Effizienz des Wärmepumpen-Geräts: ETAs, Leistungsklassen und Auswirkungen auf Heizkosten
Stand: Mai 2026
Die Liste der förderfähigen Wärmepumpen führt alle im Rahmen der „Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen“ (BEG EM) förderfähigen Wärmepumpengeräte auf und gibt damit einen Überblick über die Bandbreite der Effizienzkennwerte der geförderten Wärmepumpengeräte.
Als Effizienzkennwert und zum Vergleich aller Heiztechnologien gilt für den europäischen Markt, entsprechend der Ökodesign Richtlinie, die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ETAs).
ETAs wird allgemein für alle Heiztechnologien berechnet, indem man die erzeugte Heizwärme ins Verhältnis zum jährlichen Primärenergiebedarf setzt. Der Wert wird in Prozent angegeben und zeigt, wieviel Wärme aus 1 kWh Primärenergie erzeugt werden kann. Je höher der Prozentwert, desto effizienter ist das Heizgerät beziehungsweise, desto mehr erneuerbare Energien werden genutzt. Es werden die Anwendungsfelder Niedertemperatur und Mitteltemperatur unterschieden (35 Grad Celsius bzw. 55 Grad Celsius Vorlauftemperatur bei -10 Grad Celsius Außenlufttemperatur).
Hinweis: Überblick zu Effizienzbegriffen
Erläuterung und Einordnung der verschiedenen allgemeinen Effizienzkennwerte der Geräte und Anlagen im Betrieb, z.B. Jahresarbeitszahl (JAZ) oder Seasonal Coefficiant of Performance (SCOP), sind auf der Themenseite Effizienzbegriffe bei Wärmepumpen beschrieben.
Effizienz bei Luft-Wärmepumpen bis 15 kWth
Bei Außenluft/Wasser-Wärmepumpen der Leistungsklasse bis 15 kWth liegt der Median des ETAs-Kennwertes in der Niedertemperaturanwendung bei 186 Prozent bzw. einem SCOP von 4,65. Die Bandbreite reicht von 140 Prozent bis 235 Prozent. 15 Prozent der Geräte liegen über einem Wert von 195 Prozent.
In der Mitteltemperaturanwendung ist der ETAs-Kennwert niedriger als in der Niedertemperaturanwendung, da die Effizienz von Wärmepumpen mit steigenden Vorlauftemperaturen abnimmt. Der Median in der Mitteltemperaturanwendung liegt bei Außenluft/Wasser-Wärmepumpen in der Leistungsklasse bis 15 kWth bei 135 bzw. SCOP 3,37 und somit rund ein Viertel geringer als in der Niedertemperaturanwendung. Die Bandbreite der ETAs-Werte reicht von 125 Prozent bis 175 Prozent. 10 Prozent der Geräte haben eine Effizienz über 150 Prozent.
Effizienz bei Luft-Wärmepumpen über 15 kWth
Im Vergleich zur Leistungsklasse unter 15 kWth liegen die Effizienzkennwerte von Wärmepumpen im Leistungsbereich von über 15 kWth niedriger. Der Median von ETAs bei Niedertemperaturanwendungen liegt bei 166 Prozent (SCOP=4,15) gegenüber 186 Prozent. In der Mitteltemperaturanwendung zeigt sich ein geringerer Unterschied der Verteilung der ETAs-Werte bei unterschiedlichen Wärmepumpenleistungen: Median 133 Prozent vs. 135 Prozent.
Unterschiede zwischen Effizienz bei Nieder- und Mitteltemperaturanwendung
Der Unterschied zwischen der Effizienz bei Nieder- und Mitteltemperaturanwendung ist je nach Gerät sehr unterschiedlich. Eine hohe Effizienz bei Niedertemperaturanwendung bedeutet nicht immer eine hohe Effizienz bei Mitteltemperaturanwendung. Das Verhältnis von ETAs bei Niedertemperaturanwendung zu ETAs bei Mitteltemperaturanwendung (ETAsNT/ETAsMT) zeigt an, wie groß der Unterschied ist.
Bei Luft-Wärmepumpen schwankt dieses Verhältnis von 1,1 bis 1,6. Das bedeutet, dass es Geräte gibt mit einem ETAs von 190 Prozent bei Niedertemperaturanwendung und einem ETAs von 162 Prozent bei Mitteltemperaturanwendung (Verhältnis 1,18) und Geräte, die bei ETAs von 190 (NT) einen ETAs von 126 bei Mitteltemperaturanwendung haben (Verhältnis 1,6).
