Ablauf der Energieberatung mit iSFP: Überblick zu wesentlichen Schritten
Stand: April 2026
Für die Erstellung des iSFP in Zuge einer Energieberatung bietet sich in der Regel der Ablauf in sieben Schritten an.
An dieser Stelle wird ein kurzer Überblick zu den wichtigsten Punkten gegeben.
Im iSFP-Handbuch (PDF / 4 MB) sind umfängliche Erläuterungen und wertvolle Hinweise zu den sieben Schritten zu finden.
Schritt 1: Die Kontaktaufnahme
Beim ersten Kontakt mit Eigentümerin oder Eigentümer sollten einige grundlegend wichtige Aspekte angesprochen werden. Um was für ein Wohngebäude geht es? Soll komplettsaniert werden oder Schritt für Schritt über einen längeren Zeitraum? Gibt es bestimmte Sanierungsziele? Kann das Budget grob eingegrenzt werden?
Es gilt herauszufinden, ob ein iSFP das richtige Beratungsinstrument für das Sanierungsprojekt ist. Der abzuschließende Vertrag zur Energieberatung sollte jetzt schon thematisiert werden,, ebenso wie der rechtzeitig zu stellende Antrag für die Förderung der Energieberatung für Wohngebäude.
Aktuelle Infos zur Antragstellung finden sich auf der Website des BAFA.
Schritt 2: Erstes Beratungsgespräch vor Ort und Datenaufnahme
Bei der Datenaufnahme vor Ort findet eine umfängliche Gebäudebegehung statt. Als Hilfestellung wird die iSFP-Checkliste zur Datenaufnahme (PDF / 841 KB) als kostenfreier Download angeboten.
Für das erste Beratungsgespräch sollte ausreichend Zeit eingeplant werden, um den individuellen Plänen, Wünschen und Fragen von Eigentümerinnen und Eigentümern Raum zu geben. Worauf kommt es den Eigentümerinnen und Eigentümern besonders an? Gibt es Umbaupläne? Wie ist der grobe finanzielle Rahmen und was sind Fördermöglichkeiten? Die nächsten Schritte der Beratung sollten besprochen werden.
Mehr nützliche Hinweise sind im iSFP-Handbuch (PDF / 4 MB) zu finden.
Schritt 3: Energetische Bilanzierung des Ist-Zustandes
Für das Gebäude wird mit einer der Bilanzierungssoftwares, die die iSFP-Druckapplikation implementiert haben, die Energiebilanz erstellt. Das BAFA bietet eine entsprechende Liste mit Herstellern von freigegebener Software zum iSFP (PDF / 84 KB) zum Download an.
Für die energetische Bewertung des Istzustandes gelten verschiedene, auch sonst gängige Grundprinzipien. Die für die Erstellung des iSFP erforderlichen Kennwerte werden über die genormten und gültigen Bilanzierungsverfahren der DIN V 18599, des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und der technischen FAQ zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) berechnet.
Mehr Informationen zur energetischen Bewertung finden sich auf der Themenseite Energetische Bewertung des iSFP.
Schritt 4: Entwicklung von Sanierungsvorschlägen
Grundlage für die Erarbeitung der Sanierungsvorschläge sind der energetische Ist-Zustand des Hauses, die Qualität einzelner Bauteile und der Zustand der Anlagentechnik. Weiterhin sind die individuellen Anforderungen und Wünsche von Eigentümerinnen und Eigentümern bei der Entwicklung der Sanierungsvorschläge einzubeziehen. Kernaufgabe ist es, einzelne Sanierungsmaßnahmen sinnvoll zu „Maßnahmenpaketen“ zu bündeln, die wiederum gut aufeinander aufbauen müssen, um das Sanierungsziel zu erreichen. Hierbei gibt es einiges zu beachten, außerdem müssen Kosten und Fördermöglichkeiten im Blick behalten werden.
Ausführliche Hinweise und Tipps zur Entwicklung von Sanierungsvorschlägen sind im iSFP-Handbuch (PDF / 4 MB) zu finden.
Schritt 5: Abstimmung mit Eigentümerin oder Eigentümer
Ein Zwischentermin wird empfohlen, vor allem wenn das Sanierungsziel und einzelne Maßnahmen im ersten Beratungsgespräch nicht abschließend festgelegt werden konnten. Die erarbeiteten Vorschläge können besprochen und die letztendliche Vorgehensweise festgelegt werden, bevor es an die finale Ausarbeitung des iSFP geht. Ein Variantenvergleich ist in diesem Fall oft hilfreich. Hierfür bietet dir iSFP-Druckapplikation die Funktion der Entscheidungshilfe.
Siehe hierzu auch die häufig gestellte Frage „Wie nutze ich die Funktion der Entscheidungshilfe?“ im FAQ-Bereich des Gebäudeforums.
