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Nutzereinweisung zur Wärmepumpe: Einflussfaktoren erläutern, effizienten Betrieb erklären

Stand: Mai 2026
Foto, zwei Männer stehen vor einer Wand mit einer großen Wärmepumpe, einer trägt graue Latzhose und eine Kappe, der andere ein kariertes Hemd und Jeans.

Die Einweisung in die Heizungsanlage bringt Nutzenden die Besonderheiten der Wärmepumpenanlagen näher. Besonders wichtig ist es, das Thema Effizienz ausführlich zu besprechen, da Betrieb und Kosten maßgeblich die Zufriedenheit beeinflussen.

Nach der Inbetriebnahme der Anlage sollten sämtliche Planungs-  und Inbetriebnahmeunterlagen einschließlich der eingestellten Werte den Nutzenden übergeben werden.

Inhalte der Einweisung

Bei der Einweisung in die Anlage sollten die folgenden Einflussfaktoren erläutert werden:

Einstellung der Raumtemperatur und der Einfluss auf die Effizienz

Bei einer Wärmepumpe wirkt sich die Raumtemperatur deutlich stärker auf die Effizienz und somit auf den Stromverbrauch aus als bei Heizungen auf Verbrennungsbasis. Wird die Raumtemperatur von 20 Grad Celsius auf 21 Grad Celsius erhöht, steigt die Wärmebedarf um vier bis sechs Prozent – abhängig von Standort und der Durchschnittstemperatur. Um diesen Mehrbedarf zu decken, muss die Vorlauftemperatur im Wärmeverteilsystem angehoben werden. Dadurch sinkt die Effizienz der Wärmepumpe, während der Stromverbrauch steigt. 

Einstellung der Vorlauftemperatur über die Heizkennlinie / Heizkurve

Die Heizkurve hat einen direkten Einfluss auf die Effizienz der Wärmepumpen. Es ist wichtig, die Anpassung der Heizkurve während der Einweisung zu erklären oder darauf hinzuweisen, dass diese auch durch eine Fernwartung vom Fachbetrieb vorgenommen werden kann. Dabei ist zwischen Neigung und Niveau zu differenzieren: Im Winter lässt sich die Neigung der Heizkurve anpassen, in der Übergangszeit – Herbst und Frühling – das Niveau. Eine zu steile Neigung oder ein zu hohes Niveau der Heizkurve führen zu überhöhten Vorlauftemperaturen und damit zu einer geringeren Effizienz. Die Neigung wird je nach Hersteller auch „Endpunkt“, „Steilheit“ oder „Auslegung“ genannt. Das Niveau wird auch „Offset“ oder „Parallelverschiebung“ genannt. Wird das Niveau angehoben, weil es dem Nutzer in der Übergangszeit zu kalt ist, muss die Neigung entsprechend verringert werden – vorausgesetzt, die Wintertemperaturen waren bereits passend. Durch die stetige Anpassung der Heizkennlinie im Betrieb lässt sich die optimale Einstellung ermitteln, um eine möglichst hohe Effizienz bei gleichzeitig unverändertem Komfort zu gewährleisten.

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Relevanz von kontinuierlichem Heizen

In der Heizperiode ist es sinnvoll, das Gebäude kontinuierlich zu beheizen und die Innentemperatur auf einem gleichmäßigen Niveau zu halten. Auch Räume, die bisher nur bei Bedarf beheizt wurden, sollten beim Betrieb einer Wärmepumpe durchgehend mitbeheizt werden. Sporadisches Heizen, beispielsweise durch das häufige Hoch- und Runterdrehen von Thermostatköpfen an Heizkörpern reduziert zwar den Wärmebedarf, erfordert aber höhere Vorlauftemperaturen für das schnelle Aufheizen der Räume – was die Effizienz deutlich verschlechtert. Der Strombedarf der Wärmepumpe steigt stärker, als er durch den geringeren Wärmebedarf sinkt. Dauerhaft ungenutzt Räume, in denen keine Beheizung erforderlich ist, können unbeheizt bleiben – ohne die Effizienz zu mindern. Bei längerer Abwesenheit - etwa im Urlaub - lohnt es sich, die Raumtemperatur abzusenken Die eingesparte Wärme übersteigt den Mehraufwand durch das Wiederaufheizen.

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Trinkwassertemperatur und -zirkulation

Dem Nutzenden sollte die Relevanz der Trinkwarmwassertemperatur und –zirkulation für die Hygiene und die Effizienz deutlich gemacht werden.

