Die EPBD-Novelle: Ein Überblick

Stand: Januar 2022
Foto, Blick auf die eingerüstete Fassade eines Gebäudes im Bau.

Die Europäische Kommission hat nach der Europawahl 2019 ihre Pläne für einen „Europäischen Grünen Deal“ vorgestellt. Übergeordnetes Ziel ist es, bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent zu werden. Als Schritt in diese Richtung soll das Klimaziel 2030 für die Verringerung der Treibhausgasemissionen auf mindestens 55 Prozent angehoben werden. Um dies zu erreichen, werden der europäische energie- und klimapolitische Rahmen (also Richtlinien und Verordnungen) überprüft und die Anforderungen an nationale Ziele und Instrumente in den Mitgliedstaaten verschärft, damit die jeweiligen Aktivitäten auf das europäische Ziel einzahlen und entsprechend angepasst bzw. erhöht werden. Deshalb spricht man bei den schrittweise vorgestellten neuen oder überarbeiteten Vorschlägen von dem „Fit für 55“-Paket der EU-Kommission.

In Europa ist der Gebäudebereich für etwa 40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Er ist somit der größte europäische Energieverbraucher und ein zentraler Sektor auf dem Weg, die EU fit für 55 zu machen.

Für den Gebäudebereich ist dabei vor allem ­– aber nicht ausschließlich – die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) von zentraler Bedeutung, die im Rahmen des Green Deals vorzeitig novelliert und verschärft wird. Am 15.12.2021 präsentierte die EU-Kommission einen Vorschlag für eine Neufassung der Richtlinie. Die EPBD soll nun die Renovierungsquote stärker steigern und dazu beitragen, den Gebäudebestand in der EU zu modernisieren und zu dekarbonisieren. Dazu werden auch für bestehende Gebäude die Anforderungen deutlich verschärft.

Dabei ist zu beachten, dass es sich bei der im Dezember vorgestellten Richtlinie um einen Entwurf der EU-Kommission handelt, der ab 2022 mit dem EU-Parlament und den Mitgliedstaaten verhandelt wird. Eine endgültige Version wird es erst in 2022/2023 geben. Wichtig ist auch, dass es sich um eine rahmengebende Richtlinie handelt, die den Mitgliedstaaten Spielräume bei der Umsetzung in nationales Recht lässt. Ergänzend zu dem Richtlinienentwurf stellt die EU-Kommission weitere Informationen wie Fragen und Antworten rund um die Gesamteffizienz von Gebäuden, langfristigen Renovierungsstrategien und dem Green Deal auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Ausgewählte Ansätze der überarbeiteten Richtlinie im Überblick

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