Holzbau in Deutschland: Entwicklung nach Gebäudetyp und Region
Stand: Januar 2026
Holz wird seit Jahrhunderten als Baustoff für Gebäude eingesetzt. Als nachwachsender Rohstoff rückt Holz im Zuge der Dekarbonisierung des Gebäudesektors in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus.
Das Kapitel 2 „Baustoffe“ des dena-Gebäudereports 2026 befasst sich daher ausgiebig mit der Entwicklung von Baufertigstellungen von Gebäuden, bei denen Holz der vorwiegend verwendete Baustoff ist.
Holzbau nach Gebäudetypen
Die Häufigkeit von Holzbauten unterscheidet sich dabei stark je nach Gebäudetyp. Bei den Baugenehmigungen für das Jahr 2024 war Holz als Hauptbaustoff mit einem vergleichsweise hohen Anteil bei Ein- und Zweifamilienhäusern (EZFH) sowie im Nichtwohngebäudebereich (NWG). So beträgt der Anteil bei den Ein- und Zweifamilienhäusern 28 Prozent. Nur Ziegel haben bei diesem Gebäudetyp mit einem Anteil von 29 Prozent einen höheren Anteil. Bei den NWGs liegt der Baustoff auf Platz drei. Hier lag der Holzanteil bei 25 Prozent und damit hinter Stahlbeton (27 Prozent) und Stahl (26 Prozent), die nur geringfügig höhere Anteile erreichten. Für die Gebäudetypen Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Nichtwohngebäude ist Holz also einer der Hauptbaustoffe.
Mehrfamilienhäuser und Nichtwohngebäude
Anders stellt sich die Situation bei Mehrfamilienhäusern dar. Hier wird Holz als Baustoff mit 8 Prozent aktuell vergleichsweise wenig genutzt. Während Holz im gesamten Nichtwohngebäude-Bereich zu den dominierenden Baustoffen zählt, unterscheidet sich der Anteil je nach Nutzungsart der NWGs stark. Bei Hotels und Gaststätten sowie bei landwirtschaftlichen Betriebsgebäuden ist Holz mit Abstand der meistgenutzte Baustoff. In diesen Nutzungsarten liegt Holz mit Anteilen von 38 Prozent beziehungsweise 36 Prozent jeweils deutlich vor den anderen Baustoffen. Der Abstand zum zweitmeistgenutzten Baustoff beträgt bei Hotels und Gaststätten 9 Prozentpunkte und bei landwirtschaftlichen Betriebsgebäuden 7 Prozentpunkte.
Geringere Holzanteile weisen dagegen Anstaltsgebäude, Handelsgebäude sowie Büro- und Verwaltungsgebäude auf. Hier liegen die Anteile zwischen 16 und 18 Prozent. Den niedrigsten Holzanteil verzeichnen Fabriken und Werkstattgebäude mit 11 Prozent.
Entwicklung des Holzbaus seit 2000
Ein Blick auf die langfristige Entwicklung der fertiggestellten Holzbauten ab 2000 zeigt sowohl im Wohngebäudebereich (WG) als auch im NWG-Bereich ähnliche Trends. In beiden Bereichen lag der Anteil von Holzbauten im Jahr 2000 bei 11 Prozent und stieg bis 2024 auf 23 Prozent. Gleichzeitig ist sowohl bei den WGs als auch bei den NWGs ein starker Rückgang der absoluten Baufertigstellungszahlen zu erkennen. Im Wohngebäudebereich ist die absolute Zahl der fertiggestellten Holzbauten sogar rückläufig. Während im Jahr 2000 noch 26.198 Holzbauten fertiggestellt wurden, waren es im Jahr 2024 nur noch 17.484.
Insgesamt werden damit weniger Gebäude fertiggestellt. Innerhalb der rückläufigen Bautätigkeit nimmt der Holzbau jedoch relativ an Bedeutung zu. Der prozentuale Rückgang im Holzbau fällt damit geringer aus als der Rückgang der Wohngebäudefertigstellungen insgesamt.
Gebäudetypen als Einflussfaktor
Der Rückgang der absoluten Zahl fertiggestellter Holzbauten im Wohngebäudebereich hängt auch mit der Entwicklung des Verhältnisses der fertiggestellten Ein- und Zweifamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser (MFH) zusammen. Der Anteil der Mehrfamilienhäuser an den fertiggestellten Wohngebäuden ist deutlich gestiegen. Lag dieser Anteil im Jahr 2000 noch bei 8 Prozent, erreichte er im Jahr 2024 17 Prozent.
Da im MFH-Bereich generell weniger mit Holz gebaut wird als im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser, wirkt sich diese Verschiebung auf die absoluten Holzbauzahlen aus. Höhere Holzbauanteile bei Ein- und Zweifamilienhäusern können den Rückgang im Mehrfamilienhausbau nur teilweise ausgleichen.
Regionale Unterschiede im Holzbau
Diese Unterschiede in der Gebäudestruktur spiegeln sich auch in der regionalen Verteilung der Holzbauanteile wider. Der Anteil genehmigter Wohngebäude in Holzbauweise variiert stark zwischen den Bundesländern. Er reicht von 7,2 Prozent in Hamburg bis 35,2 Prozent in Baden-Württemberg.
Besonders in Süddeutschland – insbesondere in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen – liegt der Anteil der genehmigten Wohngebäude in Holzbauweise mit Werten über 25 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt. In Stadtstaaten sowie norddeutschen Bundesländern wie Hamburg, Bremen und Niedersachsen fallen die Anteile deutlich geringer aus. Hier werden überwiegend Mehrfamilienhäuser gebaut, bei denen Holz seltener eingesetzt.