  • Regelungen für Großanlagen:
    • Für Anlagen mit Trinkwassererwärmern gilt nach DVGW Arbeitsblatt W 551 und VDI 4645: Sobald der Inhalt mindestens 400 Liter umfasst und/oder in einer Rohrleitung zwischen Trinkwassererwärmer und Entnahmestelle mehr als 3 Liter enthalten sind (Großanlagen), muss die Temperatur im gesamten Zirkulationssystem über 55 °C liegen. Am Warmwasseraustritt muss eine Temperatur von mindestens 60 °C erreicht werden.
    • Dieses hohe Temperaturniveau stellt eine Herausforderung für den effizienten Einsatz von Wärmepumpen dar. Effiziente Optionen sind der Einsatz eines zweiten Wärmeerzeugers, wie z. B. einer Trinkwarmwasser-Wärmepumpe, Kaskaden-Lösungen oder dezentrale Lösungen, wie Frischwasserstationen oder direkt-elektrische Erwärmung.
    • Wenn gewisse Bedingungen im Zirkulationssystem eingehalten werden, kann eine Großanlage mit geringeren Temperaturen von 55 °C betrieben werden (Temperatur am Austritt der Trinkwassererwärmungsanlage mindestens 50 °C). Die Bedingungen, wie Einsatz elektronischer Zirkulationsventile, Temperaturmessungen und Legionellenmessungen, sind beschrieben in DVGW Arbeitsblatt W 551 (2025).
    • Die Zirkulation des Trinkwarmwassers im Gebäude führt zu Wärmeverlusten. Folglich sollten Zirkulationszeiten des TWW angepasst werden, um Zirkulation zu nicht benötigten Zeiten zu vermeiden.
  • Regelungen Kleinanlagen:
    • Für kleinere Anlagen, in Ein- und Zweifamilienhäusern, sind Betriebstemperaturen von unter 50°C zu vermeiden. Bei integrierten Vorwärmstufen (häufig Bestandteil bei Wärmepumpensystemen) ist sicherzustellen, dass der gesamte Trinkwasserinhalt mindestens einmal täglich auf 60 °C oder höher erwärmt wird.
    • Für kleinere Anlagen mit Zirkulationssystem gelten dieselben Temperaturanforderungen wie bei Großanlagen. Auf die Bedeutung der Zirkulation und den Einfluss auf die Wärmeverluste sollte aufmerksam gemacht werden und ein Zeitprogramm eingestellt werden und dieses angepasst werden, um nur in den benötigten Zeitfenstern Zirkulation zu betreiben.
  • Dezentrale Anlagen:
    • Dezentrale Trinkwassererwärmer zur Einzelversorgung einer Entnahmestelle können ohne zusätzliche Anforderungen betrieben werden.  
    • Bei dezentralen Speicher-Trinkwassererwärmern für mehrere Entnahmestellen, beispielsweise innerhalb eines Badezimmers, muss die Temperatur am Austritt mindestens 50 °C betragen.  
    • Dezentrale Durchfluss-Trinkwassererwärmer dürfen ebenfalls ohne weitere Anforderungen eingesetzt werden, sofern das nachgeschaltete Leitungsvolumen im Fließweg 3 Liter nicht überschreitet.   

Silent Mode

Der Silent Mode bei Wärmepumpen reduziert die Geräuschentwicklung, indem die Drehzahl des Ventilators und / oder des Kompressors verringert wird. Dies kann zu einer leicht geringeren Leistungsabgabe führen, erhöht jedoch den Komfort, insbesondere in der Nacht oder in Wohngebieten mit strengen Lärmschutzvorgaben. Bei geringen Temperaturen kann der Silent Mode dazu führen, dass der Heizstab angeschaltet wird, um die nötige Wärme bereitzustellen. Der Silent Mode sollte nur in den relevanten Stunden aktiviert sein, um erhöhte Stromkosten durch den Heizstab zu verhindern.

Nachtabsenkung

Viele Nutzende sind von fossilen Heizungsanlagen gewohnt, in den Nachtstunden die Temperatur im Gebäude zu reduzieren, um Energie zu sparen. Bei gut gedämmten Gebäuden mit thermisch trägen Heizungen (Fußbodenheizung) ist die Nachtabsenkung meist nicht lohnend, da die Raumtemperatur sehr langsam sinkt und das schnelle Aufheizen viel Strom verbrauchen kann. Eine Nachtabsenkung kann den Strombedarf erhöhen, wenn durch die nötige Aufheizung in den Morgenstunden zusätzliche Wärmequellen (bspw. Heizstab) zugeschaltet werden müssen oder die Vorlauftemperatur erhöht werden muss. Bei der Inbetriebnahme ist zu prüfen, ob die Werkseinstellungen zu den Vor-Ort-Gegebenheiten passen. Kurze Zeiten mit geringen Temperaturen und geringe Aufheizzeiten sollten vermieden werden.

Abtauvorgang

Bei Luft-Wärmepumpen kondensiert Wasser am Verdampfer und gefriert. Besonders an nasskalten Herbsttagen kann es dadurch dazu kommen, dass die Wärmepumpe mehr als einmal stündlich abgetaut werden muss. Bei sehr häufigem Abtauen unabhängig vom Wetter sollte der Handwerksbetrieb kontaktiert werden.

Wartung und Betriebskontrolle

Nutzende sollten über die Bedeutung und typischen Tätigkeiten der Wartung und Betriebskontrolle informiert werden. Hierbei kann auf die Vorteile und verschiedenen Serviceangebote (z.B. jährliche Inspektion und Fernwartung) hingewiesen werden. Eine Prüfung der Betriebsparameter (z.B. Effizienz) und Optimierung der Einstellparameter (z.B. Heizkurvenanpassung) ist kontinuierlich möglich.  Störungen an der Anlage können schnell entdeckt und in manchen Fällen aus der Ferne behoben werden. Die Lebensdauer und Effizienz der Anlage können dadurch erhöht werden.

Betrieb von Wärmepumpen

Wärmepumpenanlagen erfordern regelmäßige Kontrolle und Wartung. Kenntnisse zu zentralen Begriffen, regulatorischen Vorgaben sowie relevanten Maßnahmen sind notwendig zur Sicherstellung eines effizienten und störungsfreien Betriebs.

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