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Wärmepumpen vergleichen: So helfen technische Kennwerte

Stand: Mai 2026
Foto, drei graue Wärmepumpen stehen auf Paletten auf schneebedecktem Boden vor Wohnhäusern.

Wärmepumpen mit gleichem Anschaffungspreis können sich im Betrieb deutlich unterscheiden. Einfluss haben einerseits Faktoren wie Wetterbedingungen oder die erforderlichen Vorlauftemperaturen im Gebäude. Aber auch die Geräte selbst unterscheiden sich in wesentlichen Punkten wie Effizienz, Leistungsfähigkeit, Geräuschemissionen oder Umweltverträglichkeit. Diese Unterschiede werden durch technische Kennwerte beschrieben. Das Gebäudeforum erklärt zentrale Werte und zeigt, welche Datenbanken bei der Bewertung helfen.

Die Kennwerte sind in technischen Datenblättern und Planungsunterlagen der Hersteller sowie direkt vergleichbar in Datenbanken zu finden. Sie dienen als erster Anhaltspunkt beim Vergleich verschiedener Geräte. Allerdings gilt: Viele Angaben beruhen auf standardisierten Prüfbedingungen und entsprechen damit nicht zwingend den realen Bedingungen im Gebäude. Für die konkrete Auslegung sollte daher immer geprüft werden, welche Bedingungen im Gebäude und bei der Nutzung herrschen und wie sie für den optimalen Wärmepumpenbetrieb angepasst werden können. Zentrale Kennwerte im Überblick:

1. Thermische Nennleistung

Die thermische Nennleistung gibt an, welche Heizleistung eine Wärmepumpe unter den definierten Normbedingungen erbringen kann. Sie zeigt also, wie viel Wärme das Gerät bei einem bestimmten Betriebspunkt an das Heizsystem abgibt. Die tatsächliche Leistung hängt unter anderem von der Art der Wärmequelle, der benötigten Vorlauftemperatur und der Außentemperatur ab. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann beispielsweise bei milden Außentemperaturen eine Leistung von 7 Kilowatt erbringen, bei Frost erreicht sie hingegen nur eine Leistung von 5 Kilowatt im reinen Wärmepumpenbetrieb. Für zusätzliche Wärmeleistung bei geringeren Temperaturen schaltet sich dann ein zweiter Wärmeerzeuger dazu, wie etwa ein Heizstab. Weitere Informationen zur Leistung bei verschiedenen Außentemperaturen liefert das sogenannte Kennfeld der thermischen Leistungswerte, die für gewöhnlich in den Planungsunterlagen und Auslegungstools der Hersteller hinterlegt sind.

2. Maximale Vorlauftemperatur

Die maximale Vorlauftemperatur gibt an, auf welche höchste Temperatur die Wärmepumpe das Heizungswasser erwärmen kann, das anschließend zu Heizkörpern, Fußbodenheizung oder Speicher fließt. Dieser Wert ist besonders bei Heizkörpern relevant, die eine höhere Vorlauftemperatur als Fußbodenheizungen benötigen. Allerdings sagt die maximale Vorlauftemperatur allein noch nichts über die Effizienz der Wärmepumpe aus. Sie zeigt nur, ob ein Gerät grundsätzlich für bestimmte Anforderungen geeignet ist. Der größte Anteil der Wärmepumpen erreicht Temperaturen bis 60 Grad Celsius. Höhere Temperaturniveaus von über 70 Grad Celsius werden von Geräten mit Propan (R290) als Kältemittel erreicht.

3. Jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz

Als Effizienzkennwert dient die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ETAs). Dieser Wert gilt entsprechend der Ökodesign-Richtlinie für den gesamten europäischen Markt, um verschiedene Heiztechnologien zu vergleichen. Der Prozentwert zeigt, wieviel Wärme aus 1 kWh Primärenergie erzeugt werden kann. Je höher der Prozentwert, desto effizienter ist das Heizgerät und desto mehr erneuerbare Energien werden genutzt. Bei Außenluft-Wasser-Wärmepumpen der Leistungsklasse bis 15 kWth liegt er beispielsweise im Bereich von 140 Prozent bis 235 Prozent. Nur bei 15 Prozent der Geräte liegt der Wert über 195 Prozent.

4. Schallleistungspegel

Die Schallemissionen eines Wärmepumpengerätes werden als Schallleistungspegel angegeben. Die Bandbreite verschiedener Geräte reicht bei Einfamilienhäusern (<15 kW) von etwa 40 bis 75 dB(A). Es gibt einige Geräte, die besonders geringe Werte von weniger als 40 dB(A) erreichen. Zur Einordnung: Eine Erhöhung des Pegels um 10 dB(A) entspricht einer Verdopplung der wahrgenommenen Lautstärke. Durch eine gute Produktwahl können Geräuschemissionen entsprechend minimiert werden.

Datenbanken und Listen als Hilfestellung

Neben den Herstellerunterlagen können verschiedene Datenbanken und Listen bei der Bewertung helfen. Sie stellen technische Kennwerte, Effizienznachweise oder zertifizierte Prüfergebnisse zu unterschiedlichen Wärmepumpenmodellen bereit. Dazu zählen:

  • Wärmeerzeuger-Portal des BAFA: listet förderfähige Wärmepumpen innerhalb der „Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)“ mit Kennwerten zu Heizleistung, Schallleistungspegel, Kältemittelart, Effizienz und weiteren Angaben
  • HP Keymark: freiwilliges Zertifizierungslabel mit mehr als 35 technischen Daten zu eingetragenen Geräten
  • EPREL-Datenbank: europäische Datenbank mit Informationen zur Energieverbrauchskennzeichnung und technischen Produktdaten
  • GET-Datenbank: Datenbank für Gebäudeenergietechnikprodukte (GET) der Energieberatung Salzburg mit bis zu 37 Datenpunkten pro Hersteller
  • Eurovent-Datenbank: umfangreiche Datenbank mit mehreren Tausend Split- und Multi-Split-Modellen sowie zahlreichen Prüfpunkten

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu Kenndaten finden sich auf der Themenseite „Wärmepumpen vergleichen: technische Kennwerte und Datenquellen“:

zur Themenseite

Informationen zu wichtige nEinflussfaktoren im Prozess der Planung, Installation und Betrieb von Wärmepumpenanlagen stehen zudem im „Wärmepumpen-Kompass“ des Gebäudeforums klimaneutral zur Verfügung:

zum Wärmepumpen-Kompass

Themenschwerpunkt: Wärmepumpen-Kompass

Für einen effizienten und wirtschaftlichen Betrieb einer Wärmepumpenanlage ist das Zusammenspiel von Planung, Installation, Inbetriebnahme und Betrieb entscheidend. Bereits in frühen Projektphasen werden wichtige Weichen gestellt, die sich auf Effizienz, Kosten und Lebensdauer der Anlage auswirken.

Der Wärmepumpen-Kompass bündelt zentrale Fachinformationen entlang der einzelnen Schritte und unterstützt dabei, typische Fehler zu vermeiden und die Anlage optimal umzusetzen.

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