungsgefäß wird nach Planwert eingestellt, weil sonst Luft in das System gelangen kann. Sauerstoffzutritt durch fehlerhafte Druckhaltung führt zu Korrosion und Änderungen am pH-Wert. Korrosionsprodukte können Ventile und Pumpen blockieren.
  • Der Schmutzfilter wird nach dem Befüllen der Anlage gereinigt, um den Kondensator vor Verunreinigung zu schützen.

2. Kontrolle der Installation

Bei der Installation kann es zu Fehlern kommen, die durch die Inbetriebnahme unbedingt geprüft werden sollen, da sie den effizienten Betrieb wesentlich beeinflussen können, dies betrifft insbesondere:

  • Kontrolle des Aufstellorts.
  • Abfluss des Kondensatwassers aus der Außeneinheit.
  • Abgleich mit Hydraulikplan: Die Wärmepumpenanlage sollte mit dem Hydraulikplan übereinstimmen, z.B. korrekte Position der Temperaturfühler, korrekt eingebaute Komponenten (Pumpen, Ventile), Prüfen der Vorlauf- und Rücklaufanschlüsse am Pufferspeicher auf richtige Zuordnung und Beschriftung.
  • Kontrolle der Temperaturfühlerpositionen.
  • Tauchfühler am Pufferspeicher prüfen.
  • Überprüfung und Abgleich der Elektroanlage mit Plan.
  • Dichtheit im Kältemittelkreislauf prüfen.
  • Kontrolle der fachgerechten Dämmung aller Bauteile und Rohrleitungen mit der entsprechenden Qualität und Dicke.

Installation der Wärmepumpenanlage

Bei der Installation einer Wärmepumpenanlage und der Einbindung ins Stromnetz sind zentrale Schritte entscheidend für einen effizienten, kostengünstigen und langlebigen Betrieb. Dabei sind verschiedene Einflüsse und Anforderungen zu beachten.

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3. Einstellung der Anlage: Parametrierung

  • Einschalten gemäß Bedienungs- und Installationsanleitung des Herstellers.
  • Planungswerte der Ventile und Pumpen einstellen.
  • Hydraulik: Auswahl des installierten Hydraulikschemas in der Wärmepumpen-Steuerung oder Definition des Schemas, wenn dieses nicht als Standardschema hinterlegt ist. Wichtig ist dabei, die Fühlerpositionierung richtig zuzuordnen.
  • Einstellung der Heizgrenze: Typische Werte für die Heizgrenze sind für Altbauten 15 Grad Celsius, bei sanierten Gebäuden 12 Grad Celsius und für gut gedämmte Neubauten oder Passivhäuser 10 Grad Celsius Außentemperatur. Wird die Wärmepumpe in den Sommermonaten für die Raumheizung freigegeben, kann es dazu kommen, dass sie den Heizungsspeicher weiterhin auflädt. Auch in Systemen ohne Heizungsspeicher läuft sie kurzzeitig an, wenn die Außenlufttemperatur unter die Heizgrenze fällt, sofern kein automatischer Wechsel vom Winter- in den Sommerbetrieb erfolgt. In beiden Fällen wird dadurch nicht notwendige Wärme erzeugt und unnötig elektrische Energie verbraucht. Auch könnten diese Verdichterstarts, die aufgrund der fehlenden Wärmeabnahme oftmals mit kritisch kurzen Betriebsphasen verbunden sind, vermieden werden. Die Heizgrenztemperatur kann in Abstimmung mit den Nutzenden reduziert oder erhöht werden. Dadurch kann der Stromverbrauch reduziert werden, auch wenn die Jahresarbeitszahl durch den Betrieb an milden Tagen steigen kann. Gleichzeitig sollte ein möglicher Komfortverlust in der Übergangszeit berücksichtigt werden.
  • Einstellung der Heizkurve: Die Heizkurve hat direkten Einfluss auf die Effizienz der Wärmepumpe. Die Heizkurveneinstellung sollte entsprechend der Auslegungsberechnung vorgenommen und schrittweise weiter angepasst werden. Dabei ist zwischen Neigung und Niveau zu differenzieren: Die Neigung der Heizkurve kann im Winter angepasst werden und das Niveau in der Übergangszeit (Herbst/Frühling). Zu steil (Neigung) oder zu hoch (Niveau) eingestellte Heizkurven bewirken eine zu hohe Vorlauftemperatur und führen damit zu einer geringeren Effizienz. Die Neigung wird je nach Hersteller auch „Endpunkt“, „Steilheit“ oder „Auslegung“ genannt. Das Niveau wird auch „Offset“ oder „Parallelverschiebung“ genannt. Achtung: Wenn das Niveau nach oben angepasst wird, weil dem Nutzer im Herbst zu kalt ist, muss auch die Neigung weniger steil angepasst werden, wenn es im Winter passend warm war. Eine Möglichkeit ist, in Abstimmung mit dem Kunden oder der Kundin die Heizkurve anfangs geringer einzustellen und bei Bedarf schrittweise anzuheben: Bei berechneter Vorlauftemperatur von 55 Grad Celsius bei -10 Grad Celsius Außentemperatur kann die Heizkurve auf 50 Grad Celsius eingestellt werden und ggf. im Nachhinein nach oben oder noch weiter nach unten angepasst werden. Eine gute Möglichkeit bietet sich über ein Fernmonitoring oder Fernwartung des SHK-Betriebes an bzw. in Abstimmung mit dem Kunden direkt am Gerät bzw. an der Bedieneinheit.

