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Wärmewende in Deutschland: Daten zum Stand der Umsetzung

Stand: Januar 2026
Foto, zwei große silberne Rohrleitungen verlaufen parallel über ein mit Gras bewachsenes Gelände neben einem modernen Gebäude mit mehreren Stockwerken

Bis Mitte 2026 müssen Kommunen mit über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ihre Wärmeplanung abgeschlossen haben. Die Anzahl der Kommunen, die eine Wärmeplanung vorgelegt haben, ist in den vergangenen Monaten weitergewachsen – das zeigen Daten des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) der dena, die angesichts des geplanten Abschlusses der Wärmeplanung in großen Kommunen in den Gebäudereport 2026 aufgenommen wurden. 

Die KWW-Daten zeigen auch: In kleinen und mittelgroßen Kommunen gibt es ebenfalls Fortschritte bei der Wärmeplanung, auch wenn diese ihre Pläne erst bis Sommer 2028 vorlegen müssen.

Grafik, Abbildung mehrerer unterschiedlicher Diagrammtypen als Vorschaubild

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Aktuell gibt es in Deutschland rund 3.800 Wärmenetze (Quelle: AGFW). Zum einen konzentrieren sich diese in Ballungsgebieten mit dichter Bebauung, in denen Wärmenetze effektiver sind. Zum anderen gibt es sie in höherem Umfang in den neuen Bundesländern. Eine neue Gebäudereport-Karte zeigt dies. Sie visualisiert den Prozentsatz von Wohneinheiten mit Fernwärmeanschluss in 11.000 Gemeinden. Die Auswertung stellt den Anteil der Fernwärmeanschlüsse zudem geclustert in drei Gruppen dar:

  • mit geringer Bevölkerungsdichte unter 250 Einwohnenden pro km2
  • mit mittlerer Dichte mit 250 bis 500 Einwohnenden pro km2
  • mit hoher Bevölkerungsdichte mit mehr als 500 Einwohnenden pro km2

Sie zeigt, dass die Tendenz „je dichter die Bevölkerung, desto höher der Fernwärme-Anteil” existiert – in Berlin, München, Hamburg, ostdeutschen Städten und auch im Ruhrgebiet sowie in urbaneren Gemeinden um Frankfurt und Stuttgart. Die Gemeinde mit dem höchsten Fernwärme-Anteil ist Flensburg – mit 93 Prozent.

Auch einige deutlich weniger dicht besiedelte Gemeinden weisen einen hohen Fernwärmeanteil auf. Die Gemeinde Pickließem in Rheinland-Pfalz etwa: Die Bevölkerungsdichte liegt nur bei 54 Einwohnerinnen und Einwohnern pro Quadratkilometer, doch der Fernwärmeanteil liegt bei 63 Prozent. Der Grund: Ein Nahwärmenetz für 70 Einwohner, das mit einem 500 kW Holzhackschnitzelkessel versorgt wird. Weitere Beispiele sind das niedersächsische Jühnde, Karsdorf in Sachsen-Anhalt oder Ebenweiler in Baden-Württemberg.

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Steigender Bezug von Fernwärme aus erneuerbaren Energien

Gleichzeitig zeigen neue Daten im Gebäudereport, dass der Fernwärmebezug aus erneuerbaren Energien in Deutschland kontinuierlich steigt. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Fernwärmeerzeugung stieg von 6,9 TWh (2005) auf über 24 TWh (2024), was einer Steigerung von rund 340 Prozent entspricht. In Prozentzahlen hat sich der Anteil erneuerbarer Energien seit 2005 mehr als vervierfacht – auf 21,9 Prozent im Jahr 2024.

Ein genauerer Blick auf erneuerbare Energieträger in der Fernwärmeversorgung zeigt, dass biogene Abfälle mit rund 10,2 TWh im Jahr 2024 den größten Anteil lieferten. Biogas und Biomethan haben seit 2014 stark an Bedeutung gewonnen und erreichen zusammen rund 5,2 TWh.

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In den vergangenen drei Jahren ist der Absatz von (neuen) Biomasseanlagen um 69 Prozent gesunken. Den größten Anteil daran machen Pellet-Heizungen mit 13.000 Anlagen aus. Die Bundesregierung hat auf Probleme im Biomasse-Sektor mit dem sogenannten Biomasse-Paket reagiert. Das im Februar 2025 beschlossene und im September von der EU-Kommission genehmigte Paket setzt Anreize für einen flexibleren Einsatz von Biomasse zur Strom- und besonders zur Wärmeerzeugung. Es enthält zudem eine erhöhte und längere Förderung besonders zur Produktion kommunaler Wärme und optimiert auch die Unterstützung von Biogas und -methan. Eine dena-Studie aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass sich der Bedarf an Biomethan vervierfachen könnte – je nach Marktentwicklung. 

Laut einer BBSR-Analyse, in der 342 bislang vorgelegte Wärmepläne ausgewertet wurden, ist eine Vervierfachung der Anzahl der Wärmenetze möglich. Nach Abschluss des Wärmeplanungsprozesses könnten Wärmenetze laut den vorliegenden Plänen in rund 37 Prozent der Gemeinden vorhanden sein. Das legt nahe, dass Wärmenetze bei der Wärmewende eine zentrale Rolle spielen können.

Wärmeplanung in den Kommunen

Auch die Daten aus der Kommunalbefragung des KWW zeigen ein hohes Ambitionsniveau bei der kommunalen Wärmeplanung. Die Ende November 2025 veröffentlichte Befragung von 987 Gemeinden, die vom 19.05.2025 bis 16.06.2025 an der Erhebung teilnahmen, zeigt zunächst einen groben Trend:

  • Viele Kommunen sind im Vergleich zum Sommer 2024 von der Vorbereitung zur Durchführung übergangen.
  • 17 Prozent der Kommunen, die an der Umfrage teilgenommen haben, sind bereits zur Umsetzung übergegangen, bei den großen Kommunen sind es sogar 36 Prozent.

Wie schon in den Vorjahren nennen die befragten Kommunen in der KWW-Kommunenbefragung fehlende personelle und finanzielle Ressourcen als größte Hürden. Auch rechtliche Unsicherheiten, etwa bei der Verzahnung zwischen Gebäudeenergie- und Wärmeplanungsgesetz oder durch fehlende Landesgesetze, werden oft hervorgehoben.

Die Empfehlungen von Kommunen für Kommunen, die noch am Anfang der Wärmeplanung stehen, sind vor allem:

  • Auswahl eines kompetenten Dienstleisters für die Wärmeplanung
  • frühzeitige Einbindung von und Vernetzung mit lokalen Akteuren
  • frühzeitige und effektive Öffentlichkeitsarbeit 

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