• Gebärdensprache
  • Leichte Sprache
  • Gebärdensprache
  • Leichte Sprache

Pro-Kopf-Endenergieverbrauch: Analyse von Gemeinden im Urbanisierungskontext

Stand: Januar 2026
Foto, Dachlandschaft eines Wohnviertels mit beleuchteten Fenstern in der Abenddämmerung.

Der Gebäudesektor weist mit 625 TWh im Jahr 2024 einen hohen Anteil am Endenergieverbrauch auf. Weniger bekannt ist jedoch, wie sich der Endenergieverbrauch privater Haushalte regional verteilt.

Ziel dieser Analyse ist es, den im Gebäudereport 2026 ermittelten Endenergieverbrauch pro Kopf in den Gemeinden und dessen regionale Verteilung anhand von Urbanisierungsmerkmalen zu untersuchen.

Regionale Verteilung des Endenergieverbrauchs

Eine regionale Analyse von Modelldaten für alle 11.000 Gemeinden in Deutschland zeigt einen fließenden Übergang von Endenergieverbräuchen, bei dem Regionen mit einem geringen Endenergieverbrauch pro Kopf räumlich von Regionen umgeben sind, in denen Gemeinden mit einem höheren Pro-Kopf-Endenergieverbrauch liegen. Der Pro-Kopf-Durchschnittswert und Medianwert aller deutschen Gemeinden liegt bei 8.615 bzw. 8.557 kWh pro Person. In Regionen mit zunehmender Urbanisierung zeigt sich eine Pro-Kopf-Verbrauchseinsparung bis zu 1.400 kWh pro Person und eine Konzentration des Endenergieverbrauchs pro Gebäude von bis zu 11.000 kWh. Ländliche und intermediäre Regionen weisen einen ähnlichen durchschnittlichen Verbrauch pro Gebäude von ca. 28.000 kWh auf.

Untersucht man die Gemeinden in Deutschland nach beiden Kriterien gleichzeitig – nach Urbanisierungsmerkmal und Pro-Kopf-Endenergieverbrauchsklasse –, entfällt der größte Anteil am gesamten Endenergieverbrauch auf städtische Kommunen, die gleichzeitig pro Kopf mit rund 7.000 kWh am wenigsten verbrauchen; sie machen 40 Prozent bzw. 253 TWh aus. In Städten verteilt sich der hohe absolute Endenergieverbrauch auf mehr Einwohner. Dabei wird ein durchschnittlicher Endenergieverbrauch von Gebäuden in Höhe von fast 38.000 kWh festgestellt.

Gemeinden mit einem mittleren Urbanisierungsgrad und einem Pro-Kopf-Verbrauch unter 9.000 kWh, der dem Median-Wert aller Gemeinden entspricht, machen über ein Drittel (236 TWh) des gesamten Endenergieverbrauchs aus. Ländliche energiesparsame Gemeinden mit einem Energiekonsum von unter 9.000 kWh pro Person stehen für rund 12 Prozent (79 TWh) des gesamten Endenergieverbrauchs. Sie liegen in Gebieten, in denen ca. 12 Prozent der gesamten deutschen Bevölkerung leben.

Endenergieverbrauch pro Kopf

Im Gebäudereport 2026 wird eine modellierte Verteilung des Endenergieverbrauchs privater Haushalte pro Kopf dargestellt. Hierzu wurden Daten der AGEB mit denen der Regionaldatenbank verknüpft und der Endenergieverbrauch auf Gemeindeebene modelliert. In dem dena-Dossier „Regionalisierung II: Ein Modell des privaten Endenergieverbrauchs deutscher Gemeinden“ wird die dabei verwendete Gewichtung nach Bevölkerung, Gebäudebestand, dem gemittelten BIP, der Zahl der Heizgradtage und weiterer Merkmale vorgestellt und diskutiert.

Karte 1 zeigt, dass der Pro-Kopf-Endenergieverbrauch in Deutschland in dicht besiedelten Gebieten am niedrigsten ist. So weisen das Ruhrgebiet, das Gebiet von Frankfurt über Karlsruhe bis Stuttgart und Freiburg sowie verschiedene Landeshauptstädte und Stadtstaaten Werte von unter 7.000 kWh pro Person auf. Insgesamt verzeichnen 429 Gemeinden (pink) einen Endenergieverbrauch unter 7.000 kWh pro Person auf.