Die Auswahl der Wärmepumpe sollte deshalb nicht an nur an der Effizienz in einem Temperaturbereich festgemacht werden, sondern in Abhängigkeit der Anwendung und der Temperaturen, die im Gebäude benötigt werden: Ein Gebäude mit Fußbodenheizung, bei dem das Trinkwarmwasser über eine separate Wärmepumpe erzeugt wird, wird stets mit Vorlauftemperaturen von 35 Grad Celsius oder weniger versorgt. Eine Wärmepumpe mit hohem ETAs Wert bei Niedertemperaturanwendung ist hier vorteilhaft und der ETAs Wert bei Mitteltemperaturanwendung ist weniger relevant. Bei Gebäuden mit Heizkörpern hingegen, die an kalten Tagen mit 55 Grad Celsius oder mehr versorgt werden, ist eine Wärmepumpe mit einem hohem ETAs Wert bei Mitteltemperatur-Anwendung wichtig.
Effizienz bei Sole-Wärmepumpen
Sole-Wasser-Wärmepumpen erreichen im Mittel eine höhere Effizienz als Luft-Wasser-Wärmepumpen: Beispielsweise liegt in der Leistungsklasse bis 15 kWth der Median des ETAs-Kennwertes in der Niedertemperaturanwendung bei 199 Prozent (gegenüber 186 Prozent bei Außenluft-Wasser-Wärmepumpen) und in der Mitteltemperaturanwendung bei 147 Prozent (gegenüber 135 Prozent bei Außenluft-Wasser-Wärmepumpen). Bei Anlagen über 15 kWth liegt der Median bei 205 Prozent (Niedertemperatur-Anwendung) bzw. 154 Prozent (Mitteltemperatur-Anwendung). Die Bandbreiten der ETAs-Kennwerte von Sole-Wasser-Wärmepumpen sind im Folgenden dargestellt:
Auswirkungen der Effizienz auf Wärmebedarf und Heizkosten
Die Auswirkung unterschiedlich effizienter Geräte auf die Stromkosten einer Wärmepumpe kann an zwei Beispielen veranschaulicht werden:
- Beispiel 1:
- Ein Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 140 m², welches vor 1978 errichtet wurde und einem typischen Bestandsgebäude in Deutschland entspricht. Das Gebäude hat geringen Wärmeschutz und einen Wärmebedarf von 160 kWh/(m²*a) für die Raumheizung und 20 kWh/(m²*a) für die Trinkwassererwärmung.
- Es wird eine Wärmepumpe aus dem oberen Effizienzbereich (ETAs = 157 Prozent bei 55 Grad Celsius Anwendung, bestes Viertel) und eine Wärmepumpe aus dem unteren Effizienzbereich (ETAs = 125 Prozent bei 55 Grad Celsius Anwendung, unterstes Viertel) ausgewählt und die Jahresarbeitszahl für den Einsatz mit Radiatoren (55 Grad Celsius Vorlauftemperatur bei einer Normaußenlufttemperatur von -11 Grad Celsius) mit dem JAZ-Rechner des BWP ermittelt: 4.05 bzw. 3.32.
- Unter der Annahme der Kosten für die elektrische Energie von 26 Cent/kWh (WP-Tarif Anfang 2025) ergeben sich jährliche Stromkosten von 1.970 Euro (25.200 kWh Heiz- und Trinkwarmwasserwärmebedarf und 6.222 kWh Strombedarf für die Wärmepumpe aus dem oberen Effizienzbereich bzw. 7.590 kWh Strombedarf aus dem unteren Effizienzbereich) für die Wärmepumpe aus dem unteren Effizienzbereich bzw. 1.620 Euro pro Jahr für die Wärmepumpe aus dem oberen Effizienzbereich. Es lassen sich also 350 Euro pro Jahr an Heizkosten sparen, wenn eine effiziente Wärmepumpe im Gebäude verbaut wird. Dabei muss beachtet werden, dass auf diese Weise nur die Effizienz des Geräts abgebildet wird. Viele weitere Einflussfaktoren wie das Nutzerverhalten und Wärmeverluste sind in der JAZ-Berechnung nicht abgebildet, weshalb in der Praxis abweichende gemessene JAZ erreicht werden.
- Beispiel 2:
- Für ein besser gedämmtes Gebäude mit Fußbodenheizung (Annahmen: 140 m², 70 kWh/(m²*a) Raumheizungsbedarf, 20 kWh/m² Trinkwarmwasserbedarf, Vorlauftemperatur 35 Grad Celsius) ergeben sich JAZ mit BWP-Rechner von 4,6 (2740 kWh Strombedarf) für eine Wärmepumpe aus dem oberen Effizienzbereich und 3,86 (3.264 kWh Strombedarf) für eine aus dem unteren Effizienzbereich. Daraus ergeben sich mit dem angenommenen Strompreis von 26 Cent/kWh Heizkosten von jährlich 712 Euro bzw. 849 Euro pro Jahr. Die prozentuale Ersparnis liegt in beiden Fällen bei ca. 20 Prozent.
Hinweis: Bei geringeren Strompreisen, wie sie sich im Laufe des Jahres 2025 entwickelt haben und wie sie in manchen Regionen zu finden sind (Quelle: TGA-Fachplaner), ergeben sich geringere absolute Einsparungen.