Heizungsanlagen in Wohngebäuden – hohes Potenzial für mehr Klimafreundlichkeit

Stand: August 2022
Foto, Blick auf die Außenwand eines Gebäudes mit mit außen installierter Wärmepumpe.

Betrachtet man den Status Quo der Wärmeerzeuger in deutschen Wohngebäuden, werden zwei Punkte deutlich: Zum einen dominieren Gas- und Ölheizungen mit einem Anteil von 77 %. Zum anderen ist ein Großteil der Heizungsanlagen überaltert. Derzeit sind über 50 % aller Anlagen älter als 15 Jahre, 25 % sogar älter als 25 Jahre (siehe auch folgendes Diagramm).

Das hohe Alter der Wärmeerzeuger ist jedoch eine Chance: Da die Lebensdauer von Kesseln nur bis zu 30 Jahren beträgt, ist mit einer hohen Austauschquote in den nächsten Jahren zu rechnen. Damit geht die Gelegenheit einher, fossile Wärmeerzeuger gegen klimafreundlichere Heizungen auszutauschen.

Alter von Wärmeerzeugern in Wohngebäuden

Datenquelle: BDEW 2019, „Wie heizt Deutschland?“ Studie zum Heizungsmarkt
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Heizungstausch rechtzeitig planen

Heizungsanlagen werden häufig nur erneuert, wenn sie defekt sind. Da dies ungeplant passiert, werden sie meist zügig durch neue Anlagen ersetzt, um lange Überbrückungsphasen zu vermeiden. Dabei fällt die Wahl oft weiterhin auf Anlagen, die auf fossilen Energieträgern basieren. So wird nur in 14 % der Fälle ein Energieträgerwechsel durchgeführt, z. B. durch Einbau einer Wärmepumpe. Laufen diese wiederum 30 Jahre lang, ist das von der Bundesregierung gesetzte Ziel der Klimaneutralität bis 2045 nicht haltbar oder es müssen je nach gesetzlicher Lage funktionstüchtige Heizungen vor Ablauf ihrer Lebensdauer ausgetauscht werden. 

Folglich ist es sinnvoll, einen Heizungstausch rechtzeitig und hinsichtlich klimafreundlicher Alternativen zu planen. So werden nicht nur spätere kostenintensive Wechsel, sondern auch Abhängigkeiten von Preisentwicklungen von fossilen Energieträgern vermieden.

Gebäude als Ganzes betrachten

Mit dem Austausch einer alten Heizungsanlage gegen eine klimafreundlichere Alternative ist es allein noch nicht getan. Damit der Umstieg technisch sinnvoll ist, muss das Gebäude zudem energieeffizient gestaltet sein. Denn liegt z. B. eine unzureichende Dämmung vor, kann der Wärmeerzeuger nicht effizient arbeiten und verursacht damit einhergehend vermeidbare Kosten.

Folglich ist es sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus klimafreundlicher Sicht sinnvoll, in die Energieeffizienz des Gebäudes zu investieren. Mit z. B. Dämmmaßnahmen der Gebäudehülle wie Außenwanddämmung, Kellerdeckendämmung, Dachdämmung oder dem Austausch der Fenster wird der Energiebedarf der Heizung so reduziert, dass er mit erneuerbaren Energien gedeckt werden kann.

Den Heizungstausch mit dem individuellen Sanierungsfahrplan vorbereiten

Ein Heizungstausch lässt sich mit langfristiger Beratung und Planung gezielt vorbereiten. Der individuelle Sanierungsfahrplan ist eine Möglichkeit dafür. In ihm werden alle notwendigen Schritte und Maßnahmen für die nächsten Jahre aufgezeigt, wie zunächst die Dämmung und anschließend ein altersbedingter Umstieg von einem Gaskessel auf eine Wärmepumpe. Zusätzlich enthält er neben den erwartbaren Kosten einen Überblick über die geeigneten Förderprogramme.

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