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Heizungsmonitoring: Digitale Effizienz für Heizungsanlagen

Stand: Februar 2026
Foto, Nahaufnahme eines runden, schwarzen und roten elektronischen Geräts mit Display und Tasten an einer Rohrleitung.

Das Heizungsmonitoring stellt eine vergleichsweise kostengünstige digitale Effizienzmaßnahme dar, von der Mietende und Vermietende kurzfristig profitieren können.

Neue Geschäftsmodelle von Anbietenden ermöglichen eine Umsetzung auch für Wohnungsunternehmen mit großen Beständen und komplexen technischen Rahmenbedingungen.  

Was ist ein Heizungsmonitoring?

Prüfumfang eines Brennwertkessels nach AMEV Empfehlung NR. 178

Ein Heizungsmonitoring beschreibt die fortlaufende Überwachung und Analyse von Heizsystemen mit dem Ziel, ineffiziente Einstellungen frühzeitig zu erkennen und zu optimieren. Dafür wird die zentrale Heizungsanlage mit einer Reihe von Sensoren ausgestattet, die im Folgenden kontinuierlich Messwerte erfassen und über ein Gateway an einen Server schicken. Die gesammelten Daten werden aufbereitet und Handlungsempfehlungen abgeleitet. Viele Systeme können die erkannten Optimierungspotenziale bereits eigenständig umsetzen, ohne manuelle Eingriffe erforderlich zu machen.

Typische Fehleinstellungen liegen beispielsweise in zu steil eingestellten Heizkurven oder einer fehlenden Nachtabsenkung vor.  

Je nach Heizungsanlage und Anbieter können sich Art und Umfang der Messungen und Auswertungen unterscheiden. Die AMEV-Empfehlung Nr. 178 (AMEV - Arbeitskreis Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen) liefert eine neutrale Übersicht über den empfohlenen Prüfumfang für verschiedene gängige Heizsysteme.

Potenziale von digitalem Heizungsmonitoring

Moderne Wärmeerzeugungsanlagen sind sehr komplex und beinhalten spezifische Komponenten. Jede Anlage, egal ob Wärmepumpe, BHKW, Pelletkessel oder Klimagerät, hat ihre eigene Regelung und unterscheidet sich je nach Herstellerfirma. Die breite Produktpalette und die vielen Regelungssysteme machen es in der Praxis schwer, Probleme in den Abläufen korrekt zu erfassen und richtig auszuwerten. Die Komplexität der Technik führt also insgesamt zu mehr Fehleranfälligkeit in der Handhabung.

Zusätzlich werden die Anlagen nach Einbau durch die Herstellerfirmen nicht immer optimal auf das Nutzungsverhalten der Bewohnerinnen und Bewohner eingestellt. Wenn das der Fall ist, kann der Ausstoß an CO2 sehr viel höher ausfallen als originär angegeben wurde. Auch wenn Mieterinnen und Mieter oder Facility-Manager in Eigenregie etwas an einer Anlage einstellen oder verstellen, kann das zu Fehlleistungen und zu einem erheblichen Verlust an Effizienz führen. Gleichzeitig sorgt der sich verschärfende Fachkräftemangel dafür, dass immer weniger Kapazitäten für eine manuelle Regelung der Gebäudetechnik verfügbar sind. Immer weniger Firmen übernehmen die zeitaufwändige Wartung an komplexen Anlagen.

Ein digitales Heizungsmonitoring kann hier doppelt unterstützen: Einserseits kann z.B. die Heizleistung dynamisch an die tatsächlichen Bedürfnisse des Gebäudes angepasst werden, dies führt zu reduziertem manuellen Regelungsbedarf, einer Senkung der Betriebskosten und des CO2-Ausstoßes. Zudem kann in Echtzeit auf unterjährige Verbrauchsinformationen zurückgegriffen werden. Zusätzlich bieten viele Monitoringsysteme mobile Apps oder Web-Portale, mit denen Betreiber und Servicepersonal die Anlagen aus der Ferne überwachen und steuern können. Dies erleichtert die effiziente Verwaltung mit weniger Personal, besonders in großen Gebäudekomplexen oder über ein gesamtes Portfolio. Die Nachrüstung eines Monitoringsystems im Bestand kann dabei oft ohne größere Eingriffe in die vorhandene Heizungsanlage erfolgen.