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  • Einstellung des Bivalenzpunkts für Heizstabeinsatz: Der Bivalenzpunkt gibt die Außentemperatur an, ab dem der zweite Wärmeerzeuger (z.B. elektrischer Heizstab) zugeschaltet wird. Der Bivalenzpunkt wird bei der Inbetriebnahme aus den Planungswerten übernommen. Da der Wärmebedarf des Gebäudes von der berechneten Heizlast und damit vom geplanten Bivalenzpunkt abweichen kann, könnte die Wärmepumpe auch unterhalb der Bivalenztemperatur in der Praxis noch ausreichend Wärme ohne den Heizstab bereitstellen. Die Einstellung der Bivalenztemperatur aus den Planungsdaten kann dies jedoch verhindern. Die Einstellung einer geringeren Bivalenztemperatur kann sinnvoll sein, wenn im Anschluss daran die Anlage weiter überwacht wird, um ggf. Anpassungen durchzuführen. Eine Überprüfung der Einstellung und nach einer Heizperiode kann helfen, um die Anlage auf den tatsächlichen Bedarf anzupassen und weiter zu optimieren.
  • Begrenzung der Leistung des Heizstabes, um unnötigen Betrieb und Leistung zu vermeiden: Standardmäßig ist der Heizstab mit drei Schützen von jeweils 3 kW eingebaut, insgesamt 9 kW. Das bedeutet, dass die Leistung auf 3 kW oder 6 kW abgestuft werden kann. Modulierende Heizstäbe können mit genaueren Abstufungen von 0,5 kW eingestellt werden.
  • Nachtabsenkung: Bei gut gedämmten Gebäuden mit thermisch trägen Heizungen (Fußbodenheizung) ist die Nachtabsenkung meist nicht lohnend, da die Raumtemperatur sehr langsam sinkt und das schnelle Aufheizen viel Strom verbrauchen kann. Eine Nachtabsenkung kann den Strombedarf erhöhen, wenn durch die nötige Aufheizung in den Morgenstunden zusätzliche Wärmequellen (bspw. Heizstab) zugeschaltet werden müssen oder die Vorlauftemperatur erhöht werden muss. Bei der Inbetriebnahme ist zu prüfen, ob die Werkseinstellungen zu den Vor-Ort-Gegebenheiten passen. Kurze Zeiten mit geringen Temperaturen und geringe Aufheizzeiten sollten vermieden werden.
  • Trinkwarmwassertemperatur und Zirkulation:
    • Regelungen für Großanlagen: Für Anlagen mit Trinkwassererwärmern gilt nach DVGW Arbeitsblatt W 551 und VDI 4645: Sobald der Inhalt mindestens 400 Liter umfasst und/oder in einer Rohrleitung zwischen Trinkwassererwärmer und Entnahmestelle mehr als 3 Liter enthalten sind (Großanlagen), muss die Temperatur im gesamten Zirkulationssystem über 55 °C liegen. Am Warmwasseraustritt muss eine Temperatur von mindestens 60 °C erreicht werden. Dieses hohe Temperaturniveau stellt eine Herausforderung für den effizienten Einsatz von Wärmepumpen dar. Effiziente Optionen sind der Einsatz eines zweiten Wärmeerzeugers, wie z. B. einer Trinkwarmwasser-Wärmepumpe, Kaskaden-Lösungen oder dezentrale Lösungen, wie Frischwasserstationen oder direkt-elektrische Erwärmung. Wenn gewisse Bedingungen im Zirkulationssystem eingehalten werden, kann eine Großanlage mit geringeren Temperaturen von 55 °C betrieben werden (Temperatur am Austritt der Trinkwassererwärmungsanlage mindestens 50 °C). Die Bedingungen, wie Einsatz elektronischer Zirkulationsventile, Temperaturmessungen und Legionellenmessungen, sind in DVGW Arbeitsblatt W 551 (2025) erläutert. Die Zirkulation des Trinkwarmwassers im Gebäude führt zu Wärmeverlusten. Deswegen sollten Zirkulationszeiten des TWW angepasst werden, um Zirkulation zu nicht benötigten Zeiten zu vermeiden.
    • Regelungen Kleinanlagen: Für kleinere Anlagen, in Ein- und Zweifamilienhäusern, sind Betriebstemperaturen von unter 50°C zu vermeiden. Bei integrierten Vorwärmstufen (häufig Bestandteil bei Wärmepumpensystemen) ist sicherzustellen, dass der gesamte Trinkwasserinhalt mindestens einmal täglich auf 60 °C oder höher erwärmt wird. Für kleinere Anlagen mit Zirkulationssystem gelten dieselben Temperaturanforderungen wie bei Großanlagen. Es sollte auf die Bedeutung der Zirkulation und den Einfluss auf die Wärmeverluste aufmerksam gemacht werden. Zudem empfiehlt es sich, ein Zeitprogramm einzustellen und so anzupassen, dass die Zirkulation nur in den benötigten Zeitfenstern Zirkulation läuft.
    • Dezentrale Anlagen: Dezentrale Trinkwassererwärmer zur Einzelversorgung einer Entnahmestelle können ohne zusätzliche Anforderungen betrieben werden. Bei dezentralen Speicher-Trinkwassererwärmern für mehrere Entnahmestellen, beispielsweise innerhalb eines Badezimmers, muss die Temperatur am Austritt mindestens 50 °C betragen. Dezentrale Durchfluss-Trinkwassererwärmer dürfen ebenfalls ohne weitere Anforderungen eingesetzt werden, sofern das nachgeschaltete Leitungsvolumen im Fließweg 3 Liter nicht überschreitet.
  • Soll-Temperaturen und Werte für Hysteresen für Raumluft- und Trinkwarmwassertemperaturen: Die werkseitig eingestellten Soll-Temperaturen für Raumluft und Trinkwarmwasser können bei Bedarf reduziert werden, wodurch sich die Effizienz erhöht. Die Hysterese, also die Temperaturdifferenz, ab der die Speicher für Trinkwarmwasser und Heizung beladen werden, kann ggf. angepasst werden. Dabei muss beachtet werden, dass sehr geringe Hysteresen zu häufigerem Takten führen.