Rund um die besonders energiesparsamen pinken Zentren mit einem Pro-Kopf-Endenergieverbrauch unter 7.000 kWh bilden sich ringförmig rosa Cluster. Diese umfassen 2.690 Gemeinden mit einem Pro-Kopf-Verbrauch zwischen 7.000 und 8.000 kWh. Mit weiter steigendem Pro-Kopf-Verbrauch entstehen hellgrüne Cluster, in denen ca. 4.000 Gemeinden mit einem Endenergieverbrauch pro Person zwischen 8.000 und 9.000 kWh liegen. Schließlich zeigen die höchsten Verbrauchswerte über 9.000 kWh in dunkelgrünen Clustern die Regionen mit dem größten Endenergieverbrauch pro Kopf. Diese konzentrieren sich in eher ländlich geprägten Regionen, vor allem in Rheinland-Pfalz, Ostbayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und im Norden Niedersachsens (3.900 Gemeinden).

Grundsätzlich zeigt die Karte einen kontinuierlichen Verlauf: Gemeinden mit einem geringen Endenergieverbrauch pro Kopf sind von Regionen mit höherem Endenergieverbrauch umgeben. Insgesamt verdeutlicht die Karte: Je dichter ein Gebiet besiedelt ist, desto geringer fällt in der Regel der Endenergieverbrauch pro Person aus. In ländlichen Räumen hingegen ist der individuelle Verbrauch deutlich höher.

Grafik, Abbildung mehrerer unterschiedlicher Diagrammtypen als Vorschaubild

Diese Inhalte können nicht angezeigt werden, da die Marketing-Cookies abgelehnt wurden. Klicken Sie hier, um die Cookies zu akzeptieren und den Inhalt anzuzeigen!

Endenergieverbrauch nach Urbanisierungsmerkmal

Neben der Bevölkerungszahl spielt auch die Verdichtung eine erhebliche Rolle im Endenergieverbrauch der Gemeinden. Die Daten zum Endenergieverbrauch aus Karte 1 lassen sich anhand der nach Eurostat definierten Gliederung Deutschlands nach Urbanisierungsmerkmalen analysieren. Karte 2 zeigt die drei Urbanisierungskategorien und ihre Verteilung. Beide Karten zeigen den Zusammenhang zwischen energetischen und demografischen Indikatoren.

Vergleicht man die Karten 1 und 2, zeigt sich folgender Zusammenhang bei den rund 11.000 Gemeinden in Deutschland: Städte zeichnen sich durch einen geringen Endenergieverbrauch pro Kopf aus; intermediäre haben einen moderaten Pro-Kopf-Endenergieverbrauch, während ländliche Gemeinden einen tendenziell eher höheren Pro-Kopf-Endenergieverbrauch aufweisen.

Die vorwiegend städtischen Gemeinden aus Karte 2 stimmen weitgehend mit den geringen Pro-Kopf-Energieverbräuchen aus Karte 1 überein. Während die meisten nach Eurostat als städtisch definierte Gemeinden einen geringen Pro-Kopf-Endenergieverbrauch aufweisen, finden sich auch unter den intermediären Gemeinden einzelne Regionen mit niedrigem Pro-Kopf-Endenergieverbrauch. Städte wie Magdeburg, Erfurt, Chemnitz, Bremerhaven, Freiburg gelten laut Eurostat als intermediäre Gemeinden, obwohl auch sie einen geringen Pro-Kopf-Endenergieverbrauch verzeichnen. Der Zusammenhang von vorwiegend ländlichen Gemeinden und den relativ hohen Pro-Kopf-Endenergieverbräuchen wird durch den Vergleich beider Karten deutlich. 4.700 Gemeinden fallen in diese Urbanisierungskategorie.

Grafik, Abbildung mehrerer unterschiedlicher Diagrammtypen als Vorschaubild

Diese Inhalte können nicht angezeigt werden, da die Marketing-Cookies abgelehnt wurden. Klicken Sie hier, um die Cookies zu akzeptieren und den Inhalt anzuzeigen!