Praxishilfen

Monitoring in Heizungskellern von Wohngebäuden

Dieses KEDi-Dossier beleuchtet das Heizungsmonitoring als Möglichkeit zur Sicherstellung eines störungsfreien und effizienten Betriebs der Anlage und bietet wertvolle Hilfestellung für die Umsetzung in der Praxis.

Stand: August 2025

PDF 623 KB

Wie profitieren Mietende von einem Heizungsmonitoring?

Mietende können von einem Heizungsmonitoring mit anschließender Optimierung insbesondere von zwei zentralen Mehrwerten profitieren:

  • Senkung der Heizkosten durch Effizienzsteigerung von bis zu 20 Prozent
  • Erhöhung des Wohnkomforts durch geringere Ausfallzeiten bei besonders störungsfälligen Anlagen

Wie profitieren Vermietende von einem Heizungsmonitoring?

Ein Heizungsmonitoring ermöglicht auch den Vermietenden Zugang zu einer Reihe von Vorteilen:

  • Senkung der CO2-Kosten nach dem Gesetz zur Aufteilung der Kohlendioxidkosten (CO2KostAufG)
  • Erfüllung regulatorischer Vorgaben wie die in den §§ 60a und 60b des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) vorgesehene Prüfung und Optimierung von Heizungsanlagen
  • Geringere Kosten für zukünftig erforderliche Sanierungsmaßnahmen durch bessere Datengrundlage
  • Senkung der Reparaturkosten der Heizungsanlagen durch frühzeitiges Erkennen von Heizungsproblemen
  • Steigerung des Immobilienwerts durch höhere Energieeffizienz

Tool-Tipp

Toolbox

Mehrwerte digitaler Gebäudetechnologien

Das KEDi-Tool zeigt auf, welche zahlreichen Vorteile ein digitales Gebäudemonitoring bietet und welche oft ungenutzten Potenziale z.B. zu relevanter Regulatorik im Gebäudebetrieb bestehen.

Wie kann ein Monitoringsystem umgesetzt werden?

Voraussetzung für die erfolgreiche Implementierung eines Monitoringsystems ist, dass sich das Wohnungsunternehmen intensiv mit den eigenen Rahmenbedingungen auseinandersetzt. Nur so kann sichergestellt werden, dass mögliche Chancen und Hürden für die Umsetzung frühzeitig erkannt werden. Folgende Fragen können im Rahmen der Vorbetrachtung eine wesentliche Rolle spielen:

  1. Was soll das Monitoring erreichen? 
  2. Welche Kosten und welcher Aufwand müssen eingeplant werden? 
  3. Wie lässt sich das Monitoringsystem in die bestehende Technik integrieren?  
  4. Wie werden die Mitarbeitenden eingebunden und auf neue Aufgaben vorbereitet? 
  5. Wie können die Mietenden auf die Umsetzung und eventuelle Änderungen an der Heizungsanlage vorbereitet werden?  

Wenn das Unternehmen seine Rahmenbedingungen geklärt hat, lässt sich gezielt nach Anbietenden mit den passenden Geschäftsmodellen suchen. In den vergangenen Jahren ist eine breite Vielfalt am Markt entstanden, die weit über den reinen Technik-Verkauf hinaus geht. Moderne Ansätze zeichnen sich durch eine gute Finanzierbarkeit, einen hohen Serviceanteil sowie ein geringes Umsetzungsrisiko aus. Eine Übersicht zu den entsprechenden Lösungsansätzen liefert die KEDi-Studie „Geschäftsmodelle für digitale Gebäudetechnologien“ (PDF / 6 MB)

Digitalisierung im Heizungskeller

Logo Gebäude-Energieberater

Podcast des Gebäude Energieberaters

Viele Heizungen in Mehrfamilienhäusern laufen ohne kontinuierliches Monitoring und Betriebsoptimierung. Eine Erhebung der Heizungsanlage und eine Optimierung der Daten aus dem laufenden Betrieb könnte die Möglichkeit bieten, die Heizkosten der Mieterinnen und Mieter und den CO2-Ausstoß zu senken.

Zum Podcast

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