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Qualitätssicherung beim kreislaufgerechten Bauen: Checklisten für Planung und Ausführung

Stand: März 2026
Foto, Hände tippen auf Laptop-Tastatur vor halbtransparentem Bildschirm mit grünem Haussymbol und vier grünen Häkchen.

Der Bausektor verursacht weltweit 34 Prozent der energie- und prozessbezogenen CO2-Emissionen jährlich und trägt damit maßgeblich zu den globalen Treibhausgasemissionen bei. Gleichzeitig ist der Bausektor in Deutschland für rund 40 Prozent des gesamten nationalen Rohstoffverbrauchs verantwortlich. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes machten Bau- und Abbruchabfälle im Jahr 2023 rund 52 Prozent des gesamten Abfallaufkommens in Deutschland aus. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen an Bedeutung.

Zirkuläres Bauen zielt darauf ab, Ressourcen zu schonen, graue Energie zu reduzieren und Materialien möglichst lange im technischen oder biologischen Kreislauf zu führen. Neben der Wiederverwendung von Bauprodukten stehen rückbaubare Konstruktionen, sortenreine Materialtrennung und eine systematische Dokumentation im Fokus.

Checklisten für Auftraggebende, Planende und Ausführende

Trotz dieser Potenziale scheitert die Umsetzung in der Praxis oft an fehlenden Standards und mangelndem Wissen über die konkrete bauliche Ausführung. Die vorliegenden Checklisten sind daher als praxisnahes Steuerungsinstrument konzipiert, um die theoretischen Konzepte der Kreislaufwirtschaft in prüfbare Handlungsschritte für alle Projektbeteiligten zu übersetzen.

Das Ziel der Checklisten ist es, eine systematische Qualitätssicherung über den gesamten Gebäudelebenszyklus zu etablieren: Sie geben Auftraggebenden die Leitplanken für die Ausschreibung vor, unterstützen Planende bei der Konzeption demontierbarer Konstruktionen und sichern die fachgerechte, zerstörungsfreie Ausführung auf der Baustelle. So wird sichergestellt, dass Gebäude nicht als zukünftiger Abfall, sondern als langfristig nutzbare Materialdepots geplant und realisiert werden.

  • Checklisten

    Checkliste für Auftraggebende – Die Weichenstellung für Zirkularität (Projektinitiation)

    Die Checkliste hilft Auftraggebenden, Zirkularität als verbindliches Ziel zu setzen. Sie unterstützt bei der Definition von Pflichten, Honorierungsmodellen und der Einbindung von Fachplanung, damit Kreislauffähigkeit über alle Phasen Priorität behält.

    Stand: März 2026

    PDF 207 KB barrierefrei

  • Checklisten

    Checkliste für Planende – Die Basis für zirkuläre Gebäude (Planungsphase)

    Planende legen die Basis für zirkuläre Gebäude. Die Checkliste bietet Hilfestellung zu Design for Disassembly, BIM-Planung und Materialwahl, um Demontagefähigkeit und langfristige ökologische Rahmenbedingungen für das Projekt sicherzustellen.

    Stand: März 2026

    PDF 238 KB barrierefrei

  • Checklisten

    Checkliste für Ausführende – Qualitätssicherung im Einbau (Bauphase)

    Diese Checkliste sichert die Realisierung von Zirkularität vor Ort. Sie unterstützt Ausführende bei der präzisen Umsetzung der Planung, beim sortenreinen Abfallmanagement und der Dokumentation, um den Werterhalt der Materialien dauerhaft zu ermöglichen.

    Stand: März 2026

    PDF 210 KB barrierefrei

Grundlagen des Kreislaufgerechten Bauens

Design for Disassembly

Design for Disassembly bezeichnet ein Planungsprinzip, bei dem Gebäude und Bauprodukte so konzipiert werden, dass diese vollständig oder teilweise zerstörungs- und rückstandsfrei ohne Qualitätsverluste zurückgebaut werden können. Dies wird in der Regel durch mechanische Verbindungen, standardisierte beziehungsweise modulare Komponenten und trockene Bauweisen ermöglicht. So können Bauteile und -produkte wie beispielsweise Träger, Fassadenmodule und Fußbodenbeläge direkt wiederverwendet werden.

Zentrale Begriffe im Überblick

Um ein einheitliches Verständnis für die Planung und Umsetzung zirkulärer Projekte zu schaffen, werden im Folgenden die zentralen Fachbegriffe und Konzepte definiert, die für eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft im Bauwesen maßgeblich sind.

Foto, auf einem Holzpalettenstapel liegen unregelmäßig gestapelte Ziegelsteine und einige Betonplatten im Hintergrund.

Zirkulärer Rückbau mit System

Mit der DIN SPEC 91484 und DIN SPEC 91525 stehen zwei standardisierte Verfahren zur Verfügung, die das Potenzial von Bauprodukten für die Wiederverwendung identifizieren und Schritte für die konkrete Anschlussnutzung definieren.

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Foto, Nahaufnahme einer Person, die an einem Schreibtisch sitzend an einem Laptop arbeitet; über dem Laptop schweben digital hinzugefügte Symbole zum Thema Lebenszyklus.

Environmental Product Declarations (EPDs)

Umweltproduktdeklarationen sind standardisierte Datensätze, die Informationen zu verwendeten Baustoffen und Produkten bereitstellen. Das ermöglicht eine Bewertung des ökologischen Fußabdrucks über den gesamten Gebäudelebenszyklus.

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Fazit und Ausblick

Die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen kann den Verbrauch von Primärrohstoffen reduzieren sowie Emissionen, Deponiemengen und langfristig Lebenszykluskosten senken. Deutschland erreichte 2023 eine Circular Material Use Rate von 13,9 Prozent, was den Fortschritt beim Einsatz von Sekundärmaterialien verdeutlicht. Mineralische Bauabfälle werden zu über 90 Prozent wiederverwertet, wobei etwa 13 Prozent des Bedarfs an Gesteinskörnungen durch Recyclingmaterial gedeckt werden.

Ansätze wie Urban Mining, sortenreiner Rückbau und Design for Disassembly steigern die Ressourceneffizienz und werden durch DGNB-Kriterien und Förderprogramme unterstützt.

Die Checklisten können projektbegleitend eingesetzt werden und unterstützen eine strukturierte Qualitätssicherung und Dokumentation über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Zusätzlich zu den Checklisten bieten etablierte Initiativen praxisnahe Impulse zum klimaneutralen Bauen, z.B. der DGNB-Gebäuderessourcenpass zur Transparenz über Ressourcen und Kreislauffähigkeit sowie Materialpassplattformen wie Concular oder Madaster. Spezifische Förderprogramme umfassen die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die Zuschüsse und Kredite für zirkuläre Sanierungen und Neubau bietet. Diese Ressourcen unterstützen die Umsetzung und maximieren Fördervorteile.

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