Tabelle 1 zeigt den Endenergieverbrauch in den drei Regionentypen sowie die Summen des dortigen absolutem Energieverbrauch, die Bevölkerungszahl sowie den Bestand beheizter Gebäude und beschreibt die Durchschnittswerte des Endenergieverbrauchs pro Person und beheiztem Gebäude. Betrachtet man den Endenergieverbrauch ausschließlich nach dem Urbanisierungsgrad, entfallen 253 TWh (40 Prozent) auf städtische Regionen, 264 TWh (42 Prozent) auf intermediäre Regionen und 108 TWh (17 Prozent) auf ländliche Regionen. Eine Einteilung des Endenergieverbrauch privater Haushalte nach der Bevölkerungszahl der Regionen zeigt, dass der Pro-Kopf-Verbrauch in ländlichen Regionen am höchsten ist. Es folgen die intermediären Regionen, in denen ungefähr 41 Prozent der Bevölkerung Deutschlands lebt. Im Vergleich dazu weisen städtische Regionen einen um rund 800 kWh geringeren Pro-Kopf-Endenergieverbrauch auf.

Grafik, Abbildung mehrerer unterschiedlicher Diagrammtypen als Vorschaubild

Diese Inhalte können nicht angezeigt werden, da die Marketing-Cookies abgelehnt wurden. Klicken Sie hier, um die Cookies zu akzeptieren und den Inhalt anzuzeigen!

Setzt man den Endenergieverbrauch ins Verhältnis zur Anzahl der beheizten Gebäude, weisen ländliche und intermediäre Regionen einen sehr ähnlichen Endenergieverbrauch pro Gebäude auf. In städtischen Regionen, in denen rund 34 Prozent aller Gebäude in Deutschland stehen, liegt der Endenergieverbrauch pro Gebäude um etwa 9.000 kWh höher als in intermediären Gemeinden.

Tabelle 1 zeigt auf, dass bei steigender Urbanisierung der Endenergieverbrauch pro Person bis zu 1.400 kWh geringer ist als in ländlichen Regionen. Absolut gesehen ist der Endenergieverbrauch pro beheiztem Gebäude in städtischen Regionen im Mittel rund 11.000 kWh höher.

Endenergieverbrauch pro Kopf und nach Urbanisierungsgrad

Abschließend wurden dieselben deutschen Gemeinden gleichzeitig nach den Pro-Kopf-Endenergieverbrauchsklassen (Karte 1) und nach Urbanisierungsmerkmal (Karte 2) kategorisiert. Damit kann der Zusammenhang zwischen Bevölkerung und Endenergieverbrauch genauer beschrieben werden. Tabelle 2 gibt einen Überblick über zwölf Untergruppen und deren Endenergieverbrauch.

Grafik, Abbildung mehrerer unterschiedlicher Diagrammtypen als Vorschaubild

Diese Inhalte können nicht angezeigt werden, da die Marketing-Cookies abgelehnt wurden. Klicken Sie hier, um die Cookies zu akzeptieren und den Inhalt anzuzeigen!

Die Auswertung des absoluten Endenergieverbrauchs zeigt ein klares Muster: Ländliche Regionen weisen tendenziell den höchsten Endenergiebedarf auf, intermediäre Gebiete liegen im Mittelfeld, während städtische Gemeinden den geringsten Verbrauch verzeichnen. Über zwei Drittel des gesamten Endenergieverbrauchs (427 TWh) verteilt sich in diese vier Untergruppen:

  • Städtische Regionen unter 7.000 kWh pro Person
  • Städtische Regionen zwischen 7.000 und 8.000 kWh pro Person
  • Ländliche Regionen zwischen 7.000 und 8.000 kWh pro Person
  • Ländliche Regionen zwischen 8.000 und 9.000 kWh pro Person 

Besonders auffällig sind die städtischen Regionen mit einem Endenergieverbrauch von unter 7.000 kWh pro Person, in denen der absolute Endenergieverbrauch pro Gebäude etwa 46.000 kWh beträgt, was auf die höhere Zahl an Bewohnerinnen und Bewohnern pro Gebäude zurückzuführen ist. Städtische Regionen mit einem Pro-Kopf-Endenergieverbrauch zwischen 7.000 bis 8.000 kWh sowie besonders energiesparsame intermediäre Regionen mit einem Verbrauch unter 7.000 kWh pro Person weisen einen ähnlichen Endenergieverbrauch pro Gebäude von rund 35.000 kWh auf. Ländliche Regionen, die aufgrund ihres höheren Pro-Kopf-Verbrauchs einen bedeutenden Anteil am nationalen Verbrauch haben, weisen einen Endenergieverbrauch pro Gebäude von ungefähr 27.000 kWh auf.

Grafik, Abbildung mehrerer unterschiedlicher Diagrammtypen als Vorschaubild

Diese Inhalte können nicht angezeigt werden, da die Marketing-Cookies abgelehnt wurden. Klicken Sie hier, um die Cookies zu akzeptieren und den Inhalt anzuzeigen!

