Behaglichkeit: Zusammenspiel von Raumklima und Energieeffizienz
Die Behaglichkeit stellt keine exakt messbare Größe dar, sondern kennzeichnet das subjektive Empfinden, bei denen der Mensch die Umgebungsverhältnisse als komfortabel bezeichnet. Das Wohlbefinden des Menschen basiert als subjektives Ereignis auf der Wahrnehmung einer Vielzahl von äußeren Einflüssen. Neben den messbaren physikalischen Umgebungsbedingungen wie Beleuchtungsstärke und Raumlufttemperatur spielen auch individuelle physiologische Kriterien wie Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand sowie intermediäre Faktoren wie Kleidung und Tätigkeitsgrad eine Rolle dabei, ob man einen Raum als behaglich bezeichnet oder nicht.
Wärme zum Wohlfühlen
Eine Säule der Behaglichkeitsbedingungen ist die thermische Behaglichkeit. Allgemein wird sie definiert als „ein Gefühl, das Zufriedenheit mit dem Umgebungsklima ausdrückt“ (DIN EN ISO 7730:2006-05).
Nun ist Zufriedenheit ein sehr subjektives Empfinden: Eine Person ist mit der Temperatur im Büro noch sehr zufrieden, eine andere Person empfindet sie möglicherweise schon als zu kühl und ungemütlich. Dabei ist die Raumlufttemperatur in Bezug auf die thermische Behaglichkeit noch nicht einmal der einzig bestimmende Faktor. Vielmehr haben auch Luftbewegung, Raumluftfeuchte sowie die mittlere Raumumschließungstemperatur Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden im Inneren von Gebäuden.
Zwar ist die Wahrnehmung von Behaglichkeit damit individuell unterschiedlich und von Mensch zu Mensch verschieden, dennoch gibt es universelle Vorgaben an raumklimatische Bedingungen, die in Gebäuden herrschen sollten, um eine hohe (klimatische) Akzeptanz bei den Nutzerinnen und -nutzern der Räumlichkeiten zu erreichen.
Behagliches und energieeffizientes Licht
Die Wahrnehmung von Licht ist essentiell für den Menschen und beeinflusst nicht nur biologische Prozesse, sondern auch das Behaglichkeitsgefühl in Gebäuden. Eine professionelle Lichtplanung berücksichtigt Faktoren wie Nutzerorientierung, Wahrnehmung, Gestaltung, Funktionalität sowie physikalische, technische, wirtschaftliche und ökologische Aspekte. Wichtig ist hierbei auch die Abstimmung moderner Lichtmanagement- und Sonnenschutzsysteme aufeinander um den Anforderungen der Sehaufgabe und des sommerlichen Wärmeschutzes gerecht zu werden.
Die Tageslichtversorgung ist von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung beim Betrieb eines Gebäudes: Wer künstliche Beleuchtung von Außen- und Innenräumen einspart, kann Energiekosten und damit verbundene CO2-Emissionen reduzieren.
Downloads und Tools
-
Präsentationen
Vortragsfolien zur Behaglichkeit
Eine Zusammenstellung von Präsentationsfolien zur Verwendung in Vorträgen zum Thema Behaglichkeit.
Stand: Dezember 2021 -
Nachhaltige Gebäudeklimatisierung in Europa – Konzepte zur Vermeidung von Hitzeinseln und für ein behagliches Raumklima
Die Studie geht der Frage nach, wie in betroffenen Quartieren der Effekt von Hitzeinseln gemindert und behagliche Innenraumtemperaturen möglichst ohne maschinelle Kühlung gewährleistet werden können.
Stand: Juni 2022 -
Toolbox
Mehrwerte-Kompass der Gebäudedigitalisierung
Das KEDi-Tool zeigt auf, welche zahlreichen Vorteile ein digitales Gebäudemonitoring bietet und welche oft ungenutzten Potenziale z.B. zu relevanter Regulatorik im Gebäudebetrieb bestehen.