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Bürogebäude ohne Heizung und Klimaanlage

Eine wärmetechnisch optimierte Gebäudehülle und eine durchdachte Innenraumkonzeption ersetzen in einem innovativen Büroneubau die Heiz- und Klimatechnik.

Das Ende November 2021 fertiggestellte fünfgeschossige Bürohaus in München-Gräfelfing wurde ohne traditionelle Heiz- und Klimatechnik errichtet und erreicht trotzdem ganzjährig angenehme Raumtemperaturen von 22 bis 26 Grad Celsius. Zur Regulierung der Raumtemperatur werden lediglich die dämmenden und speichernden Eigenschaften von Bauteilen in Verbindung mit einem ausgeklügelten natürlichen Lüftungskonzept genutzt.

Bautafel:

BAUVOLUMEN
Grundstücksfläche 1.500 m² / Nutzfläche: 2.800 m²

BAUZEIT
2020 - 2021

BAUKOSTEN
 7.830.000 Euro (netto)

ENERGETISCHER ZUSTAND
Effizienzhausstandard 55 (Jahresheizwärmebedarf: 46,8 kWh/(m²*a))

VERWENDETES MATERIAL
Außenwand: 65 cm dicke Ziegelmauerschale aus zwei Ziegelreihen

Fenster: Alufenster, pulverbeschichtet

Dach: Flachdach aus Stahlbetondecke

Dämmung: nicht notwendig durch die dicke Mauerschale

VERWENDETE GEBÄUDETECHNIK
Motorisch betriebene Fensterflügel, die bei Bedarf öffnen und die Frischluftzufuhr regeln

Photovoltaik-Module mit einer Gesamtleistung von 60 Kilowatt Peak (kWp)

Hauptherausforderung war die Planung und Realisierung einer zur Wärmedämmung und -speicherung konzipierten Gebäudehülle, die ganzjährig eine angenehme Raumtemperatur von 22 bis 26 Grad erreicht – ohne Einsatz kostenintensiver Haustechnik.

Die hervorragenden Dämmeigenschaften der Gebäudehülle ermöglichen es, dass zur Erwärmung der Büroräume ausschließlich Körperwärme oder die Abwärme technischer Gegenstände wie Lampen und PCs genügen. Die Abwärme wird in den massiven Ziegelwänden sowie den Stahlbeton-Fertigteildecken zwischengespeichert und zeitverzögert wieder an den Innenraum abgegeben. Gleichzeitig wirken Wand und Decke in den Sommermonaten wie ein Kältespeicher und tragen so ebenfalls zu einer angenehmen Raumtemperatur bei.

Aufgrund der gleichermaßen guten wärmedämmenden wie speichernden Eigenschaften wurde ein zweischaliges Ziegelmauerwerk mit einer Stärke von 65 cm gewählt. Ein weiterer Fokus lag auf der Minimierung von Wärmebrücken und der effizienten Dämmung aller Außenwandanschlüsse. Die Mauerziegel wurden darüber hinaus in regionaler Nähe und durch ein für seine ökologische Ziegelproduktion mehrfach ausgezeichnetes Unternehmen hergestellt, was einen weiteren Pluspunkt in puncto Nachhaltigkeit bedeutet.

Im größeren Maßstab kommt Gebäudetechnik damit nur auf dem Dach zum Einsatz: Photovoltaik-Module mit einer Gesamtleistung von 60 Kilowatt Peak (kWp) sorgen unter anderem für die Versorgung von 16 in den Parkdecks installierten Schnell-E-Ladesäulen.

Insgesamt demonstriert das Projekt, dass sich auch Gebäude ohne Heiz- und Klimatechnik mit einer durchdachten Gebäudehülle und einem innovativen Innenraumkonzept technisch und wirtschaftlich umsetzen lassen.

Das erfolgreich realisierte Projekt leistet einen Beitrag zum Gesinnungswandel bei der Gebäudeplanung: Es zeigt einen Pfad weg von der technischen Überfrachtung eines Bauwerks zurück zu möglichst wartungsfreien Gebäuden mit geringen Folgekosten.

Denn durch die konsequente Konzipierung des Gebäudes konnte größtenteils auf kostenintensive Haustechnik (Heiztechnik und Klimaanlage) verzichtet werden. Damit einher geht der Wegfall hoher Anschaffungs-, Installations- und Wartungskosten für die entsprechende Gebäudetechnik.

Ihr persönlicher Kontakt

Bernd-Simon Schwarz


Schwarz Architekturbüro, Nürnberg

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Foto, Nahaufnahme von mehreren Stecknadeln in einer Pinwand, die mit Bindfäden untereinander verbunden sind.
Akteure

BAUHERR Heinrich Nabholz KG

ARCHITEKT Schwarz Architekturbüro Nürnberg GbR

GENERALUNTERNEHMER Matthias Acker (Geschäftsführer) / C + P Schlüsselfertiges Bauen GmbH & Co. KG

BRANDSCHUTZ Oehmke + Herbert