Karte 3 stellt die bivariate Verteilung deutscher Gemeinden nach Urbanisierungsmerkmalen und Pro-Kopf-Endenergieverbrauchklasse dar und zeigt, dass der der Pro-Kopf-Endenergieverbrauch in urbaneren Gemeinden – dargestellt in hellgelb und hell-braungrau – tendenziell niedriger ist.

Dazu zählen auch die energiesparsamen intermediären Gemeinden wie beispielweise um Freiburg und nördlich davon, Regionen nördlich von Frankfurt, Chemnitz, Magdeburg, Gemeinden um Göttingen, Berlin, Rostock und Hamburg. 

Zum anderen zeigt die Karte auch einige städtische Gemeinden mit einem ungewöhnlich hohen Endenergieverbrauch über 9.000 kWh pro Person östlich von Saarbrücken und südöstlich von Kiel in dunkelbraun. Rot eingefärbt sind vereinzelte ländliche Gemeinden mit einem ungewöhnlich geringen Endenergieverbrauch unter 7.000 kWh pro Person. Ländliche Gemeinden mit einem Verbrauch über 7.000 kWh pro Person sind in helllila bis lila über die ganze Bundesrepublik verteilt.

Weitere vertiefende Analysen

Foto, mehrere mehrstöckige Rohbauten auf einer Baustelle mit einem großen Baukran vor blauem Himmel mit Wolken.

Wohnungsbau in Deutschland

Die Zahl der Baugenehmigungen sinkt schneller als die der Baufertigstellungen. Seit 2023 geht der Bauüberhang zurück, bleibt jedoch hoch. Der Gebäudereport 2026 zeigt deutliche regionale Unterschiede im Wohnungsbau.

Mehr erfahren
Foto, zwei Bauarbeiter mit Schutzhelmen und Warnkleidung montieren Holzelemente auf einer Baustelle mit Betongebäude im Hintergrund.

Holzbau in Deutschland

Der Holzbau gewinnt insbesondere bei Ein- und Zweifamilienhäusern, bei Nichtwohngebäuden und in Süddeutschland an Bedeutung. Der relative Anteil von Holzbauten steigt, da die Gesamtbautätigkeit stärker zurückgeht.

Mehr erfahren
Foto, Balkon mit montierten Solarpaneelen an einem mehrstöckigen Wohnhaus mit Fenstern.

Steckersolar-Anlagen

Die Anzahl an Steckersolar-Anlagen in Deutschland steigt – und Förderungen befeuern diese Entwicklung. Eine Datenrecherche legt nahe, dass Förderungen auch dabei helfen, den Rückstand deutscher Städte im Vergleich zu ländlichen Landkreisen zu reduzieren.

Mehr erfahren
Foto, zwei große silberne Rohrleitungen verlaufen parallel über ein mit Gras bewachsenes Gelände neben einem modernen Gebäude mit mehreren Stockwerken

Wärmewende in Deutschland

Die kommunale Wärmeplanung schreitet voran: Einige Gemeinden gehen bereits zu Maßnahmen über, etwa dem Neubau von Wärmenetzen. Gleichzeitig erhöht sich der Anteil erneuerbarer Energie an der Fernwärme. Neue Daten zeigen den aktuellen Stand der Wärmewende.

Mehr erfahren
Foto, mehrstöckiges Wohngebäude mit vielen Fenstern und Erkern unter blauem Himmel und Bäumen im Vordergrund.

Energetische Sanierung in WEGs

Eine Umfrage unter Eigentümerinnen und -Eigentümern in Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) zeigt ein Bewusstsein für die Notwendigkeit energetischer Sanierungen. In vielen WEGs werden Maßnahmen diskutiert, zugleich besteht weiterer Beratungsbedarf.

Mehr erfahren
Foto, mehrstöckiges Wohngebäude mit Balkonen, umgeben von Bäumen und unter blauem Himmel

Sozialwohnungsbau in Deutschland

Die Zahl der Sozialwohnungen sinkt seit Jahren. Eine differenzierte Betrachtung zeigt jedoch deutliche regionale Unterschiede. In einzelnen Bundesländern werden wieder mehr Sozialwohnungen gebaut, während weiterhin viele aus der Belegbindung fallen.

Mehr erfahren

Zurück zu Gebäudereport 2026