Schritt 6: Ausarbeitung des finalen iSFP
Bei der Ausarbeitung des finalen iSFP gilt es, die Inhalte der zwei iSFP-Ausgabedokumente verständlich und umfassend für Eigentümerinnen und Eigentümer auszuarbeiten. Gebäudefotos, individuelle Formulierungen und ausführliche Beschreibungen der Sanierungsvorschläge sind Kennzeichen eines gute iSFP. Eigentümerinnen und Eigentümer sollen sich und ihr Gebäude im individuellen Sanierungsfahrplan wiedererkennen und zur Umsetzung der Sanierung motiviert fühlen.
Außerdem muss dokumentiert werden, wie sich die einzelnen Sanierungsmaßnahmen auf die Effizienz des Gebäudes auswirken. Wichtig ist hierbei auch die Kostendarstellung mit den aktuellen Fördermöglichkeiten.
Auch hierfür bietet das iSFP-Handbuch (PDF / 4 MB) wertvolle Informationen.
Schritt 7: Übergabe und Erläuterung des iSFP
Mit den zwei iSFP-Dokumenten werden die Ergebnisse der Energieberatung überreicht und in einem Abschlussgespräch persönlich erläutert. Auch für die Übergabe und das Abschlussgespräch ist es gut, genügend Zeit einzuplanen, um alle offenen Fragen der Eigentümerinnen und Eigentümer abschließend zu klären. Die nächsten Schritte für die Umsetzung des ersten Maßnahmenpaketes werden besprochen, und die Möglichkeit der weiteren Begleitung durch die Expertin oder den Experten sollte Thema sein.
Hinweis
Hinsichtlich der Reihenfolge kann individuell von diesem Schema abgewichen werden; die Anforderungen an die Datenerhebung gemäß der Richtlinie und Merkblatt für die Förderung der Energieberatung für Wohngebäude des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) müssen jedoch stets eingehalten werden.
Die Energieberaterin oder der Energieberater ist für die Inhalte und für die Datengrundlage, die korrekte Berechnung und die Erstellung des iSFP verantwortlich. Es werden eine fundierte Ausbildung der Ausstellerin oder des Ausstellers sowie aktuelle Kenntnisse sowohl zur Datenaufnahme, Bilanzierung und Umsetzung als auch zu den aktuellen Förderprogrammen vorausgesetzt.
Der iSFP in Wohnungseigentümergemeinschaften
Eine besondere Herausforderung für Energieberaterinnen und Energieberater stellt die Beratung einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) dar. Hier sind neben dem fachlichen Wissen besondere Beratungskompetenzen sowie Kenntnisse zum Aufbau und zur Struktur einer WEG notwendig.
Insbesondere durch die vielen und oftmals voneinander abweichenden individuellen Bedürfnisse, Interessen und Möglichkeiten ergeben sich eine Vielzahl von Meinungen und Einstellungen innerhalb der Eigentümergemeinschaft zu einer energetischen Sanierung.
Diese Besonderheiten haben Einfluss auf die Erstellungsmethodik des iSFP und den Ablauf der Energieberatung, insbesondere bei der Datenaufnahme und dem ersten Vor-Ort-Gespräch, bei der Entwicklung von Sanierungsmaßnahmen, bei der Kostendarstellung sowie bei der Erläuterung des Fahrplans.
Unterstützung für die Beratung von WEGs bietet der WEG-Praxisguide des Gebäudeforums klimaneutral:
Downloads
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iSFP-Publikationen
Handbuch iSFP
Anleitung zur Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplanes (iSFP) für Wohngebäude. Das Handbuch zum iSFP wurde entsprechend den Formulierungen von GEG und BEG aktualisiert.
Stand: Oktober 2021 -
iSFP-Publikationen
Checkliste iSFP
Arbeitshilfe für Energieberaterinnen und Energieberater zur Datenaufnahme vor Ort. Die Checkliste wurde entsprechend den Formulierungen von GEG und BEG aktualisiert.
Stand: Oktober 2021 -
Checklisten
Checkliste "ISFP erfolgreich in der Eigentümerversammlung präsentieren"
Die Checkliste unterstützt Energieberatende dabei, die Ergebnisse des iSFP leicht verständlich und zielgruppengerecht in Eigentümerversammlungen vorzustellen.
Stand: November 2025 -
iSFP-Publikationen
Bilder aus den iSFP-Ausgabedokumenten zur Veranschaulichung
Beispielhafte Abbildungen von Einzelseiten aus „Mein Sanierungsfahrplan“ und „Umsetzungshilfe für meine Maßnahmen“ zur Veranschaulichung eines iSFP-Beratungsberichtes. Bei Weiterverwendung müssen die Bildrechte mit „Quelle: BMWE" angegeben werden.
Stand: Juli 2025