4. Funktionsprüfung, Dokumentation und Einweisung des Nutzenden

  • Funktionsprüfung der Wärmepumpe in verschiedenen Betriebsarten (Heizbetrieb, Abtaubetrieb, Trinkwassererwärmung, bivalenter Betrieb, Notbetrieb)
  • Richtige Kältemittelmenge sicherstellen:
    • Zu wenig Kältemittel führt zu sinkendem Druck und einer niedrigeren Verdampfungstemperatur im Verdichter. Dadurch nimmt die Heizleistung ab, da weniger Wärme aus der Umwelt aufgenommen werden kann. Der Verdichter vereist schneller, für die Abtauzyklen wird zusätzliche Energie benötigt. Zu viel Kältemittel führt außerdem zu hohem Druck im Kondensator und einer schlechter Wärmeabgabe. Eventuelle Flüssigkeitsschläge im Verdichter können Schäden verursachen.
    • Die Heißgastemperatur im Kältekreis nach Kompressor sollte 30 K höher sein als die Wasservorlauftemperatur, damit ausreichend Wärmeleistung übertragen wird.
  • Übergabe in den Normalbetrieb
  • Dokumentation der Einstellwerte
  • Nutzereinweisung

Einweisung der Nutzenden in die Wärmepumpe

Die Nutzenden haben durch ihr Verhalten beim Heizen und der Nutzung von Trinkwarmwasser Einfluss auf die Effizienz der Wärmepumpe. Eine Betriebseinweisung hilft dabei, die Nutzenden auf die Besonderheiten hinzuweisen.

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Relevante Regelwerke

  • VDI 4645
  • VDI 4650
  • DVGW Arbeitsblatt W 551

Video-Tipp

Screenshot aus dem Video"95 % aller Heizungen laufen falsch – so machst du es richtig" als Vorschaubild.

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Der YouTube-Kanal „SHK Info" hat zur Thematik der Heizkurveneinstellung ein Video mit detaillierten Informationen veröffentlicht.

Download-Tipps

  • Leitfäden

    Umsteigen auf die Wärmepumpe – Teil 2: Inbetriebnahme und Wartung

    Der Leitfaden bietet Fachkräften aus dem Handwerk praktische Unterstützung bei der Inbetriebnahme und Wartung von Luft-Wasser-Wärmepumpen in Monoblockbauweise für Ein- und Zweifamilienhäuser im Bestand.

    Stand: März 2025

    PDF 1 MB

  • Praxishilfen

    Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand - Fachregel

    Diese Fachregel des VdZ setzt in Verbindung mit dem Bestätigungsformular zum Hydraulischen Abgleich einen technischen Standard für die Optimierungsmöglichkeiten von Heizungsanlagen.

    Stand: April 2022

    PDF 697 KB

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